Corriere del Ticino - Schweiz | Montag, 5. Dezember 2011
Monti spart an der falschen Stelle
Das italienische Kabinett hat am Sonntagabend das strenge Sparprogramm von Premier Mario Monti verabschiedet. Kürzungen bei den Renten und die Erhöhung der Einkommenssteuer sind die Schwerpunkte des Sparpakets für 2012 mit einem Sparziel in Höhe von 24 Milliarden Euro. Es soll bis Weihnachten von beiden Parlamentskammern abgesegnet werden. Das wahre Problem wird leider nicht in Angriff genommen, bemängelt die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Das Hauptproblem Italiens ist der gigantische öffentliche Sektor, der 45 Prozent aller Einnahmen verschluckt. Jeder zweite Euro wird nach Kriterien ausgegeben, über die die öffentliche Verwaltung entscheidet. Solange die öffentlichen Ausgaben nicht drastisch gesenkt werden, sind alle andere Maßnahmen zur Sanierung der italienischen Wirtschaft wirkungslos. Doch die Regierung Monti scheint sich für das Thema nicht zu interessieren. Die Minister des Kabinetts kommen zum großen Teil aus der öffentlichen Verwaltung, wo sie Spitzenpositionen bekleideten. Selbst wenn sie fähige Technokraten sind, werden sie sich schwerlich mit einer Umwälzung eben der Welt anfreunden, in der sie beruflich aufgewachsen sind."
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