Právo - Tschechien | Mittwoch, 7. Dezember 2011
Jiří Pehe über das Schweigen Prags in der Euro-Krise
Während Europa einen der dramatischsten Augenblicke seiner Nachkriegsgeschichte erlebt, scheint das in Prag niemanden zu interessieren, kritisiert der Politologe Jiří Pehe in der linken Tageszeitung Právo die Sprachlosigkeit Tschechiens in der Euro-Krise: "Präsident Klaus hat dafür eine Erklärung: Europa werde von Sarkozy und Merkel beherrscht und niemand frage uns nach unserer Meinung. Bleibt die Frage, warum? Darum, weil es keine klare Politik in den Beziehungen zu Europa gibt. Was soll Europa darüber denken, dass wir zwei Staatssekretäre für Europa haben, einen pro-europäischen und einen nicht so pro-europäischen? Wen soll Europa in Prag fragen? ... Zudem ist die Euro-Phobie von Präsident Klaus keine Plattform für eine konstruktive Diskussion. Dass alle EU-Staaten etwas zu sagen haben, zeigte jüngst Polens Außenminister Radosław Sikorski in Berlin. ... Bleibt zu hoffen, dass künftig niemand typisch tschechisch beleidigt darüber schreiben wird, wie wieder einmal 'ohne uns über uns' entschieden wurde. Denn diesmal ist das unsere eigenen Schuld."
» weiterführende Informationen (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » EU-Verfassung, » Finanzpolitik, » Tschechien, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Jiří Pehe
Debatten verfolgen » Wege aus der Schuldenkrise
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 8. Dezember 2011