Les Echos - Frankreich | Dienstag, 13. Dezember 2011
Frankreich braucht Top-Rating gar nicht
Die Herabstufung der hohen Kreditwürdigkeit Frankreichs wäre zu verkraften, hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Montag in einem Interview mit der Tageszeitung Le Monde gesagt. Er nährte damit Spekulationen, dass der Verlust des Top-Ratings bevorstehen könnte. Die liberale Wirtschaftszeitung Les Echos mahnt zur Gelassenheit: "Wir starren auf unser Rating und begutachten unser dreifaches A. Die Märkte glauben es bereits verloren. Wenn das Thema kurz vor der Präsidentschaftswahl politisch nicht so viel Gewicht hätte, müsste man daraus aus verschiedenen Gründen kein Drama machen: Auch andere europäische Länder mit Top-Bonität mussten eine schleichende Steigerung der Zinsaufschläge hinnehmen (Finnland, Österreich, Niederlande). Sogar Deutschland hatte kürzlich Schwierigkeiten beim Verkauf seiner Staatsanleihen. Die USA wurden unlängst auf AA+ herabgestuft und machen dank des Eingreifens der Fed und ihres Status als vorherrschende Finanzmacht weiter als wäre nichts gewesen - trotz der momentanen politischen Blockade. Nur wenn es Europa nicht gelingt, seine politischen Probleme in den Griff zu bekommen, werden die Agenturen erbarmungslos empfindlich reagieren."
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