Le Temps - Schweiz | Mittwoch, 4. Januar 2012
Devisen-Affäre belastet Frankenkurs
Die Frau des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank SNB Philipp Hildebrand hat zweifelhafte Devisengeschäfte abgewickelt. Das geht aus Bankdokumenten hervor, die der SVP-Politiker Christian Blocher im Dezember an die Öffentlichkeit brachte. Die Tageszeitung Le Temps meint, dass die Affäre Auswirkungen auf den Euro-Franken-Kurs haben kann: "Der Ruf der Banken wird weiter beschädigt, wie angelsächsische Kommentatoren bereits festgestellt haben. Aber die Affäre betrifft die Schweiz auch deshalb, weil die Nationalbank zu einem Zeitpunkt unter Druck gerät, wo die Wirksamkeit ihres Handelns hauptsächlich von ihrem Ruf abhängt. Der gewagte Mindestkurs von 1,20 Euro für 1 Franken konnte vergangenen September leichter als gedacht durchgesetzt werden. Dieser Erfolg, der praktisch nichts gekostet hat, wurde seitdem fast einstimmig gelobt. ... Viele sehen darin einen 'Hildebrand-Effekt'. ... Daher ist fraglich, welche Konsequenzen die laufende Affäre für die Aufrechterhaltung des Mindestkurses - und damit indirekt für die übrige Wirtschaft - haben könnte, wenn sie schlecht ausgeht."
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