The Guardian - Großbritannien | Mittwoch, 4. Januar 2012
USA müssen mit Taliban reden
Die radikal-islamischen Taliban haben am Dienstag angekündigt, für Friedensverhandlungen mit den USA eine Auslandsvertretung im Golfstaat Katar einzurichten. Jetzt müssen die USA überlegen, ob sie ihre Taktik der gezielten Ermordung von Taliban-Führern einstellen sollten, meint die linksliberale Tageszeitung The Guardian: "Am wichtigsten ist die Vorstellung, dass die Taliban an den Verhandlungstisch gezwungen werden können. Die Obama-Regierung hat sanfte Worte verloren (zuletzt hat Vize-Präsident Joe Biden gesagt, dass die Taliban nicht der Feind sind), aber die Taliban zugleich bombardiert. Die Vorgehensweise, Taliban-Kommandeure mittleren Rangs in Nachtangriffen zu ermorden, hat Ersatzleute nachfolgen lassen. Beim Töten von Zivilisten sind die Neuen aber noch herzloser als ihre Vorgänger. Einige Leute innerhalb der US-Kriegsmaschinerie argumentieren, dass noch größerer Aufruhr nicht schlecht sein muss, weil so die Taliban noch mehr von der Bevölkerung entfremdet werden, die sie zu beherrschen behaupten. Diese verdrehte und zynische Logik gehört aber auch auf den Müll."
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