Pravda - Slowakei | Donnerstag, 12. Januar 2012
Brigita Schmögnerová über die Vorteile der Tobin-Steuer
Die zwischen Nicolas Sarkozy und Angela Merkel diskutierte Finanztransaktionssteuer ist nach Meinung von Brigita Schmögnerová bestens geeignet, Spekulanten auszubremsen, meint die frühere Vizechefin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung EBRD in der linken Tageszeitung Pravda: "Eine Studie des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts zeigt, dass eine Steuer von 0,05 Prozent die Transaktionen mit Derivaten um 60 bis 70 Prozent eindämmen würde. ... Gleichzeitig würde eine Steuer in dieser Höhe 200 Milliarden Euro in die Budgets der EU-Länder spülen, im globalen Ausmaß gar 500 Milliarden im Jahr. Der Vorschlag der Europäischen Kommission vom September vergangenen Jahres sieht freilich nur eine Steuer von 0,01 Prozent vor, ist also deutlich zurückhaltender. Doch auch die würde die Transaktionen um 30 Prozent beschneiden und mehr als 50 Milliarden Euro zusätzlich für den EU-Haushalt bedeuten. Die Einführung der Steuer wäre nicht kompliziert. Für das hohe Risiko der Steuerflucht gäbe es auch eine Lösung: den Zusammenschluss zweier Börsen, der NYSE Euronext und der Deutschen Börse, die derzeit von den Regulierungsbehörden geprüft wird. Die Frage ist, ob der EU-Gipfel im Januar schon die Steuer beschließt."
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