Trud - Bulgarien | Mittwoch, 18. Januar 2012
Maxim Karadschow hofft auf Fortschritt durch Exil-Bulgaren
Etwa eine Million Bulgaren haben seit dem Zusammenbruch des Kommunismus ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben im Westen verlassen. Sie kommen wie verwandelt zurück und könnten Bulgarien umgestalten, hofft der Kolumnist Maxim Karadschow in der Tageszeitung Trud: "Der Bulgare daheim tut sich schwer mit dem Arbeiten und nimmt lieber einen schlecht bezahlten Job an, nur um weniger schwitzen zu müssen. Beim Abendessen ist er dann fit genug für sein Lieblingshobby: Alles Bulgarische schlecht zu machen. Aber nur ein oder zwei Jahre in der Emigration können dazu führen, diesen Prototyp bis zur Unkenntlichkeit zu verwandeln. … Einmal zurückgekehrt, kann ihn plötzlich nichts mehr von der Arbeit abhalten. Er will den ganzen Tag fleißig sein und verlangt eine ordentliche Bezahlung. Die merkwürdigste aller Metamorphosen geschieht aber mit seinem Hobby. Selbst der größte Bulgarienhasser entdeckt plötzlich seine Liebe zur Heimat und beginnt, Volkstänze zu lernen. In diesen Menschen liegt die Hoffnung für unser Land. Genauer gesagt, in ihren Kindern und Enkelkindern, die im Westen aufgewachsen sind und eines Tages zurückkehren werden, um Bulgarien umzugestalten. So wie es in der Türkei geschehen ist."
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