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Diário Económico - Portugal | Montag, 23. Januar 2012

Portugals Präsident brüskiert sein Volk

Portugals Präsident Aníbal Cavaco Silva hat am Freitag in einem Interview erklärt, er wisse nicht, ob seine Rente für seine laufenden Kosten ausreiche. Diese Äußerung brüskiert die unter der Krise leidenden Portugiesen, meint der Chefredakteur der liberalen Wirtschaftszeitung Diário Económico Bruno Proença: "Cavaco Silva hat sich in kurzer Zeit von tierisch gut zu bestialisch schlecht gewandelt. Als eine für den gesellschaftlichen Dialog zentrale Figur, hat der Präsident sein politisches Kapital mit der törichten Aussage zur Höhe seiner Rente verspielt. ... Wer seine Worte gehört hat, dem wurde klar: Sie sind nicht reflektiert, sondern kommen aus seinem tiefsten Innern. Der Präsident glaubt wirklich, die etwa 8.000 Euro pro Monat seien zu wenig, und er müsse mehr bekommen. Ich will gar nicht wissen, auf welchem Niveau sich seine Ausgaben bewegen, aber mir wurde klar: Er lebt nicht in der gleichen Welt wie die Mehrheit der Portugiesen, die versucht mit einem Durchschnittseinkommen von weniger als 800 Euro zu überleben.

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