Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 26. Januar 2012
Obamas Kampagne setzt auf Klassenkampf
US-Präsident Barack Obama ist in seiner traditionellen Rede zur Lage der Nation am Dienstag auf Konfrontationskurs zu seinen republikanischen Gegnern gegangen. Damit deutet sich seine Wahlkampfstrategie an, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Jener Obama, der sich nun für eine zweite Amtszeit empfiehlt, ist ein anderer als vor einem Jahr und erst recht als vor vier Jahren. Damals war der junge Senator als Brückenbauer angetreten, als Hoffnungsträger, der die alten parteipolitischen Gegensätze mildern würde. Mit diesem Vorsatz ist Obama zwar wie andere vor ihm gescheitert. Aber noch in der letztjährigen 'State of the Union'-Ansprache lancierte er einige Ideen, die als Zückerchen für die Republikaner gedacht schienen. Dies liess sich als Versuch interpretieren, rechtzeitig vor den Wahlen zur politischen Mitte hin zu schwenken, wie dies Amtsinhaber meist tun. Doch damit ist es nun vorbei. Obama hat zu einem konfrontativen Stil gewechselt, mit klassenkämpferischen Untertönen und einem Argumentarium, das den Charakter der Wahlschlacht wohl bis zum November prägen wird."
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