Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 26. Januar 2012
Japans Abstieg ist Mahnung für Deutschland
Japan hat im Jahr 2011 das erste Mal seit 31 Jahren mehr Waren ein- als ausgeführt. Japan sollte Deutschland daran erinnern, wie schnell eine Wirtschaftsnation absteigen kann, mahnt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Ein Grund für das erstmalige Loch in der Exportbilanz ist natürlich auch das Atomunglück von Fukushima. ... Doch hauptsächlich erklärt sich der erstaunliche Umschwung in die Minuszone aus einem langen Abwärtstrend. Die Gründe sind zahlreich: Die jahrzehntelange Herrschaft der LDP-Partei in Tokio lähmte das Land und konservierte überkommene Wirtschaftsstrukturen. Nach der Börsenblase traute sich die Politik nicht an die maroden Banken heran. Und die Rekordverschuldung von mehr als 200 Prozent der Wirtschaftsleistung bürdet dem Land riesige Zinslasten auf. Was daraus folgt? Zum Beispiel, dass in Berlin demnächst mal wieder die Regierung wechseln sollte, ... dass die Politik die Geldhäuser regulieren muss, und dass Deutschland unbedingt die mit der Finanzkrise erfolgte Explosion seiner Staatsschulden stoppen sollte."
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