Top-Thema vom Donnerstag, 30. August 2012
Republikaner setzen auf Romney und Ryan

Romney und Ryan fordern Obama heraus. (© AP/dapd)
Zum Abschluss des Nominierungsparteitags der US-Republikaner tritt am heutigen Donnerstag Mitt Romney ans Rednerpult. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts geht gemeinsam mit dem Kongressabgeordneten Paul Ryan gegen Barack Obama ins Rennen um die US-Präsidentschaft. In Ryan sehen einige Kommentatoren den Hoffnungsträger der Partei, andere glauben, dass den Republikanern ihr radikaler Konservatismus zum Verhängnis wird.
Der Standard - ÖsterreichRepublikaner so weit rechts wie nie
Das rechtskonservative Parteiprogramm der Republikaner könnte für den pragmatischen Mitt Romney zur Belastung werden, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Weder unter Ronald Reagan noch unter George W. Bush standen die Republikaner so rechts wie heute. Vom amerikanischen Mainstream sind sie weiter entfernt denn je. Sie sind das Spiegelbild der Demokratischen Partei der frühen Siebzigerjahre, die nach außen hin von der Anti-Vietnam- und der Hippie-Bewegung geprägt war. Für Romney bringt das vielfache Probleme mit sich. Der rechte Kurs passt einfach nicht zu seiner an sich pragmatischen Persönlichkeit: Als Unternehmer und Gouverneur hat er nicht Visionen verfolgt, sondern stets nach Lösungen gesucht. Nun hängen ihm im Wahlkampf gleich zwei ideologische Mühlsteine um den Hals: das unbarmherzige Parteiprogramm und sein radikal-intellektueller Vize Paul Ryan, der bereits jetzt den Ton der Kampagne angibt." (30.08.2012)
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The Spectator - GroßbritannienPaul Ryan ist Obamas wahrer Gegner
Paul Ryan als Vize von Romney könnte sich als Hoffnungsträger der Republikaner entpuppen und den US-Wahlkampf ordentlich befeuern, analysiert das konservative Magazin The Spectator: "Die Demokraten werden ihn nicht unterschätzen. Seine gründliche Diagnose der Probleme der USA vor und während Obamas Amtszeit machen ihn glaubwürdig. ... Viele von Ryans Gegnern mögen ihn, weil er auf einer sachlichen und nicht auf einer persönlichen Ebene argumentiert. ... Seine Nominierung ist deshalb für beide Seiten riskant. Einige Republikaner bemängeln, dass es Ryan an politischem Scharfsinn fehlt. Doch er wird der Partei definitiv helfen, sich mit ihrem Konservatismus zu profilieren, und macht die Präsidentschaftswahl somit zu einer echten Wahl zwischen zwei Bewegungen. Auch für Obama und die Demokraten birgt die Wahl Ryans Chancen und Risiken. Chancen, weil sich die Debatte nun darum drehen wird, wie Ryans Pläne [vor allem zur Haushaltskonsolidierung] im Vergleich zu Obamas zu bewerten sind. ... Risiken, weil Ryan ein ernstzunehmender Gegner ist. Der Gewinner des Ganzen ist auf jeden Fall die US-amerikanische Demokratie." (30.08.2012)
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Pravda - SlowakeiNegativkampagne gegen Obama reicht nicht
Der Knoten ist auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner für Mitt Romney nicht geplatzt, konstatiert die linke Tageszeitung Pravda: "Die Republikaner sind nach der Ära von George W. Bush auf der Suche. Viele Beobachter werfen der 'Grand Old Party' fehlende Konsistenz, einen Mangel an Visionen und eine historisch einmalige Zerstrittenheit vor. Mitt Romney soll nun den Fall der Partei aufhalten. Aber man zweifelt schon in den eigenen Reihen an seinen Fähigkeiten. ... Budgetkürzungen, weniger Macht für die Bundesregierung und Steuersenkungen sind die altbekannten Prinzipien der US-amerikanischen Rechten. Das wichtigste Instrument im Wahlkampf ist aber die Negativkampagne. Und dabei erschöpft sich der Auftritt des Prototyps des derzeitigen Republikaners in ein paar kernigen Sätzen voller Anti-Obama-Rhetorik. Ein neuer Aufbruch im Stile des 'New Deal' kam vom Parteitag bislang nicht." (30.08.2012)
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