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Top-Thema vom Donnerstag, 6. September 2012


Demokraten nominieren Obama

Clinton betonte in seiner Rede, Obama stehe im Gegensatz zu den Republikanern für "gemeinsamen Wohlstand und gemeinsame Verantwortung" in Amerika. (© AP/dapd)

Die US-Demokraten haben Präsident Barack Obama am Mittwoch als Kandidaten für die Wahl im November aufgestellt. In der Nominierungsrede auf dem Parteitag in North Carolina verteidigte Ex-Präsident Bill Clinton Obamas bisherige Bilanz gegen die Kritik der Republikaner. Einige Kommentatoren glauben, dass es schwierig wird für den Amtsinhaber, die Wähler erneut für sich zu gewinnen. Andere betonen, dass er auch nach einem Wahlsieg kämpfen muss, um seine Ziele durchzusetzen.


The Malta Independent - Malta

US-Wähler schon jetzt mobilisieren

US-Präsident Obama muss die Wähler jetzt von sich überzeugen, da bereits ab dem heutigen Donnerstag Stimmen für die Präsidentschaftskandidaten abgegeben werden können, argumentiert die liberal-konservative Tageszeitung Malta Independent und konstatiert, dass der Wahlkampf nun in die entscheidende Phase geht: "Dieses Mal ist es sogar noch wichtiger für Obama, sich schon früh Wählerstimmen zu sichern. Angesichts der fragilen wirtschaftlichen Erholung und des anhaltend schwachen Arbeitsmarkts zählt jeder Wähler, der schon jetzt seine Stimme abgibt. Denn dann kann er seine Meinung nicht wieder ändern, wenn sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschlimmern sollte. Das Romney-Lager zählt darauf, dass die vergangenen vier Jahre die Begeisterung von Obamas Anhängern geschwächt haben und der Präsident sie schwerer wieder für sich gewinnen kann. Obamas Team hat die Verhaltensmuster dieser frühen Wähler während der Präsidentschaftswahl 2008 genau beobachtet, um zu ermitteln, ob es die Wählerschaft beeinflussen konnte. Dieses Mal wird es weniger darum gehen, sondern eher darum, ob Obama die Wähler überhaupt noch mobilisieren kann." (06.09.2012)


taz - Deutschland

Obama muss soziale Ziele offensiv durchsetzen

Obama muss im Falle seiner Wiederwahl die gleichen Hürden überwinden wie in seiner ersten Amtszeit, gibt die linke Tageszeitung taz zu Bedenken: "Der Staat, so der Grundtenor aller Reden des ersten Tages, muss garantieren, dass jeder eine faire Chance erhält, seinen Traum zu verwirklichen. Das ist ein Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, wie sie die USA nie gehabt haben - im Unterschied zum Versuch der Republikaner, nicht nur die Gesundheitsreform, die Entscheidungsfreiheit für Frauen über Abtreibungen und die Homoehe abzuschaffen, sondern jede staatliche Sozialverantwortung. ... Auch Obamas Wiedereinzug ins Weiße Haus wäre kein Garant für die Umsetzung auch nur irgendeines der Versprechen. Die Republikaner dürften die Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten. Und selbst wenn sie ... es nicht schaffen sollten, auch noch den Senat zu übernehmen, behalten sie dort doch ihre Sperrminorität. Eine zweite Obama-Amtszeit müsste für den Präsidenten auch bedeuten, deutlich offensiver vorzugehen." (06.09.2012)


La Stampa - Italien

Die wundersame Wandlung der First Lady

Auf dem Parteitag der Demokraten hat Michelle Obama ihren Mann als Kämpfer für die Mittelklasse präsentiert, den die Macht nicht verändert hat. Wie sehr sie selbst sich gewandelt hat, analysiert die liberale Tageszeitung La Stampa: "Vor vier Jahren, bevor sie in das Weiße Haus zog, war Michelle Robinson [so ihr Mädchenname] eine Frau mit radikalen Überzeugungen. Sie nahm kein Blatt vor den Mund, war ironisch, sarkastisch und sparte nicht mit ihrer harschen Kritik an den USA. .. Auf der Bühne des Parteitags der Demokraten in Charlotte hingegen sprach sie leise, in gewissen Momenten fast flüsternd, sanft und besänftigend. Eine perfekte First Lady, die wie Laura Bush oder Hillary Clinton gezwungen ist, jedem Reformwillen zu entsagen und Demütigungen hinunterzuschlucken, um die Präsidentschaft ihres Mannes zu retten. ... Sie verließ die Bühne unter rauschendem Beifall, doch mit gesenktem Haupt und ohne zu triumphieren. Vielleicht im Bewusstsein, dass sie als Mädchen aus dem schwarzen Ghetto im Herzen der weißen Macht die wahre Revolution war [und nicht ihr Mann]. Und dass noch nicht alles verloren ist." (06.09.2012)


» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 6. September 2012

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