Navigation

 

Top-Thema vom Mittwoch, 24. Oktober 2012


Obama gewinnt drittes TV-Duell

Obama warf Romney eine außenpolitische Haltung wie im Kalten Krieg vor. (© AP/dapd)

Zwei Wochen vor der Wahl hat US-Präsident Barack Obama das letzte TV-Duell gegen seinen Kontrahenten Mitt Romney Umfragen zufolge für sich entschieden. In der außenpolitischen Agenda der Kontrahenten waren kaum Unterschiede erkennbar, analysieren Kommentatoren und bedauern, dass Europa im US-Wahlkampf keine Rolle spielt.


NRC Handelsblad - Niederlande

Europa für USA irrelevant

Europa spielt im US-Wahlkampf keine Rolle, beklagt die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad: "Beide Kandidaten lassen keine Gelegenheit aus, die Außenpolitik ins Inland zurück zu führen. So wie Obama sagte: Wie kann Amerika die Welt anführen, wenn es seine Angelegenheiten zu Hause nicht geregelt hat? Dabei muss Obama nun von seiner Erfahrung als Staatsmann profitieren. ... Dem stellt Romney seine Erfahrung als Geschäftsmann gegenüber. ... Das Primat der nationalen Wirtschaftspolitik muss auch Europa zu denken geben. In der TV-Debatte über die große Welt wurde Europa nur einmal beiläufig erwähnt. Sofern das Ausland überhaupt eine Rolle spielt, dann jenes in der Pazifikregion, im Nahen Osten und in Zentralasien. Aber sicher nicht in Europa. Aus US-Perspektive ist Europa marginalisiert. Wer auch immer nach dem 6. November in den USA Präsident wird, für das Weiße Haus ist Europa zweitrangig." (24.10.2012)


Hospodářské noviny - Tschechien

Obama und Romney außenpolitisch völlig gleich

Die dritte und letzte Fernseh-Debatte zwischen Obama und Romney hat offenbart, dass es auch nach einem Wechsel im Weißen Haus nicht zu einem radikalen Umsturz der US-Außenpolitik kommen würde, urteilt die wirtschaftsliberale Hospodářské noviny und bezeichnet die Kontrahenten als "Robama": "Romney gerierte sich bislang als Kandidat, der sich auf der Weltbühne sehr viel härter verhalten würde. In der TV-Debatte aber war besonders bemerkenswert, wie wenig sich seine Rezepte von den Schritten unterscheiden, die Obama bereits unternommen hat. In der Frage des iranischen Atomprogramms, des Zeitplans für den Abzug aus Afghanistan oder der Haltung gegenüber Syrien und dem gesamten arabischen Frühling etwa gab es zwischen den Kandidaten keinen wesentlichen Unterschied. ... Die US-Amerikaner und die Welt müssen also warten. Auf den alt-neuen Präsidenten und darauf, wie die künftige US-Außenpolitik aussehen wird. Die Debatte zeigte aber, dass es zu einer radikalen Veränderung auch nach einem Amtsantritt Romneys nicht kommen würde." (24.10.2012)


Jyllands-Posten - Dänemark

Romney nur schwer einzuschätzen

Romneys tatsächliche außenpolitische Linie ist nur schwer zu charakterisieren, meint die konservative Tageszeitung Jyllands-Posten mit Blick auf das dritte TV-Duell: "Die Gegensätze wurden offenkundig, als Obama anmerkte, Romney wolle den Streitkräften umfangreiche Mittel geben, um die diese gar nicht gebeten hätten. Dann kritisierte Romney, die Luft- und Seestreitkräfte seien zu stark beschnitten worden [konkret, dass die USA weniger Schiffe hätten als 1917], worauf er die sarkastische Antwort bekam: 'Wir haben auch weniger Pferde und Bajonette'. Nichts deutet darauf hin, dass Mitt Romney neue außenpolitische Ideen hat oder mehr und etwas anders machen will als Obama. Eine banale Schlusserklärung, wonach wir uns alle einen friedvollen Planeten wünschen, unterstreicht dies. Ein wesentliches Moment der Unsicherheit bleibt allerdings bestehen: Welche Ausgabe von Romney wird wohl ins Weiße Haus einziehen, falls er in zwei Wochen gewinnt, was nach der letzten Debatte wohl ein bisschen weniger wahrscheinlich ist? Der säbelrasselnde Romney oder der moderate? Die letztgenannte Ausgabe ist eindeutig vorzuziehen." (24.10.2012)


The Economist - Großbritannien

Weiter Pattsituation im US-Wahlkampf

Obwohl Obama das dritte TV-Duell Umfragen zufolge gewonnen hat, ist der Wahlausgang noch völlig ungewiss, meint das wirtschaftsliberale Magazin The Economist: "Obamas Lager hofft nun, dass sein Sieg in der letzten TV-Debatte ausreicht, um die Führung bei weiblichen Wählern wieder auszubauen. Zudem hofft es, dass Obama seinen hauchdünnen Vorsprung in den für die Wahl entscheidenden Bundesstaaten wie Ohio halten kann. Im dritten TV-Duell hatte sich der Präsident kaum selbst geschadet, obgleich es Momente gab, in denen er zu aggressiv wirkte. ... Nun wird es kein weiteres Aufeinandertreffen zwischen Obama und Romney geben: Beide Männer befinden sich bis zum Wahltag am 6. November auf strapaziösen Reisen durch das ganze Land. Nach dem schockierend schwachen ersten Auftritt des Präsidenten am 3. Oktober ist das Rennen nun absolut ausgeglichen - so wie das in den vergangenen Tagen auch schon der Fall war." (23.10.2012)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 24. Oktober 2012

Weitere Inhalte