Top-Thema vom Mittwoch, 31. Oktober 2012
Sandy wirbelt US-Wahlkampf durcheinander

Die vom Wirbelsturm angerichteten Sachschäden belaufen sich Schätzungen zufolge auf bis zu 20 Milliarden Dollar. (© AP/dapd)
Hurrikan Sandy hat an der Ostküste der USA Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Bis zu 50 Menschen kamen ums Leben, rund sieben Millionen waren am Dienstag ohne Strom. Nach Ansicht einiger Kommentatoren kann Präsident Barack Obama im Wahlkampf profitieren, wenn er sich als Krisenmanager beweist. Andere betonen, dass künftig kein US-Präsident um das Thema Klimawandel herumkommen wird.
Mladá fronta Dnes - TschechienSandy bläst in Obamas Segel
Wenn Obama sich jetzt als guter Krisemanager gegen die Folgen des Hurrikans Sandy beweist, kommt ihm das bei den Wahlen zugute, prognostiziert die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes: "Obama kann sich ein paar Tage vor den Wahlen gegenüber allen Betroffenen als besonnener und sich sorgender Mann beweisen. Romney dagegen kann das nur aus dem Hintergrund beobachten. Er muss sich selbst Kritik verkneifen, um nicht peinlich zu wirken. Obama droht unterdessen, dass er jetzt einen Fehler begeht und sich die Öffentlichkeit gegen ihn wendet. Als übliche Parallele wird dabei selbstverständlich immer der fehlerhafte Umgang mit den Folgen des Hurrikans Katrina im Jahre 2005 herangezogen, der die damalige Regierung von George W. Bush in den Augen der US-amerikanischen Öffentlichkeit dauerhaft beschädigte. Bislang sieht es nicht so aus, als würde Obama solche Fehler machen. ... Der Ausgang der Wahlen wird zweifellos knapp. Aber Sandy bläst derzeit mehr Wind in die Segel von Obama." (31.10.2012)
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Alle verfügbaren Texte von » Teodor Marjanovič
Les Dernières Nouvelles d'Alsace - FrankreichMit Hurrikan lässt sich Wahlkampf machen
Obama und Romney werden die Folgen des Hurrikans jeweils auf ihre Weise im Wahlkampf zu nutzen wissen, analysiert die Regionalzeitung Les Dernières Nouvelles d'Alsace: "Der Hurrikan Sandy bringt das politische Leben in den USA nicht zum Stillstand. Im Wahlkampf haben beide Kandidaten das Interesse, zu zeigen, dass sie ihre persönlichen Ambitionen zugunsten der Solidarität hinten anstellen. Würde ein Kandidat den Krieg der Slogans ohne Rücksicht auf die Hurrikan-Opfer weiterführen, könnte ihn das disqualifizieren. ... Obama ist sich des Vorteils bewusst, der ihm aus seiner Rolle als Staatschef am Ruder erwächst. Seine Mannschaft ist sicher nicht blind für die Metapher, die dieses historische Wetterereignis darstellt, das an den Sturm der Wirtschaftskrise erinnert. Die Republikaner ihrerseits werden, ist die Notsituation erst einmal überwunden, sich alle Mühe geben, um zu beweisen, dass die Tugenden der Eigeninitiative, des Wettstreits und des Unternehmergeistes das wirksamste Mittel sind, um die Schäden zu reparieren, aber auch, um ein großes Amerika aufzubauen." (31.10.2012)
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Alle verfügbaren Texte von » Didier Rose
Kainuun Sanomat - FinnlandKlimawandel wird Pflichtthema für US-Präsidenten
Hurrikan Sandy, von seiner Ausdehnung her einer der größten in der Geschichte der USA, wird Präsident Obama ebenso wie Herausforderer Romney zwingen, sich ernsthaft mit dem Thema Klimawandel zu beschäftigen, glaubt die liberale Tageszeitung Kaleva: "Romney hat in der Vergangenheit Obamas Energiepolitik scharf angegriffen. Obama hatte die Erschließung erneuerbarer Energiequellen intensiv gefördert. Seine Haltung zum Kampf gegen den Klimawandel ist deutlich positiver als die seines Herausforderers. Unter Romneys Unterstützern gibt es viele, für die die ganze Klimawandel-These nichts als Humbug ist. ... In jedem Fall erinnert Sandy den künftigen Präsidenten daran, wie verletzlich die auf ungestörte Stromversorgung angewiesenen Metropolen und die Gesellschaft insgesamt sind. Die Nachrichtenbilder aus New York sprechen für sich. Der künftige Präsident wird eine Antwort auf die Frage finden müssen, ob sich solch gigantischen Überschwemmungen wiederholen, wenn die Polkappen immer schneller schmelzen." (31.10.2012)
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Der Standard - ÖsterreichSturmschäden offenbaren Obamas Versäumnisse
Die Milliardenschäden, die Hurrikan Sandy bislang angerichtet hat, offenbaren nach Ansicht der linksliberalen Tageszeitung Der Standard, was Obama seit seinem Amtsantritt versäumt hat: "Die amerikanische Infrastruktur ist in einem für ein so hochtechnologisiertes Land gefährlich schlechten Zustand. Es bedarf gar keiner chinesischer Superhacker, um die Stromversorgung in weiten Teilen der USA abzudrehen. Es genügen auch ein paar auf Oberleitungen gefallene Bäume. ... Der Grund dafür ist schlichtweg, dass die Stromleitungen oberirdisch verlaufen. Niemand will (Steuer-)Geld in die Hand nehmen, um sie einzugraben. Lieber nimmt man bei jedem größeren Unwetter einen nationalen Notstand in Kauf. ... Obamas größtes Versäumnis der vergangenen vier Jahre war es, ... die Amerikaner nicht davon zu überzeugen, dass es eben auch eine Bundesregierung braucht, die Entscheidungen gegen individuelle Interessen und für das höhere Gemeinwohl trifft - ob es nun um die Gesundheitsreform geht, den Katastrophenschutz, Infrastrukturprojekte von nationalem Interesse oder die Kreditwirtschaft." (31.10.2012)
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Alle verfügbaren Texte von » Christoph Prantner
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