Top-Thema vom Dienstag, 17. Februar 2009
Kosovo - ein Jahr danach
Vor einem Jahr hat die Republik Kosovo ihre Unabhängigkeit erklärt. Doch die Beziehungen zwischen Albanern und Serben sind weiter gespannt, und die meisten Staaten erkennen die frühere serbische Provinz nicht an.
Postimees - Estland
Kosovo habe vor einem Jahr zwar seine staatliche Selbstständigkeit erhalten, sei aber alles andere als wirklich unabhängig, meint die Tageszeitung Postimees: "Die Zukunft des Kosovo wird von den internationalen Organisationen bestimmt, und eine wirkliche Unabhängigkeit von ausländischer Hilfe, eine starke Wirtschaft oder gar ein EU-Beitritt sind noch weit entfernte Träume. Natürlich ist nicht alles verloren, aber es ist auch klar, dass zehn Jahre Uno-Verwaltung und internationale Versuche, im Konflikt zwischen Serben und Albanern zu vermitteln, nicht gereicht haben. Immerhin haben inzwischen über 50 Staaten das Kosovo anerkannt, darunter 22 EU-Mitgliedstaaten und die USA. Russland dagegen hat bei seinem Versuch, das Kosovo als Präzedenzfall für Südossetien und Abchasien zu nutzen, nur die Anerkennung von einigen seiner zweifelhaften Freunde bekommen." (17.02.2009)
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Kathimerini - Griechenland
Kosovo bleibe weitgehend abhängig, schreibt die Athener Tageszeitung I Kathimerini: "Die Albaner brauchen die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, und die Serben leben von der Hilfe, die Belgrad ihnen schickt. … Gleichzeitig haben die Führer Serbiens und des neugeschaffenen Staates die Kluft zwischen den beiden Staaten erneut verdeutlicht. ... Der serbische Präsident Boris Tadic hat gesagt, dass der 17. Februar der Tag sei, an dem Pristina versucht habe, Kosovo widerrechtlich von Serbien abzutrennen. ... Der kosovarische Ministerpräsident Hasim Thaci hat von Serbien verlangt, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen. Die unsichtbaren Protagonisten der Geschichte sind aber die Kosovo-Albaner und die Serben, die sich ganz daran gewöhnt haben, mit der sozialen Ausgrenzung, der Armut und der Arbeitslosigkeit zu leben, die 40 Prozent der Bevölkerung betrifft." (17.02.2009)
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Financial Times - Großbritannien
Die Tageszeitung Financial Times kommentiert die Rolle der EU beim Aufbau des Kosovo: "Die EU muss sich auf einen Fortschritt in kleinen Stücken konzentrieren. An der diplomatischen Front muss dies die Sicherung des oft diskutierten Beitritts des Kosovo zum Internationalen Währungsfonds einschließen. Im Kosovo selbst sollte es eine Priorität sein, die Autorität der EU-Mission zu etablieren. Eine andere muss sein, Energie-, Wasser- und Straßenprojekte voranzutreiben, die den Lebensstandard verbessern. Wirtschaftliche Fortschritte allein werden dem Kosovo keine politische Stabilität bringen. Aber sie können zur Vorbereitung auf den Tag beitragen, an dem diese Stabilität gesichert werden kann - vielleicht in einem zukünftigen Abkommen, in dem Kosovo und Serbien der EU beitreten. ... Da so viel anderes auf der globalen Agenda steht, könnte man den West-Balkan leicht vergessen. Aber das darf die EU nicht. Ohne Stabilität in der Region kann es keine vollständige Stabilität in Europa geben." (17.02.2009)
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Dagens Nyheter - Schweden
Ein Jahr nach der Unabhängigkeit kämpfe Kosovo noch immer mit einer Diskriminierung von Frauen, einer hohen Arbeitslosigkeit und einer hohen Kriminalitätsrate, schreibt die Tageszeitung Dagens Nyheter: "Das Nichtvorhandensein bewaffneter Konflikte bedeutet mit anderen Worten nicht, dass Kosovo für eine EU-Mitgliedschaft bereit wäre. Die EU tut besser daran, den jungen Staat auf seinem Weg hin zu mehr Stabilität zu unterstützen - beispielsweise durch eine Verbesserung der Rechtssicherheit - als es allzu rasch in der Gemeinschaft willkommen zu heißen. Wenn Schweden im Sommer den [EU-Rats]-Vorsitz übernimmt, sollten wir als Pionierland in Sachen Gleichberechtigung versuchen dazu beizutragen, das Bewusstsein über die Rechte von Mädchen und Frauen im Kosovo zu schärfen." (17.02.2009)
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