Top-Thema vom Dienstag, 31. März 2009
Antrittsbesuch und Bewährungsprobe
Barack Obama besucht diese Woche zum ersten Mal als US-Präsident Europa. Nach dem G20-Treffen in London will er zum Nato-Gipfel nach Straßburg und Baden-Baden reisen. Anschließend trifft er sich mit EU-Vertretern in Prag. Die Tour endet mit einem Besuch in der Türkei. Ein Antrittsbesuch als Bewährungsprobe.
La Vanguardia - Spanien
Miquel Roca Junyent warnt in der spanischen Tageszeitung La Vanguardia davor, im Kampf gegen die Krise alle Hoffnungen allein auf den US-Präsidenten zu setzen: "Zu glauben, man könne sich im Abschleppseil Barack Obamas aus der Krise ziehen lassen, ist naiv. Schlimmer noch, es ist ein schwerer Fehler. Ohne einen globalen Wandel wird es keine Lösung geben. Aber ein globaler Wandel garantiert noch nicht, dass alle von ihm profitieren. Jeder muss seine eigenen Hausaufgaben machen, und diese sind komplex. Es ist schwierig, sie aufzugeben und zu akzeptieren. Es ist die Zeit der großen Einigungen, die ihre Protagonisten über die Gewohnheiten der Parteien setzt. Ohne Einigung gibt es keine Lösung. Wir könnten allenfalls lernen, mit der Krise zu leben, aber uns nicht von ihr befreien. Nur Mut!" (31.03.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Miquel Roca Junyent
Les Echos - Frankreich
Die Tageszeitung Les Echos kommentiert die Europareise von US-Präsident Barack Obama: "In Europa zweifelt keiner - oder fast keiner - daran, dass die Reise zumindest ein symbolisches Ziel verfolgt: das Image eines weniger unilateralistischen und gleichzeitig weltoffeneren Amerikas zu vermitteln als unter George W. Bush. ... Das Ziel scheint in Europa umso leichter erreichbar zu sein, als die Wahl Barack Obamas weitgehend als die Fähigkeit Amerikas interpretiert wurde, sich zu erneuern und sich wieder auf der internationalen Bühne zu engagieren, vor allem durch Institutionen wie den IWF und die Nato, die in der Nachkriegszeit gegründet wurden. Von Seiten Europas sind die Erwartungen so groß, dass manche den Besuch von Barack Obama in Europa gar mit dem von Präsident [John F.] Kennedy 1963 in Westberlin verglichen haben. ... Aber wird Obama sich als Europäer geben, wie sich JFK zum Berliner erklärte? Wahrscheinlich nicht. Die heutigen Bruchlinien sind von ganz anderer Natur als die Teilung der Welt in zwei Blöcke zur Zeit des Kalten Krieges." (31.03.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Jacques Hubert-Rodier
Dnevnik - Slowenien
Der New York-Korrespondent der Tageszeitung Dnevnik sieht den Europabesuch Barack Obamas als Bewährungsprobe für den neuen US-Präsidenten und den Alten Kontinent: "Die ersten Signale (das lange französisch-deutsche Warten auf einen Termin für einen Besuch im Weißen Haus, der unangemessenen Empfang von Gordon Brown in Washington) zeigen, dass der alte Kontinent bei Obama eine geringere Rolle einnimmt als man erwartet hätte. Auf der anderen Seite zeigt Europa selbst keine Bereitschaft, nun, da George W. Bush nicht mehr im Weißen Haus sitzt, engagierter bei 'Obamas wichtigstem Krieg' in Afghanistan mitzumachen. Überdies ist man sich über die Rettungsmaßnahmen zur Bewältigung der Finanzkrise völlig uneins. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat in diesen Tagen in der New York Times gesagt, dass die Außenpolitik, bei aller Freundschaft, eben immer die Verteidigung der eigenen Staatsinteressen sei. Dass sie dies kurz vor Obamas Besuch gesagt hat, spricht Bände." (31.03.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Andrej Brstovšek
The Times - Großbritannien
Die Tageszeitung The Times kommentiert den Besuch von US-Präsident Barack Obama anlässlich des G20-Gipfels in London: "Es gibt 19 andere Anführer im Chor, aber es steht außer Zweifel, wer der führende Mann ist. ... Obamas wirtschaftliches Erbe war sicherlich das schlimmste in der amerikanischen Zeitgeschichte. Doch während des Wahlkampfes gab er zu verstehen, dass er mit einem klaren Wirtschaftsplan ins Weiße Haus einziehen würde. Das, so stellte sich heraus, war nicht der Fall. ... Aber trotz all dieser Probleme ist Obama noch immer der Star der Show dieser Woche. Er hat immer noch die Fähigkeit, in einer Weise zu Zuhörern auf der ganzen Welt zu sprechen, wie es [George W.] Bush niemals verstand. Solide Ergebnisse sind von den G20 kaum zu erwarten. Aber ein widerhallender Appell, Protektionismus zu vermeiden, der in den Kadenzen des besten politischen Redners seiner Generation dargeboten wird, ist allein schon die Reise wert." (31.03.2009)
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