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Top-Thema vom Montag, 27. April 2009


Angst vor der Schweinegrippe


Die Schweinegrippe greift weiter um sich. Nachdem am Wochenende in Mexiko mehr als 80 Personen an dem Virus gestorben und rund 1.300 weitere erkrankt sind, gibt es nun auch erste Verdachtsfälle in Europa, unter anderem in Spanien, Frankreich und Schottland. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte derweil vor einer internationalen Pandemie.


The Independent - Großbritannien

Die liberale Tageszeitung The Independent meint, gegen die Schweinegrippe helfe nur eine globale Zusammenarbeit: "Es ist lebenswichtig, dass nationale Regierungen Informationen über die Orte austauschen, an denen die Krankheit ausgebrochen ist. Der erste durch die Schweinegrippe verursachte Tod in Mexiko ereignete sich am 13. April. Aber Speichelproben wurden erst fünf Tage später an das US-Zentrum für Krankheitsüberwachung gesandt. Wäre es schneller gegangen, dann hätte man den Ausbruch vielleicht schneller eindämmen können. ... Der entscheidende Punkt ist, dass wir alle zusammen in diesem Kampf stehen. Ein kruder nationaler Protektionismus wird sich angesichts einer Grippe-Pandemie als ebenso kontraproduktiv erweisen wie Handelsbeschränkungen angesichts einer globalen Rezession. Unsere beste Verteidigung gegen die Globalisierung der Krankheit ist eine globale Kooperation." (27.04.2009)


Lidové noviny - Tschechien

Ambivalent reagiert die konservative Tageszeitung Lidové Noviny auf die sich ausbreitende Schweinegrippe: "Etwas fehlte der Welt in der letzten Zeit. Seit dem Wochenende wissen wir, was das war: Schon lange hatten wir keine Gelegenheit mehr, uns vor irgend einer neuen Zivilisationskrankheit zu fürchten. Während die Krankheit sich über Live-Sendungen der Fernsehanstalten verbreitet, können die Experten ihre Unersetzlichkeit unter Beweis stellen. Jetzt haben wir also die Schweinegrippe. Bislang hat sie nur in Mexiko getötet, nachgewiesen wurden auch Fälle in den USA und Kanada. Verdacht gibt es auch in weiteren Ländern. Gut möglich, dass auch uns in Europa die Schweinegrippe unangenehm überrascht. Vielleicht verliert sie sich aber auch und wir können sie im langen Verzeichnis der Schreckensnachrichten über Fleisch eintragen, nach denen ... wieder einmal nur Millionen getöteter Tiere zurückbleiben." (27.04.2009)


Lapin Kansa - Finnland

Die nordfinnische Tageszeitung Lapin Kansa fürchtet, dass Finnland angesichts der Schweinegrippe die Diskussion um eine nationale Selbstversorgung wieder aufrollen könnte: "Mit [Lebensmittel-]Einfuhren geht alles so lange gut wie es normal läuft. Aber eine kleine Krise kann die Situation verändern. Die Lebensmittelüberwachung in Finnland leistet gute Arbeit, aber dennoch erlebt man manchmal unliebsame Überraschungen. Die Ressourcen für die Ausübung der Kontrollfunktion dürfen in keinem Fall durch die wirtschaftliche Rezession beeinträchtigt werden. Das wirkliche Ausmaß der neuen Geißel Schweinegrippe wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. In jedem Fall haben die Nachrichten von dem neuen Virustyp Schrecken erregt, auch hier im Norden. Sie zeigen wieder einmal, dass es schwer ist, für alle möglichen überraschenden Missstände ein Gegenmittel parat zu haben. Mexiko ist weit weg von Finnland. Aber in der heutigen Welt ist alles in Bewegung und das sehr schnell." (27.04.2009)


Ta Nea - Griechenland

Die Tageszeitung Ta Nea schreibt, dass wegen der Schweinegrippe keine Panik ausbrechen sollte. Man müsse die Öffentlichkeit richtig informieren und dürfe die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen: "Panik ist immer ein schlechter Ratgeber, besonders was die öffentliche Gesundheit angeht. Dies gilt auch für die Schweinegrippe, die seriös und gelassen bekämpft werden sollte. … Damit sich das Virus nicht ausbreitet, ist eine gute Koordination notwendig, so dass die Träger [der Krankheit] isoliert werden, sobald die Symptome auftreten. Da die Reaktion der Behörden beim letzten Mal, als mit der Vogelgrippe ein ähnliches Problem auftrat, eine große Unsicherheit bei den Bürgern ausgelöst hat, weil [in Griechenland] infizierte Proben verloren gingen, sollte diesmal mehr Seriosität gezeigt werden." (27.04.2009)


» zur gesamten Presseschau vom Montag, 27. April 2009

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