Top-Thema vom Mittwoch, 27. Mai 2009
Nordkorea feuert weitere Raketen ab
Mit weiteren Kurzstreckenraketen und verbalen Angriffen auf die USA hat Nordkorea auf die weltweit scharfe Kritik an seinem Atomtest reagiert. Der UN-Sicherheitsrat hatte den Test einhellig verurteilt. China kritisierte erstmals offen das Vorgehen des Landes, schwieg jedoch zu weiteren Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland
Bei der Lösung des Nordkorea-Problems sei besonders die Rolle Chinas zu beachten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Alle Welt ist sich darüber einig, dass der Schlüssel zu einer Lösung des Nordkorea-Problems in Peking liegt, weil China Kims Regime wirtschaftlich am Leben hält. Das Dilemma der chinesischen Machthaber liegt auf der Hand: Einerseits wollen sie Nordkorea als strategisch wichtigen Pufferstaat erhalten, andererseits werden sie von Pjöngjang international vorgeführt; Peking riskiert zudem, dass Japan irgendwann der Geduldsfaden reißt und eine nukleare Aufrüstung in Ostasien beginnt. Doch aus diesem chinesischen Dilemma führen weder neuaufgelegte Sechser-Gespräche noch ein verschärftes Sanktionsregime heraus. Die provozierende Art und Weise, wie Nordkorea seinem großen Mentor nuklear auf der Nase herumtanzt, hinterlässt tiefe Kratzer an Pekings Weltmachtanspruch." (27.05.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Günther Nonnenmacher
La Repubblica - Italien
Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Il wolle durch die erneuten Tests nur von den internen Spannungen seines Landes ablenken, schreibt die Tageszeitung La Repubblica: "Es erscheint absurd, dass ein Atomtest eine Bevölkerung begeistern kann, die am Ende ihrer Kräfte angelangt ist: mit rationierten Nahrungsmitteln, unterernährten Kindern und einer Stromversorgung, die auch in der Hauptstadt immer knapper wird. Man muss in Nordkorea gewesen sein, um die 'Blase' der Irrealität, in der das Land lebt, zu begreifen. Die obsessive Propaganda des Regimes schafft eine Belagerungspsychose, ein grauenvolles Remake des Kalten Kriegs, als ob ein militärischer Einmarsch der USA bevorstünde. In diesem Klima ist die Eroberung des atomaren Abschreckungsmittels die ersehnte Befreiung aus dem Albtraum. Diese Kriegsspannung erreicht eine Übersteigerung, die die Nation zusammenhalten und die interne Spannungen ersticken soll." (27.05.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Federico Rampini
Dnevnik - Slowenien
Die Tageszeitung Dnevnik kritisiert den Umgang der Staatengemeinschaft mit anderen Ländern, die ebenfalls Atomwaffen besitzen: "Sehr offensichtlich ist die Inkonsequenz vor allem bei der Politik der USA gegenüber Pakistan, die deutlich macht, dass sich das Spiel mit Atomwaffen auszahlt. Das Land, dass nie das Abkommen über die Nichtverbreitung von Atomwaffen unterzeichnet und sogar Nordkorea bei der Aufrüstung geholfen hat, wird von Washington (ähnlich wie Israel) für seine Aufrüstung mit großen Geldsummen belohnt. Seit dem Jahr 2001 hat Pakistan unter der Regierung von Bush und nun auch von Obama im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus rund sieben Milliarden US-Dollar erhalten. Kürzlich hat David Albright, der ehemalige Inspektor der Internationalen Atomenergiebehörde, offen gelegt, dass das Geld unter anderem mit der Errichtung zweier neuer Reaktoren auch für die Entwicklung von Pakistans Atomwaffen genutzt wurde." (27.05.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Dejan Kovac
Népszabadság - Ungarn
Mit Nordkorea oder dem Iran könne man über Atomwaffenprogramme nicht verhandeln, schreibt die linksliberale Tageszeitung Népszabadság: "Es ist offenkundig, dass die ausgestreckte Hand von US-Präsident Barack Obama allenthalben auf 'geballte Fäuste' trifft - dafür wird Obama von den amerikanischen Republikanern gewiss noch der Kopf gewaschen. ... Derweil fliegen die ballistischen Raketen aus dem Iran und Nordkorea nur so durch die Luft; ihre Zerstörungskraft steigt stetig. Weder in Teheran noch in Pjöngjang werden Anstalten gemacht, das Atomwaffenprogramm einzustellen. Da wie dort wird auf die Resolutionen der Uno, internationale Abkommen und das Verbot von Atomwaffentests in hohem Bogen gespuckt. Iran und Nordkorea können sich das erlauben, sind sie doch Diktaturen, die niemandem Rechenschaft schuldig sind." (27.05.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Endre Aczél
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