Top-Thema vom Donnerstag, 2. Juli 2009
US-Truppen ziehen sich aus Irak zurück
Die USA haben mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak begonnen. Bis Dienstag Mitternacht verließen die Streitkräfte die Städte und Dörfer des Landes. Sechs Jahre nach Kriegsbeginn hat der Irak damit einen wichtigen Teil seiner Souveränität wiedererlangt. Die Regierung rief den 30. Juni zum nationalen Feiertag aus.
Karjalainen - Finnland
Die ostfinnische Tageszeitung Karjalainen begrüßt den Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Ein endgültiger Frieden liege aber noch in weiter Ferne: "Der Truppenabzug aus Bagdad hat das Nationalgefühl der Iraker gestärkt. Der Irakkrieg wurde mit Begründungen begonnen, die sich als falsch erwiesen haben, und er sollte kurz und effektiv sein. Die Kämpfe dieser sechs Jahre und die Gewalt waren für die Amerikaner, die Iraker und die Verbündeten der USA eine schwierige Prüfung. Der wirtschaftliche Preis des Krieges lässt sich nicht berechnen, aber er hat die Vereinigten Staaten in immense Schulden getrieben. Der Irak bescherte Amerika neue Kriegsveteranengruppen von jungen Menschen, denen Kriege als chaotische Erinnerungen durch das Leben folgen werden. ... Der Irak befindet sich jetzt in einer Phase, in der der Weg zur Demokratie innerhalb des eigenen Landes gefunden wird - oder nicht gefunden wird. Die Angst vor der Gewalt lebt weiter, weil der Frieden zerbrechlich ist. In den Wahlen im Januar nächsten Jahres werden die Iraker über die Richtung ihrer Zukunft entscheiden." (02.07.2009)
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Diena - Lettland
Die Tageszeitung Diena sieht den Rückzug der US-Truppen im Irak als Zeichen einer Stabilisierung und Demokratisierung des Landes: "Die Iraker haben Grund zum Feiern. Noch vor zweieinhalb Jahren stand das von ethnischer Gewalt und Terroranschlägen zerrüttete Land vor einem Bürgerkrieg und dem Zerfall. Jetzt herrscht dort relative Ruhe, auch wenn es weiterhin zu Terroranschlägen kommt und deren Zahl in den letzten Tagen sogar zugenommen hat. Dennoch konkurrieren die politischen Kräfte nun bei den Parlamentswahlen und nicht in Straßenkämpfen. Der Krieg und die Besetzung des Irak vor sechs Jahren waren für Präsident George Bush Teil des Krieges gegen den globalen Terrorismus. Die Begründung der US-Regierung für den Krieg wurde vor allem auch in den USA selbst in Zweifel gezogen, und die Fehler in der ersten Phase des Krieges waren offensichtlich. Dennoch zeigt die große Mehrheit der Iraker kein Bedauern über den Sturz von Saddam Hussein und die erlangte Freiheit. Nun wird auch die Verantwortung für die Sicherheit des Landes einer irakischen Regierung überlassen." (02.07.2009)
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ABC - Spanien
Die US-Truppen verlassen den Irak in einem besseren Zustand als sie ihn vorgefunden haben, schreibt die konservative Tageszeitung ABC: "Die Iraker feiern mit berechtigter Zufriedenheit den Beginn des Rückzugs der nordamerikanischen Truppen. Sechs Jahre nach der Invasion und dem Sturz des Diktators Saddam Hussein zeigt die Bilanz mehr Licht als Schatten. Vor allem kann man eine klare Hoffnung für die Zukunft eines Landes sehen, das von demokratischen Prinzipien regiert wird und in einer Gegend als wohlhabend und friedlich gilt, in der diese Eigenschaften leider nicht so häufig vorkommen. Während der Besatzungszeit wurden sicherlich viele Fehler begangen, und am nahen Horizont lauern noch große Gefahren. Aber man kann nicht bestreiten, dass sich die Situation im Irak verbessert, und dass sich die Anführer mehrheitlich auf legitime Art und Weise auf einer politisch-demokratischen Ebene konfrontieren, statt sich weiterhin gegenseitig umzubringen." (02.07.2009)
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Népszabadság - Ungarn
Zum Rückzug der US-Truppen im Irak schreibt die linksliberale Wochenzeitung Népszabadság: "Die US-Truppen haben sich im Irak auf ihre Stützpunkte zurückgezogen. Sie vertrauen darauf, dass die Ordnungskräfte im unabhängigen und demokratischen Irak bereits imstande sind, für die öffentliche Sicherheit zu sorgen. Wenn nicht, kommen sie wieder hervor. ... Der Irak ist heute scheinbar ein halbwegs stabiles und halbwegs demokratisches Land. Saddam Husseins brutale Diktatur ist nur noch Erinnerung. Woran sich die Iraker wohl noch erinnern werden, ist der einstige Ölreichtum des Landes. Zu Zeiten Saddams hat der Irak solche Mengen an Erdöl gefördert, wie es sonst nur in Märchen vorkommt. In den vergangenen sechs Jahren indes wurde nicht ein Cent in die Ölförderung investiert. ... Mit der Zeit wird sich aber auch das ändern. Wenn erst die Sicherheit gewährleistet ist, wird auch das Kapital ins Land fließen. Denn der Irak sitzt auf den drittgrößten Ölressourcen der Welt." (02.07.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Endre Aczél
Corriere del Ticino - Schweiz
Die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino kommentiert die wirtschaftliche Lage des Irak nach dem Rückzug der US-Truppen: "Der Hauptgrund für die Schwierigkeiten des Irak, sein Eldorado aufzubauen, liegt darin, dass die ausländischen Ölgesellschaften die Situation im Irak noch als zu unsicher und zu unstabil erachten, um sich auf langfristige Investitionen einzulassen. Wenn überhaupt und mit Vorsicht ziehen sie deshalb die Formel des Joint Venture vor. Das ist auch der Fall bei der einzigen bedeutenden Partnerschaft, die zwischen der britischen BP und dem Nationalen Chinesischen Erdölkonzern (CNPC) für die Nutzung der Ölfelder in Rumalia im Süd-Irak geschlossen wurde. Das überzeugtere der beiden Unternehmen ist zweifellos das letztere, was den unstillbaren Durst Chinas nach Erdöl zeigt. … Es zeigt sich auch, dass es [das chinesische Unternehmen] vor allem bereit und bereiter als andere ist, die Möglichkeit für ein Abkommen mit einem vielversprechenden Land wie dem Irak zu nutzen, noch bevor man Zeichen einer konstanten Stabilität sehen kann." (02.07.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Gerardo Morina
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