Top-Thema vom Donnerstag, 9. Juli 2009
Fortschritt beim Klimaschutz
Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben sich am Mittwoch auf dem G8-Gipfel im italienischen L'Aquila darauf verständigt, dass sich die Erdatmosphäre bis zum Ende dieses Jahrhunderts um nicht mehr als zwei Grad erwärmen soll. Während sich die Industrieländer zugleich auf konkrete Vorgaben zur Senkung des Schadstoffausstoßes verpflichteten, wollten sich die Schwellenländer noch nicht auf Minderungsziele festlegen.
Financial Times - Großbritannien
Die Tageszeitung Financial Times fordert auf dem G8-Gipfel stärkere Bemühungen beim Klimaschutz: "Das Gipfeltreffen der G8-Länder ... ähnelt immer mehr einem Ereignis, das auf der Suche nach einem Zweck ist. Eher werden innerhalb der breiter aufgestellten Gruppe der G20, die unter anderem China und Indien umfasst, die Deals für die globale Wirtschaft gemacht. Also was ist der Sinn der G8? Die Antwort sollte sein: die Debatte über den Klimawandel soll angeschoben werden. Zwischen den reichen und den armen [Ländern] ist ein Konsens für ein neues Abkommen nötig, um die globale Erwärmung zu verlangsamen. Das sollte von den Vereinten Nationen [auf dem Klimagipfel] in Kopenhagen im Dezember beschlossen werden. Aber um dort Hoffnung auf Fortschritt zu haben, müssen die Führer, die sich in dieser Woche in L'Aquila versammeln, eine klares Richtungssignal geben." (09.07.2009)
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland
Die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung wertet die Beschlüsse zum Klimaschutz als Erfolg: "Tatsächlich kann man das jetzt klimapolitisch Erreichte kritisieren: als unzulänglich, als nicht ambitioniert genug, als zu spät. ... Es wäre falsch und unfair, die Weigerung der Schwellenländer, sich jetzt auf konkrete Zahlen einzulassen, als Beleg für ein neuerliches Scheitern der internationalen Klimapolitik auszugeben. Denn die Festlegungen, auf die sich Industriestaaten und Schwellenländer geeinigt haben, sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Klimagipfel der Vereinten Nationen im Dezember in Kopenhagen. ... Klimapolitik ist auch deshalb so schwierig, weil die, die heute dafür bezahlen müssen, die Früchte ihrer Mühen nicht mehr ernten werden. Vor diesem Hintergrund sind die Klimabeschlüsse von L'Aquila ein Erfolg." (09.07.2009)
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Corriere della Sera - Italien
Die liberalkonservative Tageszeitung Corriere della Sera bescheinigt dem G8-Gipfel zwar Mut bei seinen Beschlüssen zum Klimaschutz, gibt aber die ausschlaggebende Rolle Chinas, dessen Staatschef Hu Jintao bereits abgereist ist, zu bedenken. "Zum ersten Mal haben sich die Acht verpflichtet, die Gasemission bis 2050 um 50 Prozent zu reduzieren. ... Und genau hier kommt Hu Jintao ins Spiel. Denn ohne die Teilnahme von China und Indien läuft das Abkommen Gefahr, eine Totgeburt zur Klimakonferenz von Kopenhagen zu werden, auf der das Kyoto-Nachfolgeprotokoll unterzeichnet werden soll. ... Heute wird sich die Abwesenheit von Hu Jintao bemerkbar machen. Vielleicht würde auch er das Abkommen ablehnen. Aber es ist unwahrscheinlich, dass seine kopflose Delegation Ja sagen wird. Und so wird man wieder hinter China herlaufen müssen, das heute wie niemals zuvor die Welt als Geisel hält." (09.07.2009)
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