Top-Thema vom Montag, 3. August 2009
Ratlos gegenüber der Eta
Kurz vor dem 50. Jahrestag der Eta-Gründung haben mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation am Donnerstag auf der spanischen Insel Mallorca einen Bombenanschlag verübt. Bei der zweiten Attacke in Spanien innerhalb von 48 Stunden wurden zwei Menschen getötet. Während die Ermittlungen andauern, diskutiert die europäische Presse das Vorgehen gegen die Eta.
The Irish Times - Irland
Die Tageszeitung The Irish Times hofft, dass es sich bei den aktuellen Anschlägen der Eta nicht um eine neue Kampagne handelt: "Der plötzliche Schub in der Terrorkampagne der Eta für ein unabhängiges Baskenland hat viele Beobachter überrascht und verstört, nicht zuletzt in Spaniens Innenministerium. Zusammen mit den französischen Behörden hat das Ministerium während des vergangenen Jahres eine Serie von bedeutenden Polizeierfolgen gegen die Eta verzeichnet. ... Es ist zu hoffen, dass diese Angriffe nicht der Beginn einer neuen nachhaltigen Kampagne dieser Gruppe sind, sondern, wie das Innenministerium behauptet, lediglich ein letzter verzweifelter Versuch, sowohl ihre Unterstützer wie die spanische Regierung zu überzeugen, dass die Eta immer noch eine bedeutende Macht ist. Ganz klar gibt es immer noch Basken, die glauben, dass Selbstbestimmung für die Region ein Preis ist, für den es sich zu kämpfen lohnt. Es wird einiges davon abhängen, wie viele die Eta für solche Aktionen rekrutieren kann, und welchen Erfolg die Polizei hat, die Täter und ihre Führer zu fangen." (03.08.2009)
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Le Figaro - Frankreich
Nach dem Eta-Anschlag auf Mallorca schreibt die rechtskonservative Tageszeitung Le Figaro: "Fünfzig Jahre nach ihrer Geburt mitten in der Franco-Zeit, kennt die Terrororganisation Eta nur eines: Töten. Der 'bewaffnete Kampf' konnte im äußersten Falle Verfechter finden, als es vor einem halben Jahrhundert darum ging, eine der letzten Diktaturen des nicht-kommunistischen Europas zu bekämpfen. Es gab eine Zeit, in der man von einer 'separatistischen' bewaffneten Organisation oder von 'unbeugsamen Unabhängigkeitskämpfern' sprechen konnte. Diejenigen, die sich heute hinter dem schönen Slogan 'Baskenland und Freiheit' verstecken und ihn mit soviel vergossenem Blut verfälschen, sind nur ein anachronistisches Relikt einer längst vergangenen Zeit, als die Gewalt die Politik beherrschte. Die Eta verfügt über das traurige Privileg, die älteste terroristische Organisation unseres Kontinents zu sein. Während Spanien zu einer der größten europäischen Demokratien geworden ist, überlebt die totalitäre Vergangenheit unter diesen erleuchteten Jugendlichen, die von ihrer eigenen Gewalt geblendet werden." (01.08.2009)
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El Mundo - Spanien
Nach den beiden Attentaten der baskischen Untergrundorganisation Eta Ende Juli warnt die konservative Tageszeitung El Mundo vor zukünftigen Verhandlungen mit dem politischen Arm der Terroristen: "Die separatistische Linke des Baskenlandes wird vermutlich bemerken, dass sie auf dem katalanischen Weg [durch offizielle politische Verhandlungen] mehr Zugeständnisse vom Staat bekommen kann, als durch den Terror, der immer mehr Ablehnung hervorruft. Deshalb ist sie so an Verhandlungen interessiert, möchte wieder ein Diskussionspartner der Regierung sein und wieder einen legalen Status bekommen, der es ihr erlaubt, an den kommenden Wahlen teilzunehmen. Die Regierung darf nicht in diese Falle tappen. Der einzige Weg in diesem Moment ist die polizeiliche Härte und die Einheit der demokratischen Parteien. Solange die Eta nicht definitiv auf Gewalt verzichtet, muss man mit dieser bedachten Politik weitermachen, die darauf zielt, die bedingungslose Aufgabe der Bande zu erreichen." (03.08.2009)
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland
Spanien werde die Eta nur mit langem Atem besiegen können, meint die linksliberale Tageszeitung Süddeutsche Zeitung: "Die Führung der baskischen Terrororganisation Eta ... lebt 'eintausend Kilometer von der Realität entfernt'. Bemerkenswert an dieser Beobachtung ist, dass sie nicht von der Front der spanischen Politik stammt, sondern aus der Feder von Txema Matanzas, bis vor kurzem noch einer der wichtigsten Ideologen der Radikalen. Es sei Zeit, die Gewalt zu beenden, erklärte Matanzas aus dem Gefängnis heraus. Die Annahme, der von der Eta so verhasste Staat werde sich, wie zuletzt 2006, wieder an einen Verhandlungstisch begeben, sei komplett irrig. ... Dreimal haben es Regierungen unterschiedlicher Couleur gewagt, dreimal sprang die Eta wieder ab und legte im Namen eines anderen Baskenlandes Bomben. Die beiden großen Parteien, die derzeit regierenden Sozialisten sowie die konservative Volkspartei PP, beweisen durch Gesten und Worte eine Einigkeit im Kampf gegen die Eta, die tief empfunden ist, von der fast absoluten Mehrheit der Bevölkerung in Spanien getragen wird und internationalen Rückhalt genießt." (03.08.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Javier Cáceres
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