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Top-Thema vom Montag, 7. Dezember 2009


Zwei Wochen Klima retten


Jede zweite Spezies könnte aussterben, Millionen Menschen heimatlos werden, ganze Länder im Meer versinken. Um das zu verhindern, treffen sich seit Montag 192 Staaten zum Klimagipfel in Kopenhagen. Die Erwartungen sind groß, bis hin zu einer neuen Weltordnung für mehr Klimagerechtigkeit.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Zum Beginn der Klimaverhandlungen in Kopenhagen haben 56 Zeitungen aus der ganzen Welt die Politik zum Handeln aufgefordert, darunter die Süddeutsche Zeitung. Vor allem die Kosten im Kampf gegen die Erderwärmung müssen geregelt werden, fordert sie: "Dass die Industrienationen tiefer in die Tasche greifen, verlangt schon die soziale Gerechtigkeit, und CO2-arme Technologien verhelfen ihnen zu Wirtschaftswachstum ohne dass die Emissionen steigen müssten. Die Architektur eines zukünftigen Vertrags muss nach dem Treffen in Kopenhagen feststehen - mit einem strengen multilateralen Überwachung [sic], mit Belohnungen für den Schutz der Wälder und die glaubwürdige Berechnung von exportierten Emissionen, so dass die Last zwischen jenen verteilt werden kann, die klimaschädliche Produkte herstellen und jenen, die sie konsumieren. ... Die Transformation wird viel Geld kosten, aber viel weniger als die Rettungsaktionen für die Banken - und sie wird weitaus billiger sein als wenn nichts geschieht." (07.12.2009)


Der Standard - Österreich

Beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen geht es primär um einen fairen Ausgleich und die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten, meint die Tageszeitung Der Standard: "Überfällig ist ein Plan mit konkreten Vorgaben, wer wie viel in welchem Bereich einsparen muss. Der größte Klimasünder in Österreich ist der Individualverkehr. Folgerichtig muss der öffentliche Verkehr ausgebaut werden - etwa das seit Jahren diskutierte Jahresticket der Bahn Realität werden. Nur wenn in Kopenhagen die drei Ziele - konkrete Reduktionsvereinbarungen, ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen und Finanzzusagen - erreicht werden, kann man von einem Erfolg sprechen. Für die Umsetzung muss dann Klimaschutz auf gangbare kleine, konkrete Schritte heruntergebrochen werden. Diejenigen, die bisher zu viel emittiert haben, müssen mehr beitragen. Es geht nicht nur um Gerechtigkeit, es geht auch um eine neue Weltordnung - und um Glaubwürdigkeit. Und zwar von jedem Einzelnen." (05.12.2009)


Delo - Slowenien

Beim Klimagipfel in Kopenhagen wird wohl nur vereinbart, weiter zu verhandeln und welche Ziele man erreichen will, schreibt die Tageszeitung Delo. Doch eine Vereinbarung der Mehrheit der Länder hätte viele positive Folgen: "Würden einheitliche Regeln festgesetzt, so dürfte kein Land mehr Meere übermäßig plündern, Wälder niederbrennen oder Flüsse vergiften. Wir haben uns die Alkoholiker und Raucher vorgenommen, warum sollten wir nicht auch die Autofahrer ein wenig einschränken? Fossile Brennstoffe sind begrenzt, außerdem gibt es die meisten davon in Ländern, die als nicht allzu zuverlässig gelten. Eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen würde die Abhängigkeit von diesen Ländern verringern, außerdem wären so die großen Überlandleitungen überflüssig. ... Und wenn sich eineinhalb Milliarden Menschen auf die Suche nach grünen Bäumen und sauberem Wasser machen, kann diese Situation niemand mehr bewältigen." (07.12.2009)


De Volkskrant - Niederlande

Beim Klimawandel geht es auch um einen Glaubenskrieg, schreibt der Kolumnist Bert Wagendorp in der Tageszeitung De Volkskrant, und schlägt eine Lösung vor: "Es kann frieren, es kann tauen, darauf läuft es hinaus. ... Im normalen Leben versichern wir uns gegen Unwägbarkeiten, und das geht hier auch. Mit einer jährlichen Prämie von einem Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts - ein Fünftel von dem, was wir im vergangenen Jahr weltweit für die Rettung der Banken ausgegeben haben - können wir mögliche Klimakatastrophen durch die Erwärmung verhindern. Versichern wir uns nicht und geht es schief, sind die Kosten um ein Vielfaches höher. Wenn wir uns in Kopenhagen nun über die Frage einigen, wer die Prämie bezahlt, sind wir fertig. Dann können wir die Glaubensdiskussion abschließen." (07.12.2009)


Kathimerini - Griechenland

Der EU-Umweltkommissar Stavros Dimas unterstreicht in der Sonntagsausgabe von Kathimerini die Notwendigkeit, dass in Kopenhagen ein internationales Abkommen unterzeichnet wird: "Gemessen am jetzigen Tempo des Klimawandels wird er in ein paar Jahrzehnten nicht mehr rückgängig zu machen sein. Damit diese katastrophale Entwicklung vermieden wird, ist es notwendig, dass ein … international gerechtes Abkommen unterschrieben wird, das auf den Erkenntnissen der Wissenschaft basiert und juristisch verbindlich ist. Die EU ist weltweit ein Vorreiter mit den ehrgeizigen Zielen, die sie sich gesetzt hat, aber auch mit den Maßnahmen, … die sie unternommen hat, um diese Ziele zu verwirklichen. ... Die EU hat sich dazu verpflichtet, die Emissionen bis 2020 um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, wenn auch die anderen entwickelten Länder dasselbe tun. ... Bis 2050 will sie die Emissionen um 80 bis 95 Prozent reduzieren." (06.12.2009)


» zur gesamten Presseschau vom Montag, 7. Dezember 2009

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