Top-Thema vom Freitag, 12. Februar 2010
Olympia in Vancouver beginnt
Für rund 2700 Sportler aus mehr als 80 Nationen beginnen am heutigen Freitagabend Ortszeit die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Die europäische Presse betont mit Blick auf Doping die Vorbildfunktion der Athleten und kritisiert die hohen Kosten des Großereignisses.
Die Presse - Österreich
Vor den Olympischen Spielen in Beijing wurden rund 70 Dopingsünder aus dem Verkehr gezogen. Kurz vor Beginn der Winterspiele in Vancouver sind es vorerst nur 30 Sportler. Die Tageszeitung Die Presse bezweifelt, dass die Dopingkontrolleure ihre Aufgabe im Griff haben: "554 Dopingproben wurden in Vancouver und Umgebung genommen, noch bevor die Wettkämpfe richtig begonnen haben. Während des Abfahrtstrainings der Herren marschierten die Fahnder sogar wie eine paramilitärische Einheit auf. ... Tritt so jemand auf, der die Sache im Griff hat? Es ist eher das Gegenteil zu befürchten. Nämlich dass die Dopingjäger in den allermeisten Fällen auf verlorenem Posten stehen. 'Die Olympischen Spiele werden von einer zur anderen Ausgabe immer sauberer', streute sich der Leiter der Medizinischen Kommission des IOC [Internationale Olympische Komitee], Arne Ljungqvist, selbst Rosen. Das klingt nach Selbstbetrug. Zumindest in diesem Punkt stehen die Dopingjäger den gedopten Sportlern um nichts nach." (12.02.2010)
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Turun Sanomat - Finnland
Anlässlich der bevorstehenden Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Vancouver betont die Tageszeitung Turun Sanomat die Verantwortung der Sportler für die olympische Idee: "Die Hauptakteure der Olympischen Spiele ... sind die 2.500 teilnehmenden Sportler, über deren Auftreten 10.000 Medienvertreter in die ganze Welt hinaus berichten. Von den Sportlern hängt letztlich die Glaubwürdigkeit der olympischen Idee ab. Die internationale Antidopingkommission hat das internationale Olympische Komitee informiert, dass 30 Sportler noch vor den Spielen des Dopings überführt wurden. Wenn man positiv denkt, bedeutet das, dass die Kontrollen funktionieren und die Regeln eingehalten werden. Dementsprechend wird jeder Fall den Spitzensport reinigen und den Geist des Fair Play fördern. ... Die finnische Mannschaft umfasst 85 Athleten. Die meisten von ihnen können durchaus Vorbild für die jungen Menschen im Land sein, auch wenn wahrscheinlich nur die wenigsten eine Medaille erringen werden." (12.02.2010)
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Dziennik Gazeta Prawna - Polen
Die Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Vancouver haben sich verkalkuliert, meint die konservative Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna. Zukünftige Olympiaden werden mit Sicherheit weniger kosten: "In Vancouver hat man so viel Geld in die Spiele hineingepumpt, dass man schon jetzt weiß, dass sich die Kosten nicht mehr amortisieren werden. Auch die Fernsehstationen machen Verluste. Die US-amerikanische Senderkette NBC schätzt, dass sie rund 200 Millionen Dollar betragen werden. Nachdem die Kanadier im Jahr 2003 als Gastgeber für die Spiele ausgewählt worden waren, hatten sie zunächst Ausgaben in Höhe von 660 Millionen Dollar veranschlagt. Und derzeit gibt es eine pessimistische, aber doch sehr realistische Schätzung: Nämlich sechs Milliarden Dollar! Die Olympischen Spiele werden wir mit Sicherheit das letzte Mal in einem solchen Ausmaß zu Gesicht bekommen. Ist Vancouver der Anfang vom Ende der 86-jährigen Tradition der Olympischen Winterspiele? Wohl nicht. Doch die nächsten werden bestimmt bescheidener sein." (12.02.2010)
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