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Top-Thema vom Freitag, 26. Februar 2010


Zapatas Tod setzt Kuba unter Druck


Der Tod des kubanischen Dissidenten Orlando Zapata nach einem über 80-tägigen Hungerstreik hat weltweit Besorgnis ausgelöst über die Menschenrechtslage in Kuba. Europas Presse verurteilt das Regime und wirft Europa vor, zu wenig Druck auf die Castro-Diktatur auszuüben.


Gazeta Wyborcza - Polen

Lateinamerikanische und europäische Staaten hätten den Tod des Dissidenten Orlando Zapata verhindern und sich stärker gegen die Diktatur auf Kuba stellen müssen, mahnt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Den Tod des Kubaners sollten sich die Führer all jener Länder Lateinamerikas zu Herzen nehmen, die nur aufgrund ihrer - historisch berechtigten - Aversion gegenüber den USA das Regime in Kuba nicht verurteilt haben. Obwohl sie selbst auch in einer Demokratie leben wollen, haben sie die kubanische Diktatur in Ruhe gelassen, weil sie das Symbol des vergeblichen Kampfes von David gegen Goliath darstellt. Diesen Tod sollten sich auch diejenigen europäischen Länder und ihre Führer zu Herzen nehmen, die nur mit den Achseln zucken, wenn man über das Los der Insel spricht, weil sie antiamerikanisch geprägt oder schlichtweg gegenüber dem Schicksal der elf Millionen Kubaner gleichgültig sind." (26.02.2010)


Diário de Notícias - Portugal

Orlando Zapata ist nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt worden wie der Aktivistin aus Westsahara Aminatou Haidar, kritisiert Fernanda Câncio in der Tageszeitung Diário de Notícias: "Seinen Namen erfuhren wir nur, weil er starb. Für ihn gab es keine Petitionen. ... Verdiente er weniger Aufmerksamkeit als Aminatou? Ist Kuba weniger grausam als Marokko? ... Zapata wurde wegen Störung der öffentlichen Ordnung im Jahr 2003 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Seine 'Verbrechen' sagen uns alles über ... ein obszönes kubanisches Regime. Ein Regime, zu dem viele Menschen stehen, die nicht daran zweifelten, die Petition für Aminatous Befreiung zu unterschreiben, aber über Orlando nicht 'ausreichend' Bescheid wussten. ... Ich weiß genug über ein Regime, über das so viele sagen, dass es 'nicht so schlecht ist'. Ein Regime, das in romantischen Mystizismus gehüllt ist. ... Kuba ist eine Diktatur, die Castros sind Kriminelle und Zapata wurde ermordet." (26.02.2010)


Lidové noviny - Tschechien

Das tschechische Parlament warf dem Regime in Havanna Mord an dem kubanischen Dissidenten Orlando Zapato vor und gedachte seiner am Donnerstag mit einer Schweigeminute. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny erinnert mit bitterer Ironie an die gescheiterten Bemühungen Tschechiens um eine härtere Linie gegen das Castro-Regime: "Václav Havel hat 2003 [dem Jahr der Inhaftierung Zapatas] den kubanischen Dissidenten Oswaldo Payá für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, doch erfolglos. Als die tschechische Diplomatie versuchte, die EU zu einem härteren Vorgehen gegen Kuba zu bewegen und die kubanischen Dissidenten wenigstens von europäischen Diplomaten empfangen zu lassen, scheiterte sie ebenfalls. Verzweifeln wir nicht. Der nächste Friedensnobelpreis geht womöglich an einen Kubaner - vielleicht an Castro." (26.02.2010)


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