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Top-Thema vom Freitag, 12. März 2010


Sarkozy droht Wahlniederlage


Am Sonntag finden in Frankreich die Regionalwahlen statt. Aktuelle Umfragen sagen eine Niederlage der Konservativen um die Regierungspartei UMP voraus. Die Schuld daran trägt Präsident Nicolas Sarkozy laut der europäischen Presse, weil er seine Wähler enttäuscht hat.


Frankfurter Rundschau - Deutschland

Die wahrscheinliche Wahlniederlage des konservativen Regierungslagers bei den französischen Regionalwahlen hat Präsident Nicolas Sarkozy zu verantworten, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Der Staatschef hat sich dem Wähler als jemand empfohlen, dessen Wille Berge versetzt, als 'Supersarko'. 'Der Staat, das bin ich', lautete die selbstherrliche Botschaft. Und jetzt, da der in Frankreich ohnehin mit besonders hohen Erwartungen befrachtete Staat in der Krise nicht den ersehnten Schutz gewährt, wird dieses 'der Staat bin ich' zum Bumerang. ... Mal kündigte er [Sarkozy] an, von der Schließung bedrohte Unternehmen zu retten, die dann doch dichtmachten. Dann wieder verhieß er sinkende Arbeitslosenzahlen und wurde von der Statistik Lügen gestraft. ... So mancher Franzose hat über das Hin und Her den Glauben an den Präsidenten verloren und an das, was einmal sein Markenzeichen war: seine Führungsstärke." (12.03.2010)


Corriere della Sera - Italien

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird bei den Regionalwahlen abgestraft werden, glaubt die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera. Das zeige auch die Unzufriedenheit des Parlaments: "Für Nicolas Sarkozy wird es das schwierigste Wochenende seines Mandats werden. ... Aber die Franzosen warten nicht mehr die Ergebnisse vom Sonntag ab, um ihrer Enttäuschung über den Präsidenten Ausdruck zu verleihen. Eine Enttäuschung, die sich seit geraumer Zeit auch in den Reihen der parlamentarischen Mehrheit selbst breit macht, wo der Stern des ruhigeren und strengen Premierministers François Fillon zu leuchten beginnt, der mit Ehrgeiz das Präsidentenamt anstrebt. Hier geht es vor allem um eine Frage des Image, abgesehen von der Tatsache, dass der große Marsch der Reformen, den Sarkozy so lautstark verkündet hat, unter dem Druck der Wirtschaftskrise und dem gemeinsamen Widerstand der französischen Gesellschaft zum Stillstand gekommen ist." (12.03.2010)


Mediapart.fr - Frankreich

Das rechte Lager in Frankreich hat seine Wähler enttäuscht, schreibt die Online-Zeitung Mediapart mit Blick auf die schlechten Umfragewerte der Regierungspartei UMP: "Nach der Hälfte der Legislaturperiode verharrt Sarkozys Präsidentschaft - eine Mischung aus gewollter Allgegenwart und erfüllter Allmacht - in einem Dauerstillstand. Die Mechanik klemmt und der Mechaniker selbst scheint verstört oder überfordert zu sein. ... Die Phase endet diesen Monat mit den zwei Durchgängen der Regionalwahlen und trennt die Machthaber von ihrer eigenen Wählerschaft. Die Rechtsparteien sind voller Zweifel und verstecken das nicht länger. Der erniedrigte und gebeutelte Ministerpräsident François Fillon wird nun als Präsidentschaftskandidat gehandelt. ... Eines steht jedoch außer Frage: Auch wenn die Linksparteien Frankreichs davon an den Urnen profitieren können, sie haben nichts beigetragen zur wachsenden Unbeliebtheit der Rechten." (11.03.2010)


» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 12. März 2010

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