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Top-Thema vom Mittwoch, 21. April 2010


Rückschlag für Zyperns Einheit


Der Nationalist Derviş Eroğlu hat am Sonntag die Präsidentschaftswahlen im türkischen Nordzypern gewonnen. Eroğlu könnte die Friedensverhandlungen mit dem griechischen Südteil der Insel blockieren, von denen auch der Beitritt der Türkei zu EU abhängt, meint die Presse.


Upsala Nya Tidning - Schweden

Der Wahlsieg des Nationalisten Derviş Eroğlu im türkischen Teil der Insel wird den Friedensprozess auf der geteilten Insel deutlich verzögern und kann ein Testfall für die EU werden, meint die Tageszeitung Upsala Nya Tidning: "Die Regierung [der Republik Zypern] in Nikosia dürfte mit der Unterstützung der EU-Länder rechnen, vor allem mit der Frankreichs und Deutschlands, die ebenfalls versuchen, die EU-Mitgliedschaft der Türkei so lange wie möglich hinauszuschieben. Falls die Verhandlungen zu nichts führen, ist das Risiko groß, dass Eroğlu, mit Unterstützung der nationalistischen Opposition in der Türkei, versucht, seinen Teil Zyperns als separaten Staat anerkennen zu lassen. ... Schlussendlich ist es der türkische Ministerpräsident Erdoğan, der die wirtschaftliche Hilfen für die türkischen Zyprioten kontrolliert. Und Griechenland hat einen vernünftigen Einfluss auf die griechischen Zyprioten. Auch andere EU-Länder sollten erkennen, dass die Situation nun unhaltbar ist. ... Zyperns Wiedervereinigung ist ein Testfall für die gesamte Union." (21.04.2010)


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Der Sieg des Nationalisten Derviş Eroğlu bei den Präsidentschaftswahlen in Nordzypern muss nicht zwangsläufig zur Unabhängigkeit des nördlichen Teils der Insel führen, schreibt die konservative Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung: "Gleichwohl wäre es wohl falsch, in Eroglus Wahltriumph bereits den Todesstoss gegen die Gespräche über eine Wiedervereinigung der beiden getrennten Teile Zypern wahrzunehmen. Auch Eroglu weiss, dass ein definitives Scheitern der Verhandlungen keinesfalls die allgemeine internationale Anerkennung für die bisher nur von Ankara als Staat anerkannte 'Türkische Republik Nordzypern' bewirken würde. Ganz im Gegenteil, die 'Türkische Republik Nordzypern' müsste mit einer beschleunigten Integration in die Türkei rechnen. Bereits jetzt schon sind die Türkischzyprioten stark auf Budgetzuschüsse aus Ankara, auf Handel mit der Türkei und deren Hilfestellung bei der Gestaltung der Aussenbeziehungen angewiesen." (20.04.2010)


To Ethnos - Griechenland

Ankara kann seine Blockade bei der Suche nach einer Lösung des Zypenkonflikts fortsetzen, schreibt die linksliberale Tageszeitung To Ethnos mit Blick auf den Wahlsieg des Nationalisten Derviş Eroğlu: "Von innenpolitischen Gründen einmal abgsehen, ... basiert die Entfernung von Mehmet Ali Talât aus der türkisch-zypriotischen Führung und die Wahl des 'Hardliners' Eroğlu vor allem auf dem politischen Willen Ankaras. Da der Kampf zwischen Tayyip Erdoğan und den Kemalisten um die Kontrolle der Macht in der Türkei gerade eskaliert, wünscht sich in diesem Stadium keine der beiden Fronten irgendeine Lösung des Zypernproblems. Jede Lösung, egal wie günstig sie für Ankara wäre, werden die Gegner Erdoğans zum Anlass nehmen, ihm Verrat der türkischen Interessen vorzuwerfen." (20.04.2010)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 21. April 2010

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