Top-Thema vom Montag, 17. Mai 2010
Finanzmärkte zittern um den Euro
Der Kurs des Euro ist am Freitag erstmals seit 18 Monaten unter die Marke von 1,24 Dollar gefallen und belastet die weltweiten Finanzmärkte. Durch den Kursverlust verliert der Euro an Glaubwürdigkeit, meint die Presse und warnt zugleich vor übertriebener Sorge um die Gemeinschaftswährung.
Les Echos - Frankreich
Die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung bereitet auch den USA Kopfzerbrechen, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Interessieren sich die Vereinigten Staaten von Amerika nur dann für Europa, wenn es dem alten Kontinent schlecht geht? ... Es sind die übermäßigen Schwächen Europas, die die Vereinigten Staaten normalerweise verwirren. Eine Schwäche, ... die die Spekulanten währungspolitisch und wirtschaftlich zu spüren bekommen. ... Was, wenn der Zusammenbruch des Euro den Zusammenfall des gesamten westlichen Finanz- und Währungssystems andeutet? Dies würde alle Bemühungen, die die USA in den vergangenen Monaten unternahmen, und den noch zaghaften Beginn einer Konjunkturerholung zunichte machen. Und was, wenn der Zusammenbruch Griechenlands trotz augenscheinlicher Unterschiede ... den immer noch möglichen Zusammenbruch Kaliforniens ankündigt?" (17.05.2010)
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Finanzpolitik, » Wirtschaftspolitik, » Finanzmärkte, » Europa, » USA
Alle verfügbaren Texte von » Dominique Moïsi
La Stampa - Italien
Kursschwankungen sind in Krisenzeiten nicht ungewöhnlich, meint die liberale Tageszeitung La Stampa und fordert die EU-Länder zu verstärkten Bemühungen um eine gemeinsame Wirtschaftsstrategie auf: "Die Betonung der Krise des Euro ist übertrieben. So ging bereits bei einem unwesentlich höheren Preis die Sorge vor einer Überbewertung um. ... Eine kurzzeitige Abwertung ist dagegen normal und ein niedriger Kurs kann sich auch positiv auf die Eurozone auswirken, wenn die einzelnen EU-Länder tatsächlich die Sparmaßnahmen verabschieden. ... Seit vergangener Woche hat Europa eindeutig zu verstehen gegeben, dass es die Krise mit neuem Elan sowie durch eine verbesserte Koordination der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu bekämpfen beabsichtigt. Der Wille zu mehr wirtschaftlichem und politischem Zusammenhalt kommt spät und ist vorläufig mehr Absicht als Wirklichkeit. Europa muss deshalb umgehend demonstrieren, dass es Ernst macht, sowohl in Brüssel als auch innerhalb der einzelnen Länder." (17.05.2010)
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Finanzpolitik, » Wirtschaftspolitik, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Franco Bruni
Latvijas Avīze - Lettland
Auf die Eurozone kann eine drastische Sparwelle zukommen, die das Wohlstandsniveau erheblich senken kann, schreibt die Tageszeitung Latvijas Avīze: "Viele von uns Bewohnern im früheren Ostblock hatten den Traum, eines Tages so zu leben wie in Westeuropa. Ein Beleg für diesen Wunsch war der Begriff 'Eurorenovierung', der in immer mehr Anzeigen auftauchte: Jede Firma, die etwas auf sich hielt, hatte eine solche Modernisierung nach europäischem Standard im Angebot. Aber heute könnte dieser Traum auf ganz andere Art in Erfüllung gehen, denn einige neue EU-Mitglieder wie Slowenien oder Estland eilen zielstrebig nach vorne, während die alten EU-Mitglieder zurückfallen. Immer mehr von ihnen benötigen jetzt eine solche umfassende Sanierung, wenn auch vorläufig meist noch ohne genauen Plan und klar umrissene Kostenvoranschläge - aber auch ohne zu wissen, ob es nicht zu einer Versetzung von Wänden kommt, die die ganze Konstruktion zum Einsturz bringen lassen könnte." (17.05.2010)
» zum ganzen Artikel (externer Link, lettisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Finanzpolitik, » Wirtschaftspolitik, » Slowenien, » Lettland, » Estland, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Uldis Šmits
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 17. Mai 2010