Top-Thema vom Montag, 19. Juli 2010
Währungsfonds diszipliniert Ungarn
Der Internationale Währungsfonds und die EU haben Kreditgespräche mit dem hoch verschuldeten Ungarn unterbrochen, weil sie die Sparmaßnahmen der Regierung Orbán für unzureichend halten. Dadurch kann Budapest bereits vereinbarte Kredite über 25,1 Milliarden Dollar vorerst nicht abrufen. Diese Disziplinierung in Haushaltsfragen tut Europa gut, meint die Presse.
Die Welt - Deutschland
Dass der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU die Kreditgespräche mit Ungarn unterbrochen haben, zeigt wie effektiv die EU handeln kann dank des Partners IWF, schreibt die konservative Welt: "Denn der Fonds kann, was die europäischen Partner untereinander kaum geschafft hätten: Druck aufzubauen und hart zu bleiben, vor allem dann, wenn die Verhandlungen über die Milliardenhilfen vorbei sind und es darum geht, die vereinbarten Sparprogramme tatsächlich umzusetzen ... Solch wirkungsvollen Druck hätte die EU-Kommission kaum aufbauen können, genauso wenig wie die Mitgliedstaaten des Euro. Denn im europäischen Club zählen nationale Befindlichkeiten und politische Allianzen mindestens so stark wie die wirtschaftlichen Fakten. ... Die Mitarbeiter des IWF haben an diesem Wochenende demonstriert, dass es dabei um mehr geht, als nur Kreditpakete zu schnüren und Streichlisten zusammenzustellen: Der Fonds hat vor allem die politische Unabhängigkeit und die Erfahrung, um die Umsetzung von Sparmaßnahmen von außen zu steuern." (19.07.2010)
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Alle verfügbaren Texte von » Tobias Kaiser
Rzeczpospolita - Polen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Ungarn wegen seines defizitären Haushaltes eine Kreditlinie gesperrt. Disziplinierung tut Europas Haushaltspolitikern gut, findet die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Ungarn, Rumänien, Ukraine, Island, die baltischen Länder - und natürlich Griechenland: Die Liste der Staaten, die infolge der Krise mit internationaler Unterstützung rechnen, wird immer länger. In jedem dieser Länder waren die Gründe für den Zusammenbruch zwar ein wenig anders. Doch kann man sie vereinfacht auf eine Ursache zurückführen: nämlich auf die Unbekümmertheit der Regierungen beziehungsweise der Finanzaufsicht. … Doch lässt sich dem auch etwas Positives abgewinnen. Der Einfluss des IWF hat sich zweifelsohne stark vergrößert - ähnlich wie dessen Budget, das sich durch höhere Einlagen der G20-Staaten verdreifacht hat. Skeptiker sagen, der IWF stecke überall seine Nase rein, wo es nur möglich ist. Doch die Wahrheit ist, dass ein grimmiger Wächter Not tut, um einige Staaten zu disziplinieren." (19.07.2010)
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Alle verfügbaren Texte von » Jeremi Jędrzejkowski
Népszabadság - Ungarn
Den Krediten von IWF und EU hat Ungarn viel zu verdanken, schreibt die linksliberale Tageszeitung Népszabadság. Umso schlimmer, dass die Regierung unter Premier Viktor Orbán wegen ihrer Politik jetzt kein Geld mehr bekommt: "Wir reiben uns entgeistert die Augen. Eine neuerliche Schwächung des Forint ist jetzt so gut wie sicher. ... Es kann doch nicht sein, dass uns die Regierung Orbán derart zum Narren hält. ... Wir könnten ja freimütig sagen, dass wir die Kredite des IWF und der EU nicht brauchen. Aber wie hätten wir dann unsere horrenden Schulden bezahlt? Auf den Geldmärkten hätten wir dafür sicher keine Kredite bekommen, das haben wir im Herbst 2008 gesehen. Wenn es dieses Kreditpaket von IWF und EU nicht gegeben hätte, wäre nicht nur unsere wirtschaftliche, sondern auch unsere politische Stabilität schwer erschüttert worden. Und offenbar stinkt das Geld des Währungsfonds doch nicht so, sonst hätte die Regierung Orbán nicht um einen weiteren Kredit des IWF nachgesucht." (19.07.2010)
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Alle verfügbaren Texte von » Zoltán F. Baka
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