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Top-Thema vom Mittwoch, 18. August 2010


Moscheebau spaltet USA


Im Streit um den geplanten Bau eines islamischen Kulturzentrums in der Nähe des Ground Zero in New York haben sich demokratische Politiker von US-Präsident Barack Obama distanziert. Dieser hatte sich für den Bau ausgesprochen, seine Aussagen dann relativiert. Sowohl die Religionsfreiheit als auch die Erinnerung an den 11. September müssen respektiert werden, meinen Kommentatoren.


The Times - Großbritannien

Der Streit um den Moscheebau in der Nähe von Ground Zero verlangt Empathie von beiden Seiten, rät die konservative Tageszeitung The Times: "Die Verfassungsposition ist klar und unmissverständlich. Der Staat sollte den Menschen nicht das Recht nehmen, an dem Ort ihrer Wahl zu beten. Und doch ist in dem Vertrag nicht alles Ausschlaggebende enthalten. ... Die Rechte der Toten und derjenigen, die sie beweinen, sind vielleicht nicht in der Verfassung verankert, aber ihre Erinnerungen und Trauer verdienen es genauso, geehrt zu werden. Die muslimische Gemeinschaft New Yorks würde das Mitgefühl und die Menschlichkeit des Islams am besten zeigen, in dem sie die Gefühle anderer respektiert und ihre Moschee woanders baut. ... Es sind diese Augenblicke, in denen Demokratien ihre Entschlossenheit zeigen. Die Frage sollte an die Moslems von New York zurückgegeben werden, aber gewiss könnte den Idealen der Gründerväter nicht besser Ausdruck verliehen werden, als damit, eine Moschee an einem solchen Ort zu gestatten." (18.08.2010)


Blog Gad Lerner - Italien

Im Namen einer friedlichen Vision des Islam, der nicht mit dem Terrornetzwerk al-Qaida gleichgesetzt werden darf, tritt Gad Lerner in seinem Blog Del Bastrado für den Moscheebau in der Nähe des Ground Zero ein: "Bevor ihn die Zügel der Realpolitik bändigten, hat Barack Obama aus dem Gut seines persönlichen Glaubens für seine prophetische Inspiration geschöpft. Ich spreche von einem Glauben an einen Gott, der Augen und Herzen öffnet und uns hilft, sehr genau zwischen dem Islam in seiner Gesamtheit und al-Qaida zu unterscheiden. Ein Gott, der auf die wohltätigen Tugenden des Gebets und die kulturelle Reflexion vertraut. Warum sollte man nicht glauben, dass die Moslems, nur wenige Schritte von dem symbolträchtigen Ort der blutigen Erinnerung von New York entfernt vereint, eben daraus Inspiration für Weisheit und Anteilnahme schöpfen sollten?" (18.08.2010)


ABC - Spanien

Die geplante Moschee in New York sollte nicht in unmittelbarer Nähe von Ground Zero errichtet werden, damit sie als Ort der Versöhnung zwischen den Religionen dienen kann, findet die konservative Tageszeitung ABC: "Ungeachtet der feinen Trennlinie zwischen Toleranz und Ausübung der Religionsfreiheit darf man nicht darüber hinwegsehen, dass die Moschee, wenn sie an dieser Stelle gebaut würde, eine Symbolhaftigkeit erhielte, die weit von den Prinzipien entfernt wäre, die die Planer des Projekts angeben. ... New York hat viele weitere Moscheen. Das zeigt, dass man sich nicht an dem Bau an sich stört, sondern an der Entscheidung, diese an demselben Ort zu errichten, an dem das kriminelle Attentat stattfand, das von Fanatikern verübt wurde, die sich selbst als Verteidiger des Islams verstanden. Die beste Form zu beweisen, dass der Islam diesen Massenmord nicht verteidigt, wäre es, die Moschee an einem anderen Ort zu errichten." (18.08.2010)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 18. August 2010

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