Top-Thema vom Dienstag, 24. August 2010
Angst vor Iran wächst
Nach der Einweihung eines Kernkraftwerks und der Vorstellung einer Kampfdrohne will der Iran jetzt auch seine Kriegsmarine aufrüsten. Die europäische Presse ist besorgt über den aggressiven Kurs des Regimes und spekuliert über einen baldigen Angriff Israels auf den Iran.
The Times - Großbritannien
Bei der Vorstellung der neuen iranischen Kampfdrohne am Sonntag hat Präsident Mahmud Achmadinedschad das unbemannte Flugzeug mit Rosenblättern bestreut. Solche Gesten beweisen, dass der Mann ein unberechenbarer Verrückter ist, erbost sich Hugo Rifkind in seinem Blog bei der konservativen Tageszeitung The Times: "Merkt das iranische Regime überhaupt noch etwas? Kapieren sie auch nur im Ansatz, warum die Welt sich so vor ihnen fürchtet? Teheran, bitte zuhören: Es liegt nicht daran, dass Ihr eine lauernde Gefahr für unsere geliebte, von den USA dominierte, zionistische Vorherrschaft darstellt - auch wenn ich weiß, dass Ihr das gerne glaubt. Aber nicht das ist es, sondern weil ihr Geisteskranke seid. Echte, mit Bomben bepackte, Frauen hassende, rückwärtsgewandte Irre. ... Sicher, jedes Land hat seinen Anteil an verrückten Menschen, aber im Iran sind sie an der Macht. Die Welt kann diesen Menschen einfach keine Nuklearwaffen anvertrauen. Es ist schlimm genug, dass wir ihnen Scheren anvertrauen." (24.08.2010)
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Suomen Kuvalehti - Finnland
In der US-amerikanischen Zeitschrift The Atlantic schätzt der Journalist Jeffrey Goldberg die Wahrscheinlichkeit eines israelischen Luftangriffs gegen den Iran auf über 50 Prozent, nachdem er über vierzig israelische Führungskräfte interviewt hat. Marko Maunula hält den Bericht im Blog des Magazins Suomen Kuvalehti "beängstigend analytisch und sorgfältig begründet. ... Der starke Konsens [der von Goldberg Interviewten] besagt, dass der Gedanke eines mit Atomwaffen ausgerüsteten Irans unerträglich ist und, wenn keine anderen Mittel helfen, ein Luftangriff auf den Iran unvermeidbar ist. Die Haltung Israels gegenüber iranischen Atomwaffen ist leicht zu verstehen, die Sorgen bei anderen arabischen Staaten wegen iranischer Atomwaffen in dem Gebiet ist jedoch fast genauso stark. ... Bis der Iran Atomwaffen hat, werden ein bis drei Jahre vergehen. Die von Goldberg Interviewten meinen, dass der Überfall Israels vor Juli nächsten Jahres stattfinden wird, wenn der Iran sein Atomwaffenprogramm nicht beendet. Auch in diesem Fall stehen die Vereinigten Staaten im Mittelpunkt der Aktion. Israel und viele arabische Staaten der Region fordern von den USA klare Maßnahmen, um das Nuklearprogramm des Iran zu stoppen." (24.08.2010)
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Delfi - Lettland
Irans Präsident Mahmud Achmadinedschad wird im Westen vor allem als Provokateur wahrgenommen, meint das Nachrichtenportal Delfi, aber die wichtigste Frage bleibt ungeklärt: "Es gibt ein paar Sanktionen, die keine wirklichen Auswirkungen haben, außerdem ein paar militärische Drohgebärden und unzuverlässige Prognosen. Aber in Wirklichkeit müsste die Welt nur die Antwort auf eine einzige Frage finden: Stehen Achmadinedschad und der von ihm geführte Iran etwa auf einer Stufe mit Pakistan und Indien, die über Atomwaffen verfügen, deren Bomben der Welt aber kaum größeres Kopfzerbrechen bereiten? Wenn Irans Präsident ein neuer Hitler ist, bleibt nichts anderes übrig, als die verlorene Zeit zu bereuen und Militärkommandos in den Iran zu schicken, bevor es zu spät ist. Andernfalls aber ist es nicht nachvollziehbar, warum diese bereits seit Jahren andauernde Aufregung überhaupt notwendig ist." (24.08.2010)
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Alle verfügbaren Texte von » Māris Krūmiņš
Elsevier - Niederlande
Mit dem ersten Kernkraftwerk und der ersten Kampfdrohne bringt der Iran den Westen in ein Dilemma, meint das rechtsliberale Wochenmagazin Elsevier: "Der Iran wird immer besser im Produzieren eigener Waffen. Das und die Ausweitung des iranischen Atomprogramms vergrößern die Sorgen in Tel Aviv und Washington. Aber angesichts der Erfahrungen im Irak und Afghanistan erwartet niemand einen neuen, offenen Krieg in dieser explosiven Region. Und gezielte Luftangriffe können eine militärische Reaktion der unberechenbaren iranischen Führung zur Folge haben, die zudem in einem gemeinsamen Feind die Chance sehen könnte, ihre geschwächte innenpolitische Position zu stärken. Als Antwort auf die neuen iranischen Provokationen kann der Westen also vorläufig nichts anderes tun, als den diplomatischen und ökonomischen Druck weiter zu erhöhen,und vor allem die Reihen geschlossen zu halten. Das ist oft schon schwierig genug." (24.08.2010)
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Alle verfügbaren Texte von » Robbert de Witt
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