Top-Thema vom Montag, 3. Januar 2011
Terror gegen Ägyptens Christen
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche in Alexandria in der Neujahrsnacht sind 21 ägyptische Christen getötet worden. Die Presse spricht von einem Anschlag auf das Zusammenleben der Religionen und nimmt die internationale Gemeinschaft in die Pflicht.
Libération - Frankreich
Die Terroristen wollen mit Anschlägen wie dem in Alexandria dem friedlichen Nebeneinander von Muslimen und Christen ein Ende bereiten, meint die linksliberale Tageszeitung Libération: "Mit ihrem Angriff auf die Stadt, die der Schriftsteller Lawrence Durrell die 'Hauptstadt der Erinnerung' nannte, haben die Terroristen die Reichweite ihrer Absicht deutlich gemacht. Mehr als jede andere moderne Stadt verkörperte Alexandria zu seiner Glanzzeit den Traum vom Zusammenleben der Religionen und der Koexistenz verschiedener Kulturen. Im Gegensatz dazu wollen die Mörder vom 31. Dezember eine arabische Welt, in der alles, was nicht muslimisch ist, ausgerottet wird. Angefangen bei den Christen, deren Geschichte an diesem Ort verwurzelt ist. Hass und Krieg, Angst und Gewalt haben bereits ihre Wirkung entfaltet." (03.01.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Vincent Giret
Corriere della Sera - Italien
Der Terroranschlag in Alexandria unterstreicht einmal mehr die Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft, weltweit Christen in Not zu helfen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Den Hass gegen Christen zu schüren, ist eine alte Technik, um Zustimmung unter den Muslimen zu suchen. ... Doch leiden die Christen nicht nur unter Muslimen, sondern auch unter fundamentalistischen Hindus. Hinzu kommt die Gewalt der Diktatoren, die in den Christen von Afrika bis Lateinamerika ein Bollwerk gegen die Verbrechen und seine grausamen Auswirkungen sehen. Deshalb richtet sie sich gegen die Christen. Das 21. Jahrhundert präsentiert sich als das neue Jahrhundert der Märtyrer. Wir sind dafür verantwortlich, Christen in Not zu helfen, sie dürfen nicht allein gelassen werden. Einsamkeit erhöht oft die Verwundbarkeit." (03.01.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Andrea Riccardi
Frankfurter Rundschau - Deutschland
Die schwierige innenpolitische Situation in Ägypten spielt den Islamisten in die Hände, meint die linksliberale Tageszeitung Frankfurter Rundschau mit Blick auf den Anschlag in Alexandria: "Im September soll der Nachfolger des 82-jährigen Staatschefs gekürt werden, der eine Generation lang alle Fäden in der Hand hielt. Ein klarer politischer Erbe ist nicht in Sicht. Stattdessen ringen die alte Garde von Militär- und Sicherheitsapparat sowie die neue Elite der Wirtschaftsreformer verbissen miteinander. Schlimmer noch: Dem Parlament fehlt wegen der unglaublich dreisten Wahlfälschungen im November inzwischen jede Legitimität, um glaubwürdig in die Geschicke des Landes eingreifen zu können. ... Was als Planierung des politischen Terrains für einen möglichst reibungslosen Thronwechsel am Nil gedacht war, könnte sich schon bald als politischer Bumerang erweisen. Die ägyptischen Islamisten werden künftig noch tiefer als bisher in den politischen Untergrund abtauchen. Und der Einfluss des moderaten Flügels wird weiter schwinden." (03.01.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Martin Gehlen
Hospodářské noviny - Tschechien
Nach dem Selbstmordanschlag in Schweden und dem Attentat auf eine Kirche in Alexandria befürchtet die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny im neuen Jahr eine neue Welle der Gewalt: "Zum ersten Mal griffen Islamisten im toleranten Schweden an. Der Anschlag auf die koptischen Christen in Ägypten hatte ein für dortige Verhältnisse ungekanntes Ausmaß. Dies kann ein Signal dafür sein, dass sich der Terrorismus wie auch seine Ziele ausweiten. ... Für einen Angriff reicht der geringste Vorwand aus. Es muss nicht mehr der 'große Satan' sein oder die massive militärische Präsenz in der muslimischen Welt. Es genügen skandinavische Karikaturen oder der latente Konflikt zwischen Muslimen und Christen wie in Ägypten. ... Das Terrornetzwerk übernimmt die Rolle eines Parasiten. Der profitiert von jedweden Problemen und greift dort an, wo der Körper am schwächsten ist. Nach den Ursachen dieses Terrors zu fragen, hat keinen Sinn. Sinn hat nur eines - ihn auszurotten." (03.01.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Petr Honzejk
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