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Top-Thema vom Freitag, 6. Mai 2011


Mehr Hilfe für Gaddafi-Gegner


Die internationale Libyen-Kontaktgruppe hat am Donnerstag in Rom beschlossen, einen Hilfsfonds für die Rebellen einzurichten. Die europäische Presse lobt die Idee, das Geld dafür von eingefrorenen Konten des Gaddafi-Clans zu nehmen, fordert aber mehr als nur finanzielle Unterstützung.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Die Idee, die internationale Finanzhilfe für die Rebellen in Libyen von Gaddafi-Konten zu zahlen, findet die linksliberale Tageszeitung Süddeutsche Zeitung sehr gut: "Wenn westliche und arabische Länder nun einen Sonderfonds zu ihrer Unterstützung einrichten, dann ist dies ein klares Signal an die Aufständischen, dass sie in ihrem Kampf weiterhin nicht allein sind. Die Geldgeber sind damit aber auch gewissermaßen aus dem Schneider, weil sie nicht entscheiden müssen, was mit den Euros und Dollars geschieht. Wenn die Rebellen damit Waffen kaufen, ist das deren Sache. Das Beste wäre es, den Fonds aus den gesperrten Gaddafi-Konten in aller Welt zu speisen. ... Das hätte den Vorteil: Die Rebellen bekämen ausreichend Hilfe - und Gaddafi selbst würde für die Befreiung seines Landes von der langen Diktatur bezahlen. Das wäre nur gerecht." (06.05.2011)


Der Standard - Österreich

Finanzielle Hilfe für die Rebellen ist nötig, aber nicht ausreichend, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard und fordert die Allianz auf, entschlossener vorzugehen: "Die einzigen, die die Lage entscheidend beeinflussen können, sind die Amerikaner. Mit ihrer Strategie der Zurückhaltung wollten sie bisher nicht nur ihre Kräfte schonen, es ging auch darum, den Europäern - allen voran den Franzosen - vorzuführen, dass die europäische Sicherheitspolitik noch immer von den US-Streitkräften abhängt. Das ist ihnen nach nur wenigen Wochen Militärkampagne eindrucksvoll gelungen. ... Die Frage ist, wie lange die Operation 'Odyssey Dawn' noch dahinplätschern kann, ohne dass Europa und letztlich auch die Vereinigten Staaten eine schmerzliche Niederlage erleiden. Die Frage ist weiter, wie lange die eigentlichen Adressaten der Intervention, die Zivilisten etwa in Misrata und Zintan, dem Druck der Gaddafi-Schergen noch standhalten können. Gibt es einen größeren Zynismus, als einem Massaker unter einer Flugverbotszone tatenlos zuzusehen?" (06.05.2011)


Blog L'Hérétique - Frankreich

Der Krieg in Libyen zieht sich auch deshalb solange hin, weil die Nato zivile Opfer vermeiden will. Diese Vorsicht wird den Rebellen zum Sieg verhelfen, lobt der Blogger L'Hérétique auf der Internetseite der Wochenzeitung Marianne : "Die Nato weiß, dass Opfer unter der Zivilbevölkerung ein fataler Fehler wären, der um jeden Preis vermieden werden muss. Momentan zieht sie sich ehrenhaft aus der Affäre. ... Gaddafi hat in Tripolis immer noch Unterstützer. Aber wenn die Streitkräfte der Alliierten und die Rebellen weiterhin darauf achten, keine Vergeltungsschläge oder Angriffe gegen die Zivilbevölkerung auszuüben, kann man darauf hoffen, dass diese Unterstützung bald bröckelt. Die Zeit spielt gegen Gaddafi." (06.05.2011)


» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 6. Mai 2011

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