Top-Thema vom Donnerstag, 14. Juli 2011
Murdochs Imperium wankt
Wegen des großen Drucks infolge des Abhör-Skandals hat Rupert Murdoch am Mittwoch auf die volle Übernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB verzichtet. Die Einstellung von News of the World am vergangenen Sonntag blieb somit wirkungslos, meint die Presse und fordert den Rücktritt des skrupellosen Medienunternehmers.
Süddeutsche Zeitung Magazin - DeutschlandEnde eines Medienunternehmers
Nach der gescheiterten Komplettübernahme des Bezahlsenders BSkyB durch Rupert Murdoch kann der Medienunternehmer eigentlich gleich zurücktreten, findet die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Murdoch wollte mit einer Taktik der Winkelzüge zuletzt dem anschwellenden Proteststurm im Land gegen seine Telefon-Hacker-Journalisten trotzen. So sollte es gelingen, doch noch BSkyB zu kapern. Das zeigte vor allem eines: die Skrupellosigkeit des 80-Jährigen, der sich zum Beweis seiner Virilität im Hydepark im Trainingsanzug und mit Work-out-Lehrerin fotografieren ließ. Murdoch war von einem Tag auf den anderen bereit, das Bauernopfer News of the World zu erbringen, auch wenn er sich bis dato immer wieder demonstrativ hinter das Skandalblatt gestellt hatte. Zuletzt bot er offenbar sogar den Verkauf seiner verbliebenen Zeitungen The Sun und The Times an. Alles vergebens. ... Wie man es auch dreht: Rupert Murdoch sollte wie News of the World ein 'Goodbye' verkünden - und zurücktreten." (14.07.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Andreas Oldag
Delo - SlowenienWenn Nachrichten zu Propaganda werden
Rupert Murdochs Medien haben Nachrichten zu Propaganda gemacht, kritisiert die linksliberale Tageszeitung Delo mit Blick auf den Skandal um die Boulevardzeitung The News of the World: "Angesichts der Wirtschaftlichkeit von News of the World ist es nicht verwunderlich, dass Murdoch das abscheuliche Verhalten seines Parade-Mediums auch anderswo toleriert hat. Doch unabhängig davon, was noch an die Öffentlichkeit kommt, zeigt der Abhörskandal die Verwandlung von Nachrichten in Propaganda. Beides ist ein Anschlag auf das wichtigste Werkzeug der Demokratie, nämlich die Trennung zwischen den Medien, dem Staat und den politischen Parteien. Murdoch verschmilzt diese Organe zu einer einzigen Macht, die für nichts Verantwortung trägt und keine Grenzen oder Skrupel kennt, wie man in Großbritannien beobachten konnte." (14.07.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Jonathan Shell
Público - SpanienBritische Selbstdisziplin Vorbild für Spanien
Das britische Boulevardblatt News of the World ist am vergangenen Sonntag infolge des Abhör-Skandals eingestellt worden. Joan Garí wünscht sich in der linken Tageszeitung Público diese Selbstdisziplin auch für die spanischen Medien: "Ich weiß nicht wie Sie denken, aber aus spanischer Sicht erscheint es mir faszinierend und fast übernatürlich, dass eine seit 1843 erscheinende Zeitung - so reißerisch sie auch sein mag - sich selbst liquidiert. Anscheinend können solche Dinge nur in Ländern wie Großbritannien geschehen. Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn sich diese Mode auf Spanien ausbreitet! Hierzulande verletzen einige Medien die Grundwerte jeden Tag. Wenn El Mundo plötzlich schließen müsste, weil sie das x-te Mal versucht die Attentate vom 11. März [2004] mit der Eta in Verbindung zu bringen. Oder wenn der TV-Sender Telemadrid nach einem seiner Manipulationsversuche plötzlich drei Tage lang einen schwarzen Bildschirm senden müsste, aus audiovisueller Trauer. Dann wäre dieses Land ein bisschen britischer, also ein bisschen zivilisierter." (14.07.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Joan Garí
Rzeczpospolita - PolenMedienmonster Murdoch
Zwischen den Geschäften von US-Medienunternehmer Ruport Murdoch und dem Wikileaks-Gründer Julian Assange gibt es durchaus Parallelen, meint die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita, doch vor allem Murdoch kommt dabei schlecht weg: "Beide Herren engagieren sich in einem ähnlichen Geschäft. Murdoch hat mit Hilfe seiner Boulevard-Zeitungen mit Nachrichten gedealt, die er auf eine illegale und unmoralische Art und Weise erlangt hatte. Die Journalisten, die für ihn arbeiteten, haben die Mobiltelefone von Stars und von Verbrechensopfern abgehört und für intime Details aus dem Privatleben der Politiker bezahlt. Assange hat hingegen unter anderem für die geheime Korrespondenz von US-Diplomaten bezahlt, die aus dem Außenministerium gestohlen wurde. Millionen von Internet-Nutzern konnten per Mausklick auf etwas zugreifen, was niemals ans Tageslicht kommen sollte. ... Und jetzt ist Murdoch das schwarze Schaf - ein Medienmonster, das die Menschheit ins Unglück stürzt." (14.07.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Marek Magierowski
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