Top-Thema vom Montag, 14. November 2011
Wirtschaftsexperte Monti übernimmt Regierungsbildung

Der 68-jährige Monti soll die von Berlusconi versprochenen Sparmaßnahmen durchsetzen. (©AP)
Nach dem Rücktritt des italienischen Premiers Silvio Berlusconi am Samstag hat Staatspräsident Giorgio Napolitano am Sonntagabend den Wirtschaftsexperten Mario Monti mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt. Endlich ist die Herrschaft Berlusconis zu Ende, freuen sich Kommentatoren, doch mit dessen Altlasten wird Monti noch lange kämpfen.
Daily Mirror - GroßbritannienCiao, Silvio
Für den Rücktritt des eingebildeten Cavaliere war es angesichts der Krise höchste Zeit, meint die linke Boulevardzeitung The Mirror: "Ob es Schmiergelder oder Bunga-Bunga-Partys waren - Silvio Berlusconis Herrschaft war eine Schande. Jetzt sind Italien und Europa diesen schamlosen, anzüglichen Schürzenjäger glücklicherweise los. Seine lässige Einstellung gegenüber den Prinzipien seines hohen Amts machten das Land zu einer Lachnummer. Aber sein unverantwortliches Management der Staatsfinanzen Italiens ist gänzlich unentschuldbar. Seine Wirtschaft liegt am Boden und Europa befindet sich am Rand einer Katastrophe. Der Umstand, dass er immer noch an sein Comeback glaubt, ist Beweis für seine schreckliche Eitelkeit. Es ist Zeit, ein für alle Mal zu sagen: Ciao, Silvio." (14.11.2011)
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Hospodářské noviny - TschechienMonti muss ganze Euro-Zone retten
Der designierte Regierungschef Italiens, Mario Monti, ist nach eigener Aussage überzeugt davon, dass Italien mit einer kollektiven Anstrengung die Krise überwinden kann. Doch die größte Anstrengung kommt auf ihn zu, meint die liberale Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Die Erwartungen, die in Monti gesetzt werden, sind schon beinahe übermenschlich. Zuerst muss er für seine Regierung das Vertrauen der Finanzmärkte erringen. Die wiederum werden sich daran orientieren, ob Monti und seine Regierung überhaupt das Vertrauen der politischen Parteien und Italiens als Ganzes erhalten. Der Wirtschaftsfachmann Mario Monti weiß aber, dass seine Aufgabe noch viel größer ist. Er hat nicht nur Italien zu retten, sondern die ganze Euro-Zone." (14.11.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Adam Černý
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Die Presse - ÖsterreichExpertenregierung abhängig von Populisten
In Rom wie in Athen sind Experten an die Macht gelangt. Sie haben zwar das Wissen für ihre Aufgabe, aber keine Chance gegen die lauernden Populisten, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Es wird ein interessantes Experiment. Die Krise spült jetzt sowohl in Griechenland wie auch in Italien Leute an die Spitze von Übergangsregierungen, die in 'normalen' Wahlkämpfen eher keine Chancen hätten: kühle Technokraten ohne großes Charisma. Leute mit finanzpolitischem Sachverstand, die wissen, was jetzt zu tun ist. Denen aber die politische Hausmacht fehlt. Die populistenfreie 'Expertenregierung', die Ex-EU-Kommissar Mario Monti, ein Wirtschaftsprofessor aus Mailand, jetzt wohl auf die Beine stellt, wird also nicht unbeträchtlich vom Wohlwollen der strippenziehenden politischen Schwergewichte im Hintergrund abhängig sein. ... Das italienische Sanierungsexperiment wird also genau so lange funktionieren, bis einer der im Hintergrund mitmischenden Populisten die Chance sieht, aus der mit Sicherheit wachsenden Unzufriedenheit der Bevölkerung politisches Kleingeld zu schlagen." (14.11.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Josef Urschitz
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Il Sole 24 Ore - ItalienMonti ist der Insolvenzverwalter Italiens
Die Aufgabe des designierten Premiers Mario Monti gleicht der eines Insolvenzverwalters, analysiert die Wirtschafszeitung Il Sole 24 Ore: "Ein schlecht geführtes Unternehmen meldet Konkurs an oder wird von einem gesunden Unternehmen aufgekauft. Für Staaten wie Italien ist die Option der 'feindlichen Übernahme' heute zum Glück nicht denkbar. … Folglich bleibt der Konkurs. Geht ein Unternehmen Pleite, setzt ein Gericht einen Verwalter ein, keinen Manager. Seine Aufgabe ist nicht, Entwicklungspläne zu entwerfen, sondern das Unternehmen zu sanieren, um es entweder in andere Hände zu geben oder zu veräußern. ... Es ist ein temporäres Verwaltungsmandat, kein politisches, und sieht einzig und allein vor, die Probleme zu lösen, die die Politik zu lösen unfähig war." (14.11.2011)
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Alle verfügbaren Texte von » Luigi Zingales
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