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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Pravda - Slowakei | 31.10.2014

Anti-Homo-Allianz muss Justiz respektieren

Das slowakische Verfassungsgericht hat am Dienstag eine von mehreren Fragen für unwirksam erklärt, die die kirchennahe Organisation Allianz für die Familie in einem Referendum Mitte November stellen wollte. Mit der Frage sollte verhindert werden, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften einer Ehe gleichgestellt werden können. Die linke Tageszeitung Pravda fordert die Allianz auf, den Richterspruch vorbehaltlos zu respektieren: "Die Allianz nennt die Entscheidung des Verfassungsgerichts skandalös und spricht von einer 'richterlichen Tyrannei'. Damit verkennt sie aber die Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats. Dort gilt, dass nicht der 'König das Gesetz' ist, sondern das 'Gesetz der König'. Niemand steht über dem Gesetz, auch nicht 400.000 Menschen, die sich für das Referendum eingesetzt haben. ... Die Vorstellung, dass eine Mehrheit aus der Position der Stärke über das Leben einer Minderheit entscheidet, hat mit Demokratie nichts zu tun. ... In Staaten, die die Ehe von Gleichgeschlechtlichen erlaubten, ist es weder zur Apokalypse gekommen, noch zum Ende der traditionellen Familie." (31.10.2014)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 31.10.2014

Apple-Chef Cook missbraucht Macht mit Outing

Der Chef des US-Konzerns Apple, Tim Cook, hat seine Homosexualität öffentlich gemacht: "Ich bin stolz, schwul zu sein", schrieb der 53-Jährige in einem Beitrag für das US-Wirtschaftsmagazin Businessweek. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung kommentiert den Schritt kritisch: "Es ist erstens ein Missbrauch von Macht und zeugt zweitens von Arroganz. Cook spricht sich mit seinem Beitrag im weiteren Sinne für Vielfalt und Diversität aus und wendet sich gegen die Diskriminierung von Minderheiten. Das ist ehrenvoll. Die Rechte von Minderheiten werden in der Mehrheit der Länder dieser Welt mit Füssen getreten. Auch steht es einem Unternehmen offen, sich für gesellschaftliche Belange einzusetzen. ... Aber Cook selbst ist weder ein Bürgerrechtlicher noch ein Politiker. ... Cook ... ist ein Manager, der ein Unternehmen führt, das ihm nicht gehört. Er ist ein herausragender Manager, aber er missbraucht seine Macht, wenn er als Chef von einem der am meisten beachteten Konzerne der Welt seine sexuelle Orientierung zum Thema macht. Das ist nicht Bestandteil seiner Aufgabe." (31.10.2014)

Večernji List - Kroatien | 30.10.2014

Kroatiens Veteranen intrigieren gegen Regierung

Rund 200 kroatische Kriegsveteranen belagern seit elf Tagen das Veteranenministerium und fordern den Rücktritt des Ministers. Sie werfen dessen Assistenten vor, kroatische Veteranen mit serbischen Soldaten gleichgesetzt zu haben. Am Montag hat sich der sozialdemokratische Premier Zoran Milanović erstmals in dieser Sache an die Nation gewandt, um die Wogen zu glätten. Wenn die Veteranen dieses Friedensangebot ablehnen, sollte klar sein, was eigentlich hinter ihren Protesten steckt, meint die konservative Tageszeitung Večernji List: "Die Botschaft lautet, dass er die Veteranen respektiert, ihre Opfer wertschätzt und dass ihre materielle Versorgung in keinster Weise in Frage gestellt wird. ... Somit geht es nicht mehr um den möglicherweise gefährdeten Status der Veteranen. Jetzt ist klar geworden, dass ihre Proteste [partei-]politisch motiviert sind. Das ist legitim. Die Veteranen haben natürlich die Freiheit, eine bestimmte politische Option an die Regierungsmacht bringen zu wollen. Das sollte aber durch Wahlen zum Ausdruck gebracht werden. Wehe uns, wenn wir diese Auseinandersetzung auf der Straße führen." (30.10.2014)

Kaleva - Finnland | 30.10.2014

Kirche hat auf Sexmesse nichts verloren

Zwei finnische Kirchengemeinden werden mit einem Pfarrer und Eheberatern an der an diesem Wochenende stattfindenden Sexmesse Sexhibition in Helsinki teilnehmen. Die Tageszeitung Kaleva fragt sich, welches Ziel mit der Aktion verfolgt wird: "Es ist verständlich, dass die Kirche ihren Schritt damit begründet, man müsse dort sein, wo die Menschen sind. ... Dennoch stellt sich die Frage, warum gerade eine Messe der Erotikbranche? ... Verkünden die Mitarbeiter der Gemeinde die frohe Porno-Botschaft und dass Porno gut für die Sexualität des Menschen und die Zweierbeziehung ist? Oder glauben kirchliche Angestellte, dass dort, wo auf der Bühne die menschlichen Genitalien in allen möglichen und unmöglichen Formen präsentiert werden, auch Gespräche über Glauben und die menschliche Seele geführt werden? Dass Paare gerade auf der Sexmesse den Mut haben, ihre komplexe Beziehung oder gar ihr Sexualleben zu behandeln?" (30.10.2014)

Ouest-France - Frankreich | 29.10.2014

Toter französischer Protestler Opfer des Systems

Der 21-jährige Student Rémi Fraisse ist am Wochenende bei einer Demonstration gegen einen geplanten Staudamm in Südfrankreich gestorben. Protestierende machen die Ordnungskräfte für seinen Tod verantwortlich. Für die Regionalzeitung Ouest-France liegt der Grund für seinen Tod woanders: "Egal, ob es um den 'Hof der tausend Kühe' [Massenmelkanlage] in Nordfrankreich, den Staudamm bei Sivens im Süden oder um die Neuorganisation des Luftverkehrs bei Notre-Dame-des-Landes geht, es stellt sich immer die gleiche Frage: Wie kann man individuelle Freiheit und Gemeinwohl miteinander vereinbaren? Alle drei Geschwüre sind durch den doppelten Protest gegen ein Umweltrisiko und ein Wirtschaftsmodell nur noch größer geworden. ... In welchen Gremien und durch welche Verfahren kann man zwischen wirtschaftlichen und ökologischen, lokalen und allgemeinen, individuellen und gemeinschaftlichen Interessen vermitteln? ... Rémi ist mangels einer Antwort auf diese Frage gestorben." (29.10.2014)

The Irish Times - Irland | 29.10.2014

Prostitutionsverbot schafft nur mehr Probleme

Das nordirische Regionalparlament hat vergangene Woche ein Gesetz beschlossen, das den Kauf sexueller Dienstleistungen verbietet. Doch den Opfern von Menschenhandel ist damit nicht geholfen, kritisiert die linksliberale Tageszeitung The Irish Times: "Selbst die verwundbarsten Sexarbeiterinnen - jene, die vergewaltigt, geschlagen und Opfer von Zuhälterei wurden - waren gegen eine weitere Kriminalisierung. Die Globale Allianz gegen Frauenhandel lehnt Strafen für Sex-Kunden strikt ab. Diese würden nach ihren Worten 'nicht nur die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Menschenhandel untergraben, sondern auch Sexarbeiterinnen einer größeren Gefahr aussetzen, Opfer von Gewalt und Ausbeutung zu werden'. ... Es ist ein Mythos 'moralischer Reinheit', mit dem sich Feministinnen und religiöse Fundamentalisten gleichermaßen brüsten, doch dabei verschließen sie ihre Ohren vor den schmerzhaften, lästigen Fakten und den Stimmen derer, die sie vorgeben, schützen zu wollen." (29.10.2014)

forum.tm - Kroatien | 28.10.2014

Kroaten fehlt es an Demokratieverständnis

Der vor zehn Tagen wegen Korruptionsverdacht inhaftierte Bürgermeister Zagrebs, Milan Bandić, erfährt ungeahnte Unterstützung in Online-Portalen und sozialen Netzwerken. Das zeugt von einem mangelnden Demokratieverständnis, bedauert das liberale Webportal forum.tm: "Bandić hat geklaut, aber auch dem kleinen Mann was gegeben, lautet des Volkes Stimme. Dieses Unverständnis darüber, wie ein demokratischer Staat funktioniert, ist in Kroatien tief verwurzelt. Es ist illusorisch, auf grundlegende Veränderungen zu hoffen, so lange es der durchschnittliche Bürger akzeptabel findet, dass er bestohlen wird, nur weil er davon einen kleinen Teil zurückbekommt. ... So lange werden unsere Politiker weiterhin unser Geld ungeachtet der wahren gesellschaftlichen Bedürfnisse verschwenden. Wir müssen unseren Politikern endlich deutlich sagen, dass sie nicht klauen dürfen, so viel sie uns danach auch zurückgeben mögen." (28.10.2014)

Gość Niedzielny - Polen | 29.10.2014

Salafisten stürzen Deutschland ins Chaos

Die Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" hat für den 15. November Demonstrationen in Berlin und Hamburg angemeldet. Am Sonntag hatten sich Hooligans und Rechtsextreme bei einer Demonstration unter demselben Motto in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die eigentliche Bedrohung für Deutschland sind aber die Salafisten, findet das nationalreligiöse Portal Gość Niedzielny: "Die Neonazis oder die Kommunisten sind jetzt nicht mehr die gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich am stärksten entwickeln. Das sind nun die Islamisten, die immer mehr junge Leute gewinnen, mit denen Deutschland immer mehr Schwierigkeiten bekommt. Es gibt zwar Forderungen, dass man sie aus dem Land wirft. Doch geht das nicht so leicht, weil sie deutsche Staatsbürger sind. ... Deutschland hat nun ein Problem: Wenn es dieses jetzt nicht schnell löst und den Einfluss der Salafisten unter den jungen Migranten eindämmt, dann wird es zu einem Land, in dem Straßenschlachten zwischen Migranten und Radikalen zur Tagesordnung gehören - von Terroranschlägen ganz zu schweigen." (29.10.2014)

Taraf - Türkei | 28.10.2014

AKP-Regierung vertreibt türkische Elite

Angesichts einer immer autoritäreren Regierung und schrumpfenden Meinungsfreiheit erwägen immer mehr gebildete Türken, ins Ausland zu ziehen, klagt die liberale Tageszeitung Taraf: "Viele warten die Parlamentswahlen am 14. Juni 2015 ab. Sollte die Regierungspartei AKP wieder mehr als 50 Prozent erreichen, werden sie ihre Koffer packen. Die erste Gruppe, die über die besten Möglichkeiten verfügt, also Geld hat oder Arbeitsmöglichkeiten im Ausland, wird still und heimlich aufbrechen. Beobachtet werden sie von weniger vermögenden Gebildeten, die wahrscheinlich auf dem Weg ins Gefängnis sind: Schriftsteller, Filmemacher, Journalisten, Universitätsdozenten, Wissenschaftler, Künstler und Komponisten. Die AKP versucht jetzt, eigene und ihnen nahestehende Künstler, Wissenschaftler und Denker heranzuziehen. Der Umbau des Bildungssystems und der verpflichtende sunnitische Islamunterricht haben genau das zum Ziel. Dabei wird vergessen: gebildete, erfahrene, professionelle Menschen kann man nicht in einer Generation heranziehen." (28.10.2014)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 28.10.2014

Rechtsextreme Hooligans nicht unterschätzen

Auf einer Hooligan-Demonstration gegen Salafisten ist es am Sonntag in Köln zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die linksliberale Süddeutsche Zeitung sieht in dem Bündnis von Neonazis mit Hooligans eine neue Form rechtsextremistischer Organisation: "Schon seit Jahren sind die rechtsradikalen Kameradschaften bundesweit vernetzt. Oft bilden sie in Personalunion die örtliche Hoolszene, oder sie finden dort immerhin Aufnahme. Die Behörden haben den Druck auf die Neonazi-Bünde deutlich erhöht und viele von ihnen verboten. Auch deshalb knoten Neonazis ihre Netze zusehends außerhalb der eigenen, von Verfassungsschützern und Antifa-Aktivisten gut überschaubaren Szene. Vor allem daran sollte der Krawall von Köln erinnern, und zwar nicht nur Fußballklubs, Sicherheitsbehörden, Politiker: Die NPD mag schwach sein, manche Kameradschaft zerschlagen. Doch der Rechtsextremismus bleibt eine Gefahr." (28.10.2014)


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