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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Irish Examiner - Irland | 21.05.2015

Iren müssen für Homoehe stimmen

Die Iren stimmen am heutigen Freitag in einem Referendum über die Einführung der Homoehe ab. Umfragen prognostizieren ein klares Ja. Darauf hofft auch die liberale Tageszeitung Irish Examiner: "Die geplante Reform bietet Menschen, die nicht heterosexuell sind, verfassungsrechtliche Absicherung, wenn sie von einem Recht Gebrauch machen wollen, das alle anderen als selbstverständlich betrachten. ... Sie basiert auf der Erkenntnis, dass das Leiden, die Diskriminierung und die Einsamkeit, die so vielen unserer Brüder, Schwestern, Cousinen, Cousins und Freunden aufgezwungen wurden, nicht länger akzeptabel sind. Viele jener, die gegen die Reform sind, sind von ihrem Standpunkt fest überzeugt. Dafür verdienen sie Respekt und das Recht auf freie Äußerung ihrer Meinung. Doch ihr Vorbehalt rechtfertigt es nicht, eine verfassungsmäßige Diskriminierung so vieler Menschen beizubehalten." (21.05.2015)

Gândul - Rumänien | 21.05.2015

Mehr Kindergeld bringt Rumänien nicht voran

Das rumänische Parlament hat am Mittwoch das Kindergeld auf umgerechnet rund 20 Euro verdoppelt. Die Online-Zeitung Gândul meint, dass mehr getan werden muss, um Kindern im Armutsland Rumänien eine Perspektive zu bieten: "Sollten wir die Geburtenrate in armen Gegenden fördern, wo die Kinder zu einem Leben voller Entbehrungen verdammt sind oder sollten wir diesen Kindern bessere Lebens- und Bildungsbedingungen bieten? Das würde natürlich weitaus mehr Arbeit bedeuten, als einfach nur das Kindergeld zu verdoppeln. Es würde bedeuten, mehr Geld in Krippen und Kindergärten zu investieren, in Schulen, in Programme, die den Kindern vermitteln, dass sie es mittels Arbeit und Wissen zu etwas bringen im Leben. Ob wir wollen oder nicht, alles läuft auf die Bildung hinaus - sie ist das einzige Mittel, um das Land aus seiner Orientierungslosigkeit zu holen." (21.05.2015)

La Croix - Frankreich | 21.05.2015

Raus aus Frankreichs sozialer Hängematte

In Frankreich soll künftig häufiger überprüft werden, ob Arbeitslose tatsächlich eine Beschäftigung suchen, hat das Arbeitsamt am Mittwoch mitgeteilt. In dem Land, in dem derzeit mehr als 3,5 Millionen Menschen arbeitslos sind, gilt der Schritt als Tabubruch. Die katholische Tageszeitung La Croix hält es dennoch für richtig, dem Missbrauch von Sozialleistungen den Kampf anzusagen: "Zwar gibt es nur wenige, die bewusst die Arbeitslosenversicherung ausnutzen und die Zahlungen so lange wie möglich in Anspruch nehmen. Aber jene, die das tun, müssen bestraft werden. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen, weil sie andere Arbeitslose in Verruf bringen. Zum anderen, weil sie ein solidarisches System ausbeuten, das hauptsächlich auf den Beiträgen der Angestellten und der Arbeitgeber beruht. Die Arbeitslosenversicherung zu missbrauchen bedeutet, jene auszunutzen, die arbeiten, und die Kosten der Unternehmen grundlos zu erhöhen. Was wiederum zu Arbeitslosigkeit führt." (21.05.2015)

Dagens Nyheter - Schweden | 21.05.2015

Integration von IS-Heimkehrern offen diskutieren

Die Stadt Stockholm will ehemalige IS-Kämpfer nach ihrer Rückkehr resozialisieren und bietet ihnen dafür Hilfe bei der Wohnungs- und Jobsuche sowie finanzielle Unterstützung an. Das Maßnahmenpaket wurde Anfang dieser Woche vorgestellt, Vertreter von Politik und Gesellschaft kritisierten es scharf. Die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter versteht die Kritik, plädiert aber für pragmatische Entscheidungen: "Aufgabe der Kommunen ist es, mit den Menschen umzugehen, die radikalisiert nach Hause zurückkommen. Das ist eine Herausforderung und deshalb kann nicht nur mit dem Bauchgefühl argumentiert werden. Es gibt keinen Grund naiv anzunehmen, dass die Menschen ihr Weltbild ändern, nur weil sie Hilfe bei der Wohnungs- oder Jobsuche bekommen. Um mit diesen Risikopersonen umzugehen, müssen präventive und repressive Maßnahmen gekoppelt werden. Anstatt aber die Kommunen als Terroristenversteher anzugreifen, muss genau überlegt werden, was man mit diesen Personen macht. ... Egal, wie irritierend es auch ist - im Zentrum muss ganz pragmatisch die Frage stehen: Was funktioniert?" (21.05.2015)

Tages-Anzeiger - Schweiz | 21.05.2015

Kulturvernichtung ist für IS Kriegsstrategie

Der Einmarsch der Terrorgruppe IS im syrischen Palmyra bedroht die Überreste der antiken Ruinenstadt. Die Zerstörung alter Kulturgüter durch die Terroristen ist nicht primär religiös motiviert, sondern Teil ihrer Kriegsstrategie, meint der Tages-Anzeiger: "Es führt die Hilflosigkeit der nur scheinbar allmächtigen westlichen Welt vor. Früher zerstörte man Götterbilder, um dem unterlegenen Feind klarzumachen: Dein Gott hilft dir nicht, er ist kaputt. In vielen Kriegen wurde und wird Vergewaltigung als Waffe eingesetzt, um dem, den man besiegt hatte, die ultimative Demütigung zuzufügen. Eine über alles materielle, körperliche hinausreichende Demütigung: die Schändung der Liebsten hilflos hinnehmen zu müssen. Was der IS mit der Kulturzerstörung tut, ist gewissermassen die geistige Vergewaltigung der freien Welt. Seht her, das können wir, und ihr könnt nichts dagegen tun, sagen diese Akte. Wir treffen euch ins Herz. Es zuckt kein Blitz vom Himmel, der uns Einhalt gebietet, und auch keine amerikanische Rakete." (21.05.2015)

The Times - Großbritannien | 20.05.2015

Brexit-Gegner müssen Begeisterung für EU wecken

Der britische Industrieverband CBI hat am Mittwoch vor den Folgen eines Brexits für das Land gewarnt. Die EU-Befürworter in Großbritannien sollten aber mehr als nur wirtschaftliche Argumente ins Treffen führen, fordert die konservative Tageszeitung The Times: "Befürworter der britischen EU-Mitgliedschaft werden über die jungen Briten reden müssen, die am Erasmus-Programm in Budapest oder Madrid teilnehmen oder in Stockholm oder Lyon arbeiten. Sie werden Bürger anderer Länder zu ihren Veranstaltungen und Pressekonferenzen einladen müssen. Sie werden darauf aufmerksam machen müssen, wie groß der britische Einfluss in der EU war, ist und sein wird, anstatt darüber zu klagen, dass der Brexit diesen verringern würde. Sie werden auf die große Chance auf Veränderungen innerhalb der EU hinweisen müssen, anstatt das als britische Fantasie abzutun. Es muss um viel mehr gehen als nur um wirtschaftliche Aspekte." (20.05.2015)

Público - Portugal | 18.05.2015

Prügelnder Polizist gehört vor Gericht

Kurz nach der 34. Meisterschaft des Fußballklubs Benfica Lissabon am Sonntag hat ein Video für Empörung in Portugal gesorgt. Darauf ist zu sehen, wie ein Fan vor seinen Kindern und ohne offensichtlichen Grund von einem Polizisten brutal verprügelt und in Handschellen abgeführt wird. Die Staatsanwaltschaft ermittelt - aber bislang nur gegen das Opfer, kritisiert die liberale Tageszeitung Público fassungslos: "Der Polizist mag zu seiner Verteidigung behaupten, dass der Mann ihn beleidigt oder provoziert habe, aber ein Polizist, der sich nicht kontrollieren kann, sollte seinen Job nicht weiter ausüben dürfen. Von einer Führungsposition mal ganz zu schweigen. ... Unverständlicherweise wird nun gegen das Opfer ermittelt! Wird ihm vielleicht vorgeworfen, sich vor den Schlagstock geworfen zu haben?! Der Polizist wurde nicht einmal suspendiert, lediglich eine interne Untersuchung wurde angeordnet. ... Solche Dinge passieren überall mal. Was aber ein zivilisiertes Land von einem Dschungel unterscheidet, sind die Konsequenzen." (18.05.2015)

Novinar - Bulgarien | 19.05.2015

Bulgariens Jugendliche pfeifen auf Arbeit

Jeder fünfte Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren in Bulgarien ist arbeitslos und sucht keine Arbeit, zeigt eine aktuelle Studie von Unicef. Das ist im Durchschnitt etwa doppelt so viel wie im Rest der EU, warnt die Tageszeitung Novinar: "Die meisten dieser Jugendlichen gehören zu den ethnischen Minderheiten, haben ein geringes Bildungsniveau und leben in kleinen Ortschaften. Das macht die Tatsache, dass es in einem kleinen Land wie Bulgarien so viele von ihnen gibt, nicht weniger besorgniserregend. ... Schlimm ist auch, dass es nicht wenige Jugendliche gibt, die sagen: Wozu soll ich arbeiten, wenn es auch ohne geht? Man begegnet ihnen in den Einkaufszentren und Cafés, wo sie mitten am Tag das Geld von Mama und Papa verprassen, ohne jemals auch nur einen Groschen selbst verdient zu haben. ... Staat, Gesellschaft und Eltern haben gemeinsam diese jungen Leute herangezogen, die in ihrem Leben nur das Gelbe vom Ei suchen." (19.05.2015)

El Mundo - Spanien | 19.05.2015

Cannabis als Heilmittel endlich legalisieren

Es ist höchste Zeit, Cannabis als Heilmittel zu legalisieren, fordert die konservative Tageszeitung El Mundo, nachdem sie eine Reportage über ein an Epilepsie erkranktes Kind veröffentlicht hat, das illegal aber auf ärztlichen Rat damit therapiert wird: "Die bewegende Geschichte des Zweijährigen zwingt uns dazu, eine eindeutige Regelung für den therapeutischen Einsatz von Cannabis zu fordern, der jegliche Stigmatisierung ausschließt. ... Da sie die Droge nicht in der Apotheke erhalten, müssen Viele auf den Schwarzmarkt zurückgreifen. Und die Verzweiflung über die schweren Leiden kann bei vielen Kranken zum Missbrauch führen. Es gibt keinen Grund, diesen Missstand beizubehalten. ... Weder der verantwortungslose Missbrauch von Marihuana als Rauschmittel noch die Interessen der Pharmaindustrie (da andere Medikamente womöglich höheren Gewinn bringen) dürfen der Debatte über die Legalisierung der Pflanze für medizinische Zwecke im Weg stehen." (19.05.2015)

LRT - Litauen | 18.05.2015

Litauen leidet unter Exodus der Jugend

Litauen droht bis zum Jahr 2060 die stärkste Verringerung der Einwohnerzahl in der EU, wie der Alterungsbericht prognostiziert, den die Kommission am Dienstag vorlegte. Litauens Einwohnerzahl wird demnach von drei auf knapp zwei Millionen sinken. Die Abwanderung junger Leute, die vor allem in Großbritannien ihre Zukunft suchen, ist eine Hauptursache, bedauert das Online-Portal des litauischen Rundfunks LRT: "In der Sowjetzeit fiel es leicht, der Okkupationsmacht die Schuld zu geben. Aber warum fühlen sich auch heute viele Bürger noch fremdbestimmt? Die marode Politik und die moderne Wirtschaft führen dazu, dass man sich im Flieger nach London wie auf dem Weg zu einer Jugendveranstaltung fühlt. Ältere Leute sitzen dort kaum. Die Kleinen fragen: 'Mutti, wann sind wir zu Hause?' Großbritannien, nicht Litauen, ist ihr Zuhause. ... Litauische Politiker sorgen sich derweil nur um Posten, EU-Gelder, Einfluss." (18.05.2015)


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