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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Blog Pitsirikos - Griechenland | 24.07.2014

Demokratie auf Raten ist keine Demokratie

Griechenland feiert am heutigen Donnerstag den 40. Jahrestag des Endes der Militärdiktatur und der Wiederherstellung der Demokratie. Staatspräsident Karolos Papoulias sagte, dass der Rückzug der Demokratie 'die dramatischste Nebenwirkung des Wirtschaftsabenteuers' sei. Blogger Pitsirikos wundert sich, wie überhaupt von Griechenland als einer demokratischen Gesellschaft gesprochen werden kann: "Dieser Staat wurde auf Darlehen gebaut. Die Kredite gab es schon vor der Gründung des griechischen Staates, und dieser Staat hat weiter existiert nur wegen der Kredite. Demokratie durch Darlehen existiert nicht. … Wer sich mit der griechischen Geschichte auskennt weiß, dass ein großes Problem auftritt, wenn die Kredite gestoppt werden. Kredite gibt es nicht mehr. Und jetzt haben die Politiker, die Kompradoren [die vom Außenhandel profitieren] und die Nachkommen der Verräter keine anderen Gelder, und befinden sich in einer schwierigen Situation. Trotzdem tolerieren die meisten Griechen sie und halten sie an der Macht und dies, obwohl die meisten Griechen nicht mal wissen was wirkliche Demokratie bedeutet." (24.07.2014)

The Daily Telegraph - Großbritannien | 23.07.2014

Europas jüdische Bevölkerung hat Angst

Mit den Auswirkungen von Israels Offensive im Gazastreifen auf die jüdische Bevölkerung Europas beschäftigt sich die Autorin der konservativen Tageszeitung The Daily Telegraph, Emma Barnett: "Die Wahrheit ist, dass Juden überall auf der britischen Insel diskutieren, debattieren, weinen und sich Sorgen darüber machen, was in einem noch viel kleineren Land auf der anderen Seite eines Meeres vor sich geht. Einige britische Juden fasten für den Frieden, andere verspüren Zorn gegenüber einer oder auch beiden Konfliktparteien. Und viele haben einfach nur Angst, nicht nur, was die Ereignisse in Gaza anbelangt, sondern auch mit Blick auf die Ereignisse in Europa. Dazu gehören Berichte über Muslime, die auf den Straßen in Frankreich Parolen wie 'Tod den Juden' rufen, Synagogen angreifen und Läden jüdischer Besitzer anzünden. … Auch in Deutschland ist der Antisemitismus auf dem Vormarsch. ... Britische Juden haben nicht Angst, miteinander über die Situation in Israel zu reden. Wir haben langsam Angst, überhaupt zu reden." (23.07.2014)

România Liberă - Rumänien | 24.07.2014

Rumäniens Rollstuhlfahrer von Hausarrest erlösen

Am Sonntag haben Hunderte Demonstranten in Bukarest für eine fußgänger- und rollstuhlfreundlichere Stadt protestiert. Gerade Rullstuhlfahrer sind vom öffentlichen Leben fast gänzlich ausgeschlossen, bedauert die konservative Tageszeitung România Liberă: "Sie finden keinen Platz auf den Gehwegen und sind zu einer Art Hausarrest verdammt. Bestenfalls können sie sich vor dem Wohnblock bewegen, sofern sie das Glück haben, einen Lift zu haben, in den auch der Rollstuhl passt. Auf diese Weise unsichtbar, werden behinderte Menschen von den meisten Mitbürgern ignoriert, und was noch schlimmer ist: auch von den Behörden. Bukarest ist für einen wichtigen Teil seiner Bürger nicht zugänglich - für Behinderte, für Alte oder für Eltern mit Kinderwagen. Das war der Grund für den Marsch am Sonntag. ... Und damit nie wieder passiert, was ein junger Rollstuhlfahrer auf der Demo erzählte: Ein Bodyguard verwehrte ihm jüngst den Zugang zu einem frisch eröffneten Einkaufszentrum, weil er mit seinem Rollstuhl dem 'Image schade'." (24.07.2014)

Der Standard - Österreich | 23.07.2014

Kölner Cannabis-Urteil ist mutlos

Chronisch kranke Patienten dürfen in Deutschland künftig Cannabis zu Therapiezwecken anbauen, wenn kein anderes Mittel gegen ihre Schmerzen hilft. Das Kölner Verwaltungsgericht gab am Dienstag den entsprechenden Klagen von fünf Schwerkranken gegen ein behördliches Anbauverbot statt. Auch wenn das Urteil die Debatte um die Legalisierung der Droge wieder anfacht, ist es zu mutlos, kritisiert die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Die Entscheidung erregt nur deshalb Aufsehen, weil sie die Hoffnungen der Befürworter weckt und die Ängste der Gegner bestärkt; nicht etwa, weil sie richtungsweisend für die Drogenpolitik wäre. Für eine solche Konsequenz ist der Urteilsspruch zu mutlos. Die Richter hätten die Chance gehabt, einen tatsächlich richtungsweisenden Präzedenzfall zu schaffen. Die strikten Auflagen, mit welchen die Erlaubnis für den Eigenanbau für die Betroffenen einhergeht, zeugen aber davon, dass sie vor einem politischen Statement zurückgeschreckt sind." (23.07.2014)

Heti Világgazdaság - Ungarn | 22.07.2014

Besetzungsdenkmal in Budapest kommt über Nacht

Auf dem Budapester Freiheitsplatz ist in der Nacht zum Sonntag trotz monatelanger heftiger Proteste das Denkmal zum Gedenken an die Besetzung Ungarns durch Nazi-Deutschland vollendet worden. Es zeigt einen deutschen Reichsadler, der Ungarn - verkörpert durch den Erzengel Gabriel - angreift. Die Regierung von Viktor Orbán hat das Denkmal aus Feigheit in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aufstellen lassen, empört sich Philosoph Gáspár Miklós Tamás in der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság: "Was in der Nacht vom 19. auf den 20. Juli geschah, war natürlich gegen die ungarischen Juden gerichtet. Feige und hinterhältig wurde das verlogene Denkmal unter massivem Polizeischutz und hinter hohen Schutzzäunen mitten in der Nacht aufgestellt. ... Das Denkmal trägt einzig und allein die Botschaft, dass die Ungarn mit dem Ganzen nichts zu tun haben: Was damals getan wurde, hätten Fremde (die Deutschen) anderen Fremden (den Juden) zugefügt. ... Doch die Ungarn fungierten damals als Steigbügelhalter der Deutschen." (22.07.2014)

Novinar - Bulgarien | 21.07.2014

Auch Roma müssen sich an Regeln halten

Die bulgarischen Behörden haben am Montag damit begonnen, in der Stadt Stara Zagora in Mittelbulgarien illegal errichtete Häuser von Roma-Familien abzureißen. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Einwohnern. Die Tageszeitung Novinar hat kein Mitleid mit den nun obdachlosen Roma: "In jedem demokratischen Land gibt es Rechte und Regeln und sie gelten für alle. Es geht nicht, dass ein Teil der Bevölkerung nach seinen eigenen Regeln leben und gleichzeitig dieselben Rechte genießen will wie alle anderen, wenn nicht sogar mehr. Zum Beispiel das Recht, ungestört in illegalen Behausungen zu leben, was die anderen Bulgaren nicht dürfen. … Ihre Rechnungen nicht zu bezahlen, während alle anderen es tun. … Und ein Leben zu führen wie in dem Witz: 'Demokratie ist, wenn die Bulgaren arbeiten und zahlen, während die Roma von Sozialhilfe leben und alles umsonst bekommen. Und Rassismus ist, wenn die Bulgaren das nicht mehr dulden wollen.'" (21.07.2014)

L'Hebdo - Schweiz | 20.07.2014

Erster Weltkrieg bleibt ewiges Rätsel

Neue Publikationen und Medienberichte über den Ersten Weltkrieg stoßen 100 Jahre nach dessen Ausbruch auf großes Interesse der Leser, bemerkt das Wochenmagazin L'Hebdo und erklärt, warum dies so ist: "Der Krieg, der hätte der letzte bleiben sollen, fasziniert den modernen Beobachter durch seine Absurdität. Jede einzelne Frage, die er aufwirft, verweist unweigerlich auf das Wesen des Menschen und den Kern der Geschichte. Wie konnten Völker einander so grausam abschlachten für einen Krieg, den offenbar niemand wollte? … Die leidenschaftlichen Studien ermöglichen allesamt neue Blicke auf einen Konflikt, der überraschenderweise in vielerlei Hinsicht rätselhaft bleibt. Das gigantische Quellenkorpus ermöglicht immer wieder neue Interpretationsansätze. Wie könnte es auch anders sein bei einem Krieg, für den es keinen einzelnen, wild entschlossenen Verantwortlichen gibt? Für 1939 wurde die Rolle des Bösen präzise zugeschrieben - für 1914 ist dem nicht so." (20.07.2014)

Aftonbladet - Schweden | 21.07.2014

Mädchen müssen Fußball wie Jungs spielen dürfen

Bei einem Beach-Fußballturnier im schwedischen Ahus sind vergangene Woche zwei Mädchen aufgefordert worden, ihr Geschlecht zu beweisen. Weil sie kurze Haare hatten und schnell und stark spielten, wurden sie von den Gegnern für Jungen gehalten. Empörend findet das die linksliberale Tageszeitung Aftonbladet und beruft sich auf die amerikanische Forscherin Iris Marion Young: "Sie schrieb, dass Mädchen von Kindesbeinen an beigebracht wird, dass ihre Körper zerbrechlicher sind als die von Jungen und sie deshalb vorsichtig sein müssen. Das trägt dazu bei, dass sich Mädchen bei physischen Aktivitäten zurückhalten. ... Wenn junge Frauen die ganze Zeit hören, dass sie nicht so stark sind wie junge Männer, wagen sie es kaum, sich Herausforderungen zu stellen. Die beiden 11-jährigen Mädchen haben sich genau gegen diese altertümliche Betrachtungsweise der Kraft und Fähigkeiten von jungen Frauen gestemmt." (21.07.2014)

The Malta Independent - Malta | 20.07.2014

UN sollten Asylanträge direkt in Afrika prüfen

Die italienische Marine hat am Sonntag nach eigenen Angaben wieder Hunderte Flüchtlinge auf dem Mittelmeer gerettet. Am Tag davor waren 19 Menschen im Inneren eines Bootes tot geborgen worden. Um derartige Tragödien zu verhindern, sollten Asylanträge bereits in Nordafrika geprüft werden, fordert die liberal-konservative Tageszeitung The Malta Independent: "Die Eröffnung eines Büros des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Libyen, das die Ansuchen von Asylwerbern prüft, bevor diese in klapprigen Booten ihre lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer antreten, wäre eine äußerst positive Entwicklung in einem Szenario, das ansonsten wie eines aus dem Wilden Westen anmutet. Jene, deren Asylantrag stattgegeben wird, würden vom UNHCR auf ganz Europa verteilt, anstatt sich selbst Richtung Malta oder Italien aufzumachen. Jene, deren Asylansuchen abgelehnt werden, könnten von Libyen aus direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden." (20.07.2014)

La Croix - Frankreich | 17.07.2014

Gaza-Krise zeigt Spaltung Frankreichs

Nach Protesten gegen Israels Angriffe auf den Gazastreifen sind gewaltbereite Demonstranten am Sonntag zu zwei Pariser Synagogen gezogen, wo ein Polizeiaufgebot Übergriffe und eine Prügelei mit jüdischen Demonstranten verhinderte. Die Intoleranz in der französischen Gesellschaft muss dringend durch eine neue Dialogbereitschaft abgelöst werden, fordert die katholische Tageszeitung La Croix: "Auf den Meinungsaustausch sollte die Entwicklung notwendiger Kompromisse folgen. Die Aggressivität zwischen gesellschaftlichen Gruppen zeigt sich nicht nur in der Verblendung derjenigen, die ihr verfallen, sondern sie ist auch Spiegelbild einer immer stärker zersplitterten und immer weniger brüderlichen Gesellschaft, die wiederum Spannungen nährt. Eine Lösung erfordert den Respekt der verschiedenen Zugehörigkeiten, damit diese die öffentliche Debatte und die nationale Gemeinschaft bereichern. Das ist nun zu einer gemeinsamen Verantwortung geworden." (17.07.2014)


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