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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

The Guardian - Großbritannien | 31.08.2014

Immer mehr Schotten träumen von Unabhängigkeit

Die öffentliche Debatte vor dem Unabhängigkeitsreferendum in Schottland in zweieinhalb Wochen hat in der dortigen Bevölkerung eine wachsende Begeisterung für Selbstständigkeit entfacht, analysiert Kolumnist Paul Mason in der linksliberalen Tageszeitung The Guardian: "Wir können festhalten, dass es der Kampagne gegen die Unabhängigkeit trotz ihrer Beständigkeit in den Umfragen nicht gelungen ist, das Referendum zu einer Abstimmung über volkswirtschaftliche Risiken zu machen. ... Wir wissen bereits, dass ein bedeutender Teil der Schotten einen Traum hat, in dem sich Staatlichkeit, soziale Gerechtigkeit und kulturelles Selbstbewusstsein in einem klaren und beliebten Projekt zusammenfügen. Der Rest Großbritanniens könnte erstaunt aber nicht überrascht sein, wenn die Begeisterung für diesen Traum genügend Menschen zu den Wahlurnen treibt, um der Kampagne für die Unabhängigkeit einen knappen Sieg zu bescheren." (31.08.2014)

The Sunday Times Ireland - Irland | 31.08.2014

Irlands Polizei darf keine Schwulenfahne hissen

Angestellte der größten Polizeidienststelle in der westirischen Stadt Limerick haben am Samstag anlässlich einer Homosexuellen-Parade die Regenbogenfahne gehisst. Derartige Solidaritätsbekundungen mit einzelnen Bevölkerungsgruppen ist nicht Aufgabe staatlicher Behörden, kritisiert die konservative Sonntagszeitung The Sunday Times: "Polizisten sollten ihre Dienststellen nicht dazu verwenden, irgendetwas anderes zu proklamieren als ihre Treue zum Staat und zur Rechtsstaatlichkeit. Es gibt nur eine Fahne, die über den Polizeistationen dieser Republik wehen sollte, und das ist nicht eine für die Rechte Homosexueller oder Transsexueller oder allein erziehender Väter und auch nicht eine für Respekt vor Vielfältigkeit. Die Armee verteidigt die Republik und steht für deren Interessen im Ausland ein. Die Polizei wiederum setzt die Rechtsstaatlichkeit durch und schützt das Wohlergehen und das Eigentum aller Bürger." (31.08.2014)

Neatkarīgā - Lettland | 29.08.2014

Lehrer sind Lettlands Helden

Nach drei Monaten Sommerferien gehen die Schüler in Lettland ab dem heutigen Montag wieder zur Schule. Die nationalkonservative Neatkarīgā lobt das Engagement der lettischen Lehrer: "Fast alle Lehrer stellen sich die Frage, ob sie den richtigen Beruf gewählt haben oder ob es vielleicht besser ist, alles über Bord zu werfen und das Land zu verlassen. In Lettland Lehrer zu sein, ist nicht einfach - das ist eine Mission. ... Der Lehrer arbeitet nachts als Wächter und geht am nächsten Tag zur Schule. Wo er nur 420 Euro im Monat verdient. Mehr wird er zukünftig auch nicht bekommen, weil Lettland momentan größere Probleme mit dem russischen Lebensmittelemgargo oder der Schweinepest hat. ... Am 1. September empfangen die lächelnden Lehrer ihre Schüler in der Klasse. Sie sind unsere Helden, weil sie mit Kleingeld als Lohn überleben können. Sie werden auch weiter hart arbeiten, damit der Staat eine Zukunft hat." (29.08.2014)

El País - Spanien | 29.08.2014

Zara mangelt es an Wissen über den Holocaust

Nach Protesten hat die Bekleidungskette Zara am Mittwoch ein Kinder-T-Shirt zurückgezogen, das stark an jüdische KZ-Häftlingskleidung erinnerte. So ein Fehlgriff darf einem Modekonzern nicht passieren, ärgert sich die linksliberale Tageszeitung El País: "Das Unternehmen hat sich entschuldigt und versichert, dass sich alles um einen Irrtum gehandelt habe. Freilich waren die Streifen nicht dieselben und auf dem Stern stand 'Sheriff' und nicht 'Jude'. Aber die Tatsache, dass das T-Shirt in den Verkauf ging, wirft ernsthafte Fragen auf. Es gibt eben Dinge, bei denen man sich besser nicht irrt. Hier geht es nicht um politische Korrektheit. Sondern darum, dass man die Bedeutung einiger Kleidungsstücke kennen sollte. Und dass man diesen Aspekt ebenso ernst nimmt wie zum Beispiel das Berechnen der Produktionskosten. Wenn niemandem die Ähnlichkeit aufgefallen ist, dann mangelt es vielleicht an Wissen über den Holocaust." (29.08.2014)

Tages-Anzeiger - Schweiz | 29.08.2014

Ebola: Westen reagiert egomanisch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit mehr als 20.000 Ebola-Infektionen, bis die Verbreitung des Virus eingedämmt wird, mehr als sechs Mal so viele Fälle wie bislang registriert. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Genf bei der Präsentation eines Notfallplans mit. Der Tages-Anzeiger verurteilt die Reaktion der internationalen Gemeinschaft: "Flüge, die medizinisches Personal und Material nach Westafrika bringen sollten, werden storniert, dringend nötige Experten und Medikamente sicherheitshalber im eigenen Land behalten. Wenn sich ein ausländischer WHO-Mann in Sierra Leone infiziert, wird gleich das ganze Labor, in dem er tätig war, geschlossen: Lieber sollen noch ein paar Hundert Westafrikaner sterben, als dass man das Leben eines weiteren Expats, eines ausländischen Experten, riskiert. Krasser kann man die egomanische Trennungslinie zwischen 'denen' und 'uns' kaum noch ziehen." (29.08.2014)

Politiken - Dänemark | 29.08.2014

Islam-Verbände müssen IS die Stirn bieten

In Oslo haben am Montag Tausende norwegische Muslime gegen Terror und Gewalt im Namen des Islam demonstriert. Die liberale Tageszeitung Politiken mahnt solch klare Stellungnahmen auch in Dänemark an: "Die muslimischen Organisationen, welche die 230.000 hier lebenden Muslime vertreten, können den Kampf gegen den Extremismus stärken, wenn sie gegen die Gräueltaten Stellung beziehen. ... Wenn sie deutlich machen, dass Abscheu gegenüber Gewalt ein einendes Element über politische und religiöse Grenzen hinweg ist, wird dies die Organisationen und den Respekt vor ihnen stärken. ... Von den Verbrechen der Terrorgruppen in Syrien und im Irak sind Muslime in höchstem Maß betroffen, und die Werbekampagnen unter jungen Männern in Europa sollten alle Alarmglocken läuten lassen. Allein aus Dänemark sind mehr als 100 Personen zum Kampf nach Syrien gereist, viele landen in den Klauen der Terrormiliz IS. Der Widerstand muslimischer Organisationen gegen IS ist daher notwendig." (29.08.2014)

24 Chasa - Bulgarien | 27.08.2014

Bulgariens Dörfer bald tolle Urlaubsziele

Drei viertel der 5.000 bulgarischen Dörfer haben seit dem Zusammenbruch des Kommunismus einen wesentlichen Bevölkerungsverlust erlitten. Das geht aus einer aktuellen Studie des Statistikamts hervor. Die Tageszeitung 24 Chasa glaubt dennoch an die Wiedergeburt des Dorfes in dem traditionellen Agrarland: "Es wird das passieren, was auch in der Toskana und Umbrien passiert ist. Nach dem zweiten Weltkrieg und infolge der italienischen Industrialisierung lebten dort kaum noch Menschen. Doch Anfang der 1970er Jahre entdeckten Italiener, Deutsche, Österreicher und andere die verlassenen Ortschaften und verwandelten sie in Urlaubsdomizile. Mit ihnen kamen die Arbeitskräfte und so kehrte das Leben in die kleinen Dörfer und Städtchen zurück. In Bulgarien ist ein ähnlicher Prozess zu beobachten, wenn auch erst im Keim. ... Es gibt jedenfalls keinen Grund zu verzagen. So wie das Leben seinem unaufhaltsamen Lauf folgt, werden auch Bulgariens Dörfer ihr Leben haben." (27.08.2014)

Pravda - Slowakei | 28.08.2014

Slowakei zu lax im Umgang mit Rechtsextremen

Die Slowakei gedenkt am Freitag des 70. Jahrestags des Slowakischen Nationalaufstands gegen Nazi-Deutschland. Während dieses Ereignis angemessen gewürdigt wird, ist der Umgang der Justiz mit aktuellen rechtsextremistischen Straftaten viel zu lax, kritisiert die linke Tageszeitung Pravda: "Wir können den Jahrestag heute würdig und mit allem Ernst begehen, der ihm gebührt. Zudem erhielten die Kämpfer des antifaschistischen Widerstands im vergangenen Jahr durch ein Gesetz die ihnen zustehende Anerkennung. ... Umso ernster ist die herablassende Haltung einiger Institutionen gegenüber der Verbreitung rechtsextremistischer Ansichten zu bewerten. Seit neun Jahren beispielsweise zieht sich die Untersuchung des Mordes an einem antifaschistischen Studenten in Bratislava hin. Zwei Jahre dauerte es, bis ein Jugendlicher aus Banská Bystrica für den Hitlergruß zu lächerlichen 200 Euro Strafe verurteilt wurde. ... Solcher Extremismus zeigt uns, dass der Aufstand bis heute eine Bedeutung hat." (28.08.2014)

Kapu - Ungarn | 28.08.2014

Ungarns Ex-Außenminister gewiss kein Held

Ungarns Außenminister zur Wendezeit, Gyula Horn, gilt in Deutschland bis heute als einer der Helden des Mauerfalls. Der Publizist György Hábel kritisiert in der Monatszeitschrift Kapu, dass Horn mit effektheischenden Mitteln vor 25 Jahren zu diesem Ruhm gelangt ist: "Horn drängte sich immerzu in den Vordergrund. Ein frappantes Beispiel dafür ist die symbolische Grenzöffnung mit seinem österreichischen Amtskollegen Alois Mock bei Sopron-Ágfalva [im Juni 1989]. ... So kam es, dass in Bezug auf die Grenzöffnung 1989 aller Ruhm Gyula Horn zufiel: Horn erhielt schon 1990 das Bundesverdienstkreuz in Deutschland, und es ist Horn, den die deutsche Presse bis heute als treibende Kraft der Grenzöffnung und Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung feiert. Der ehemalige Ministerpräsident Miklós Németh (1988-1990) indes, der hauptveranwortlich für die Grenzöffnung war, musste zwanzig Jahre warten, ehe er eine staatliche Auszeichnung in Deutschland erhielt." (28.08.2014)

Trouw - Niederlande | 27.08.2014

Auch Islamisten sollten nicht zensiert werden

Angesichts von Demonstrationen niederländischer Anhänger der Terrorbewegung IS haben die Christdemokraten ein Verbot der öffentlichen Verherrlichung von Terrortaten gefordert. Das geht zu weit, mahnt die christlich-soziale Tageszeitung Trouw: "'Verherrlichen' ist ein vager Begriff. Wenn Texte konkret werden und sie tatsächlich zu Mord aufrufen, Bevölkerungsgruppen oder Einzelne bedrohen oder Rekruten für Gewalttaten werben, dann kann man die Autoren dieser Texte ziemlich sicher mit der heutigen Gesetzgebung verfolgen. Genau wie bei anderen Formen von Extremismus sollte man hier prinzipiell großzügig sein. Giftige Gedanken müssen mit Tatsachen und Gegenargumenten bekämpft werden. ... Wie unbefriedigend das auch manchmal sein kann: Aber die Meinungsfreiheit führt manchmal zu schmerzhaften Dilemmas, für die es keine einfachen Lösungen gibt." (27.08.2014)


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