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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

De Volkskrant - Niederlande | 17.04.2014

Sozialhilfe nicht an Sprachtest koppeln

Wer nach einem Jahr kein Niederländisch spricht, muss künftig möglicherweise mit einer Kürzung der Sozialhilfe rechnen. Das geht aus einem am Mittwoch vorgelegten Gesetzentwurf hervor. Das Gesetz wird eine Farce, höhnt Kolumnist Bert Wagendorp in der linksliberalen Tageszeitung De Volkskrant: "Die Kommunen sollen die Sprachfortschritte der radebrechenden Sozialhilfeempfänger kontrollieren? Das kann ja heiter werden. Schon jetzt müssen Kommunen darauf achten, dass sich Sozialhilfeempfänger die Chance auf Arbeit nicht verspielen durch verrückte Kleidung, anrüchige Wortwahl, unangepasstes Verhalten oder andere Hindernisse. ... Wenn das Gesetz zum 1. Januar 2015 eingeführt werden sollte, dann wird die ohnehin schon undurchdringliche Bürokratie noch größer und zu einer enormen Willkür führen. Das scheint wieder so ein Gesetz zu sein, mit dem die Regierungsparteien sich [den Rechtspopulisten] Wilders vom Leibe halten wollen." (17.04.2014)

Jyllands-Posten - Dänemark | 17.04.2014

Sommerhaus-Paragraf zeigt dänische Verlogenheit

In Dänemark fordern angesichts des stagnierenden Immobilienmarktes mehrere Bürgermeister die Abschaffung der jahrzehntealten Ausnahmeregel, wonach Bürger aus anderen EU-Ländern dort keine Sommerhäuser kaufen dürfen. Die wirtschaftsliberale Tageszeitung Jyllands-Posten ärgert sich, dass die Bürgermeister auf den Widerstand ihrer selbstgefälligen Landsleute stoßen: "Kennt die Verlogenheit keine Grenzen? ... Was kommt als Nächstes? Müssen die Ausländer ihre Häuser wieder verkaufen, wenn die Krise vorbei ist und die Dänen selber wieder Lust auf ein Häuschen haben? Die Dänen müssen endlich zeigen, dass sie echte EU-Bürger sind, und sich von allen Sonderregeln und Ausnahmen verabschieden. Wenn sie dies nicht wünschen, muss die logische Konsequenz sein: Wir verlassen die EU, in dem ein von Doppelmoral geprägtes Dänemark offenbar nur nutznießendes Mitglied sein möchte." (17.04.2014)

Dagens Nyheter - Schweden | 17.04.2014

Auch Christen-Witze sind verletzend

Die schwedische Lebensmittelkette ICA hat einen vor-österlichen Werbespot zurückgezogen, in dem eine Tischrunde geschmacklose Witze über das Brotbrechen beim Abendmahl macht. In der liberalen Tageszeitung Dagens Nyheter wünscht sich Kolumnist Erik Helmerson von seinen Landsleuten mehr Rücksichtnahme auf die Gefühle gläubiger Christen: "Es macht mich ein wenig traurig, wie unbekümmert manche - in diesem Fall eines unserer bekanntesten Unternehmen - Schwedens Christen beleidigen. ... Wenn es um den Islam oder das Judentum geht, macht man sich meist ein paar Gedanken darüber, ob man tatsächlich religiöse Gefühle verletzen will, nur um ein paar Lammsteaks mehr zu verkaufen. Ich wünsche mir, dass eine ähnliche Diskussion geführt wird, wenn man christliche Themen fürs Marketing benutzt. Ein gekränkter Christ gibt keinen so viel lustigeren Witz her als ein gekränkter Muslim oder Jude." (17.04.2014)

Rzeczpospolita - Polen | 16.04.2014

Vorbild Göteborg: Weniger arbeiten, mehr leisten

Die Stadt Göteborg lässt Mitarbeiter eines Altenheims für das gleiche Gehalt nur noch sechs statt acht Stunden täglich arbeiten. Die Stadt hofft, so den Krankenstand verringern und Kosten sparen zu können. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita lobt den Vorstoß: "Die Schweden haben richtig erkannt, dass die Anzahl der geleisteten Stunden nicht automatisch etwas über die Effektivität der Arbeit aussagt. ... Aus einem OECD-Bericht geht hervor, dass die Griechen 2.000 und die Deutschen 1.400 Stunden pro Jahr arbeiten. Die Effektivität bei den Deutschen ist jedoch um 70 Prozent höher. Die Zahl der Arbeitsstunden hat folglich keine entscheidende Bedeutung. Wichtig ist, die Arbeit gut zu organisieren. Und wenn der Mitarbeiter ausgeruht und zufrieden ist, dann arbeitet er auch besser. Leider haben dies viele Arbeitgeber noch nicht verstanden." (16.04.2014)

Eesti Päevaleht - Estland | 15.04.2014

Schutz für Homosexuelle strahlt nach Russland

Das estnische Parlament berät diese Woche erstmals über das neue Partnerschaftsgesetz, das die Rechte gleichgeschlechtlicher Partner deutlich stärken würde. Gleichgeschlechtliche Ehen oder eingetragene Lebenspartnerschaften gibt es in Estland nicht. Die liberale Tageszeitung Eesti Päevaleht drängt auf eine rasche Einführung des neuen Gesetzes als Abgrenzung vom russischen Konservatismus: "Das Beispiel Russland ist nicht zufällig. Russlands ideologische Konfrontation [gegenüber westlichen Werten] ist notwendig, um die in der Ukraine überreichte Kriegserklärung an den Westen zu rechtfertigen. In dem Kampf geht es nicht nur um Territorien, sondern auch um Werte. ... In diesem Licht hat die Entscheidung, das Partnerschaftsgesetz schnell zu verabschieden, neue Dringlichkeit erhalten. ... Das neue Gesetz gibt das innere Sicherheitsgefühl, dass Estland Familie und Liebe in allen Bereichen schützt. So ziehen wir eine klare moralische Wasserscheide zum Kreml, die heute fehlt." (15.04.2014)

The Malta Independent - Malta | 14.04.2014

Homo-Ehe historische Entscheidung für Malta

Das maltesische Parlament hat am gestrigen Montag die Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft und das Adoptionsrecht für Homosexuelle beschlossen. Für die liberal-konservative Tageszeitung The Malta Independent ein längst überfälliger Schritt: "In sozialen Netzwerken kursiert derzeit folgender Vergleich: Der Ärger über die Einführung der Homo-Ehe ist wie der Ärger über jemanden, der einen Donut kauft, nur weil man selbst auf Diät ist. Das bringt es auf den Punkt. ... Menschen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung haben genauso das Recht, das ihre Partnerschaft anerkannt wird. Das gilt in jeder Beziehung - bei gemeinsamem Besitz, beim Besuch am Krankenbett oder auch nur wegen der Stabilität, die sie mit sich bringt. Vielleicht werden wir in einer nicht allzu fernen Zukunft auch sehen, wie der Name von 'eingetragener Partnerschaft' schlicht und einfach zur homosexuellen Ehe geändert wird. Warum auch nicht um alles in der Welt?" (14.04.2014)

Ziare - Rumänien | 14.04.2014

Ceaușescu wäre Rumänen lieber als heutige Elite

66 Prozent der Rumänen würden laut einer Umfrage bei der Präsidentschaftswahl im November den früheren kommunistischen Diktator Nicolae Ceaușescu wählen. Die Menschen erinnern sich vor allem wohlwollend an eine gewisse Zurückhaltung der damaligen Potentaten, erklärt das Nachrichtenportal Ziare: "Ja, die Nomenklatura in Partei und Geheimdienst war privilegiert. Der Unterschied zu den Normalbürgern war riesig. Es fehlte aber die aufdringliche Zurschaustellung. Wer Aussagen von damals hört oder liest, erfährt, dass die Mächtigen dieser Zeit, die großen Korrupten, Angst davor hatten, protzig aufzutreten. ... Kann sich jemand vorstellen, dass irgendein Bonze öffentlich mit seinen Abstechern nach Madagaskar oder Rio geprahlt hätte? Oder dass einer von ihnen sieben Wohnungen besaß? Oder Luxuskarossen, wie sie heute bei jeder Parteiklausur vorfahren? Diese Unterschiede zwischen Privilegierten und Parias, die in Wirklichkeit nicht größer sind als vor 1989, sind heute sehr offensichtlich und penetrant." (14.04.2014)

Taraf - Türkei | 11.04.2014

Falscher Umgang der Türkei mit Geschichte

Nach zehn Monaten dauernden Renovierungsarbeiten ist das Eingangstor der Universität von Istanbul wieder eröffnet worden. In der Mitte des Torbogens wurde das ursprüngliche Symbol, die Unterschrift des Sultans, wieder angebracht, das 1933 durch ein Schild mit der Aufschrift  "Türkische Republik" ersetzt worden war. Die liberale Tageszeitung Taraf kritisiert den Umgang der Türkei mit ihrer Geschichte: "Erst letzte Woche wurde das 800 Jahre alte Priesterzimmer in der zur Vefa Kilise Moschee umgewandelten Kirche in Istanbul in eine Toilette umgestaltet. Das ist das deutlichste Zeichen für die islamisch-konservative Mentalität in der Türkei und deren Sichtweise auf die Geschichte. ... Es ist wirklich sehr schwierig, unter den "Türkische Republik" Schildern zu leben, die brutal die Spuren einer jahrhundertealten Geschichte auslöschen. Genauso schwer ist es aber mit Sultanunterschriften zu leben, die im Rahmen eines 'Neuen Osmanentums' zum Vorschein kommen." (11.04.2014)

Berlingske - Dänemark | 11.04.2014

Auch in Dänemark ist Alkoholkonsum Privatsache

Die Stadt Kopenhagen und andere dänische Gemeinden haben angekündigt, dem hohen Alkoholkonsum mit so genannten Frontmitarbeitern zu begegnen. Diese sollen in Kindergärten gefährdete Eltern erkennen und beraten. Der liberal-konservativen Tageszeitung Berlingske gefällt dieses Wort Frontmitarbeiter überhaupt nicht: "Es riecht nach Totalitarismus und vermittelt gerade in diesem Jahr, in dem wir den 25. Jahrestag des Mauerfalls begehen, unbehagliche Erinnerungen an die ostdeutsche Gesellschaft. ... Wir bezweifeln nicht, dass die Idee guten Absichten entspringt. Aber wir wenden uns dagegen, dass gewöhnliche, anständige Bürger verdächtigt werden und sich vor Gemeindemitarbeitern für persönliche Angelegenheiten rechtfertigen sollen. Wie viel man trinkt, ist schlicht Privatsache." (11.04.2014)

Polityka Online - Polen | 11.04.2014

Alle schlagen politisches Kapital aus Smolensk

Die konservative polnische Regierung und die nationalkonservative Oppositionspartei PiS haben am Donnerstag, dem vierten Jahrestag der Flugzeugkatastrophe von Smolensk, jeweils eine eigene Gedenkveranstaltung organisiert. Beide werden die Erinnerung an das Unglück allein deshalb wachhalten, weil beide politisch davon profitieren, glaubt das linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online: "Der PiS-Vorsitzende [Kaczyński] hat zwar nicht mehr von einem Anschlag gesprochen. ... Doch hat er weiterhin Kumpaneien von Premier Tusk [mit dem russischen Präsidenten] angedeutet. Für die Opposition ist die Katastrophe von Smolensk ein schier unerschöpflicher Quell von Emotionen, von Vermutungen und Anschuldigungen, die sie nie aufgeben werden. Es gibt keinen Fakt, den dieses Lager nicht in Frage stellt. Und für die Regierung ihrerseits ist das ebenfalls nützlich, weil die PiS dadurch wie eine Gruppe von Unruhestiftern und Fanatikern wirkt. ... Deshalb sind beide Seiten daran interessiert, dass das Thema nicht von der Agenda verschwindet." (11.04.2014)


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