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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Karjalainen - Finnland | 27.02.2015

Russisch statt Schwedisch wäre jetzt falsch

Der Kulturausschuss des Parlaments hat am Mittwoch die Abschaffung des obligatorischen Schwedischunterrichts an Schulen abgelehnt, die in einem Bürgerbegehren gefordert wurde. Damit dürfte auch der Vorschlag vom Tisch sein, in Ostfinnland, wo russische Touristen bis zum Rubelverfall viel Geld ausgaben, Schwedisch durch Russisch zu ersetzen. Ein solcher Schritt wäre angesichts der Ukraine-Krise auch das falsche Signal, stimmt die liberale Tageszeitung Karjalainen zu: "Wenn es nur um den Wechselkurs ginge, würde sich die Lage früher oder später wieder normalisieren. Jetzt handelt es sich aber um Weltpolitik, bei der kein Silberstreifen am Horizont zu sehen ist. Der richtige Zeitpunkt, den Schwedischunterricht abzuschaffen und wenigstens teilweise durch Russisch zu ersetzen, ist schneller vorbei als zu erwarten war. Selbst eine teilweise Abschaffung zugunsten des Russischen wäre für Russland ein Imagegewinn, den es rücksichtslos ausnutzen würde. Für Finnland wäre es eine Image-Niederlage." (27.02.2015)

Eesti Päevaleht - Estland | 26.02.2015

Estnische Frauen ins Parlament

Estland liegt im Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums im Jahr 2014 auf Platz 62, beim Unterpunkt Politik sogar auf Platz 88. Der Politologe Alo Raun ruft deshalb vor den Parlamentswahlen am 1. März in der liberalen Tageszeitung Eesti Päevaleht dazu auf, mehr Frauen zu wählen: "Das Wichtigste ist die Botschaft an die Gesellschaft: Frauen an der Macht sind kein Tabuthema. Das parlamentarische Vorbild kann zur Beförderung von Frauen in Unternehmen führen und junge Frauen zu ambitionierten Entscheidungen in ihrer Berufswahl ermutigen. ... Quoten und Frauen auf den vordersten Plätzen der Kandidatenlisten der Parteien, sind eine Möglichkeit, wie man diesen Trend beschleunigen kann. Davon wurde bisher aber kaum Gebrauch gemacht. Deshalb können die Wähler selbst am besten zur Verbesserung des Geschlechtergleichgewichts beitragen - indem sie Frauen wählen." (26.02.2015)

Göteborgs-Posten - Schweden | 27.02.2015

Roma vertreiben löst keine Probleme

Schwedische Kommunalpolitiker wollen gegen illegale Roma-Lager in mehreren Großstädten vorgehen. Allein im vergangenen Jahr seien in Stockholm 27 neue Siedlungen entstanden, sagte die konservative Kommunalpolitikerin Anna König Jerlmyr am Dienstag und forderte gemeinsam mit Kollegen aus Göteborg eine schnellere Räumung. Doch damit wird das Problem nicht gelöst, meint die liberale Tageszeitung Göteborgs-Posten: "Lediglich Bettler von ihren provisorischen Wohnorten zu vertreiben, ist nur eine Art und Weise die Obdachlosigkeit zu verschieben. Das löst keine Probleme, sondern zementiert sie vielmehr. Wenn wir wirklich die Barackensiedlungen nicht haben wollen, braucht es Alternativen. Baucontainer, Campingplätze, Jugendherbergen - es gibt viele Möglichkeiten. Wenn Göteborg einfache Übernachtungsplätze zur Verfügung stellt, können wir guten Gewissens Zeltlager verbieten und verhindern, dass sie zu permanenten Slums werden." (27.02.2015)

Jyllands-Posten - Dänemark | 27.02.2015

Endlich geht Dänemark gegen Antisemitismus vor

Dänemark hat den Antisemitismus vor den Anschlägen in Kopenhagen, bei denen auch ein jüdischer Wachmann starb, zu sehr auf die leichte Schulter genommen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Jyllands-Posten: "Wo war die Debatte eigentlich, als jüdische Kinder unter Polizeischutz zur Schule gingen? Wo waren die Proteste gegen einen Bürgermeister von Kopenhagen, der Juden aufforderte, bei einem Multikulti-Festival keine jüdischen Symbole zu tragen? Es schwebte eine merkwürdige unerträgliche Leichtigkeit über den Reaktionen gegen offene antisemitische Ereignisse - bis zu den jüngsten Terrorattacken in Kopenhagen. Seitdem strömen der kleinen jüdischen Gemeinde die Sympathien des offiziellen Dänemark entgegen. Die Ministerpräsidentin ist mit dringend notwendigen und starken Worten vorausgegangen, ihr folgte die Allgemeinheit. Die Juden Dänemarks sind unser aller Verantwortung. Das scheinen die meisten nun begriffen zu haben. Es war höchste Zeit." (27.02.2015)

Politis - Zypern | 26.02.2015

Der fatale Hang der Griechen zu Symbolfiguren

In Griechenland hat der berühmte Komponist Mikis Theodorakis Premier Alexis Tsipras gebeten, sich härter für ein Ende der Sparpolitik einzusetzen. Dass sich linke Symbolfiguren in diesen Tagen in die Politik einmischen, ist symptomatisch für Griechenland - und alles andere als förderlich, kritisiert die liberale Tageszeitung Politis: "Das Land hat sich selbst zerstört, weil die Griechen ihre politischen Symbole gewählt haben, sie angebetet und zu Mythen gemacht haben, um diese schließlich regieren zu lassen. ... Die Griechen lebten stets mit Symbolen, ohne die Realität zu erkennen. Es war für sie selbstverständlich, dass wichtige Sänger, Komponisten, Schauspieler, Regisseure - oder sogar Sportler - eine Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen haben sollten. Noch bevor sie diese Meinung tatsächlich gehört haben, maßen sie ihr bereits eine besondere Bedeutung bei." (26.02.2015)

Hospodářské noviny - Tschechien | 26.02.2015

Auf Amoklauf in Tschechien folgt Populismus

Tschechien steht nach dem Amoklauf eines geistig Verwirrten unter Schock. Der Mann hatte am Dienstag in Uherský Brod im Osten des Landes acht Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Innenminister Milan Chovanec hat daraufhin ein strengeres Waffengesetz gefordert. Die wirtschaftsliberale Tageszeitung Hospodářské noviny hält dagegen: "Schärfere Vorschriften für den Waffenbesitz hätten das Massaker von Uherský Brod kaum verhindert. Von den drei größten Massenmorden in Tschechien wurde nur der letzte mit Schusswaffen verübt. ... Sehr strittig ist auch die Behauptung von Minister Chovanec, dass in Tschechien zu viele Waffen unter den Leuten seien. 780 000 Waffen kommen auf zehn Millionen Einwohner. Das ist weniger als in Deutschland und sehr viel weniger als in der Schweiz, wo bei acht Millionen Menschen 2,3 Millionen Waffen registriert sind. ... Es ist sicher gut, über die Voraussetzungen für den Waffenbesitz zu debattieren. Chovanec aber schießt populistisch aus der Hüfte." (26.02.2015)

Trud - Bulgarien | 24.02.2015

Bulgarien treibt Roma in die Arme von Terroristen

Die gescheiterte Integration der bulgarischen Roma könnte diese in die Arme islamistischer Terroristen treiben, fürchtet die Tageszeitung Trud: "In Bulgarien ist die Roma-Minderheit viel stärker marginalisiert als die der Pakistaner in Großbritannien oder der Maghrebiner in Frankreich. … Wir wissen bereits, dass der radikale Islamismus bei Bulgariens Roma angekommen ist und dass die fehlende Integration diesem Umstand in die Hände spielt. … Die Lehren, die man aus [den Terroranschlägen in] Großbritannien, Frankreich und anderen Ländern ziehen kann, sind eindeutig: Wenn die marginalisierten Minderheiten nicht integriert werden, wird sich jemand finden, der ihnen Selbstvertrauen einflößt und ihnen zeigt, dass sie wichtig und nicht 'fucking pakis', 'les beurs' oder 'dreckige Zigeuner' sind - mit dem Ziel aus ihnen Terroristen und Islamisten zu machen. Da die Integration in Bulgarien nur auf dem Papier steht, müssen wir uns in Zukunft auf Terrorismus gefasst machen." (24.02.2015)

La Croix - Frankreich | 25.02.2015

Hollande muss Juden und Muslime versöhnen

Bei einem gemeinsamen Empfang am Dienstag im Elyséepalast haben die Spitzen der jüdischen Gemeinden Frankreichs und des Muslimischen Rates einen Streit beigelegt. Sie hatten sich zuvor überworfen, nachdem der Chef der jüdischen Dachorganisation allein junge Muslime für antisemitische Gewaltakte verantwortlich gemacht hatte. Die katholische Tageszeitung La Croix fordert noch mehr Engagement von Präsident François Hollande: "Indem er öffentlich die Rolle eines Mittlers spielt, der es den Vertretern der religiösen Gemeinden ermöglicht, ihren Streit beizulegen, vermittelt er das positive Image einer republikanischen Laizität, die dazu dient, die nationale Einheit zu garantieren. Die zwei Protagonisten sind der Einladung zwar gern gefolgt und haben versprochen, im Gespräch zu bleiben. Doch die Erklärungen des Einen und die Reaktion des Anderen verdeutlichen, wie gereizt und empfindlich die Gemüter sind. Es braucht mehr als nur einen symbolischen Handschlag, um zwischen Bürgern jüdischen und muslimischen Glaubens wieder einen echten Dialog herzustellen." (25.02.2015)

Tages-Anzeiger - Schweiz | 25.02.2015

Deutsche Impfpflicht wäre kontraproduktiv

Auch nach dem Tod eines Berliner Kindes an Masern ist der Tages-Anzeiger überzeugt, dass eine Impfpflicht ebenso falsch wäre, wie Impfverweigerer als dumm zu brandmarken: "Die Nebenwirkungen sind so klein, dass Impfbefürworter glauben, sie seien vernachlässigbar. Und das ist ein Grundirrtum. Denn die Impfung war lange Zeit so erfolgreich, dass selbst Ungeimpfte nicht mehr mit Masern in Kontakt kamen. Das nennt man Herdenschutz. Psychologisch gesehen sind dadurch aber auch die Risiken der Impfung relativ zu den Krankheitsrisiken gestiegen. Die Psychologin Cornelia Betsch, die an der Universität Erfurt Impfentscheidungen erforscht, nennt deshalb Eltern, die ihr Kind nicht impfen, 'rationale Egoisten' - und zwar im positiven Sinn. … So klein sie auch sind, wenn die Risiken nicht offengelegt werden, spielt das den notorischen Impfverweigerern in die Karten - und dieselbe Wirkung hätte auch eine Impfpflicht." (25.02.2015)

Diena - Lettland | 24.02.2015

Lettischen Restaurants ist Ukraine-Elend egal

Lettische Restaurants und Kulturhäuser haben auch in diesem Jahr am 23. Februar zu Veranstaltungen zur Feier des "Tages der Verteidiger des Vaterlandes" geladen. Bis zum Ende der Sowjetunion galt dieser Tag zu Ehren der Roten Armee auch in Lettland als einer der höchsten Feiertage. Doch ihn in diesem Jahr zu feiern, ist unverschämt, meint die liberale Tageszeitung Diena: "Zu einem anderen Zeitpunkt hätten wir das gar nicht als störend empfunden, denn jeder versucht auf seine eigene Art, Kunden zu gewinnen. Aber so mit der Öffentlichkeit zu experimentieren, wenn in der Nähe ein Krieg zwischen zwei Ländern herrscht, die sich bis vor kurzem noch als Brudervölker bezeichneten, ist unverschämt. In der Ukraine werden von der sowjetischen Armee geerbte Waffen benutzt. Diesen Tag zu feiern, bedeutet moralische Unterstützung für das Elend, das heute in der Ostukraine herrscht und damit wird auch die Politik unterstützt, die dazu führt." (24.02.2015)


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