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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Agos - Türkei | 19.09.2014

USA lassen Christen in Nahost im Stich

US-Präsident Barack Obama hat sich vergangene Woche mit christlichen Patriarchen aus Syrien, dem Irak und dem Libanon getroffen, um über die Bedrohung der Christen durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu sprechen. Doch diese können von den USA kaum Hilfe erwarten, klagt die Wochenzeitung der armenischen Minderheit Agos: "So tief wie die Zerstrittenheit zwischen Russland und dem Westen ist, so weit entfernt sind die Christen des Nahen Ostens vom Westen. Der erste Grund dafür ist natürlich die Konfession. Die meisten Christen im Nahen Osten sind orthodox, im Westen dagegen protestantisch oder katholisch. ... Nun hat sich Obama mit den Patriarchen getroffen, um sein Image zu bewahren und die Geschichte auf bestimmte Weise zu schreiben. Hat das einen Vorteil gebracht? ... Werden die USA etwa die Sicherheit der Christen garantieren, indem sie den IS bombardieren?" (19.09.2014)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 19.09.2014

Ausgangssperre fragwürdiges Mittel gegen Ebola

Im Kampf gegen Ebola hat die Regierung von Sierra Leone am Donnerstag eine mindestens dreitägige generelle Ausgangssperre verhängt. Doch Quarantäne ist ein fragwürdiges Mittel gegen die Seuche, merkt die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung an: "Denunziantentum wird gefördert, die Versorgung mit Lebensmitteln erschwert. Epidemiologen geben auch zu bedenken, dass es durch den Hausarrest der ganzen Bevölkerung zu mehr anstatt zu weniger Ansteckungen kommen könnte. Aber vor allem: Was passiert mit den identifizierten Kranken? Es gibt bei weitem nicht genug Plätze und Personal in den medizinischen Einrichtungen, um die Patienten zu betreuen. Neben der Quarantäne im engeren Sinn leiden die hauptsächlich von Ebola betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea auch zunehmend unter einer Art ökonomischer Quarantäne. Die meisten Fluggesellschaften fliegen die drei Länder nicht mehr an, wirtschaftliche Projekte werden auf Eis gelegt, geplante Investitionen infrage gestellt. ... Die Weltbank rechnet bis Ende des nächsten Jahres mit Schäden in Milliardenhöhe für die Region." (19.09.2014)

Hürriyet Daily News - Türkei | 18.09.2014

Türkei zwingt Kindern Religion auf

Der Europäische Menschengerichtshof hat den türkischen Religionsunterricht am Dienstag als diskriminierend verurteilt, weil er nicht die Überzeugungen von Minderheiten respektiere. Premier Ahmet Davutoğlu verteidigte daraufhin die Praxis in türkischen Schulen als Prävention einer religiösen Radikalisierung. Die liberale Tageszeitung Hürriyet Daily News hält das für Schönfärberei: "Das türkische Curriculum ist keine 'religiöse und ethische Ausbildung' wie sein Name suggeriert. Es unterrichtet nur die sunnitische Religionspraxis und die Schüler müssen viele Kapitel des Korans auswendig lernen und in der Klasse beten, um zu bestehen. ... Kindern eine religiöse oder politische Sicht aufzuzwingen ist nicht einmal akzeptabel, wenn es die Eltern tun. Aber wenn es durch staatliche Institutionen geschieht, ist das eine klare Verletzung fundamentaler Rechte. Die Regierung sollte die gängige Praxis nicht mit den Worten schön reden, sie sei 'ein Werkzeug um Radikalismus zu bekämpfen', sondern sie sofort stoppen." (18.09.2014)

Kathimerini - Griechenland | 16.09.2014

Starrsinnige Griechen stützen Neonazis weiter

Exakt ein Jahr nach der Ermordung des griechischen Hip-Hop-Musikers und Antifaschisten Pavlos Fyssas durch ein Mitglied der Neonazi-Partei Chrysi Avgi ist diese Umfragen zufolge weiter drittstärkste Kraft. Die Griechen haben nichts aus dem Attentat gelernt, kritisiert die konservative Tageszeitung Kathimerini: "In diesem einen Jahr wurde die Theorie widerlegt, wonach die verwirrten Wähler bald wieder auf den richtigen Weg kommen würden. Eine Theorie, die vielen gerade recht kam. ... Bei der Europawahl im Mai hat jeder zehnte Wähler für diese Partei gestimmt, weil er sich mit ihr identifizierte und obwohl er ihre Ideologie und deren blutige Folgen kannte. Stur unterstützt er sie weiter, obwohl es keine Zweifel mehr gibt an den Taten der Parteiführung, der paramilitärischen Struktur der Partei und am Hass auf alles Fremde." (16.09.2014)

Polityka Online - Polen | 18.09.2014

Keine Sterbehilfe für belgischen Vergewaltiger

Ein belgisches Gericht hat dem rechtskräftig verurteilten Mörder und Vergewaltiger Frank Van Den Bleeken erlaubt, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Er machte geltend, dass er im Gefängnis "unerträgliche Qualen" leide und psychisch unheilbar sei. Zum Glück rührt sich in Belgien Widerstand gegen das Urteil, freut sich der Kirchenexperte des linksliberalen Nachrichtenportals Polityka Online, Adam Szostkiewic: "Meiner Meinung nach ist dies ein sehr riskanter Schritt bei der Sterbehilfe. Denn ist dies wirklich eine Geste der Barmherzigkeit? Und verdient der Verbrecher das überhaupt? ... Eigentlich ist Belgien ein Land mit einer katholischen Kultur. Doch verfügt es aktuell über eine der liberalsten Gesellschaften in Europa. Immerhin hat sich dort gegen die Euthanasie von Van den Bleeken auch Widerstand geregt. Man hat gemahnt, dass der Staat erst alle verfügbaren psychologischen Hilfsmittel anwenden muss. Und man hat kritisiert, dass über die Bitte des Verurteilten vorschnell entschieden worden sei. ... Ich schließe mich diesen Bedenken an." (18.09.2014)

Ziare - Rumänien | 18.09.2014

Sicherheit vor Anonymität beim Telefonieren

Das rumänische Verfassungsgericht hat in dieser Woche eine Vorschrift gekippt, wonach Käufer von Prepaid-Handykarten den Personalausweis vorzeigen müssen. Das Gericht habe dabei zu stark die Belange der Anonymität im Auge behalten und den Schutz der Allgemeinheit ignoriert, kritisiert das Nachrichtenportal Ziare: "Strenge Sicherheitschecks und wirksame Präventionsinstrumente anstatt eines Blutbads am Bukarester Nordbahnhof wie in Madrid, wo die Terroristen [bei den Anschlägen 2004] Prepaid-Karten eingesetzt haben. Polizeistaat? Nein, ein sicherer Staat für seine Bürger in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Sind Dänemark, Spanien, Italien oder Griechenland, wo Prepaid-Kunden nicht anonym sein können, etwa Polizeistaaten? Es geht nicht nur um Terrorismus, sondern auch um organisiertes Verbrechen, Entführungen oder Korruption. ... Natürlich ist Missbrauch möglich - so wie er mit persönlichen Daten der Abonnenten auch möglich ist. Aber dafür gibt es Strafen." (18.09.2014)

Trud - Bulgarien | 17.09.2014

Bulgarien kriegt Stimmenkauf nicht in den Griff

Bulgariens Übergangsregierung hat vor den Parlamentswahlen am 5. Oktober den sogenannten Stimmenkäufern den Krieg erklärt. Die Polizei soll massiv gegen organisierte Banden vorgehen, die hauptsächlich Roma Geld anbieten, um für eine bestimmte Partei zu stimmen, kündigte Innenminister Jordan Bakalov am Samstag an. Die Tageszeitung Trud glaubt ihm kein Wort: "Bei den letzten Wahlen gab es 400 Verdachtsfälle. Davon landeten 22 vor Gericht und nur einer endete mit einer Bewährungsstrafe. ... Was folgt daraus? Die Stimmenkäufer werden immer dreister. Früher gab es noch Geld, jetzt heißt es: 'Entweder ihr stimmt für uns oder wir kürzen eure Gehälter' oder 'Stimmt für uns und ihr werdet nicht gefeuert', oder 'Wir lassen euren Betrieb, eure Karriere, eure Kinder in Ruhe, wenn ihr für uns stimmt.' Eines ist klar: Wer seine Stimme verkauft, kann nur verlieren, denn er gibt die Macht den Falschen. Wer genug Grips hat, wird es sich zweimal überlegen, bevor er das tut." (17.09.2014)

Expansión - Spanien | 17.09.2014

Google-Algorithmus besser nicht offenlegen

Der US-Internetkonzern Google solle seinen Suchalgorithmus transparent machen, um zu klären, ob das Unternehmen eigene Produkte bevorzuge. Das forderte Bundesjustizminister Heiko Maas am Montag in einem Interview in der Financial Times. Doch zu viel Transparenz schmälert die Qualität der Suchergebnisse, kontert die konservative Wirtschaftszeitung Expansión: "Die Sorge der deutschen Regierung ist berechtigt. Schließlich dominiert Google innerhalb der EU 90 Prozent des Suchmaschinen-Geschäfts und verhandelt momentan mit der EU-Kommission über millionenschwere Sanktionen eben wegen solcher Art von Missbrauch. Aus Sicht der Kontrollinstanz ergibt die Forderung Sinn. Ohne Kenntnis von der Funktionsweise der Suche lässt sich die Neutralität der Ergebnisse nicht beurteilen. Kontraproduktiv könnte es hingegen sein, zu viel Transparenz zu fordern. Je öffentlicher die 'Google-Formel' wird, desto manipulierbarer würden ihre Ergebnisse durch Dritte und umso schlechter wäre die Dienstleistung." (17.09.2014)

Ziare - Rumänien | 17.09.2014

Digitale Lehrbücher sind Schnapsidee Pontas

Zum Schulbeginn am 15. September hat Rumäniens Premier Victor Ponta für digitale Lehrbücher geworben. Jedes Kind könne heute mit Computern umgehen, alle hätten ein internetfähiges Smartphone, so Ponta. Damit stößt er viele Rumänen vor den Kopf, kommentiert das Nachrichtenportal Ziare: "Wie viele heruntergekommene Dorfschulen mit Plumpsklos und ohne Steckdosen hat der Premier besucht? Wohl eher nicht so viele. Er segnet nur schöne, finanziell gut ausgestattete Schulen ab. Seine Kinder gehen wahrscheinlich auf Privatschulen, wo iPhones ganz normal sind. Aber das ist nicht das echte Rumänien. Kennt Ponta die Wahrheit nicht oder lügt er, um ein falsches Bild zu zeichnen? Beides wäre schlimm. ... Denn es ist egal, ob er keinen blassen Schimmer hat, in welchem Land er lebt, oder ob er versucht, die Wirklichkeit zu vertuschen: Ponta fordert einen Großteil der Bevölkerung heraus. Nämlich genau die Menschen, die ihm als echtem Sozialdemokraten am Herzen liegen sollten." (17.09.2014)

Cumhuriyet - Türkei | 16.09.2014

Lehrer dürfen Islamisierung nicht mitmachen

Zum neuen Schuljahr sind in der Türkei viele weiterführende Schulen in religiöse Imam-Schulen umgewandelt worden, in denen weniger Naturwissenschaften, dafür aber Koran- und Arabischunterricht auf dem Stundenplan stehen. Der Journalist Can Dündar fordert die Lehrer in der kemalistischen Tageszeitung Cumhuriyet dazu auf, sich dieser Bildungspolitik zu widersetzen: "Liebe Lehrer, Sie wissen, dass die Türkei im Bereich Bildung weit zurückgefallen ist. ... Die Regierung will mit ihrem neuesten Vorstoß in jeder Schule einen Gebetsraum einrichten, aber sie stellt nicht sicher, dass unsere Kinder nach internationalem Standard Wissenschaftler, Forscher, Erfinder, Künstler oder Literaten werden können. Lehren Sie sie noch vor dem Glauben kritisches Denken! Bringen Sie ihnen nicht bei zu gehorchen, sondern zu urteilen. Führen Sie sie nicht zu blindem Glauben, sondern zu Rationalität. Ermuntern Sie sie, die Wahrheit zu suchen und zu erreichen!" (16.09.2014)


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