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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Super Express - Polen | 26.03.2015

Kirche darf Missbrauchsfälle nicht verschweigen

Ein Vertreter der polnischen katholischen Kirche hat nicht die Pflicht, den Staatsanwalt zu informieren, wenn ihm ein Fall von Missbrauch durch einen Priester bekannt wird, hat der Sprecher der Bischofskonferenz Józef Kloch am Mittwoch gesagt. Der Chefredakteur der konservativen Tageszeitung Super Express, Sławomir Jastrzębowski, ist ganz außer sich: "Man kann mit Sicherheit sagen, dass sich damit die Kirchenvertreter selbst am meisten schaden und somit auch der gesamten Kirche. Dabei sollte ihre Strategie doch ganz einfach sein. Ihre Losung muss unbedingt 'Null Toleranz gegenüber Pädophilen' lauten. Eigentlich steht das doch schon klar im Evangelium des Heiligen Matthäus: 'Wer in einem Menschen den Glauben, wie ihn ein Kind hat, zerstört, für den wäre es noch das Beste, mit einem Mühlstein um den Hals ins tiefe Meer geworfen zu werden.' Dieses Zitat mag zwar extrem rigoros sein, doch gefällt es mir sehr." (26.03.2015)

Mladá fronta Dnes - Tschechien | 26.03.2015

Tschechien dreht wegen US-Militärkonvoi durch

Am kommenden Wochenende wird ein Konvoi hunderter US-Soldaten auf dem Rückweg von einem Manöver im Baltikum zu ihrem Standort in Deutschland Tschechien passieren. Anhänger und Gegner machen seit Tagen dafür oder dagegen mobil und verlieren dabei nach Meinung der liberalen Tageszeitung Mladá fronta Dnes jedes Maß: "Es ist bemerkenswert, welche Leidenschaften in der tschechischen Gesellschaft ein Militärkonvoi hervorruft, der von A nach B fährt. Und wie schwer sich die Anhänger der unterschiedlichen Meinungsgruppen damit tun, dass es auch Anhänger einer anderen Auffassung gibt. Manchmal scheint es, dass bereits der Dritte Weltkrieg ausgebrochen ist, der sein Epizentrum in Tschechien hat und vor allem in den sozialen Netzwerken tobt. Das reicht bis zur Wortwahl. Da ist von 'Führern' die Rede oder von 'konspirativen Gruppen'. Die Akteure dieser tragikomischen Kämpfe wähnen sich tatsächlich im Krieg. Sie sollten sich dringend ein kaltes Tuch auf die Stirn legen." (26.03.2015)

Tages-Anzeiger - Schweiz | 25.03.2015

Kampagne gegen Balkan-Einwanderer ist Unfug

Junge Männer aus Einwandererfamilien aus dem ehemaligen Jugoslawien haben an einer Schule in der Ostschweiz offenbar ihre Mitschülerinnen drangsaliert. Die Gewalt darf nicht ignoriert werden, doch das Bild der integrationsunwilligen "Balkan-Machos" stimmt nicht, meint der Tages-Anzeiger: "Die Schweiz hat nicht die falschen Ausländer rekrutiert, wie rechtsnationale Kreise behaupten, sondern mit einer falschen Migrationspolitik das Problem verschärft. Dennoch: Die Integration der Menschen aus dem Balkan verläuft schneller als jene der Italiener vor 30 oder 40 Jahren. Davon zeugen nicht nur Baufirmen, Malergeschäfte und Restaurants, die von Leuten aus dem Balkan hierzulande gegründet, geöffnet oder geleitet werden. Davon zeugen auch immer mehr Jungpolitiker, Jungakademiker und gut ausgebildete Handwerker. Sie sind ein Teil der Schweiz. Und sie werden hier bleiben. Rückschläge bei der Integration wird es immer wieder geben. Es ist aber fatal, nur Feindbilder zu bemühen." (25.03.2015)

NaTemat.pl - Polen | 25.03.2015

Reklamewände in Polen gehören abgeschafft

In Warschau gibt es zehn Mal so viele Reklametafeln wie im deutlich größeren Paris. Um etwas gegen die ausufernde Außenwerbung in Polen zu unternehmen, hat der Sejm am Freitag ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Doch auch dieses reicht nicht, findet der liberalkonservative Politiker Paweł Pisorski und empfiehlt auf seinem Blog beim Portal naTemat den Blick nach Luxemburg: "Dies ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, weil Gemeinden für das illegale Anbringen von Reklame eine Strafe von maximal 5.000 Zloty [1.200 Euro] verhängen können. … Doch müsste diese Strafe zehn oder hundert Mal so hoch sein, damit das Gesetz effektiv ist. In Luxemburg gibt es in der Öffentlichkeit überhaupt keine großformatige Werbung oder irgendwelche Reklamewände. Das Land ist zwar klein, aber wirtschaftlich weit entwickelt. Die Regelung hat man einfach so festgelegt und alle halten sich daran. Wäre es nicht besser, man würde diese Lösung übernehmen, anstatt wieder eine Reihe von neuen gesetzlichen Regelungen zu schaffen?" (25.03.2015)

taz - Deutschland | 25.03.2015

Facebook-Klage zeigt Macht der Verbraucher

Der Europäische Gerichtshof behandelt seit Dienstag eine Klage des Österreichers Max Schrems gegen Facebook und prüft, ob der US-Konzern sich an EU-Datenschutzrecht halten muss. Für die linke Tageszeitung taz illustriert der Fall zwei Dinge: "Erstens sind Verbraucher keineswegs so machtlos, wie gerne angenommen. Auch der jetzige Kläger vor dem EuGH, der Jurist Max Schrems, hatte zunächst klein angefangen und einfach mal bei Facebook die zu ihm gespeicherten Daten angefordert - und 1.200 Seiten bekommen. ... Zweitens: Wenn schon ein einzelner Nutzer so viel bewegen kann - was könnten dann erst Regierungen reißen? Gesetzgeber, die sich nicht vor vermeintlich übermächtigen Konzernen und der US-Regierung wegducken, sondern den Mut hätten, sich klar für den Verbraucher, den Bürger und dessen Rechte zu positionieren? … Das Bundesinnenministerium [jedoch] hat eine deutsche Stellungnahme im Facebook-Verfahren blockiert." (25.03.2015)

The Press Project - Griechenland | 24.03.2015

Nationalpomp ist Syriza-Regierung unwürdig

Am 25. März gedenken die Griechen des Aufstands gegen die Herrschaft der Osmanen im Jahr 1821. Dieses Jahr ist nach der Militärparade in Athen ein großes Fest geplant. Als völlig unangebracht empfindet Iasonas Triantafyllidis die Feierlichkeiten und schreibt auf dem Portal ThePressProject: "Eine progressive Regierung sollte Paraden abschaffen. Dieses veraltete Ritual, von autoritären Regimen entwickelt, ist bedeutungslos. … Erst recht im Jahr 2015. Ich wünschte, es gäbe jemanden, der ein feines Empfinden hat, aber auch den Mut, die Paraden abzuschaffen - vor allem, wenn sich diese Regierung fortschrittlich nennen will. Stattdessen werden nach der Parade am 25. März Feste und Tänze vor dem Parlament abgehalten. … Ich hoffte, so etwas würde ich nicht erleben. Würde besitzen die Menschen und die Völker, die niemandem etwas schulden und ihr Wort halten. Tänze, Feste und Paraden sind da sinnlos." (24.03.2015)

Magyar Nemzet - Ungarn | 22.03.2015

Arme Ungarn wollen wenigstens sonntags shoppen

Nach einer Gesetzesnovelle der ungarischen rechtskonservativen Regierung waren am vergangenen Sonntag zum ersten Mal die Geschäfte geschlossen. Die konservative Tageszeitung Magyar Nemzet kann dem einkaufsfreien Sonntag nichts abgewinnen: "Der Ungar mag es nicht, wenn man ihm etwas aufzwingt. ... Vielleicht deshalb, weil die Möglichkeiten bei uns ziemlich begrenzt sind, nicht bloß für die Armen, sondern auch für die untere Mittelschicht. ... Seit der Wende sind wir zwar frei, unser Leben ist jedoch existentiell eingeschränkt. Der österreichische Rentner hat die Qual der Wahl zwischen einer Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer oder einer Reise nach Prag, während der ungarische Rentner allenfalls die Wahl zwischen Schinken und Speck hat. Unsere Politiker sollten wissen, dass in einer Gesellschaft, wo die Menschen kaum Entscheidungsmöglichkeiten haben, die Toleranzgrenze sehr niedrig ist." (22.03.2015)

Zaman - Türkei | 19.03.2015

Deutsches Kopftuch-Urteil ist vorbildlich

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vergangene Woche, laut dem Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen dürfen, ist im Namen der Glaubensfreiheit vorbildlich, lobt die islamisch-konservative Tageszeitung Zaman: "Das Kopftuch ist in Deutschland mittlerweile zu einem so normalen Glaubenssymbol wie das Kreuz geworden. ... Laut Verfassung ist der Staat verpflichtet, die Glaubensfreiheit der Bürger und ihre Ausübung des Glaubens zu garantieren. Um diese Verpflichtung zu erfüllen, muss der Staat allen Glaubensrichtungen mit gleichem Abstand gegenüberstehen. ... Diese Bedingungen des nicht laizistischen Deutschlands stellen die Situation in der eigentlich laizistischen Türkei in Frage. Wie Sie wissen ist die laizistische Türkei nicht neutral. Der Staat ignoriert andere Glaubensgruppen, grenzt sie sogar aus. ... Da die Gerichte in Deutschland bei der Auslegung der Grundrechte sensibel sind, ist eine Willkür wie in der Türkei fast unmöglich." (19.03.2015)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 19.03.2015

EZB trägt Mitschuld an Ausschreitungen

Anlässlich der Eröffnung des neuen EZB-Hauptsitzes kam es am Mittwoch bei Protesten gegen die Sparpolitik in Frankfurt zu heftigen Ausschreitungen. Die Zentralbank ist an der Wut nicht ganz unschuldig, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Die EZB traut sich zu viel zu. EZB-Chef Draghi verspricht, er könne genügend tun, um alle Krisenländer im Euro-Raum zu behalten. In Frankfurt wird hinter verschlossenen Türen darüber beraten, ob Banken der Kredithahn zugedreht und damit das überschuldete Griechenland in die Zahlungsunfähigkeit gedrängt werden soll. In zu vielen politischen Fragen ist der entscheidende Akteur die EZB, die unabhängig und unpolitisch handeln sollte. … Es ist dann auch keine grosse Überraschung mehr, wenn Rufe nach einer Politisierung der Zentralbank lauter werden. Die inkonsistente Konstruktion der Währungsunion macht diese leider immer offensichtlicher zu einem Spaltpilz statt zu einem friedensfördernden Integrationsprojekt." (19.03.2015)

Večernji List - Kroatien | 19.03.2015

Frankfurter Krawalle zeigen Versagen der Linken

Die Krawalle bei der EZB-Einweihung in Frankfurt sind der Beweis, dass die europäische Linke am Ende ist, wettert die konservative Tageszeitung Večernji List: "Bei so manchem werden die Bilder des brennenden Frankfurts revolutionäre Traumbilder entflammen, in denen wir an der Schwelle zur europäischen Revolution stehen. Doch daraus wird nichts. Ganz im Gegenteil beweisen diese so oft wiederholten gewalttätigen Proteste der Linken, dass alles in bester Ordnung ist. Denn Gewalt und Brandsätze waren nie Ausdruck von Stärke, sondern von Schwäche, Hoffnungslosigkeit und Ideenarmut der europäischen Linken. ... Die Demonstranten wollen ihre Solidarität mit dem griechischen Volk und seiner radikalen Führung beweisen, sagen sie. Die griechische Revolutionsregierung steckt fest und diese Demonstrationen bezeugen, dass der revolutionäre Antiklimax die ganze europäische Linke erfasst hat. Und das wäre vollkommen in Ordnung." (19.03.2015)


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