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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

De Volkskrant - Niederlande | 30.07.2014

Greenpeace-Chefs zerstören einstigen Rebellenclub

Nachdem immer wieder Berichte über umstrittene Geldanlagen und unnötige Flugreisen öffentlich wurden, wächst der Druck auf die Chefetage der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Mitglieder fordern den Rücktritt der Direktion, doch auch das wird das Problem nicht lösen, warnt die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Wer sich so deutlich von der großen bösen Welt abheben will, muss auch bei sich selbst die Messlatte hoch legen. Und hier hat Greenpeace deutlich versagt. Die Greenpeace-Leitung hat mit ihrer Geldanlagepolitik und ihrem Reiseverhalten nicht nur gegen die Glaubenssätze der grünen Kirche verstoßen. Sie hat dann auch noch verkrampft auf die interne Kritik reagiert. ... Mit der geforderten Entlassung der Direktoren ist aber das eigentliche Problem von Greenpeace nicht gelöst: die Institutionalisierung eines Rebellenclubs. Die Organisation macht noch immer die gleichen Aktionen wie in den Anfangsjahren, aber sie ist inzwischen größer und erfolgreicher geworden, als es ihr gut tut." (30.07.2014)

Dagens Nyheter - Schweden | 29.07.2014

Boko Harams bestialischer Kampf gegen die Zeit

Die militante nigerianische Sekte Boko Haram bedroht jetzt auch die Sicherheit im Nachbarland Kamerun. Am Wochenende töteten die Islamisten bei Kämpfen mehrere Menschen und entführten die Frau des Vize-Premiers sowie einen Bürgermeister. Die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter reagiert mit Abscheu: "In seiner totalen Rücksichtslosigkeit und seinem Fanatismus erinnert Boko Haram an Isil im Irak. Die Fundamentalisten wollen die Gesellschaft einfrieren und die herrschende Unordnung verbannen. Das Streben nach diesem paradiesischen Zustand rechtfertigt für sie jedwede Bestialität. Diese Tendenz existiert in weniger extremen Formen vielerorts in der Welt. Doch es ist ein Kampf gegen die Zeit. ... Auch Nigeria gerät langsam in den Sog von Globalisierung und Modernisierung. Auf lange Sicht kann Boko Haram schwerlich siegen. Für die Tausenden von Unschuldigen, die täglich vom Vormarsch der Sekte betroffen sind, ist das freilich ein schwacher Trost." (29.07.2014)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 30.07.2014

Jukos-Urteil Paradebeispiel für Schattenjustiz

Das Jukos-Urteil vom Montag mag Genugtuung bei den Begünstigten auslösen, es wirft aber auch ein Schlaglicht auf die Macht internationaler Schiedsgerichte, warnt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Schon jetzt ist mit den Schiedsgerichten unbemerkt von der Öffentlichkeit eine machtvolle Instanz jenseits nationaler Gerichte entstanden. Die Anzahl der Klagen vor internationalen Tribunalen hat sich in den vergangenen 20 Jahren verzehnfacht. ... Der Fall des Tabakkonzerns Philip Morris, der ein Land wie Australien wegen strengerer Rauchervorschriften vor ein Schiedsgericht zerrte, ist nur eines von vielen Beispielen. ... Angesichts der wachsenden Bedeutung von Schiedsgerichten wird zum immer größeren Problem, dass sie selbst kaum einer Kontrolle unterliegen. ... Der Fall Jukos und der Rekord-Schadenersatz von Den Haag werden so auch zur Mahnung für westliche Politiker, den Einfluss von Schiedsgerichten zu begrenzen. Sie schränken die Souveränität von Demokratien auf bedenkliche Weise ein." (30.07.2014)

Večernji List - Kroatien | 29.07.2014

Gaza-Krieg spaltet Bosnien

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Gaza haben Bosnien und Herzegowina in zwei nationale Lager gespalten, kritisiert die konservative Tageszeitung Večernji List: "Die serbischen Politiker in Bosnien stehen so fest an der Seite Israels wie noch nie. Sie unterstützen die Angriffe auf Gaza so bedingungslos, dass sich der israelische Präsident verpflichtet fühlte, sich bei ihnen dafür sogar offiziell zu bedanken. ... Seit Jahren nutzen die bosnischen Serben ihre Beziehungen zu Tel Aviv und versuchen, über das jüdische Lobby-Netzwerk ihr negatives Image in der Welt zu verbessern. ... Die muslimischen Bosniaken hingegen sind aufgrund ihrer eigenen leidvollen Erfahrungen sensibilisiert für das Leiden von Muslimen weltweit. Sie kritisieren offen die Israelis und vergleichen deren Angriff auf Gaza mit der Belagerung Sarajevos durch die Serben [1992 bis 1995]. Je weiter sich der Konflikt in Gaza zuspitzt, desto schwieriger wird die Situation in Bosnien." (29.07.2014)

Lietuvos rytas - Litauen | 29.07.2014

Geldgeschenke an Ärzte legalisieren

Wie in einigen anderen osteuropäischen Ländern sind Geldgeschenke von Patienten an Ärzte auch in Litauen eine gängige Praxis, die sich nicht ausrotten lässt. Der Kolumnist Andrius Užkalnis schlägt in der liberalen Tageszeitung Lietuvos rytas vor, sie einfach zu legalisieren: "Die Ärzte sind unzufrieden mit ihren Gehältern. ... Die Patienten sind unzufrieden mit den Ärzten. Der Staat kann den Ärzten nicht mehr zahlen, weil die Menschen nicht mehr Steuern zahlen wollen. Deswegen bezahlen die Kranken die Ärzte in bar, wenn sie eine bessere Dienstleistung erhalten wollen. ... Die einfachste Lösung wäre, das derzeit funktionierende System zu legalisieren. Einfach zuzugeben, dass ein Arzt für eine minimale staatliche Entlohnung die nötigsten Dienstleistungen auch für zahlungsunfähige Patienten erbringt und sich dann zusätzliche Einnahmen von zahlungsfähigen Patienten beschafft, mit denen er persönlich die Tarife vereinbart. ... Finden Sie, das klingt radikal? All das findet aber bereits heute statt, in einem Krankenhaus in Ihrer Nähe." (29.07.2014)

Contributors.ro - Rumänien | 29.07.2014

Kein Wahlrecht für Rumäniens Analphabeten

In Rumänien leben laut offiziellen Angaben rund 300.000 Analphabeten. Weil sie auch Wahlen und Politik beeinflussen, sollte man einmal über eine drastische Änderung des Wahlrechts nachdenken, kommentiert Ciprian Ciucu im Blogportal Contributors.ro: "Wir sind doch Gefangene des allgemeinen Wahlrechts und des Populismus der Politiker. Ohne ein Zensuswahlrecht oder minimale Bildungsvoraussetzungen sind wir gefangen in einer ewig populistischen Demokratie. ... In dieser bleibt Politikern nichts anderes übrig, als zu manipulieren und zu lügen. Sonst wären sie ja Idioten. Ist jemand da, den sie belügen können, werden sie lügen. Ist jemand da, den sie austricksen können, werden sie tricksen. Denn warum sollten sie hundert Weise überzeugen und aufklären, ihnen Antworten geben und ihre Kritik akzeptieren, wenn sie Hunderttausende, die über die Aufgaben der Politiker nach den Wahlen keinen blassen Schimmer haben, für dumm verkaufen können?" (29.07.2014)

Le Journal du Centre - Frankreich | 29.07.2014

Hollande schlachtet Flugzeugabsturz in Mali aus

Frankreichs Präsident François Hollande hat den Absturz einer Air-Algérie-Maschine in Mali, bei dem vergangene Woche 118 Menschen starben, darunter 54 Franzosen, zur Chefsache gemacht. Nach mehreren öffentlichen Ansprachen verhängte er am Montag drei Tage Staatstrauer. Die Regionalzeitung Le Journal du Centre hält das für übertrieben: "Mit Sicherheit war es nicht die Aufgabe eines Staatschefs, sich um alles zu kümmern, bis hin zu den Details der Rückführung der Leichen, zur Trauerbeflaggung und zur Bergung der Flugschreiber. Besser hätte er nicht eingestehen können, dass er auf niemanden sonst zählen kann. Diese Zurschaustellung von Mitleid war nicht unbedingt gerechtfertigt. ... Nicht gerechtfertigt und noch dazu gefährlich, da seine Gegner ihn daran erinnern werden, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt ebenso nach außergewöhnlichen Entscheidungen verlangen." (29.07.2014)

De Morgen - Belgien | 28.07.2014

Gaza-Krieg darf Belgien nicht spalten

Auch in Belgien ist es bei Protesten gegen den Krieg in Gaza zu antisemitischen Handlungen gekommen. Die linksliberale Tageszeitung De Morgen warnt vor einer zunehmenden Polarisierung im Land: "Der stille Exodus jüdischer Bürger aus Belgien nimmt zu. Weil sie Angst haben im eigenen Land. Wenige Wochen, nachdem im Jüdischen Museum in Brüssel vier Menschen ermordet wurden, dürfen wir diese Alarmsignale nicht ignorieren. Gleichzeitig war es wenig ermutigend, dass gestern pro-israelische Demonstranten in Brüssel dem Wir-Sie-Denken Ausdruck verliehen, indem sie Kerzen nur für 'ihre' gefallenen Soldaten anzündeten. Die wachsende Kluft zwischen beiden Parteien unterstreicht mehr als je zuvor die Verpflichtung unserer Politiker und der Zivilgesellschaft, noch ernsthafter in den Dialog zwischen Muslimen und Juden und in den Kampf gegen jede Art von Extremismus zu investieren. Bevor neue Opfer fallen." (28.07.2014)

Népszabadság - Ungarn | 26.07.2014

Besetzungsdenkmal macht Ungarn nachdenklich

Die Proteste gegen das auf dem Budapester Freiheitsplatz aufgestellte Denkmal zum Gedenken an die Besetzung Ungarns durch Nazi-Deutschland am 19. März 1944 reißen nicht ab. Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság weist darauf hin, dass sich unmittelbar vor dem umstrittenen Denkmal symbolische Gegenstände des Protests häufen, die dem Mahnmal eine neue Bedeutung verleihen: "Nicht das Denkmal wird von den Passanten in Augenschein genommen, sondern das, was davor liegt: ein riesiger Spiegel, ein Ort der Selbstreflexion. Schuhe, die an die Schuhe an der Donau erinnern [ein Mahnmal für die vielen Juden, die an der Donau ermordet wurden], Ledermäntel, Fotos, Namen, Steine. Auf einem der Steine stehen zwei Namen: Gyuri und Valika. ... Das Denkmal lebt. Nicht aus eigener Kraft, sondern mittels der Politik. Menschen kommen und legen vor dem Denkmal Gegenstände nieder. Und wir wissen, dass heute noch immer jemand um einen Gyuri und eine Valika trauert." (26.07.2014)

Le Monde - Frankreich | 25.07.2014

Christenvertreibung verstümmelt arabische Welt

Die christliche Minderheit ist aufgrund heftiger Drohungen der Terrorgruppe Isil aus der irakischen Stadt Mossul geflohen. Die Vertreibung ist nicht nur ein Drama für die Christen, analysiert die linksliberale Tageszeitung Le Monde: "Ein Teil der Geschichte wird ausgelöscht und von den Umwälzungen dieses Jahrhunderts im Nahen Osten hinweggefegt, denn diese Region ist einer äußerst rückschrittlichen politisch-religiösen Krise ausgeliefert. ... Die christliche Minderheit verlässt die gesamte Region, Ausnahme ist der Libanon. Sie ist Opfer des immer stärker werdenden politischen Islams und der Kriege, die die arabische Welt verwüsten. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und eines politischen Klimas, das von Intoleranz und Fanatismus geprägt ist, wird sie ins Exil gedrängt. Die christlichen Araber sind nicht die einzigen Opfer dieser religiösen Säuberung: Es ist die gesamte arabische Welt, die sich hier selbst verstümmelt." (25.07.2014)


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