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Gesellschaft

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GESELLSCHAFT

Jutarnji List - Kroatien | 02.09.2015

Ungarn vergisst eigene Migrationsgeschichte

Ungarn schließt seine Grenze zu Serbien mit einem Zaun und vergisst damit seine eigene Geschichte, meint der Journalist Inoslav Bešker in der liberalen Tageszeitung Jutarnji List. Er erinnert daran, dass viele Ungarn nach dem Aufstand gegen die sowjetischen Besatzer 1956 ins Ausland flohen und auf Asyl angewiesen waren: "Unter denen, die Orbán heute lauthals unterstützen, gibt es bestimmt einige ältere, die sich daran erinnern können, was Solidarität mit ungarischen Flüchtlingen bedeutet, nicht nur in Dalmatien, sondern vor allem in Österreich, in Frankreich (wo ein Ungar auch Präsident werden konnte) und anderen Ländern. ... Darunter wird es auch welche geben, die dies noch selbst erlebt haben. Mit welchem Recht benimmt sich Ungarn nun auf diese Weise gegenüber Flüchtlingen, die vor dem Krieg fliehen? ... Ich schäme mich für die ungarische Regierung, die den 'heiligen Egoismus', wie Mussolini es nannte, schamlos auf ihre Tore geschrieben hat." (02.09.2015)

El País - Spanien | 02.09.2015

Papst zeigt Mitgefühl bei Thema Abtreibung

Papst Franziskus erleichtert Frauen für ein Jahr die Absolution nach einer Abtreibung. Diese sollen zwischen Dezember 2015 und November 2016 nicht nur Bischöfe, sondern auch gewöhnliche Priester erteilen dürfen, wie das Kirchenoberhaupt am Dienstag ankündigte. Ein positiver Richtungswechsel, freut sich die linksliberale Tageszeitung El País: "Bergoglio lädt die Katholiken zu einem neuen Umgang mit Frauen ein, die sich für eine Abtreibung entscheiden. Er verlässt den bisherigen Pfad eines verurteilenden Sprachgebrauchs und nähert sich dem Thema auf eine überraschend mitfühlende Art. In diesem Sinn handelt es sich um eine gute Nachricht. Denn bei einem so polemisch debattierten Thema ist es immer gut, wenn es führende Stimmen gibt, die dazu einladen, sich in die Situation des anderen zu versetzen, statt ihn zu verurteilen." (02.09.2015)

Verslo žinios - Litauen | 01.09.2015

Litauens Todesstrafe für Zigarettenschmuggler

Ein litauischer Grenzbeamter hat am Donnerstag einen 18-Jährigen erschossen, der gemeinsam mit Komplizen eine große Zahl Zigaretten über die litauisch-belarussische Grenze bringen wollte. Die Wirtschaftszeitung Verslo žinios ist empört über den Vorfall: "Schmuggel ist ein wirtschaftliches Verbrechen. Obwohl die Beamten des Grenzschutzamts und des Zollamts behaupten, an den Grenzen finde 'ein echter Krieg statt', wissen wir nicht, was dies wirklich bedeutet. ... Selbst wenn [der erschossene] Edgaras Balčius der Besitzer der Schmuggelzigaretten war, selbst wenn er ein Regionalboss im Schmuggelgeschäft oder der Schmuggelkönig von ganz Litauen war - hat er dann die Todesstrafe verdient? Sie können sagen, dies sei keine Todesstrafe, sondern ein Zufall. Doch warum sollte dies ein Zufall sein, wenn jedes Jahr eine zweistellige Zahl von Schüssen an der Grenze gezählt wird?" (01.09.2015)

NRC Handelsblad - Niederlande | 01.09.2015

Niederlande haben ein Rassismus-Problem

Der UN-Ausschuss gegen Rassismus hat die Niederlande am Freitag ermahnt, Rassismus stärker zu bekämpfen. Das ist gerechtfertigt, mahnt die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad: "Wer die Liste der Kritik liest, kann das bekannte Bild 'Niederlande = Vorbild' vergessen. Und ja, auch der Zwarte Piet wird genannt. Dazu sagt der Ausschuss zu Recht, dass 'tief verankerte kulturelle Traditionen' keine Rechtfertigung für Diskriminierung und negative Stereotype sind. Entscheidend sei, dass viele Menschen afrikanischer Herkunft den Zwarte Piet als beleidigenden Hinweis auf die Sklavereivergangenheit wahrnehmen. ... Der Zwarte Piet ist schon lang ein Stein des Anstoßes und ein Kern der Rassismusdebatte. Wegschauen zeugt nicht von politischem Feingefühl, Staatseingriffe sind unerwünscht. Aber so tun, als ob Piet kein Problem sei, auch nicht. Dafür ist es zu spät." (01.09.2015)

Trud - Bulgarien | 31.08.2015

Muslimische Flüchtlinge verstecken ihren Glauben

Aus Angst vor Ablehnung ihrer Asylanträge verleugnen muslimische Flüchtlinge aus Syrien häufig ihre Religionszugehörigkeit, klagt Journalist Nidal Hlaif in der Tageszeitung Trud: "Bei meinen Besuchen in den Flüchtlingslagern fiel mir auf, dass christliche Flüchtlinge demonstrativ große Kreuze tragen, weil sie glauben, dass sie dadurch mehr Verständnis, Sympathie und Privilegien bekommen. Einige muslimische Flüchtlinge haben aufgehört zu beten und zu fasten, weil sie Angst haben, dass man sie für Islamisten hält und ihr Asylantrag abgelehnt wird. Andere zeigen demonstrativ, dass sie weltlich eingestellt sind, indem sie Alkohol trinken und zu Prostituierten gehen. Am interessantesten fand ich, dass ein Großteil der Flüchtlinge in Interviews behauptet, dass sie vor dem IS geflüchtet sind, obwohl er in ihrer Region nie vorgedrungen ist. Dahinter steckt der Glaube, dass sie im christlichen Europa leichter aufgenommen werden, wenn sie sich als Opfer des IS ausgeben als wenn sie sagen, dass sie vor dem Regime flüchten." (31.08.2015)

Gość Niedzielny - Polen | 01.09.2015

Solidarność verdient nationalen Feiertag

Polen hat am Montag den 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Danziger Abkommens gefeiert, das die damalige Untergrundbewegung Solidarność legalisiert hat. Der 31. August sollte künftig ein nationaler Feiertag sein, fordert das katholische Portal Gość Niedzielny: "Die Vereinbarungen vom August waren die Krönung des ersten Akts der Erhebung der Solidarność, die in die Freiheit geführt hat. Wir waren damals vereint, voller Enthusiasmus und noch nicht zerstritten. Im Gegenteil: Gemeinsame Ziele haben uns ganz einfach zusammengeschweißt. Und diese waren sehr klar: Es ging um die persönliche Freiheit, die Unabhängigkeit Polens und die gesellschaftliche Gerechtigkeit. ... Die Solidarność war nicht nur in der Geschichte Polens etwas Besonderes, sondern auch weltweit. ... Eine solche positive Revolution ist etwas Außergewöhnliches. Wir sollten sie nicht nur zu schätzen wissen, sondern auch darauf stolz sein und es anderen als positives Beispiel zeigen." (01.09.2015)

Sözcü - Türkei | 31.08.2015

Türkische Familienministerin zu konservativ

Die neue Familien- und Sozialministerin in der Übergangsregierung, Ayşen Gürcan von der islamisch-konservativen AKP, ist die erste Kopftuch tragende Ministerin in der Geschichte der Türkei. Ihre Kleidung sollte nicht interessieren, problematischer ist Gürcans Geisteshaltung, die sie auf Twitter verbreitet, meint Kolumnistin Rahşan Gülşan in der kemalistischen Tageszeitung Sözcü: "Der merkwürdigste ihrer Gedanken ist für mich, dass es notwendig sei, die Frauenfrage innerhalb der Familie zu lösen. ... Ihre konservative Haltung zum Frauenthema, die einer Liebe zur Scharia gleichkommt, hat mich erschreckt. ... Denn sie wird uns zwei Monate lang alle vertreten. Ob Transvestiten, Atheistinnen, Frauen mit weitaus anderen moralischen Werten oder Alevitinnen, sie wird alle Frauen dieses Landes vertreten. Doch soweit ich sehen kann, sind ihr Lebensarten außerhalb ihres religionsbestimmten Horizonts sehr fremd. Das ist das eigentlich unangenehme." (31.08.2015)

Tages-Anzeiger - Schweiz | 31.08.2015

Dialog mit Flüchtlingsfeinden unrealistisch

Deutschland wird sich daran gewöhnen müssen, dass ein Dialog mit rassistischen Demonstranten vor Flüchtlingsunterkünften nicht möglich ist, meint der linksliberale Tages-Anzeiger: "Die Fremdenhasser und Wutbürger wollen nämlich gar nicht reden und gehört werden, sondern nur recht bekommen. Die Politiker wiederum können nur darauf beharren, dass Recht und Gesetz auch für Fremdenfeinde gelten. Und dass sich ausserhalb der Gesellschaft stellt, wer Grundsätze der Mitmenschlichkeit missachtet. ... Deutsche Politik wird auf absehbare Zeit damit leben müssen, dass ein Teil der Bevölkerung sie verabscheut. Unter den Fremdenfeinden werden die Gefühle der Ohnmacht weiter zunehmen, bis diese sich in immer heftigeren Gewaltakten entlädt oder aus der radikalen Minderheit eine politische Mehrheit wird. Das Erste ist wahrscheinlicher als das Zweite. Beides bringt Deutschland in Gefahr." (31.08.2015)

Kettős Mérce - Ungarn | 28.08.2015

Angst vor IS-Migranten unangebracht

EU-Sicherheitsexperten haben in der vergangenen Woche beschwichtigt, es sei unwahrscheinlich, dass IS-Terroristen unter den nach Europa kommenden Flüchtlingen sind. Auch der Blogger Krisztián B. Simon hält dies auf dem Blogportal Kettős Mérce für keine große Bedrohung: "Nichts ist ausgeschlossen, doch wäre es von einer Terrororganisation eine ziemlich idiotische Idee, ihre Leute mehrere tausend Kilometer ohne Waffen zu Fuß auf den Weg zu schicken, während sie ihren personellen Nachschub gerade aus Europa zu rekrutieren versucht. Ebenso töricht wäre es, wenn sich ein Terrorist seinen Fingerabdruck direkt von den Behörden abnehmen ließe (ist dies doch für Flüchtlinge, die in Europa angekommen sind, ein Muss). Andererseits haben wir Geheimdienste und Asylverfahren, die helfen, Personen, die Terrorattentate im Schilde führen, dingfest zu machen. Und noch etwas: Es ist mitnichten unsere Pflicht, solchen Personen Asyl zu gewähren." (28.08.2015)

Politiken - Dänemark | 28.08.2015

Neues Studienfach ebnet Weg zu dänischem Islam

Die Theologische Fakultät der Universität Kopenhagen will das Studienfach Islamische Theologie einführen. Die linksliberale Tageszeitung Politiken begrüßt diese Entscheidung: "Die Wunschvorstellung der Politiker ist, dass der moderate Islam in Dänemark auf diese Weise gestärkt wird. Vielleicht bewahrheitet sich das, auch wenn die Einführung des Faches natürlich keine Garantie dafür ist, dass die Zahl der Extremisten in Dänemark geringer wird. ... Mit der Initiative streckt man eine Hand aus in Richtung der moderaten Muslime, die die große Mehrheit der Muslime in Dänemark darstellen. Für ethnische Dänen bietet die Initiative zudem eine Möglichkeit, dem Islam mit größerem Verständnis zu begegnen. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Dialog zwischen Religionen am besten auf der Grundlage von Wissen funktioniert. Eine dänische Studienrichtung Islamische Theologie kann die Umstellung von der Mono- zur Multikultur erleichtern." (28.08.2015)


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