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Kultur

KULTUR

Tages-Anzeiger - Schweiz | 25.11.2014

Vorbildlicher Umgang mit Nazi-Raubkunst

Das Berner Kunstmuseum hat das Erbe des Münchener Kunstsammlers Cornelius Gurlitt angenommen. Die Lösung, die das Museum zusammen mit deutschen Behörden gefunden hat, ist vorbildlich für den Umgang mit Nazi-Raubkunst und zeigt, dass Deutschland und die Schweiz in der Lage sind, konstruktiv zusammen zu arbeiten, lobt der Tages-Anzeiger:  "[Es ist] vorbildlich, dass Deutschland und die Schweiz wieder einmal gemeinsam eine rasche und ­unkomplizierte Lösung ge­funden haben. Das war in der ­Vergangenheit, etwa beim ­Steuerstreit, nicht immer so. Bei anderen offenen Fragen, etwa dem Anflugregime auf den Flughafen Zürich, ist man von einer Einigung weit entfernt. Im Fall Gurlitt half, dass keine wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund standen, die Bewältigung der Geschichte ist ebenso wichtig." (25.11.2014)

Protagon - Griechenland | 19.11.2014

Kunst ist Brücke zwischen Deutschen und Griechen

Die Documenta, eine der weltweit wichtigsten Ausstellungsreihen zeitgenössischer Kunst, soll 2017 neben ihrem ursprünglichen Austragungsort Kassel auch in Athen stattfinden. Das Webportal Protagon meint, dass das eine gute Gelegenheit ist, Stereotype der Deutschen gegenüber Griechenland aufzubrechen: "Hier liegt vielleicht der Wert von documenta 14, neben ihrer künstlerischen Bedeutung. Auf der einen Seite könnten die Griechen aufwachen und merken, welch kulturelle, touristische, diplomatische und wirtschaftliche Chance ihnen gegeben wird. Auf der anderen könnten die Deutschen sich von Stereotypen frei machen, mit denen die deutschen Medien sie in der Krise überschwemmt haben. Statt eine weitere deutsch-griechische Konfrontation heraufzubeschwören, kann die Veranstaltung eine Brücke zu mehr Verständigung und Akzeptanz schlagen." (19.11.2014)

Der Tagesspiegel - Deutschland | 11.11.2014

Mauerkreuze dürfen für Protest genutzt werden

Eine Künstlerinitiative hat eine Kontroverse ausgelöst, weil sie Gedenkkreuze für Mauertote vor dem Kanzleramt in Berlin entfernt hat, um sie bei einer Protestaktion gegen die Flüchtlingspolitik der EU zu verwenden. Der liberale Tagesspiegel verteidigt die Aktion als künstlerische Provokation: "Nicht nur in Berlin, auch in Europa sind die Mauern gefallen. Doch um Europa herum, zumindest an den Rändern der EU, sind neue Mauern und Stacheldrahtzäune entstanden. Diesmal als Abwehr ... Kunst ist keine Geschmacksfrage, und die Berliner Kreuzgeschichte mag als Instrumentalisierung der Toten pietätlos erscheinen. Doch zynisch ist sie nicht. Zynisch wirkt, dass die EU auch auf deutsches Betreiben den Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer soeben reduziert. Unfähig wirkt, dass die Bundesregierung eine Neuordnung der europäischen Flüchtlingspolitik – mit ihren ungleichen Aufnahmezahlen (Deutschland 2014 über 150.000 Asylsuchende, Großbritannien knapp 30.000) – nicht endlich zur Chefsache macht." (11.11.2014)


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