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Kultur

KULTUR

Protagon - Griechenland | 19.11.2014

Kunst ist Brücke zwischen Deutschen und Griechen

Die Documenta, eine der weltweit wichtigsten Ausstellungsreihen zeitgenössischer Kunst, soll 2017 neben ihrem ursprünglichen Austragungsort Kassel auch in Athen stattfinden. Das Webportal Protagon meint, dass das eine gute Gelegenheit ist, Stereotype der Deutschen gegenüber Griechenland aufzubrechen: "Hier liegt vielleicht der Wert von documenta 14, neben ihrer künstlerischen Bedeutung. Auf der einen Seite könnten die Griechen aufwachen und merken, welch kulturelle, touristische, diplomatische und wirtschaftliche Chance ihnen gegeben wird. Auf der anderen könnten die Deutschen sich von Stereotypen frei machen, mit denen die deutschen Medien sie in der Krise überschwemmt haben. Statt eine weitere deutsch-griechische Konfrontation heraufzubeschwören, kann die Veranstaltung eine Brücke zu mehr Verständigung und Akzeptanz schlagen." (19.11.2014)

Der Tagesspiegel - Deutschland | 11.11.2014

Mauerkreuze dürfen für Protest genutzt werden

Eine Künstlerinitiative hat eine Kontroverse ausgelöst, weil sie Gedenkkreuze für Mauertote vor dem Kanzleramt in Berlin entfernt hat, um sie bei einer Protestaktion gegen die Flüchtlingspolitik der EU zu verwenden. Der liberale Tagesspiegel verteidigt die Aktion als künstlerische Provokation: "Nicht nur in Berlin, auch in Europa sind die Mauern gefallen. Doch um Europa herum, zumindest an den Rändern der EU, sind neue Mauern und Stacheldrahtzäune entstanden. Diesmal als Abwehr ... Kunst ist keine Geschmacksfrage, und die Berliner Kreuzgeschichte mag als Instrumentalisierung der Toten pietätlos erscheinen. Doch zynisch ist sie nicht. Zynisch wirkt, dass die EU auch auf deutsches Betreiben den Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer soeben reduziert. Unfähig wirkt, dass die Bundesregierung eine Neuordnung der europäischen Flüchtlingspolitik – mit ihren ungleichen Aufnahmezahlen (Deutschland 2014 über 150.000 Asylsuchende, Großbritannien knapp 30.000) – nicht endlich zur Chefsache macht." (11.11.2014)

Gazeta Wyborcza - Polen | 28.10.2014

Im Museum polnischer Juden triumphiert das Leben

Die Präsidenten Polens und Israels eröffnen am heutigen Dienstag in Warschau das Museum für die Geschichte der polnischen Juden. Der verstorbene polnische Star-Architekt und Ideengeber für das Museum, Bohdan Lachert, wäre mit Sicherheit zufrieden gewesen, freut sich die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Das Museum befindet sich genau dort, wo es der Architekt ursprünglich geplant hat. Der einzige Unterschied ist der, dass es sich in einem modernen und schönen Gebäude befindet. ... Seine Idee ist endlich Wirklichkeit geworden, wenn auch mit einer Verspätung von 60 Jahren. Indem Lachert es in Muranów [der von ihm entworfenen Siedlung am Ort des Warschauer Ghettos] vorgesehen hatte, wollte er dem Museum eine doppelte Bedeutung geben: Einerseits sollte es die kommenden Generationen an die Tragödie erinnern. Anderseits sollte es aber beweisen, dass das Leben letztlich doch gegen den Tod obsiegt." (28.10.2014)


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