Navigation

 

Kultur

KULTUR

ABC - Spanien | 21.05.2013

Spanien sollte sich ESC ersparen

Beim Eurovision Song Contest in Malmö hat Spanien am Samstag den vorletzten Platz belegt, gewonnen hat Dänemark. Da es bei der Abstimmung meist ohnehin nicht um die Qualität der Beiträge geht, sollte man sich die Teilnahme an dem Musikfestival künftig sparen, meckert die konservative Tageszeitung ABC: "Obwohl sie ihre Sache gut gemacht haben, sind unsere Vertreter - die Gruppe El Sueño de Morfeo - beim jährlichen Stelldichein der europäischen Musik wieder mal grandios gescheitert. Die wie jedes Jahr prunkvoll inszenierte Gala hat uns überraschend den vorletzten Platzes beschert. Und wie schon so oft zuvor wurde deutlich, dass sich die kulturell und politisch befreundeten Länder dreist gegenseitig ihre Stimmen schenkten. Viele Skeptiker sagen deshalb, dass wir uns in tiefen Krisenzeiten dieses ranzige und kommerzielle Musikfestival sparen sollten. Damit ersparen wir uns nicht nur Ausgaben, sondern auch die Scham eines dermaßen peinlichen Abschneidens." (21.05.2013)

Voxpublica - Rumänien | 21.05.2013

Rumänen heucheln Entrüstung über Satire

Der rumänische Medienrat hat den französischen Privatsender Canalplus zu einer Stellungnahme wegen "krasser Diskriminierung" aufgefordert, nachdem dieser am Mittwoch einen Marionettensketch über den rumänischen Filmregisseur Cristian Mungiu gezeigt hatte. Mungiu hatte dabei als Bettler seinen US-Kollegen Steven Spielberg angeschnorrt. Das linksliberale Blogportal Voxpublica rät zu Besonnenheit: "Immer wenn vom rumänischen Bettler die Rede ist, regen wir uns auf. Doch schaut man genauer hin, geht es bei der Entrüstung nicht um politische Korrektheit, sondern nur um eine wohlvertraute rassistische Formel: Die Franzosen sollen uns nicht mit den Zigeunern verwechseln. Die Roma verteidigen wir viel weniger heftig. Mehr noch, wir werden verrückt bei dem Gedanken, dass uns die dummen Franzosen mit bettelnden Roma verwechseln, die nur den Ruf Rumäniens schädigen. ... In der Satiresendung gab es davor noch derbere Witze. ... Bevor wir uns für Mungiu aufreiben, sollten wir einsehen, dass die Franzosen schlechte, aber scheinbar beliebte Sendungen haben." (21.05.2013)

Le Monde - Frankreich | 14.05.2013

Frankreichs Filmförderung trägt Früchte

Am heutigen Mittwoch startet das Filmfestival in Cannes. Den hohen Anteil französischer Beiträge sieht die linksliberale Tageszeitung Le Monde als Ergebnis einer europaweit einzigartigen Förderpolitik: "Auf dem Festival lässt sich erkennen, wie das französische Verständnis von Kino im Vergleich mit den Konzepten der anderen großen Film-Nationen dasteht. Das französische Kino ist nicht mehr und nicht weniger als ein einzigartiger Ort künstlerischen Schaffens und kultureller Ausstrahlung, der nirgendwo sonst in Europa zu finden ist, denn dort wurde die Filmindustrie mangels einer ähnlichen Förderpolitik mehr oder weniger ausgelöscht. Niemand, egal, ob er aktiv in diesem System mitwirkt oder nicht, ob er dessen Leistungen schätzt oder ignoriert, kann leugnen, dass es zur Bekanntheit und zum Einfluss unseres Landes in der Welt beiträgt. In diesem Sinne ist es wünschenswert und einträglich, dieses System zu stärken. … Der Bericht über die Anpassung der Kulturpolitik an die digitale Welt geht klar in diese Richtung." (14.05.2013)


Weitere Inhalte