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Kultur

KULTUR

The Observer - Großbritannien | 27.07.2014

Britischer Literaturpreis nur für weiße Männer

Die Nominierungen für den wichtigsten britischen Literaturpreis, den Man Booker Prize, sind vergangene Woche bekanntgegeben worden. Dass unter den 13 Nominierten nur drei Frauen und ein nicht weißer Autor sind, beschreibt die Schriftstellerin Irenosen Okojie in der linksliberalen Sonntagszeitung The Observer als gravierendes Manko: "Es ist entmutigend, dass der Booker-Preis einmal mehr talentierte nicht weiße Autoren ignoriert, die sich von solchen Listen inspirieren lassen könnten, weil sie sich selbst dort repräsentiert sehen und literarische Vorbilder entdecken. Es fühlt sich mal wieder so an, als ob Talente nichts zählen, wenn du nicht weiß und männlich bist. ... Wenn die Jury vielfältiger wäre, dann wäre vielleicht auch die Liste repräsentativer. Eine radikale Idee: Nächstes Mal könnte sich das Komitee doch vielleicht einfach aus der gleichen Anzahl an Frauen und Männern unter Beteiligung einiger nicht weißer Menschen zusammensetzen. ... Die Stärke von Büchern ist es, soziale Grenzen zu überwinden; Autoren ganz verschiedener Herkunft sollte die Möglichkeit hierzu gegeben werden." (27.07.2014)

Vesti - Lettland | 24.07.2014

Kultursanktionen sind guter Kompromiss

Das Einreiseverbot für drei russische Popstars und damit ihren Ausschluss vom Musikfestival New Wave in Jūrmala hält die russischsprachige Tageszeitung Vesti für einen sehr klugen Schritt von Außenminister Edgars Rinkēvičs: "Eigentlich hat der lettische Außenminister eine brillante Entscheidung getroffen und das kleinere Übel gewählt. ... Im Gegensatz zu den meisten EU- und Nato-Ländern hat Lettland sehr enge wirtschaftliche Beziehungen mit Russland. Das Schlimmste, was das Außenministerium machen könnte, wäre sich in die Wirtschaft einzumischen. Wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland bedeuten den Verlust von vielen Millionen Euro, Tausende von Arbeitslose und Bankrott von Firmen. Da das Außenministerium diesmal irgendwie reagieren musste, waren die Kultursanktionen weniger folgenreich als die wirtschaftlichen. Die Arbeitsplätze bleiben und die Partner in der EU und Nato sind zufrieden." (24.07.2014)

Diena - Lettland | 23.07.2014

Unsinniges Einreiseverbot für russische Musiker

Einen Tag vor dem Beginn des russischen Musikfestivals New Wave im lettischen Ostseebad Jūrmala hat Lettlands Außenminister Edgars Rinkēvičs drei Künstlern aus Russland die Einreise verboten. Diese hatten in den vergangenen Monaten offen die Annexion der Krim unterstützt. Die liberale Tageszeitung Diena versteht nicht, was sich Lettland von diesem Schritt verspricht: "Werden diese Verbote etwas Wesentliches verändern? Glaubt tatsächlich jemand, dass ein Verbot die Denkweise dieser russischen Künstler beeinflussen wird? Es gibt in Russland viele Dutzend Künstler, die Putins Politik in der Ukraine unterstützen und auch in Lettland bekannt sind - warum haben nur drei ein Einreiseverbot bekommen? ... Die Reaktion der lettischen Beamten auf die tragischen Ereignisse der letzten Tage in der Ukraine ist alles andere als angemessen. Uns gefällt der Nachbar nicht, also verbieten wir seinen Freunden, zu singen. … Wird das in der Ukraine irgendetwas ändern?" (23.07.2014)

Kathimerini - Griechenland | 20.07.2014

Freizeitarchäologen in Griechenland willkommen

Gäste eines Luxushotels auf dem Peloponnes können sich seit diesem Sommer tage- oder wochenweise als Archäologen versuchen und unter Anleitung von Fachleuten an Ausgrabungen in der antiken Stadt Messene teilnehmen. Die linke Oppositionspartei Syriza kritisiert dieses Angebot und sieht es als Beleidigung des kulturellen Erbes Griechenlands. Die konservative Tageszeitung Kathimerini ist da anderer Meinung: "Liebe und Respekt gegenüber der kulturellen Identität unseres Landes lassen sich weder mit Verboten noch mit Polizeikontrollen erreichen. Die ausländischen Besucher sind potenzielle Griechenlandliebhaber. Alles hängt dann davon ab, mit welcher Haltung wir ihnen gegenübertreten: … Betrachten wir sie als Besucher oder als illegale Antikenhändler? … Von diesen Möglichkeiten profitieren nicht nur Touristen, die auf andere Art und Weise Urlaub machen wollen, ausländische Archäologie-Studierende und andere, die Erfahrung mit Ausgrabungen sammeln wollen. Es ist vor allem die Beziehung der Gesellschaft zur Archäologie an sich, die eine andere Dynamik bekommt, weil die Menschen nicht mehr nur die Rolle des Zuschauers haben." (20.07.2014)


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