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Kultur

KULTUR

La Tribune de Genève - Schweiz | 18.03.2015

Kunstschätze gehören trotz Gefahr in ihre Heimat

Ende Februar haben Terrormilizen des Islamischen Staats im irakischen Mossul jahrtausendealte Kulturschätze zerstört, darunter Statuen und tausende Manuskripte. Dennoch sind derartige Stücke in ihrer Ursprungsregion am besten aufgehoben, meint die Regionalzeitung La Tribune de Genève: "Hier und da erheben sich Stimmen, die fordern, dass man in unseren Museen ausgestellte Kunstwerke in ihre Heimat zurückschicken sollte. Man kann sich fragen, ob das wirklich eine gute Idee wäre, wenn man sieht, welches Schicksal den Statuen zu Teil wird, die dort geblieben sind. Dennoch sind diese Zeugen der Vergangenheit bei der Bevölkerung am besten aufgehoben, zu der sie gehören. Warum sollte man das Kulturerbe einer ganzen Region, den Stolz derer, die in ihr leben und eine sehr gute Einkommensquelle für die lokale Wirtschaft verschwinden lassen? Wenn Leute, die wieder vernünftig geworden sind, an der Entwicklung eines intelligenten und sicheren Tourismus arbeiten würden, wäre für alle viel gewonnen. (18.03.2015)

Večernji List - Kroatien | 06.03.2015

Kroatien muss endlich wieder am ESC teilnehmen

Dass Kroatien auch in diesem Jahr nicht am Eurovision Song Contest (ESC) teilnimmt, ist für das Tourismusland eine katastrophale Entscheidung, schimpft die konservative Tageszeitung Večernji List: "Der kroatische Tourismus, wie auch Staat, Politik, Volk und Musiker haben Werbung im Nachbarland Österreich offenbar nicht nötig. Kroatien ist das Gastgeberland des ESC offensichtlich nicht wichtig genug, um sich dort zu präsentieren, als ob absolut niemand aus diesem Land bei uns an der Adria seinen Urlaub verbringen würde. Und warum tritt Kroatien beim ESC nicht auf? Nun, weil der Kroatische Rundfunk HRT papageienhaft behauptet, dass damit gespart werde, weil es kein Geld gäbe. Als ob es jemals Geld gegeben hätte. ... Aber der HRT hat auch einen Kulturauftrag und die Teilnahme am ESC ist kulturell wichtig. Seine musikalische Qualität kann man kritisieren, aber nicht die Popularität und Langlebigkeit dieser Veranstaltung." (06.03.2015)

The Guardian - Großbritannien | 03.03.2015

Willkommen daheim, Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle, derzeit noch Chefdirigent bei den Berliner Philharmonikern, wird ab 2017 das London Symphony Orchestra leiten. Der linksliberale Guardian begrüßt die Heimkehr des berühmten britischen Dirigenten euphorisch: "Ihn zu überzeugen, nach Großbritannien zurückzukehren ist für die Kunstwelt ein Traum: Eine hochkarätige, hochwertige Berufung von jemandem, der engagiert, einnehmend und zugänglich ist - und der in der Regel seinen Willen durchsetzen kann. Sir Simon wird ausgezeichnete Konzerte und ambitionierte Spielpläne mitbringen, sowie den innovativen Kontakt mit Londons kaleidoskopischem Musikpublikum und jungen Leuten suchen. Es ist eine heilende Spritze in den Arm der gesamten britischen Kunst. Er wird dem London Symphony Orchestra neuen Glanz verleihen. Doch der Test seiner Macht wird sein, ob er den Staat und die Stadt überzeugen kann, die neue Konzerthalle zu bauen, die die Hauptstadt seiner Meinung nach braucht." (03.03.2015)

La Croix - Frankreich | 02.03.2015

IS will nicht-muslimische Geschichte auslöschen

Mit der Zerstörung archäologischer Kunstschätze in Mossul vergangene Woche durch die Terrormiliz IS ist ein ganzes Kapitel der Kulturgeschichte in akuter Gefahr, fürchtet die katholische Tageszeitung La Croix: "Sollte man sich wirklich so darüber aufregen, dass Statuen zerstört werden, wenn zugleich die Entführung assyrischer Christen durch die Islamisten des IS nicht zu einem solchen Aufschrei führt? Die Antwort auf diese Frage ist: Ja, das sollte man, denn es ist schlimm, dieses Kulturerbe zu zerstören. ... Der tiefere Grund dafür ist, dass die Dschihadisten jegliche Spur nicht-muslimischer Zivilisation auslöschen wollen. Sie wollen Tabula Rasa mit allem machen, was vor der Gründung des Islam im siebten Jahrhundert existierte. Der gleiche totalitäre Wille begründet auch die Verbrechen des IS an religiösen Minderheiten, insbesondere an Christen. ... Auf diese Weise könnten 2.000 Jahre Geschichte der Menschheit vom Erdboden verschwinden. Die Gewalt gegen Personen und die Zerstörung steinerner Kunstwerke trägt gleichermaßen dazu bei." (02.03.2015)

Pohjalainen - Finnland | 02.03.2015

Behinderte Punk-Musiker bringen Toleranz zum ESC

Die Punk-Band Pertti Kurikan Nimipäivät (Pertti Kurikkas Namenstag), bestehend aus vier behinderten Mitgliedern, hat am Samstag die finnische Ausscheidung für den Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Wien gewonnen. Die Band kann ein Zeichen für mehr Toleranz in Europa setzen, hofft die liberale Tageszeitung Pohjalainen: "Pertti Kurikan Nimipäivät zeigt, dass trotz Behinderung auch große Dinge möglich sind. ... Punk entstand ursprünglich als Protest gegen die Gesellschaft. Pertti Kurikan Nimipäivät setzt diese Tradition in einer bisher nicht dagewesenen Weise fort. Die behinderten Rockmusiker werden nicht thematisiert, sondern sind selbst Akteure. ... Die Belange von Behinderten kommen in öffentlichen Diskussionen häufig nur am Rande vor. Der Vertreter Finnlands beim Eurovision Song Contest leistet schon jetzt großartige Arbeit und fördert echte Toleranz in Europa." (02.03.2015)

Diário de Notícias - Portugal | 27.02.2015

IS demonstriert mit Kunst-Zerstörung seine Macht

Wie ein am Donnerstag veröffentlichtes Video des IS zeigt, haben die Terroristen in der irakischen Stadt Mossul offenbar archäologische Kunstschätze von unschätzbarem Wert zerstört. Eine Schandtat, mit der die Extremisten ein weiteres Mal ihre Macht demonstrieren wollen, analysiert die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias schockiert: "Sie wollen zeigen, dass sie tun können, was immer sie wollen - und niemand ihnen Grenzen aufzeigen kann. ... Schlimmer noch als die Bilder anzusehen, ist es, das entsprechende YouTube-Video fünf Minuten lang still und stumm zu ertragen. Die Zerstörung jahrtausendealter Kunst ist ein weiteres Propagandastück ihrer Terrorkampagne. Mit jeder Geste wollen sie uns sagen, dass diese Werke zerstört und für immer verloren sind und die Vergangenheit nicht existiert, einfach keinen Wert mehr hat." (27.02.2015)


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