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Kultur

KULTUR

Diário de Notícias - Portugal | 27.02.2015

IS demonstriert mit Kunst-Zerstörung seine Macht

Wie ein am Donnerstag veröffentlichtes Video des IS zeigt, haben die Terroristen in der irakischen Stadt Mossul offenbar archäologische Kunstschätze von unschätzbarem Wert zerstört. Eine Schandtat, mit der die Extremisten ein weiteres Mal ihre Macht demonstrieren wollen, analysiert die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias schockiert: "Sie wollen zeigen, dass sie tun können, was immer sie wollen - und niemand ihnen Grenzen aufzeigen kann. ... Schlimmer noch als die Bilder anzusehen, ist es, das entsprechende YouTube-Video fünf Minuten lang still und stumm zu ertragen. Die Zerstörung jahrtausendealter Kunst ist ein weiteres Propagandastück ihrer Terrorkampagne. Mit jeder Geste wollen sie uns sagen, dass diese Werke zerstört und für immer verloren sind und die Vergangenheit nicht existiert, einfach keinen Wert mehr hat." (27.02.2015)

Upsala Nya Tidning - Schweden | 23.02.2015

Handtaschen-Schlägerin ist Vorbild für Schweden

Die Kulturstadträtin der südschwedischen Stadt Växjö, Eva Johansson, hat den Bau einer Skulptur abgelehnt, die eine Frau zeigt, die eine Handtasche schwingt. Das Werk sanktioniere Gewalt gegen Andersdenkende, weil es einem berühmten Foto nachempfunden ist, auf dem eine ältere Frau einen Neonazi mit ihrer Tasche schlägt. Aus Protest gegen die Entscheidung hängten Bürger kürzlich Handtaschen an mehrere Denkmäler. Auch die liberale Tageszeitung Upsala Nya Tidning kann die Entscheidung Johanssons nicht nachvollziehen: "Wer spricht sich hier für Gewalt aus? Ist jemand jemals gestorben, weil er eine Handtasche an den Kopf bekommen hat? ... Kunst kann ein unerwarteter, vieldeutiger und provokativer Kommentar der Wirklichkeit sein, die anders nur schwer zu beschreiben ist. Und als unerwarteten Kommentar der Wirklichkeit, deren Absurdität nur schwer zu fassen ist, haben erfindungsreiche Bürger Statuen mit Handtaschen versehen. ... Glaubt Eva Johansson, dass diejenigen, die Taschen platziert haben, Gewalt gegen Andersdenkende sanktionieren?" (23.02.2015)

Gazeta Wyborcza - Polen | 23.02.2015

Oscar für polnischen Film historisches Ereignis

Der Film Ida des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski hat in der Nacht zu Montag in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film einen Oscar gewonnen, als erster polnischer Streifen überhaupt. Ein historisches Ereignis für Polen, das nicht zu erwarten war, freut sich Łukasz Dzięcioł von der Firma Opus Film, die den Film produziert hat, in der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Vor unseren eigenen Augen wurde ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des polnischen Films geschrieben. Aber konnten wir das wirklich erwarten? Wir wussten ja nur, dass Ida von Anfang an zur Gruppe der Favoriten gehört. Darüber hinaus gab es ja noch fünf weitere hervorragende Filme. Und bis zum Schluss wurde der [russische Film] Leviathan favorisiert - und zwar nicht zuletzt deswegen, weil er bei den Golden Globe Awards [2014] erfolgreich war. Doch nun hat dieser ungewöhnliche Film von Paweł die Akademie am meisten überzeugt. Alle Liebhaber des polnischen Kinos haben heute Grund zum Feiern." (23.02.2015)


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