Navigation

 

Kultur

KULTUR

ABC - Spanien | 22.04.2014

García Márquez Kuba-Sympathie nicht verzeihen

Weltweit wird um den am Donnerstag gestorbenen Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez getrauert. Dabei kritisiert kaum jemand, dass der kolumbianische Schriftsteller ein Sympathisant der Castro-Diktatur in Kuba war, ärgert sich die Politikwissenschaftlerin Edurne Uriarte in der konservativen Tageszeitung ABC: "Wenn mir jemand zeigen könnte, dass eine Freundschaft von García Márquez mit [Spaniens ehemaligem Diktator] Franco auf vergleichbare Indifferenz gestoßen wäre, könnte ich akzeptieren, dass es sich dabei um eine ganz besondere Bewunderung des Talents handelt, die alles andere in den Schatten stellt. Aber jeder weiß, dass dies nicht passiert wäre. Dass man eine Freundschaft zu einem rechten Diktator, eine Sympathie mit einer Diktatur wie der Franco-Diktatur, ganz anders aufgenommen hätte. Alles bleibt beim Alten. Als ob der riesige Unterschied, der während des 20. Jahrhunderts zwischen den kommunistischen Diktaturen und der Nazi- oder den faschistischen Diktaturen gemacht wurde, noch immer gültig wäre." (22.04.2014)

NRC Handelsblad - Niederlande | 11.04.2014

Deutsch macht Niederländer reich

In den Niederlanden ist am Donnerstag der Tag der deutschen Sprache begangen worden, organisiert von der deutschen Botschaft, der deutsch-niederländischen Handelskammer und dem Goethe-Institut. Auch die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad fordert, dass mehr Niederländer Deutsch lernen: "Die deutsche Wirtschaft ist nun einmal ungeheuer wichtig für die niederländische. Um sich darauf optimal einzustellen, ist Vertrautheit mit dem Land und seiner Sprache unentbehrlich. Aber das ist nicht nur ökonomisch wichtig. Deutschland ist auch die politische Großmacht in Europa und außerdem ein Land mit einer enormen Kulturgeschichte und einem reichen akademischen und kulturellen Leben, das auf vielen Gebieten eng mit den Niederlanden verbunden ist. ... Die Organisatoren des Tages der deutschen Sprache richten sich direkt an Schüler, um ihnen klar zu machen, dass das Lernen der deutschen Sprache eine Bereicherung ist." (11.04.2014)

Hürriyet - Türkei | 09.04.2014

Mehr Geld für Kunst in Anatolien

Der Europarat hat am gestrigen Dienstag dem Baksı Museum im Nordosten der Türkei den Europäischen Museumspreis 2014 verliehen. Die konservative Tageszeitung Hürriyet freut sich über den Preis, fordert aber mehr staatliche Förderung für kleine Museen außerhalb der Großstädte: "Das ist eine beispielhafte Initiative, die den lokalen Bewohnern eine künstlerische Identität ermöglicht hat und damit sogar im Ausland ausgezeichnet wurde. ... In den Großstädten, vor allem in Istanbul, wurden große Privatmuseen eröffnet. Ohne dass sich diese Initiativen auf Anatolien ausweiten, kann man aber kaum von einer Museumskultur sprechen. Die kleinen Museen in Anatolien muss auch der Staat unterstützen. Dort muss für die Künstler und die Region ein kreatives Potenzial geschaffen werden." (09.04.2014)

Dilema Veche - Rumänien | 08.04.2014

Avignon: Kultur triumphiert über Front National

Bei den französischen Kommunalwahlen Ende März konnte der Front National nicht den Bürgermeistersitz in Avignon gewinnen. Der Chef des prominenten dortigen Theaterfestivals, Olivier Py, half mit, den Wahlsieg zu verhindern, indem er drohte, im Fall eines FN-Sieges einen neuen Festival-Standort zu suchen. Die rumänische Wochenzeitung Dilema Veche findet die Einmischung richtig: "Zahlreiche Künstler haben Olivier Py vorgeworfen, dass er nicht das Recht habe, mit dieser Drohung in den Wahlkampf einzugreifen. Er hätte mit den demokratisch gewählten Vertretern auskommen müssen, unabhängig vom Wahlresultat. … Einem Musikfestival in Nordfrankreich droht hingegen das Aus, weil dort der Front National gewonnen hat. Mehrere Sponsoren hatten bereits im Vorfeld eines FN-Wahlsieges angekündigt, sich zurückziehen. ... Die Geschichte des Avignon-Festivals ging indes gut aus. ... Einmal mehr hat sich gezeigt, Kunst steht über der Politik." (08.04.2014)

Die Presse - Österreich | 08.04.2014

Endlich Wahrzeichen für Wiens Museumsquartier

Das Wiener Museumsquartier (MQ) wird dem Leopold Museum eine gläserne Veranstaltungshalle im Wert von 600 Millionen Euro aufs Dach setzen. Mit der "MQ Libelle" bekommt das beliebte Kulturareal endlich das Wahrzeichen, das es verdient, lobt die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Das MQ, das nach 20-jährigem Streit 2001 eröffnet wurde, ist das geworden, was seine Fans in ihren kühnsten Träumen erhofft haben: eine urbane Zone für alle, junge Leute, Kulturbummler, Touristen, fast noch besser als der Platz vor dem Pariser Centre Pompidou, mit dem das MQ gern verglichen wurde. Wiener und Gäste strömen ins MQ, das jährlich rund vier Millionen Besucher hat. Dass das Quartier aufgrund heftiger Kontroversen um den denkmalgeschützten Fischer-von-Erlach-Bau [die Hofstallungen aus dem 18. Jahrhundert, innerhalb derer sich das MQ befindet] ... abgeschlossen blieb, erweist sich als Vorteil: Besucher sind geschützt und doch mitten im Zentrum, mitten im Geschehen. ... Mit dem neuen Signalbau darf das MQ endlich auch nach außen in die Stadt sichtbar sein." (08.04.2014)

Latvijas Avīze - Lettland | 02.04.2014

Kein Putin-treues Pop-Festival in Lettland

Im Juli steht Lettland wieder das Pop-Festival New Wave ins Haus, das jeden Sommer das Kurbad Jūrmala in ein Mekka der russischen Musikbranche verwandelt. Die nationalkonservative Latvijas Avīze hofft, dass das Musikfest in diesem Jahr nicht stattfindet: "Es ist höchste Zeit, über das Schicksal des Festivals zu entscheiden. Alternativ könnte man einfach abwarten, dass es zum Skandal kommt und das Festival diesen Sommer platzt. Denn das lettische Außenministerium kann immer noch jenen russischen Pop-Stars ein Visum verweigern, die die chauvinistische Politik von Putin am stärksten unterstützen. In den Tages des Festivals wird Lettland gewiss ein schlechtes Bild abgeben, denn der russische Präsident wird wie immer den Teilnehmern seine Grüße schicken. Danach kommt ein grandioser Applaus und alle werden sich erheben. ... Wenn das von Putin-Getreuen organisierte Festival diesen Sommer abgesagt wird, bleibt wenigstens die Hoffnung, dass in den nächsten Jahren nur Touristen und Kulturschaffende aus Russland nach Jūrmala kommen, die nichts mit Putins Politik der Gewalt zu tun haben." (02.04.2014)


Weitere Inhalte