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Kultur

KULTUR

El País - Spanien | 09.01.2015

Lesefaulheit ist eine spanische Krankheit

35 Prozent der Spanier lesen "selten oder fast nie", wie eine aktuelle Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstituts CIS offenbart. Solche Daten spiegeln eine kranke Gesellschaft wider, diagnostiziert die linksliberale Tageszeitung El País: "Literatur-Nobelpreisträger José Saramago sagte einmal, dass Lesen gut für die Gesundheit sei. Spanien ist also ein krankes Land. ... Werfen wir zum Beispiel einen Blick auf die Krankheit des Regierungschefs: Während des Wahlkampfs zu seinen Lesegewohnheiten befragt, gab er zur Antwort, er lese eine Sportzeitung. Im Parlament reden die Politiker schon lange nicht mehr öffentlich über Bücher und der öffentlich-rechtliche Rundfunk verbannt Literaturkritik auf die schlechtesten Sendeplätze, gerade so als ob sie allergische Reaktionen auslöste. ... Der Durchschnittsspanier liest 8,6 Bücher im Jahr, in Finnland sind es 47 Bücher. Dort sind sie gesünder. Saramago zufolge gibt Spanien wenig auf seine Gesundheit." (09.01.2015)

nrc.next - Niederlande | 07.01.2015

Houellebecqs Islam-Roman trifft sensiblen Nerv

Der neue Roman Soumission des Schriftstellers Michel Houellebecq über ein Frankreich unter islamistischer Herrschaft ist keine echte Provokation, stellt die liberale Tageszeitung nrc.next fest: "Trotz aller Diskussionen noch vor dem Erscheinen, tut Houellebecqs neues Buch nicht weh, es provoziert nicht richtig. Schockierend ist eher die Gelassenheit, mit der sich Frankreich [in dem Roman] den neuen politischen und religiösen Machthabern fügt. Frankreich ist derartig verzweifelt, verwöhnt und ausgehöhlt, dass niemand sich wirklich aufregt. ... Soumission ist kein Frontalangriff auf den Islam im Sinne früherer Aussagen von Houellebecq - im Gegenteil. Im besten Sinn ist es ein politischer Ideenroman mit einem Weckruf: Was ist uns eigentlich die Zukunft unserer Zivilisation und Demokratie wert?" (07.01.2015)


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