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Kultur

KULTUR

Novosti - Kroatien | 22.05.2015

Armselige Selbstzensur in Dubrovnik

Die Leitung der Sommerfestspiele Dubrovnik hat vergangene Woche das Theaterstück Elementarteilchen des umstrittenen französischen Autors Michel Houellebecq, dem wiederholt Islamfeindlichkeit vorgeworfen wurde, vorläufig aus dem Programm genommen. Das kroatische Innenministerium hatte die Vorstellung als Sicherheitsrisiko eingestuft. Hier zeigt die kroatische kulturpolitische Inquisition die ganze Fülle ihrer geistigen Armut, schimpft die linke Wochenzeitung der serbischen Minderheit Novosti: "Die plötzlich entdeckte Toleranz und Liebe gegenüber 'Andersartigen' wurde in den Dienst der nationalen Sicherheit gestellt. Das Beispiel Dubrovnik zeigt, dass der sogenannte Kampf gegen den Terrorismus gleichgesetzt wird mit Kulturterror. In diesem unserem demokratischen Ambiente dient Angst nur als politischer Brennstoff für Repressionen. Mit dem Fall Houellebecq wird mit der angeblichen Sorge um die Mitbürger anderen Glaubens eine Rechtsradikalisierung der kroatischen Gesellschaft gefördert - das bringt nichts Gutes." (22.05.2015)

Karjalainen - Finnland | 19.05.2015

Punk-Band erschüttert Vorurteile gegen Behinderte

Die finnische Punk-Band Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) tritt heute im Halbfinale des Eurovision Song Contest in Wien an. Die vier Musiker, drei von ihnen haben das Down-Syndrom und einer ist Autist, haben schon jetzt gewonnen, meint die liberale Tageszeitung Karjalainen: "Das Stück 'Aina mun pitää' (Immer muss ich) dauert nicht einmal zwei Minuten, doch mit Hilfe finnischer und internationaler Medien erschütterte es eine ganze Reihe von Vorurteilen gegenüber Behinderten. ... Für die geistig Behinderten, die den Wettbewerb verfolgen, ist PKN ein enorm ermutigendes Beispiel. Das Leben bietet mehr für sie, als dass sie nur im Wohnheim die Wände anstarren. Wie auch immer der ESC ausgeht, das PKN-Quartett hat schon jetzt gezeigt, dass Behinderte mit der richtigen Unterstützung sogar den Weg auf die größeren Bühnen finden können. Doch viele geistig Behinderte wären schon mit der Erfüllung eines Traums zufrieden, den alle anderen auch haben: eine eigene Wohnung und eine richtige Arbeit." (19.05.2015)

La Repubblica - Italien | 27.04.2015

Kulturerbe in Nepal retten

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal von Samstag ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 3200 gestiegen. Zudem wurde das kulturelle Erbe des Landes schwer beschädigt, darunter sieben Denkmalkomplexe, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Die internationale Gemeinschaft muss beim Wiederaufbau helfen, fordert die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Die Aufnahme von Werken und archäologischen Stätten in das Unesco-Weltkulturerbe verleiht diesen Schöpfungen der Menschheit einen universalen Wert und verpflichtet zugleich zu ihrer Erhaltung. Außerdem besagt die Liste - unausgesprochen aber offenkundig -, dass alle Güter des Kulturerbes gleich sind, ob es sich um die Hagia Sophia von Istanbul, die Verbotene Stadt von Peking oder die Akropolis von Athen handelt. … Diesem Prinzip der Gleichwertigkeit müssen wir angesichts von Katastrophen wie dem Erdbeben in Nepal Rechnung tragen. … Die internationale Gemeinschaft muss helfen, dieses außerordentliche Kulturgut zu retten." (27.04.2015)


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