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Kultur

KULTUR

Heti Világgazdaság - Ungarn | 21.04.2015

Burgtheater darf sehr wohl Ungarn kritisieren

Der ungarische Schauspieler Péter Blaskó hat auf dem Onlineportal Mandiner die Kritik des Ensembles des Wiener Burgtheaters an der Kulturpolitik Ungarns als dreist bezeichnet. Der Publizist Péter Techet hält in der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság dagegen: "Ich bin weder ein Schauspieler noch ein Theaterexperte, doch war ich schon oft genug im Theater in Wien, um auf die Polemik von Blaskó reagieren zu können. ... Würde Blaskó bei einem Gastspiel in Wien dasselbe tun wie die Schauspieler des Burgtheaters, sprich vor einem Rechtsruck durch die FPÖ warnen und sich um die österreichische Demokratie sorgen, bekäme er wohl vom Großteil des Wiener Publikums Applaus. ... Auf den Wiener Bühnen kommen Aktionen wie jene des Burgtheaters in Budapest immer wieder vor, was ein großer Unterschied zu Ungarn ist." (21.04.2015)

Mandiner - Ungarn | 20.04.2015

Affront von Wiener Burgtheater gegen Orbán

Bei einem Gastspiel des Wiener Burgtheaters am Nationaltheater in Budapest ist es am Sonntag zu einem Eklat geklommen. In einem Brief, der dem Publikum nach der Vorstellung vorgelesen wurde, kritisieren die Schauspieler des Burgtheaters die Politik der rechtskonservativen Regierung von Viktor Orbán. Der Intendant des ungarischen Nationaltheaters, Attila Vidnyánszky, stellt die Intendantin des Wiener Burgtheaters, Karin Bergmann, auf dem Meinungsportal Mandiner in einem offenen Brief zur Rede: "Sehr geehrte Frau Intendantin! ... Am Ende der Vorstellung lasen die Schauspieler des Burgtheaters dem Publikum einen Brief vor, der mit Hinweisen auf die ungarische Innenpolitik gespickt war. Wir haben diese Geste mit einem gerüttelt Maß an Unverständnis zur Kenntnis genommen. ... Ich bin der Meinung, dass es weder in Ungarn noch anderswo auf der Welt zum guten Ton gehört, dem Theaterpublikum politisch beladene Briefe vorzulesen. ... Ich möchte Sie bitten, die gestrigen Geschehnisse zu erklären." (20.04.2015)

Radikal - Türkei | 16.04.2015

Ankara zensiert Istanbuler Filmfestival

Dutzende Filmemacher haben aus Protest ihre Filme vom Istanbuler Filmfestival zurückgezogen, nachdem das türkische Kulturministerium am Sonntag die Vorführung des Dokumentarfilms Bakur untersagt hatte. Der Film handelt vom Alltag von Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Laut Ankara fehlte eine behördliche Genehmigung des Films, doch für die liberale Internetzeitung Radikal ist das nur ein vorgeschobener Grund für Zensur: "Wenn man einen Dokumentarfilm zeigen will, der die Organisation [PKK] erklärt, ist das schwarze Propaganda, wenn die Regierung mit ihr verhandelt, ist es ein Friedensprozess. ... Jetzt zeigen sie mit dem Finger auf die Kulturstiftung İKSV, die das Festival organisiert. Denn die Stiftung ist Vertreter einer Gedanken- und Lebenswelt, die sie nicht erreichen können. ... Die neue Türkei sollte mit Kultur und Kunst errichtet werden. Horizonterweiternd. Inspirierend. Ermutigend. Aber nicht einschüchternd, verhaftend, verbietend, anprangernd und lynchend." (16.04.2015)


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