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Lokale Farben

LOKALE FARBEN

Trud - Bulgarien | 07.02.2012

Akademiker zum Putzen ins Ausland

Bei der Staatsanwaltschaft der nordbulgarischen Stadt Pleven haben sich acht Frauen mit Universitätsabschluss auf eine Putzstelle beworben, doch erfolglos. Wenn Akademikerinnen jetzt nicht mal mehr putzen dürfen, dann bleibt eigentlich nur noch die Emigration, meint die Tageszeitung Trud: "In Zeiten der Krise und wachsender Arbeitslosigkeit sind immer mehr Menschen bereit, jede Arbeit anzunehmen, nur um zu überleben. Am schwersten fällt dies den Hochschulabsolventen und den jungen Menschen. Mittlerweile nehmen hunderttausende von ihnen sogar in Kauf, quer durchs Land zur Arbeit zu fahren - eine völlig neue Entwicklung in Bulgarien, die noch vor Jahren undenkbar gewesen wäre. Nichtsdestotrotz ist die Entscheidung der Plevener Staatsanwaltschaft logisch. Sie sucht eine Putzfrau und nicht eine Expertin für Wirtschaft oder Bankwesen. So bleibt den 'überflüssigen' Hochschulabsolventinnen und vielen anderen jungen Bulgarinnen und Bulgaren nur noch das Terminal 2 des Sofioter Flughafens. Im Ausland kriegt man mit einem Universitätsdiplom sicherlich noch einen Job als Putzfrau." (07.02.2012)

Lietuvos Rytas - Litauen | 02.02.2012

Lächerliche Denkmäler in Litauen

Mehrere litauische Städte und Gemeinden haben in jüngster Zeit Denkmalinitiativen gestartet, die die liberale Tageszeitung Lietuvos Rytas aber reichlich lächerlich findet: "Der Vizebürgermeister von Kaunas hat gefordert, in der zweitgrößten Stadt Litauens eine Gedenktafel für den ukrainischen Vorkriegs-Partisanen Jevhen Konovalec aufzuhängen. Er weiß allerdings nicht genau, wo Konovalec während seines Besuchs in Kaunas gewohnt hat und wie er sich um Kaunas verdient gemacht hat. Vielleicht möchte der Vize-Bürgermeister sein Haus einfach mit einer schönen Gedenktafel schmücken? Andererseits ist dies nicht gerade der originellste Versuch, das Andenken berühmter Persönlichkeiten in Litauen zu verewigen. ... Die Stadt Rokiskis hat all diese Versuche aber übertroffen. Der Bürgermeister dieser Provinzstadt hat beschlossen, ein Denkmal für den Mitgründer der legendären Musikgruppe The Beatles, John Lennon, zu errichten. Denn der Name der Stadt [Rokiskis] soll eine wörtliche Verbindung mit der Rockmusik [im Litauischen 'Rokas'] zeigen." (02.02.2012)

The Times - Großbritannien | 26.01.2012

Briten ziehen ihre Pyjamas nicht mehr aus

Immer mehr Menschen in Großbritannien, Irland und den USA zeigen sich im Schlafanzug in der Öffentlichkeit. Einzelne Sozialämter, Supermärkte und Schulen haben deshalb bereits ein Pyjama-Verbot erlassen. Die konservative Tageszeitung The Times erklärt, warum sich der Trend durchgesetzt hat: "Zum Einen, weil die Kleiderordnung heute so lax ist, dass Londoner Banker an Freitagen ohne Krawattenzwang in Outfits erscheinen, in denen ihre Väter nicht mal die Jauchegrube repariert hätten. Zum Anderen, weil Lady Gaga das Konzept der akzeptablen Outdoor-Bekleidung um ein Kleid aus Steaks erweitert hat. Zum Dritten, weil die Zahl der Menschen steigt, die von zu Hause aus arbeiten und ihren Spiderman-Schlafanzug nicht mehr ausziehen, wenn sie den ganzen Tag vor dem Laptop verbringen. Als Ergebnis gibt es Menschen, die seit 2008 nicht mehr aus ihren Pyjamas herausgekommen sind. Der ultimative Heimarbeiter, [Playboy-Gründer] Hugh Hefner, hat sein Markenzeichen, den Seiden-Schlafanzug, sogar seit der Eisenhower-Regierung nicht mehr ausgezogen." (26.01.2012)

Blog 100 Reféns - Portugal | 23.01.2012

Portugals Präsident sensibel wie Bohrmaschine

Portugals Präsident Aníbal Cavaco Silva hat am Freitag in einem Interview bezweifelt, dass seine Rente für seine laufenden Kosten ausreichen wird. Tiago Mesquita zeigt sich in seinem Blog 100 Reféns empört über diese unsensible Äußerung: "Seine soziale Sensibilität gleicht einer Black & Decker Bohrmaschine. Wie kann dieser Mann Präsident Portugals sein? Seine öffentlichen Äußerungen sind wie Fahrstuhlmusik. Erst fällt sie niemandem auf, doch je länger man drin fährt, desto nerviger wird sie, bis einem übel wird. Cavaco Silvas Aussagen sind unsinnig und leer. … Übrigens Herr Präsident: Welche Kosten? Das Dienstauto? Lebensmittel? Reisen? Kleidung? Aber wer zahlt das denn alles? … Ich sehe nur zwei würdige Lösungen: Die erste ist eine formelle Entschuldigung für die bedauerliche, grässliche und unpassende Aussage und der sofortige Rücktritt. Die zweite ist, sofort zurückzutreten und sich bei den Portugiesen zu entschuldigen. Sie haben die Wahl." (23.01.2012)

Protagon - Griechenland | 19.01.2012

Griechen beerdigen sich am besten selbst

Im Dorf Vevčani, im äußersten Westen der Republik Mazedonien, haben die Bewohner am vergangenen Freitag während einer Karnevalsfeier Griechenland symbolisch beerdigt. Das hat die Beziehungen der beiden Länder, die wegen des Namensstreits ohnehin angespannt sind, weiter verschlechtert. So hat das griechische Außenministerium die Regierung in Skopje aufgefordert, den Akt zu verurteilen. Außerdem können die Griechen sich viel besser selbst beerdigen, erläutert der Blogger und Journalist Stavros Theodorakis im Nachrichtenportal Protagon.gr: "Die Beerdigung Griechenlands ist eine Angelegenheit der griechischen Politiker, Religionsführer, Unternehmer, Gewerkschaftler, Sozialisten, Kommunisten, Liberalen, Rechtsextremen, Linksextremen, aber auch der griechischen Steuerhinterzieher, Gauner, Vermummten, Bullen, Banditen, überhaupt aller Griechen. Es kann sein, dass wir Griechen uns stark voneinander unterscheiden, dass wir streiten; aber in den vergangenen zwei Jahren haben wir bewiesen, dass wir in einer Sache einig sind: Griechenland werden wir selbst beerdigen - und niemand sonst. ... Griechenland gehört den Griechen, und seine Beerdigung wird griechisch sein. Das sollten sowohl Freunde als auch Feinde kapieren." (19.01.2012)

Wprost Online - Polen | 17.01.2012

Bibel ähnelt Fantasy-Roman

Ein Warschauer Gericht hat am Montag die Sängerin Doda wegen Beleidigung religiöser Gefühle verurteilt. 2009 hatte sie in einem Interview erklärt, sie glaube eher an Dinosaurier als an die Bibel. Es sei schwierig an etwas zu glauben, was irgendjemand geschrieben habe, der von Wein besoffen gewesen sei und irgendein Kraut geraucht habe. Der Journalist Maciej Kawiński vom konservativen Nachrichtenportal Wprost verteidigt Doda: "Dass die Dinosaurier existiert haben, weiß doch jedes Kind. Und die Menschheit hat dafür auch unwiderlegbare Beweise. Um die Bibel hingegen ranken sich sowohl wissenschaftlich belegte Fakten als auch Mythen, die eher zu den Fabeln in Fantasy-Filmen passen als in eine historische Chronik. Folglich halte ich die Behauptung, eher an Dinosaurier als an die Bibel zu glauben, für schlüssig. Haben die Autoren der Bibel Wein getrunken und Hasch geraucht? In einigen Kulturen hält man Gras für 'Weisheitskraut'. ... Das Gericht sollte die Aussagen von Doda als Meinungsäußerung bewerten und nicht als Versuch, religiöse Gefühle zu verletzen." (17.01.2012)

Aamulehti - Finnland | 16.01.2012

Alkoholfreier Januar tut Finnen gut

Zahlreiche Finnen verzichten im Januar traditionell auf Alkohol. Laut einer kürzlich veröffentlichten britischen Studie soll das gar nicht so viel bringen. Doch man soll nicht auf die Briten hören, meint die liberale Tageszeitung Aamulehti: "Es ist natürlich möglich, dass in manchen Fällen der Organismus von Großverbrauchern durch den plötzlichen Entzug einen Schock erleidet, aber Ausnahmen bleiben Ausnahmen. Der alkoholfreie Januar ist eine fantastische finnische Erfindung, deren Beliebtheit zunimmt. Ein Grund mag wohl sein, dass die Finnen wissen, dass sie unnötig viel trinken, und deshalb einen ganzen Monat abstinent sind. … Regelmäßiges Trinken ist gesellschaftlich und gesundheitlich ein großes Risiko. Einen Monat abstinent zu sein ist gut, sowohl für die Vieltrinker als auch für maßvolle Alkoholkonsumenten, denn nach Meinung von Ärzten senkt schon ein zweiwöchiger Verzicht den Blutdruck und verbessert den Schlaf." (16.01.2012)


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