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Lokale Farben

LOKALE FARBEN

Financial Times Deutschland - Deutschland | 09.05.2012

Provinzielle Berliner heben nicht ab

Die am 3. Juni geplante Eröffnung des neuen Berliner Großflughafens ist am Dienstag wegen Mängeln beim Brandschutz auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland macht sich über die Provinzposse lustig: "Der Rest der Republik muss den Eindruck gewinnen, als funktioniere in der Hauptstadt vieles nicht. Das Dach vom Hauptbahnhof ist zu kurz, die S-Bahnen bleiben auf offener Strecke liegen. ... Aber vielleicht gehört das zum Charme der Stadt: Berlin, du bist so wunderbar. Gewundert haben sich auch [Oberbürgermeister] Klaus Wowereit und [Brandenburgs Ministerpräsident] Matthias Platzeck, als sie von der jüngsten Flughafen-Malaise erfuhren. Fragt sich allerdings, wie die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg überrascht werden konnten. Schließlich sitzen sie im Aufsichtsrat. ... Platzeck reagierte wenigstens angemessen - stocksauer (hoffentlich auch auf sich selbst). Wowereit indes gibt vor, alles unternommen zu haben, und sieht keinen Grund, in Hektik zu verfallen. Einfach ein cooler Typ, dieser Wowereit." (09.05.2012)

24 Chasa - Bulgarien | 07.05.2012

Dealer hinter Cannabis-Omas verfolgen

Eine 80-jährige Frau ist am Montag in Bulgarien festgenommen worden, weil sie in ihrem Keller große Mengen Cannabis angebaut hatte. Sie ist kein Einzelfall, erinnert die Tageszeitung 24 Chasa und warnt vor einem zu laxen Umgang mit den Hintermännern: "Die Nachricht ist keine Schlagzeile wert. Der Cannabis-Anbau ist schließlich nichts Neues hierzulande. Es ist auch kein Geheimnis, dass viele Alte von Hintermännern angeheuert werden, um Cannabis anzupflanzen. Werden sie erwischt, sollen sie behaupten, dass sie das Marihuana als Heilmittel für den Eigenbedarf verwenden. Klar, den Meisten reicht die Rente ja nicht mal für ein Aspirin. Aber die Nummer zieht nicht mehr, wenn dutzende Omas wegen illegalen Anbaus Bewährungsstrafen bekommen und die Hintermänner davonkommen." (07.05.2012)

Trud - Bulgarien | 28.04.2012

Bulgaren wählen Müll statt Politiker

Bulgarien verschleppt seit Jahren die Einführung von EU-Vorschriften zur Abfallentsorgung, weshalb die EU-Kommission am Donnerstag Klage eingereicht hat, die zu hohen Geldstrafen führen kann. Zahlen müssen aber nicht die verantwortlichen Politiker, sondern die Bürger, die so dumm waren, ihnen die Führung des Landes anzuvertrauen, kritisiert die Tageszeitung Trud: "Der Erziehungseffekt mag sein, dass die Dummen künftig mehr nachdenken, wenn sie zur Wahlurne schreiten und dann für Politiker stimmen, die den Müll verwalten, anstatt für Müll, der die Menschen verwaltet. ... Demokratie und Zivilgesellschaft keimen aber nur schwer in einem Volk von Dörflern, das sich nicht regelmäßig die Zähne putzt und seinen Müll vom Balkon wirft. Warum hat die Marktwirtschaft in China nicht längst den Kommunismus verdrängt? Ein Grund dafür ist sicherlich, dass 500 Millionen Chinesen noch nie ihre Zähne geputzt haben, wie eine Studie kürzlich belegte. Im Gegensatz zu den Chinesen haben wir paar Leutchen in Bulgarien aber wenigstens die Möglichkeit, frei zu wählen." (28.04.2012)


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