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Medien

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Die Presse - Österreich | 21.08.2014

Ermordung von Foley nicht auf Twitter folgen

Das Video der Enthauptung des US-Journalisten James Foley hat sich am Dienstagabend rasch in den sozialen Netzwerken verbreitet. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse kritisiert den Konsum solchen Bildmaterials: "Es gibt keinen Grund, sich solch ein Erpresservideo anzuschauen. Es gibt erst recht keinen Grund, sich via Retweet-Button oder Teilt-Pfeil in den Dienst der IS-Propaganda zu stellen. ... Natürlich: Manchmal bewegen Bilder die Welt, man denke an Vietnam, wo zwei Fotos wesentlich zum Ende des Kriegs beigetragen haben. Fotos ... mobilisieren uns. Die Gefahr ist: Wir regen uns auf - statt uns zu informieren. Wir werden nicht hellhörig - sondern stumpfen ob der Masse der Bilder ab. Und wir bedenken zu wenig, dass diese Menschen vielleicht gar nicht damit einverstanden gewesen wären, nach ihrem Tod versehrt und zum Teil halb entkleidet der Weltöffentlichkeit präsentiert zu werden - und ihre Familien auch nicht." (21.08.2014)

Večer - Slowenien | 19.08.2014

Whistleblower übernehmen Funktion der Medien

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Montag auf einer Pressekonferenz angekündigt, die ecuadorianische Botschaft in London verlassen zu wollen, sobald die britische Regierung ihm freies Geleit für eine Ausreise nach Ecuador zusichert. Whistleblower wie Assange sind in der heutigen Zeit unersetzlich, findet die konservative Tageszeitung Večer: "Whistleblowing ermöglicht die so dringend nötige globale Überwachung. ... Medien haben in Zeiten der Globalisierung und Kommerzialisierung einen großen Teil ihrer Kontrollfunktion verloren. Nun haben die digitale Ära und der Aufschwung der sozialen Netzwerke die Whistleblower hervorgebracht: aufgeklärte Bürger, die ihr Gewissen über den Profit und die schmutzigen Interessen des Staats stellen. Mit ihren unangenehmen Enthüllungen sind diese Menschen den Staaten, deren Macht bis dahin nicht kontrolliert wurde, ein Dorn im Auge." (19.08.2014)

Radikal - Türkei | 05.08.2014

Westliche Medien gegenüber der Türkei anmaßend

'Erdoğan - der neue Sultan' - mit dieser Titelgeschichte liegt die aktuelle Ausgabe des Magazins Der Spiegel an den Kiosken und passt damit genau in das Türkei-Bild des Westens, bemängelt die liberale Internetzeitung Radikal: "Tatsächlich kennt die Türkei so manche Problemfelder: Einflussnahme auf die Presse, Rechtsprechung und Alltag, gleichförmige Parteien und die Parteiengesetze, die Verfassung, die unbeachteten Forderungen der Aleviten, Demonstranten, die durch Polizeigewalt ihr Leben verloren haben, hunderte inhaftierte Jugendliche und noch vieles mehr. ... Doch das gesamte Bild sieht anders aus: Die Türkei ist dabei, mit den Kurden die größte Versöhnung ihrer Geschichte zu verwirklichen. Wie passt das in das Bild einer sich ausweitenden Diktatur, die der Freiheit feindlich gesinnt ist? Und wie erklären wir uns dann wichtige gesetzliche Regelungen die Armenier und andere Minderheiten betreffend? Auch was die Zivilgesellschaft betrifft, kann man einige Errungenschaften aufzählen. … Bei den Präsidentschaftswahlen wird nun das Volk die Wahl haben. Oder sollte sie jemand anderes haben, wenn es nach dem Westen ginge?" (05.08.2014)

Open Democracy - Großbritannien | 31.07.2014

Britische Medien müssen endlich Israel kritisieren

Eine grundsätzlich falsche Haltung der Medien in der Beurteilung des Nahost-Konflikts beklagt der Medienaktivist Justin Schlosberg im Blog Open Democracy und fordert sie auf, das Tabu Israel-Kritik zu brechen: "Wir als Publikum werden zwar eingeladen, Israels unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt in Frage zu stellen, ja, es sogar der Kriegsverbrechen zu beschuldigen. Aber die Vorstellung, dass Israel lediglich auf palästinensische Attacken 'antwortet' anstatt umgekehrt, ist tief im Diktum liberaler Medien verankert - trotz Israels unablässiger Siedlungspolitik im Westjordanland und trotz der Tatsache, dass die meisten Waffenstillstände seit dem Jahr 2000 von Israel gebrochen wurden. … Wenn Journalisten den ideologischen Morast durchdringen wollen, dann müssen sie endlich anfangen, die fundamentalen Fragen zu stellen. Nicht zum Wohle und zur Beschwichtigung sich beklagender Parteien, sondern im Interesse von wahrhaftiger und aufrichtiger Berichterstattung." (31.07.2014)

Hämeen Sanomat - Finnland | 30.07.2014

Finnlands Premier twittert zu viel über Sport

Der neue finnische Premier Alexander Stubb ist ein begeisterter Twitter-Nutzer und berichtet auch der Plattform auch gerne von seinen sportlichen Aktivitäten. Angekreidet wird ihm nun, dass er nach dem Flugzeugabsturz über der Ostukraine mehr Tweets über seine Triathlonteilnahme erstellt hat als über das Unglück. Stubb muss mehr politisches Gespür entwickeln, meint die liberale Tageszeitung Hämeen Sanomat: "Zu behaupten, das Getwittere würde Stubb Zeit rauben, die ihm dann für seine eigentlichen Aufgaben fehlt, ist ein populistischer Vorwurf und nicht von Fakten gedeckt. ... Und doch scheint das öffentliche Bild Stubbs zunehmend jenes zu sein, dass er sich mehr für seine sportlichen Aktivitäten interessiert als für die täglichen Sorgen der Bürger und für internationale Krisen. … Stubb muss sich besser überlegen, was er öffentlich von seinen sportlichen Aktivitäten berichtet. Wenn er so weiter twittert wie bislang, serviert er seinen politischen Gegnern ihre Munition auf dem Silbertablett." (30.07.2014)


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