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MEDIEN

The Independent - Großbritannien | 25.02.2015

Google wird bei Sex zum Zensor

Google hat am Dienstag angekündigt, ab Ende März pornografische Inhalte und sexuell explizite Nacktheit in öffentlichen Blogs auf seiner Plattform Blogger zu verbieten. Mit dieser Form der Zensur widerspricht das Unternehmen dem Geist der Informationsfreiheit im Netz, kritisiert die linksliberale Tageszeitung The Independent: "Google möchte also nicht mit Pornografie in Verbindung gebracht werden. Das haben wir verstanden. Das Konzept von Blogger basiert jedoch auf der Idee, dass Information frei zugänglich sein sollte, um lebhafte Debatten anzuregen. Und was ist jetzt damit? ... Es handelt sich um eine sexuelle Zensur, die all dem widerspricht, wofür Blogger, Google und das Internet stehen. Google geriert sich gerne als Vorkämpfer des technologischen Fortschritts. Doch Zensur ist in keiner Weise fortschrittlich. Wenn das Unternehmen irgendetwas erreicht hat, dann das: Es hat uns zurückgeworfen." (25.02.2015)

De Telegraaf - Niederlande | 23.02.2015

Medienkodex des Königshauses ist überflüssig

Zum Fototermin der niederländischen Königsfamilie anlässlich ihres Skiurlaubs ist die Boulevardzeitung De Telegraaf nicht eingeladen. Das Blatt brach nach Ansicht des Hofes mit Fotos von Prinzessin Beatrix beim Skifahren am Samstag den Medienkodex, wonach das Privatleben der Familie respektiert werden müsse. Dem widerspricht der rechtsgerichtete Telegraaf: "Der Medienkodex entlässt die niederländischen Medien nicht aus der Verantwortung, bei der Berichterstattung über das Königshaus immer klug zwischen der journalistischen Freiheit und der europäischen Rechtsprechung abzuwägen. Daher haben wir den einseitig vom Hof erlassenen Kodex auch nicht unterschrieben, doch wir respektieren natürlich das Recht auf Privatheit. Das macht den Medienkodex auch überflüssig. Die Veröffentlichung von Fotos von Prinzessin Beatrix auf Skiern darf und kann man nicht anders sehen als eine warmherzige Ehrung für die frühere Monarchin. Sie ist, wie ihre Mutter, ein Vorbild für ihre Generation." (23.02.2015)

The Independent - Großbritannien | 19.02.2015

Daily Telegraph knickt vor HSBC ein

Der Chefkommentator des Daily Telegraph, Peter Oborne, hat vergangene Woche aus Protest gekündigt, weil die britische Zeitung aus Sorge um rückläufige Anzeigenerlöse nicht gebührend über den Steuerskandal der Großbank HSBC berichtet habe. Mit dieser Form der Selbstzensur setzt ein Medium seine eigene Existenz aufs Spiel, warnt die linksliberale Tageszeitung The Independent: "In anderen Tageszeitungen wird die objektive Berichterstattung vielleicht durch kommerzielle Interessen beeinträchtigt. Die Berichte in den Blättern Rupert Murdochs über den Telefon-Abhörskandal [bei Murdoch-Medien] zeugen davon. Doch der Telegraph hat die Interessen von Werbekunden über die der Leser gestellt. ... Damit stellt die Zeitung ihr kostbarstes Gut aufs Spiel: das Vertrauensverhältnis mit ihren Lesern. Spät, aber dennoch dürfte das klar geworden sein: Am Mittwoch brachte der Telegraph den Bericht über Schweizer Staatsanwälte, die HSBC-Büroräume durchsucht hatten, auf der Titelseite." (19.02.2015)

Delfi - Litauen | 19.02.2015

Nicht in Propagandakrieg gegen Russland ziehen

Der Journalist Vladimiras Laučius warnt seine litauischen Kollegen auf dem Onlineportal Delfi davor, in eine Propagandaschlacht mit Russland einzusteigen: "Wir sind davon überzeugt, dass Medien neutral sein sollten. ... Der Begriff Informationskrieg passt besser zu Staaten, die ihre Medien vollständig unter Kontrolle haben. Wie zum Beispiel Russland, das die Medien in seinen kalten und heißen Kriegen als Waffe einsetzt. ... Wir sollten nicht darauf reagieren, in dem wir aktiv in den Informationskrieg ziehen. Denn wir sind frei - anders als sie. Und damit wir frei bleiben, sollten wir nicht mit Informationssalven in Richtung unserer Feinde schießen." (19.02.2015)

Radikal - Türkei | 13.02.2015

Türkische Medien befeuern Gewalt an Frauen

In der Türkei wurde 2014 ein Anstieg der Fälle häuslicher Gewalt um 33 Prozent verzeichnet, diese Zahlen veröffentlichte das Justizministerium Ende Januar in einer Studie. Um Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken, muss sich zuerst der mediale Blick auf diese wandeln, meint die liberale Internetzeitung Radikal: "Alle Medieneigentümer sind Männer. Die Chefredakteure sind zu 90 Prozent Männer. ... Wenn man sich die Zahlen so anschaut, sind Frauen medial vor allem in Nachrichten über Gewalt und Missbrauch vertreten. 40 Prozent der Nachrichten über Frauen handeln von Gewalt gegen eben diese. ... Dies zeigt deutlich, dass die Medien den gesellschaftlichen Trend der Gewalt gegen Frauen noch verstärken. Daher müssen die Politik, die Medienorganisationen und natürlich die Medienvertreter einige Dinge in Angriff nehmen. Die erste Maßnahme betrifft die Repräsentation von Frauen. Solange Frauen in den gesellschaftlichen Einrichtungen, vor allem im Parlament, nicht entsprechend ihres Bevölkerungsanteils vertreten sind, scheint es aussichtslos, hier eine Lösung zu finden." (13.02.2015)

Sydsvenskan - Schweden | 13.02.2015

Auch Schweden muss sich um Pressefreiheit sorgen

Drohungen und Nötigungen lassen Schwedens Journalisten immer häufiger Selbstzensur üben. Das hat der Vorsitzende des Journalistenverbands, Jonas Nordling, am Donnerstag im Parlament in einer Fragestunde zu den Arbeitsbedingungen der Presse betont. Deshalb warnt die liberale Tageszeitung Sydsvenskan vor einer unfreien Presse, obwohl Schweden im aktuellen Pressefreiheitsranking von Reporter ohne Grenzen den fünften Platz belegt:  "Während Drohungen gegenüber Journalisten zunehmen und zu Selbstzensur führen, gibt es genug Stimmen, die meinen, häufig sei es ohnehin besser, zu schweigen statt zu reden. ... Meist geht es um religiöse Vorstellungen, die nicht kritisiert werden sollen; gefordert wird dabei eine Art informelles Blasphemie-Verbot. Das ist unangemessen. Pressefreiheit ist nicht nur eine Angelegenheit der Journalisten. Sie geht uns alle an. Eine freie Gesellschaft braucht eine freie Presse. ... Wo die Presse unfrei ist, ist niemand frei." (13.02.2015)

Dagens Nyheter - Schweden | 11.02.2015

Enthüllungsjournalismus ist Gratwanderung

Die schwedische Zeitung Aftonbladet hat die Identitäten von Menschen aufgedeckt, die im Netz anonym gegen Migranten gehetzt haben. Dies geschah gemeinsam mit einem Journalistennetzwerk, dem Linksextreme angehören. Auch wenn diese Kooperation problematisch ist, die Enthüllungen waren es wert, meint die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter: "Wenn wir heute akzeptieren, dass Aftonbladet mit Hilfe von Linksextremen Rassisten entlarvt, finden wir es dann ebenso okay, wenn die Zeitung morgen gemeinsam mit Rechtsextremen die undemokratische Linke bloßstellt? Der Zweck kann die Mittel heiligen, nicht zuletzt im Journalismus. Bisher waren die Enthüllungen relevant. In ihrer Folge entließen die Schwedendemokraten einen Juristen, der 'die Schweden' gegen 'die Einwanderer' bewaffnen wollte. Jeder hat das Recht, in Begriffen wie 'Judenschwein' und 'Dschungelneger' zu denken. Aber wir als Bürger können erwarten, dass Politiker und Juristen nicht eine Moral auf der Arbeit und eine andere zu Hause vor dem PC praktizieren." (11.02.2015)

The Independent - Großbritannien | 09.02.2015

Internet-Sperren können Trolle nicht stoppen

Menschen, die im Netz Schmäh- und Hassnachrichten verfassen, sollen künftig unter anderem aus sozialen Netzwerken ausgeschlossen werden. Das hat eine Gruppe britischer Parlamentarier vorgeschlagen. Die linksliberale Tageszeitung The Independent hält den Vorstoß für verfehlt: "Internet-Ordnungsstrafen werden ganz und gar nicht dazu beitragen, den Hass-Schwall dieser geschädigten und schlecht erzogenen Individuen zu stoppen, die einen Großteil ihres Selbstwertgefühls aus solchen Worten generieren. ... 'Hitler hatte recht' oder 'Es ist keine Vergewaltigung, wenn sie betrunken war': Die unangenehme Wahrheit ist, dass es in Großbritannien nicht verboten ist, dumme, grausame und fehlgeleitete Gedanken zu haben. Doch es ist nicht die Aufgabe der Polizei, diese Menschen zu sanfteren, einfühlsameren Leuten zu machen. ... Dies wäre einst die Aufgabe der Eltern gewesen, doch sie sind damit kläglich gescheitert. Jetzt ist es den Idioten überlassen, sich im Spiegel anzuschauen und sich zu wundern, weshalb sie sich konstant hundeelend fühlen." (09.02.2015)

Vasárnapi Hírek - Ungarn | 08.02.2015

Werbesteuer kann Medienkrieg in Ungarn auslösen

Die rechtskonservative Regierung von Viktor Orbán plant, eine fünfprozentige Werbesteuer für alle Medienunternehmen einzuführen. Der Medienmagnat und Oligarch, Lajos Simicska, will einen "totalen Medienkrieg" gegen die Regierung führen, sollte die ihre Pläne wahrmachen. Die linksliberale Sonntagszeitung Vasárnapi Hírek erwartet einen veritablen Machtkampf zwischen den einst engen Freunden Orbán und Simicska: "Das ist kein totaler Medienkrieg, sondern ein neuer Meilenstein beim Abbau der demokratischen Ordnung. Die alten Waffenbrüder, Orbán und Simicska, kreuzen jetzt die Klingen. Nein, nicht um das Schicksal der Ungarn zu verbessern, sondern um der bloßen Macht willen. Der eine hat bereits den Staat in der Tasche. Ja, es hat den Anschein, als wäre er schon der Staat selbst. Der andere hat sein sagenhaftes Vermögen im Safe. ... Nun spricht er Klartext. Simicska hat aber noch nicht alles gesagt, was er weiß. Wenn er es tut, bleibt kein Stein auf dem anderen." (08.02.2015)

Népszabadság - Ungarn | 02.02.2015

Orbán senkt Werbesteuer für Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag in Budapest Premier Viktor Orbán getroffen. Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság macht darauf aufmerksam, dass die Regierung Orbán just vor der Visite die horrende Werbesteuer für den zur deutschen Bertelsmann-Gruppe gehörenden Privatfernsehsender RTL-Klub gesenkt hat: "Welch Zufall, Frau Merkel reist nach Ungarn, und die Regierung lenkt in Sachen Werbesteuer ein. ... Für die Fernsehzuschauer bedeutet dies aber einen medialen Aderlass. ... Auf RTL Klub konnten wir in den vergangenen Monaten Nachrichtensendungen sehen, die diesen Namen auch verdienen und wo es ans Eingemachte ging. Wir hegen nun aber den Verdacht, dass bei RTL Klub wieder grinsende TV-Sternchen Einzug halten und die Nachrichten darüber, was in diesem Land vor sich geht, in den Hintergrund geraten werden. ... Aus den gleichgeschalteten staatlichen Medien werden wir bestimmt nichts über die Realität erfahren." (02.02.2015)


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