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Respekt - Tschechien | 20.10.2014

Pressefreiheit braucht auch zahlende Leser

Der Verkauf von Anteilen des Verlags, der die liberale slowakische Tageszeitung Sme herausgibt, an die der Korruption verdächtige Investmentgesellschaft Penta ist für die liberale Wochenzeitung Respekt eine schlechte Nachricht für die Demokratie: "Reiche einheimische Unternehmer hatten schon immer genug Geld, um Entscheidungen von Politikern zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Keinen Einfluss hatten sie auf die Medien, die ihnen auf die Finger sahen. Doch seit einem Jahr fällt die Mehrheit tschechischer und slowakischer Medien in die Hände derer, die gar keine verlegerischen Ambitionen haben, wohl aber Machtambitionen. ... Die gute Nachricht ist, dass die Redakteure, die bei Sme gekündigt haben, ein neues Projekt starten wollen. ... Die Zeit für billige oder Gratiszeitungen endet aber. Über die Zukunft von Qualitätsmedien entscheiden auch die Leser mit ihrer Bereitschaft, für den Inhalt zu bezahlen. In diesem besten Fall werden dann Journalisten und Leser gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen, dass die Freiheit erhalten bleibt." (20.10.2014)

opentat.sk - Slowakei | 15.10.2014

Unter Oligarchen gibt es keine Pressefreiheit

Die deutsche Mediengruppe Rheinische Post hat am Dienstag ihren 50-Prozent-Anteil an dem slowakischen Verlag verkauft, in dem unter anderem die liberale Tageszeitung Sme erscheint. Finanzier des neuen Miteigentümers ist die Investmentgruppe Penta, die in den größten Korruptionsskandal des Landes verwickelt war. Die Chefredaktion und ein großer Teil der Sme-Redakteure wollen nicht unter Penta arbeiten und kündigen auf ihrer neuen Internetseite opentat.sk eine Medien-Neugründung an: "Mit Penta verlieren wir zwei Dinge, ohne die kein ordentlicher Journalismus geht: Wir haben nicht mehr die Sicherheit, frei publizieren zu können, und Penta wird notwendigerweise auch das Vertrauen unserer Leser senken. Penta ist kein normaler Investor. Die Gruppe ist nur am Einfluss interessiert, den die Marke Sme hat. ... Unser Abgang soll auch als Geste verstanden werden, dass man sich gegen die Verbindung von Politik und Geschäft stellen muss. Wir wollen nicht in einem Land leben, dessen öffentliche Institutionen oder Medien vor allem die Bedürfnisse von Oligarchen befriedigen." (15.10.2014)

Politiken - Dänemark | 08.10.2014

Dänischer Rundfunk vertuscht Eurovision-Kosten

Mit 334 Millionen Kronen (45 Millionen Euro) ist Dänemark die Ausrichtung des Eurovision Song Contest im Mai 2014 viermal so teuer gekommen, wie zunächst veranschlagt. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Rechnungshofes hervor. Die linksliberale Tageszeitung Politiken stört dabei besonders, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen Danmarks Radio (DR) lange nicht mit offenen Karten gespielt hat: "Dass dies wirklich nötig war. Eine der Hauptaufgaben von DR ist es doch gerade, als wichtige Institution der Gesellschaft und der Medien kritisch zu untersuchen, ob sich die Machthaber an die Spielregeln halten und keine öffentlichen Gelder verschwenden. Vor diesem Hintergrund ist es schon merkwürdig, dass der DR sich dazu entschieden hat, die Sache zu vertuschen. Man könnte fast von Doppelmoral sprechen." (08.10.2014)

Corriere del Ticino - Schweiz | 06.10.2014

Im Ukraine-Konflikt herrscht nur Propaganda

US-Vizepräsident Joe Biden hat in einer Rede an der Kennedy School of Government der Universität Harvard am Donnerstag gesagt, dass die USA die EU zu Wirtschaftssanktionen gegen Russland gezwungen habe. Eine bittere Wahrheit, über die in Europa allerdings nicht gesprochen wird, schimpft die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Diese Aussage findet in der Presse keinen Widerhall. Praktisch kein Journalist hat die Tragweite der Äußerung von Biden einzuschätzen vermocht. Ein gravierender professioneller Fehler, der alles andere als überraschend ist. Medien sind beeinflussbar. In den Vereinigten Staaten wie auch in Europa. ... Wenn jemand die Wahrheit sagt, erscheint die Welt in einem ganz anderen Licht, als die offizielle Propaganda sie darstellt. Doch wenn die Medien nicht darüber berichten, bleibt die Propaganda die angebliche Wahrheit." (06.10.2014)


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