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Medien

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Kapital - Bulgarien | 24.05.2012

Massenmedien verbreiten Panik nach Erdbeben

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 in der Nacht zu Dienstag kam es in Bulgarien zwar zu keinen größeren Schäden an Menschen und Gebäuden, aber die Medien erzeugten Panik in der Bevölkerung, kritisiert die Wochenzeitung Kapital: "Die Medien haben für eine Massenhysterie gesorgt in einem Moment, in dem die Gesellschaft nüchterne und genaue Informationen von ihnen brauchte. Aus Rissen an Häuserwänden wurden plötzlich tiefe Spalten. Krähen, die ihre Nester verteidigten, seien 'nach dem Beben ausgeflippt' und hätten Menschen angegriffen. Der Frühlingsregen in den Tagen nach dem Erdbeben sei ein Zeichen, dass der Himmel 'eingestürzt' sei. Solche Schlagzeilen sind nicht nur geschmacklos, sondern eine extrem unangemessene Art und Weise, Aufmerksamkeit zu erregen. Bei Naturkatastrophen sind die Medien die Hauptinformationsquelle der Bevölkerung und sie dürfen sich nicht dazu hinreißen lassen, grundlos Angst und Panik zu verbreiten." (24.05.2012)

Adevărul - Rumänien | 24.05.2012

Bukarest macht sich Rundfunk gefügig

Die rumänische Steueraufsicht Anaf hat am Dienstag alle Konten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens TVR gesperrt. Als Begründung nannte sie die rund 77 Millionen Euro Schulden des Senders. Tatsächlich will die neue Regierung den Sender gefügig machen, vermutet die Tageszeitung Adevărul: "Sicher, der Fiskus bringt als Argument die Schulden vor. Nur, in unserem Ländchen, wo man alles mit allem vergleicht, könnte man doch sagen, dass es Firmen mit viel größeren Schulden gibt, deren Konten aber niemand sperrt. Das ist das Problem: Alles ist relativ, auch Prinzipien und Strenge. ... Wie aber jetzt - nach dem Regierungswechsel - der Fiskus durchgreift, ist vollkommen daneben. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk TVR hatte jahrelang Schulden und er hat sie immer beglichen. Der Sender wird übrigens immer Schulden haben, denn Reformen werden blockiert. Er ist eben ein beliebtes Spielzeug der Politiker. Und das Schlimmste ist, dass wir, die Zuschauer, in dieser Geschichte gar nicht vorkommen." (24.05.2012)

Dagens Nyheter - Schweden | 11.05.2012

Schwedens Journalisten nicht selbstkritisch genug

Schwedens Journalisten stehen einer Studie der Universität Göteborg zufolge überwiegend Parteien des linken Lagers nahe und unterscheiden sich damit stark von der Gesamtbevölkerung. Den Vorwurf der parteiischen Berichterstattung als mögliche Folge haben mehrere Chefredakteure empört zurückgewiesen, was die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter kritisiert: "Untersuchungen wie diese sind ein Freund der Berufsgruppe, kein Feind. Journalisten müssen und können nicht exakt die Sitzverhältnisse im Parlament widerspiegeln. Aber ebenso wie in Bezug auf die Zugehörigkeit zu Klasse, Geschlecht oder Ethnie ist es gefährlich, wenn Redaktionen sich politisch nur einig sind und gegenseitig auf die Schulter klopfen. Zunächst ist es wichtig, das Problem zur Kenntnis zu nehmen, es zu beleuchten und zu diskutieren. Es empört von sich zu weisen, erhöht das Vertrauen in uns Journalisten nicht." (11.05.2012)

Duma - Bulgarien | 03.05.2012

Pressefreiheit auf Bulgarisch

Im aktuellen Ranking zur Pressefreiheit der US-Stiftung Freedom House teilt sich Bulgarien zusammen mit Ungarn den 78. Platz und erhält das Prädikat "teilweise frei". Doch da irrt Freedom House gewaltig, macht die oppositionelle Tageszeitung Duma auf ihre Weise klar: "Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen und Onlinemedien in Bulgarien kommunizieren frei mit der Regierung. In welchem anderen Land kriegen Topreporter SMS vom Premier persönlich? In welchem anderen Land diskutieren Journalisten vor der Kamera mit dem Premier frei, was man den verehrten Zuschauern servieren will und vor allem wie, damit sie am besten verstehen, welche Mühe sich die Regierung gibt, Bulgarien in ein Land der Träume zu verwandeln? Die Regierung hat großen Respekt vor den Medien: Taucht mal ein Fehler in der Berichterstattung auf, folgt prompt ein Anruf aus dem Kabinett, der die Journalisten freundlich auf ihr gutes Recht hinweist, ihre Entgleisung zu korrigieren." (03.05.2012)


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