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Tages-Anzeiger - Schweiz | 26.08.2014

Grabenkämpfe beim "Spiegel" gehen weiter

Der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Wolfgang Büchner, hat sein Konzept zur Redaktionsreform gegen die Mehrheit der Beschäftigten durchgesetzt. Am Freitagabend stützte die Gesellschafterversammlung seinen Plan. Das Hauptproblem ist damit aber nicht gelöst, meint der Tages-Anzeiger: "Der 'Spiegel' ist eine Zweiklassengesellschaft. Vor allem ältere Printredaktoren verdienen viel Geld und dürfen über eine Teilhabergesellschaft Einfluss nehmen auf strategische Entscheidungen des Verlags. Bei 'Spiegel online' dagegen sind die Löhne deutlich tiefer, und zu sagen haben die dortigen Kollegen: nichts. ... Es ist falsch, wenn sich die Redaktionen das Leben gegenseitig schwer machen. Grabenkämpfe schaden beiden Seiten und am Ende dem Produkt. In einer Zeit, in der sich fast alle Medien mit Sparprogrammen konfrontiert sehen, kann sich das niemand leisten. Selbst der grosse 'Spiegel' nicht!" (26.08.2014)

Gândul - Rumänien | 25.08.2014

Youtube zensiert Foley-Enthauptung zu Recht

Das Videoportal Youtube hat die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch die Terrormiliz IS gelöscht und mehrere Konten von Dschihadisten gesperrt. Das Video mit der Tötung eines farbigen US-Amerikaners durch die Polizisten in der amerikanischen Stadt Ferguson kursiert hingegen weiter im Netz. Warum das so ist, erklärt die Journalistin Alina Matis in der Online-Zeitung Gândul: "Ich habe die Frage auf Facebook gepostet und einige Journalisten angefragt. Unter all den Antworten gab es eine, die zwei wichtige Unterschiede besonders auf den Punkt gebracht hat: Die Zahl der Zugriffe auf Youtube wird die US-Polizei nicht ermutigen, auch andere Schwarze zu erschießen, während die Zahl der Zugriffe auf das Foley-Video mit Sicherheit die IS ermutigen wird, auch andere Enthauptungen zu filmen. Und: Im Fall der amerikanischen Polizei kann der Film helfen, die Debatte um 'berechtigte Tötungen' anzuschieben. Bei der Enthauptung Foley ist nichts 'gerechtfertigt' und noch weniger helfen würde eine Debatte darüber." (25.08.2014)

Die Presse - Österreich | 21.08.2014

Ermordung von Foley nicht auf Twitter folgen

Das Video der Enthauptung des US-Journalisten James Foley hat sich am Dienstagabend rasch in den sozialen Netzwerken verbreitet. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse kritisiert den Konsum solchen Bildmaterials: "Es gibt keinen Grund, sich solch ein Erpresservideo anzuschauen. Es gibt erst recht keinen Grund, sich via Retweet-Button oder Teilt-Pfeil in den Dienst der IS-Propaganda zu stellen. ... Natürlich: Manchmal bewegen Bilder die Welt, man denke an Vietnam, wo zwei Fotos wesentlich zum Ende des Kriegs beigetragen haben. Fotos ... mobilisieren uns. Die Gefahr ist: Wir regen uns auf - statt uns zu informieren. Wir werden nicht hellhörig - sondern stumpfen ob der Masse der Bilder ab. Und wir bedenken zu wenig, dass diese Menschen vielleicht gar nicht damit einverstanden gewesen wären, nach ihrem Tod versehrt und zum Teil halb entkleidet der Weltöffentlichkeit präsentiert zu werden - und ihre Familien auch nicht." (21.08.2014)

Večer - Slowenien | 19.08.2014

Whistleblower übernehmen Funktion der Medien

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Montag auf einer Pressekonferenz angekündigt, die ecuadorianische Botschaft in London verlassen zu wollen, sobald die britische Regierung ihm freies Geleit für eine Ausreise nach Ecuador zusichert. Whistleblower wie Assange sind in der heutigen Zeit unersetzlich, findet die konservative Tageszeitung Večer: "Whistleblowing ermöglicht die so dringend nötige globale Überwachung. ... Medien haben in Zeiten der Globalisierung und Kommerzialisierung einen großen Teil ihrer Kontrollfunktion verloren. Nun haben die digitale Ära und der Aufschwung der sozialen Netzwerke die Whistleblower hervorgebracht: aufgeklärte Bürger, die ihr Gewissen über den Profit und die schmutzigen Interessen des Staats stellen. Mit ihren unangenehmen Enthüllungen sind diese Menschen den Staaten, deren Macht bis dahin nicht kontrolliert wurde, ein Dorn im Auge." (19.08.2014)

Radikal - Türkei | 05.08.2014

Westliche Medien gegenüber der Türkei anmaßend

'Erdoğan - der neue Sultan' - mit dieser Titelgeschichte liegt die aktuelle Ausgabe des Magazins Der Spiegel an den Kiosken und passt damit genau in das Türkei-Bild des Westens, bemängelt die liberale Internetzeitung Radikal: "Tatsächlich kennt die Türkei so manche Problemfelder: Einflussnahme auf die Presse, Rechtsprechung und Alltag, gleichförmige Parteien und die Parteiengesetze, die Verfassung, die unbeachteten Forderungen der Aleviten, Demonstranten, die durch Polizeigewalt ihr Leben verloren haben, hunderte inhaftierte Jugendliche und noch vieles mehr. ... Doch das gesamte Bild sieht anders aus: Die Türkei ist dabei, mit den Kurden die größte Versöhnung ihrer Geschichte zu verwirklichen. Wie passt das in das Bild einer sich ausweitenden Diktatur, die der Freiheit feindlich gesinnt ist? Und wie erklären wir uns dann wichtige gesetzliche Regelungen die Armenier und andere Minderheiten betreffend? Auch was die Zivilgesellschaft betrifft, kann man einige Errungenschaften aufzählen. … Bei den Präsidentschaftswahlen wird nun das Volk die Wahl haben. Oder sollte sie jemand anderes haben, wenn es nach dem Westen ginge?" (05.08.2014)


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