Die afghanischen Truppen haben am Dienstag die Sicherheitsverantwortung für das ganze Land übernommen. Zugleich eröffneten die Taliban ein Verbindungsbüro in Katars Hauptstadt Doha; die USA kündigten an, zügig Gespräche mit ihnen aufzunehmen. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse kritisiert den späten Zeitpunkt dieser Entwicklungen: "Heute geht es nur noch darum, die Truppen ohne allzu großen Gesichtsverlust und ohne allzu großes militärisches Debakel rauszubekommen. ... Das Dilemma ist, dass man ein Abkommen mit den Radikalen braucht, um das Land zumindest an dieser Front zu befrieden - dabei aber mit einem Federstrich die ganzen hehren Ziele preisgibt, für die man lange zu kämpfen vorgab. Sollte es nun tatsächlich zu Verhandlungen mit den Taliban kommen, dann bleibt die Frage, ob man das nicht viel früher hätte haben können. Zu einer Zeit, als die eigene Verhandlungsposition eine der verhältnismäßigen (militärischen) Stärke war. Und nicht zu einer Zeit, in der die Stoppuhr auf Abzug gestellt ist. Denn dies ist eine Uhr, die auch die Taliban fest im Blick haben." (19.06.2013)
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