Das linksliberale Oppositionsbündnis USL hat die rumänische Mitte-rechts-Regierung am Freitag mit einem Misstrauensantrag gestürzt. Die neue Regierungsbildung obliegt nun dem Chef der sozialdemokratischen PSD, Victor Ponta. Doch das linksliberale Bündnis könnte seinen Zug schnell bedauern, meint die Tageszeitung Gândul: "Noch nicht ganz an der Macht, verspricht das Kabinett Ponta bereits, die angeblichen sozialen Ungerechtigkeiten seiner Vorgänger zu beseitigen. ... So soll beispielsweise der Mindestlohn um 26 Prozent angehoben werden auf 850 Lei [rund 212 Euro], und die Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel soll gesenkt werden. ... Doch schon in den nächsten Tagen könnte die Euphorie verfliegen und das Kabinett vorsichtiger werden mit Versprechungen. Denn die wird man der neuen Regierung beim kleinsten Fehler vorhalten. Sechs Monate [bis zu den Wahlen im November] sind für eine Regierung eine kurze Zeit, doch für die Wähler lang genug, um zu sehen, ob sie wirklich besser ist. Im Herbst könnten [die bisherigen Oppositionsführer] Ponta und Antonescu bedauern, dass sie nicht mehr Zeit hatten." (30.04.2012)
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