Die Wahlen in Frankreich und Griechenland haben gezeigt, dass die Populisten zu einer bedeutenden Kraft in Europa geworden sind und keineswegs nur als vorübergehendes Phänomen abgetan werden können, meint die liberale Tageszeitung Kaleva: "Die europäischen Länder sind eines nach dem anderen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, weshalb der Alltag des kleinen Mannes schwieriger geworden ist und die Unsicherheit zugenommen hat. Daraus schöpfen die populistischen Bewegungen ihre größte Kraft. Auch wenn sie keine glaubwürdigen politischen Alternativen anbieten, geben sie den Bürgern doch eine Möglichkeit, den gutsituierten Entscheidern eins auszuwischen. … Kennzeichnend für die Populisten ist, dass sie komplizierte Dinge vereinfachen. Wenn man sich anschaut, was wirtschaftlich in Europa passiert und versucht, die Entwicklung vorherzusagen, ist es schwierig, eine einheitliche Linie zu finden. Darauf reagieren die Populisten mit Parolen, die die einfachen Menschen ansprechen. … Die klassische Parteienlandschaft geht in Europa ihrem Ende entgegen. Der Populismus bleibt und erschüttert die erstarrten Machtstrukturen. Die traditionellen Parteien zerbrechen sich nun den Kopf darüber, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. In Schweden hat man sich für die Isolierung entschieden. In vielen anderen Ländern überlegt man, wie man die Populisten in die Regierung einbinden und auf diese Weise zähmen kann." (14.05.2012)
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