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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Duma - Bulgarien | 31.07.2015

Wucherkredite belasten verzweifelte Bulgaren

In Bulgarien haben Kreditgeber seit Anfang des Jahres rund 500 Millionen Euro an Krediten vergeben, die nicht termingerecht zurückgezahlt worden sind. Die verarmten Bulgaren lassen sich aus Verzweiflung auf alles ein, um ein bisschen Geld zusammenzubekommen, kommentiert die linke Tageszeitung Duma: "Es wimmelt nur so vor diversen Kredithaien, mit deren Hilfe die Menschen ihre Haushaltskassen vor dem Ende des Monats zu stopfen versuchen. Die Kredithaie bewerben ihre Kredite an jeder Straßenecke, im Internet und am Telefon. Nirgendwo ist man mehr vor ihnen sicher. Die Zinsen, die sie selbst für mickrige Summen verlangen, sind häufig exorbitant. Manchmal sind die Zinsen sogar höher als die Kreditsumme. Auch nach den Gesetzesänderungen, die angeblich diese Art von Kreditgeber in die Schranken weisen sollten, läuft ihr Geschäft weiter hervorragend. ... Und all diese Kredithaie leben auf unsere Kosten, weil wir arm sind und die geringsten Gehälter in der ganzen EU haben." (31.07.2015)

Avvenire - Italien | 31.07.2015

Süditalien muss wieder auf die Beine kommen

Der Verband für Entwicklung des Mezzogiorno hat am Donnerstag vor einer permanenten Unterentwicklung des italienischen Südens gewarnt. Mit einem Wachstumsrückgang von 9,4 Prozent in den letzten 15 Jahren stehe die Region schlechter da als Griechenland. Der Staat hat den Mezzogiorno vergessen, doch muss dieser sich auch selbst zu helfen wissen, mahnt die katholische Zeitung Avvenire: "Das Defizit muss schleunigst behoben werden. Doch ein Ausweg aus der Armutsfalle findet sich nur, wenn man von einer Zukunftsvision ausgeht: Welche Zukunft hat der Süden? Die Geschichte lehrt uns, dass eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung einer Region das Verständnis seiner besonderen Bestimmung ist. ... Man entwickelt sich nicht, indem man andere imitiert, sondern indem man versucht, das Beste aus sich zu machen. Um die eigene Berufung, auch die wirtschaftliche, zu begreifen, bedarf es einer neuen Sichtweise. Es gilt, die Besonderheiten, die Stärken, die Ressourcen des Territoriums zu identifizieren." (31.07.2015)

La Croix - Frankreich | 30.07.2015

Frankreichs Atom-Ära geht zu Ende

Der französische Energieversorger EDF übernimmt die Reaktorsparte des ebenfalls staatlich kontrollierten Atomkonzerns Areva. Das gaben die Unternehmen am Donnerstag in Paris bekannt. Areva schrieb im vergangenen Jahr einen Rekordverlust und erhält so dringend benötigtes Geld. Das Ende des französischen Atomzeitalters ist eingeläutet, meint die katholische Tageszeitung La Croix: "In den kommenden Monaten wird der französische Staat beschließen, das Kapital des Unternehmens mit fünf Milliarden Euro aufzustocken, um seine Zukunft zu sichern. Der französische Steuerzahler wird also zur Kasse gebeten und kann mit Recht gegen so viel Unfähigkeit wettern. ... Vor diesem Hintergrund hat das Gesetz zur Energiewende den Countdown für eine geringere Abhängigkeit Frankreichs von der Atomenergie gestartet. ... Die Beinahe-Pleite von Areva fällt mit dem Ende einer Energieproduktion zusammen, die fast ausschließlich aus den Reaktoren stammte. Über diese herrschte beim Staat seit den 1970er Jahren Konsens. Eine Ära geht zu Ende." (30.07.2015)

Der Standard - Österreich | 30.07.2015

Fatale Forderung nach Euroaustrittsklausel

Der Sachverständigenrat der deutschen Regierung hat in einem Sondergutachten gefordert, in den EU-Verträgen den zwangsweisen Austritt aus dem Euro zu ermöglichen. Die linksliberale Tageszeitung Der Standard weist den Vorschlag als realitätsfern und fatal zurück: "Wür­de der Vor­schlag um­ge­setzt, wä­re dies der An­fang vom En­de der Eu­ro­zo­ne. Das po­li­ti­sche Kli­ma wä­re ver­gif­tet, weil Staa­ten be­gin­nen wür­den, ein­an­der zu be­dro­hen: 'Maß­nah­me Y passt dir nicht? Wir kön­nen dich auch raussch­mei­ßen.' Auch öko­no­misch ist die Idee fa­tal. Nach ei­ner Ver­trags­än­de­rung wür­den In­ves­to­ren so­fort spe­ku­lie­ren, wen der Eu­ro-Exit trifft: Grie­chen­land? Por­tu­gal? Die Zins­auf­schlä­ge für die­se Län­der wür­den ex­plo­die­ren. Soll­ten in die­sem Sach­ver­stän­di­gen­rat wirk­lich die be­sten deut­schen Öko­no­men sit­zen, muss man sich eher um die Bun­des­re­pu­blik denn um Grie­chen­land sorgen." (30.07.2015)

Rzeczpospolita - Polen | 30.07.2015

Reichster Pole war Segen für sein Land

Der reichste Pole und Gründungspräsident der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer, Jan Kulczyk, ist in der Nacht zum Mittwoch in Wien im Alter von 65 Jahren gestorben. Das Wirtschaftsmagazin Forbes taxiert seine Vermögen auf 3,8 Milliarden Euro. Der Manager hat Polens internationales Ansehen verbessert, würdigt ihn die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Unter den polnischen Geschäftsleuten war er der erste Investor, der weltweit aktiv war. Er suchte seine Chancen nicht nur am bereits bekannten polnischen Markt, sondern investierte hauptsächlich außerhalb des Landes. Beispielsweise suchte seine Firma Ophir Energy, die in London notiert ist, nach Öl und Gas in Afrika, Asien und auf den Philippinen. Und auch in der Nähe Polens - in der Ukraine - war Kulczyk präsent. ... Wir haben nicht nur einen Mann verloren, der Polens Ruf auf den internationalen Märkten verbessert hat, sondern auch jemanden, der sich in hervorragender Weise ehrenamtlich engagiert hat, und ein großer Philantrop war." (30.07.2015)

De Standaard - Belgien | 29.07.2015

Belgische Bauern müssen klüger produzieren

Nach den französischen Bauernprotesten klagen auch belgische Landwirte über Einkommensverluste infolge der Aufhebung der Milchquote. Doch neue staatliche Protektion gegenüber Produkten von außerhalb der EU ist die falsche Antwort, mahnt die liberale Tageszeitung De Standaard: "Ein Teil der Lösung wäre die korrektere Anrechnung der Transportkosten [für Produkte außerhalb der EU]. Solange diese zu gering sind, können die Bauern auch nicht nachhaltig verdienen. Denn jeder konkurriert mit jedem. Auch die Umweltkosten und Investitionen in die Transportwege werden inzwischen auf die Gesellschaft abgeschoben. Das ist nicht haltbar. Außerdem müssen die Bauern eine andere Antwort finden als Massenproduktion. ... Gerade die Größe macht sie anfälliger. Kleine Produktion, Spezialisierung und Qualität ist offenbar die bessere Option, auch wenn man dafür die Verbraucher erziehen muss. Der Preis darf nicht das einzige Kriterium sein bei unserer täglichen Ernährung." (29.07.2015)

Äripäev - Estland | 28.07.2015

Estland bekämpft endlich Steuervermeidung

Estland diskutiert derzeit einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung, die Finanzbeamten unangemeldete Überprüfungen von Firmen ermöglichen soll. Die Wirtschaftszeitung Äripäev verteidigt die Reform: "Das Finanzamt muss Steuern eintreiben und das entsprechend den geltenden Gesetzen. Sind die bestehenden Gesetze schlecht, muss man über eine Gesetzesänderung nachdenken. Dies hat das Finanzministerium nun getan und das ist vernünftig. Auch die Neuregelung aus dem vergangenen Jahr bezüglich der steuerlichen Absetzbarkeit der Mehrwertsteuer für Firmenwagen war vernünftig. ... Dass nun sowohl wegen der Regelung zu den Firmenwagen als auch wegen des aktuellen Vorschlags Unmut herrscht, hat damit zu tun, dass es künftig weniger Möglichkeiten gibt, gesetzliche Grauzonen auszunutzen." (28.07.2015)

El Mundo - Spanien | 28.07.2015

Taumelnder Gigant China bedroht Weltwirtschaft

Der chinesische Aktienindex SSE Shanghai Composite ist am Montag um 8,5 Prozent gesunken und hat damit den schwersten Kursverlust seit acht Jahren erlebt. Gerät Europa schon wegen der griechischen Krise ins Straucheln, könnte ein Einbruch in China richtig dramatisch werden, fürchtet die konservative Tageszeitung El Mundo: "China ist ein großer Investor im Anleihen- und Immobiliensektor auch in Spanien, wo es seit der Krise verstärkt involviert ist. Sollte China den Kauf stoppen und stattdessen mit dem Verkauf beginnen, könnten die Kapitalmärkte einbrechen. ... Und wenn schon die Instabilität in Griechenland, das nur zwei Prozent des europäischen BIP ausmacht, die EU erzittern lässt, sollten wir besser gar nicht daran denken, was ein möglicher Einbruch in China auslösen würde, der die USA und Europa mitreißen könnte. Im Moment ist der Gigant noch in Fahrt, doch sein Motor gibt beängstigende Geräusche von sich. Die Welt schaut gebannt zu, was passiert." (28.07.2015)

Hospodářské noviny - Tschechien | 28.07.2015

Griechenlandkrise: Fiskalunion wünschenswert, aber unrealistisch

Die Griechenlandkrise hat die Forderung nach einer Fiskalunion lauter werden lassen. Die wirtschaftsliberale Hospodářské noviny fände diesen Schritt logisch, zweifelt aber an der Machbarkeit: "Ohne stärkere Integration kann ein gemeinsamer Währungsraum nicht effektiv funktionieren. Dass bei diesem Thema jetzt Druck gemacht wird, liegt an Griechenland, dem Land, das durch Betrug und geschönte Statistiken in die Eurozone gelangte. Die dortige Staatsverwaltung funktioniert seit ewigen Zeiten nicht. Es wird auch keine der unter Druck angenommenen Regelungen den erwarteten Erfolg haben. Denn sie sind nichts anderes als die sinnlose Erhöhung von Steuern in einem Land, das es Jahrzehnte nicht fertig gebracht hat, Steuern effektiv einzutreiben, und wo die Schattenwirtschaft fast ebenso groß ist wie die legale. Angesichts des griechischen Problems ist es fraglich, ob ein Budget und ein europäisches Ministerium die Lösung wären. Die Vorstellung, dass ein europäischer Finanzminister (etwa aus Deutschland oder Finnland) in Griechenland legitim Macht ausübt, ist eine rein theoretische." (28.07.2015)

Lietuvos rytas - Litauen | 25.07.2015

Litauen muss seinen Matrosen helfen

Fünf Schiffe der hochverschuldeten Reederei Lietuvos jūrų laivininkystė, die größtenteils in Besitz des litauischen Staats ist, liegen seit Wochen in verschiedenen ausländischen Häfen fest. Zum Teil werden sie festgehalten, nachdem sie keine Hafengebühren gezahlt haben, andere fürchten juristische Probleme, weil die Besatzung seit Monaten kein Gehalt erhalten hat. Die liberale Tageszeitung Lietuvos rytas sieht die Politik in der Verantwortung: "Die Hilferufe der Matrosen auf den Schiffen hallen bereits seit Mai. Doch offenbar hat keine Institution etwas unternommen, das sagen zumindest die Matrosen. Man zeigte sich erst besorgt, als die Situation der Matrosen zu einer humanitären Katastrophe wurde und die Medien zunehmend Alarm schlugen. … Doch wo waren die jetzt laut aufschreienden Politiker in den letzten zehn Jahren? … Das Unternehmen sinkt schon seit geraumer Zeit. Und die Wirtschaftskrise, die es gezwungen hat, einen Teil seiner Schiffe zu verkaufen, hat den Untergang nur beschleunigt." (25.07.2015)


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