Navigation

 

Wirtschaft

1-10 von 36 | Seite 1 . 2 . 3 . 4 . weiter  »

WIRTSCHAFT

Kymen Sanomat - Finnland | 22.05.2015

Gefährliche Kluft zwischen Arm und Reich

Laut einer aktuellen OECD-Studie ist die Kluft zwischen Arm und Reich im Westen so hoch wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Das gefährdet den sozialen Zusammenhalt und die politische Stabilität, meint die Tageszeitung Kymen Sanomat: "Die Entwicklung verblüfft Wirtschaftsforscher: Die eingefahrene Meinung sieht Einkommensunterschiede oft als Triebkraft für das Wirtschaftswachstum. ... Doch in Wahrheit ist das Wirtschaftswachstum seit längerem schwach, ja sogar inexistent, während gleichzeitig die Einkommensschere wächst. ... Große Einkommensungleichheiten haben in der Geschichte Revolutionen hervorgerufen. Derartiges kann theoretisch auch heute noch in entwickelten Ländern passieren. Im gefestigten Wohlstand der westlichen Welt sind Umstürze zwar relativ unwahrscheinlich, doch die steigenden Ungleichheiten unterminieren mit der Zeit die politische Stabilität." (22.05.2015)

Cinco Días - Spanien | 21.05.2015

Spanien muss Exportboom weiter fördern

Spanische Unternehmen haben im Monat März Waren im Wert von mehr als 23 Milliarden Euro exportiert. Das Außenhandelsdefizit sank im ersten Quartal 2015 um 15 Prozent. Spanien kann sich durch den schwachen Euro weltweit neue Absatzmärkte erschließen, doch bleibt das Land auf die Stabilität der Eurozone angewiesen, erinnert die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Zweifelsohne bleibt Europa Spaniens Hauptabsatzmarkt und ist die Stabilität der Eurozone entscheidend, soll die Exportwirtschaft weiter wachsen. Dabei hängt diese Entwicklung zum Teil von externen Faktoren ab. Dazu gehören Strukturreformen in einigen Euroländern - beispielsweise Frankreich -, die sich bisher sträuben, ihre Wirtschaft zu reformieren und auf die Zukunft vorzubereiten. Aber es gibt auch interne Faktoren, wie eine Wirtschaftspolitik, die den Exportsektor unterstützt und den Handel über unsere Grenzen hinweg vereinfacht." (21.05.2015)

Jornal de Negócios - Portugal | 20.05.2015

Angolas Ölkrise reißt Portugal mit

Durch den Einbruch des Rohölpreises auf dem Weltmarkt muss Angola Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe verbuchen. Die Krise von Afrikas zweitgrößtem Ölproduzenten betrifft auch zehntausende Portugiesen vor Ort. Die wirtschaftsliberale Tageszeitung Jornal de Negócios fordert eine Reaktion seitens der Regierung in Lissabon: "Angola erlebt derzeit eine Krise, die Investitionen und Konsum im Land begrenzt. ... Eine Situation, die auch etwa 10.000 portugiesische Unternehmen in Angola betrifft, die an Umsatzrückgängen und mangelnder Liquidität leiden. Es wird befürchtet, dass etwa 200.000 portugiesische Migranten wieder in ihre Heimat zurückkehren werden. ... Unser Wirtschaftsminister sagt, dass es mehrere Möglichkeiten gäbe, das Problem zu lösen, doch wie sie aussehen sollen, verrät er nicht. Konkrete Maßnahmen prophezeit er irgendwann für diesen Sommer. Ein rascheres Handeln wäre allerdings angebracht." (20.05.2015)

Eesti Rahvusringhääling - Estland | 21.05.2015

Höhere Benzinsteuer wird Estland schaden

Zur Finanzierung zusätzlicher Sozialausgaben plant die estnische Regierung die Erhöhung der Benzinsteuer ab dem Jahr 2016. Das ist gar keine gute Idee, findet EER, das Onlineportal des estnischen Rundfunks: "Als Folge der Steuererhöhungen verschwinden Arbeitsplätze und damit Steuerzahler in ländlichen Gegenden. Einkommen der lokalen Verwaltungen gehen zurück, Budgetlöcher wachsen, die wiederum von der Staatskasse ausgeglichen werden müssen. Es ist abzusehen, dass das Nettoergebnis nicht wie erwartet sein wird. Die regionalpolitischen Auswirkungen sind aber auf jeden Fall negativ und ein Beitrag zur Senkung des Lebensstandards auf dem Land. Um diese logischen Folgen vorauszusehen, muss man kein Hellseher sein oder teure Studien bestellen. Frühere Erfahrung und Bevölkerungsstatistiken haben es klar bewiesen." (21.05.2015)

Mladá fronta Dnes - Tschechien | 20.05.2015

Tschechen haben höheren Mindestlohn verdient

Tschechiens Gewerkschaften wollen 2016 wieder höhere Lohnforderungen von bis zu fünf Prozent stellen. Ihr Dachverband kritisierte am Dienstag in Prag besonders den zu geringen monatlichen Mindestlohn von umgerechnet etwa 330 Euro. Die liberale Mladá fronta Dnes stützt die Gewerkschaften: "Die Firmen protestieren lautstark gegen eine Erhöhung des Mindestlohns und der Löhne überhaupt. Das würde die Konkurrenzfähigkeit schmälern. Diese Haltung ist nachvollziehbar. Niemand zahlt gerne mehr, als er muss. Hätten wir deutsches Lohnniveau, wären viele der jetzigen Investoren nicht mehr hier. Jeder Investor will in erster Linie Gewinn erwirtschaften und zahlt genau das an Gehalt, für das sich die Beschäftigten anstellen lassen. Zweifellos aber existiert Raum für Lohnsteigerungen. Und das gilt nicht nur für den Mindestlohn, der in Tschechien der fünftniedrigste innerhalb der EU ist. Mittlerweile liegt selbst der in der Slowakei höher, wo die Löhne immer geringer als in Tschechien waren." (20.05.2015)

Financial Times - Großbritannien | 19.05.2015

Berlin muss Tarifeinheitsgesetz durchpeitschen

Die Lokführer der Deutschen Bahn haben ihren Arbeitskampf am heutigen Mittwoch auf den Personenverkehr ausgeweitet. Doch das sollte die Regierung in Berlin nicht davon abhalten, das geplante Gesetz zur Tarifeinheit am Freitag vom Bundestag beschließen zu lassen, fordert die wirtschaftsliberale Tageszeitung Financial Times: "Die Regierung versucht zu Recht, dieses System zu stärken, vor allem in Bereichen wie Luftfracht und Güterverkehr. Dort sind wegen der Streiks in jüngster Zeit Millionen Reisende von Betriebsstörungen betroffen, die in diesem Ausmaß nicht mit den Beschwerden zu rechtfertigen sind, die zum Aufstand geführt haben. ... Sobald die Tarifeinheit Gesetz ist, werden Kritiker dieses wohl beim Bundesverfassungsgericht bekämpfen. Doch die Regierung steht mit ihrem Bemühen, ein System normalerweise harmonischer Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen zu stärken, das deutschen Unternehmen und Werktätigen jahrzehntelang gut gedient hat, auf festem Boden." (19.05.2015)

Ethnos - Griechenland | 18.05.2015

Griechenlands Gläubiger müssen jetzt einlenken

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat in einem Interview am Montag gesagt, dass ein Abkommen seines Landes mit den Gläubigern kurz bevor steht. Vor allem die Gläubiger müssen die schlimme Lage Griechenlands anerkennen, meint die linksliberale Τageszeitung Ethnos: "Die kommenden fünf Tage sind die wichtigsten für Premier Alexis Tsipras und seine Regierung im Bemühen um einen 'ehrenwerten Kompromiss' mit den Gläubigern. ... In letzter Zeit hat die Regierung gezeigt, dass sie eine Vereinbarung will. Aber natürlich geht es nicht nur darum, was die griechische Seite will. Und auch nicht um die Kompromisse, die sie bereit wäre, zu machen. Wichtig ist, dass unsere Partner und Kreditgeber erkennen, dass das griechische Volk in jeder Hinsicht seine Grenzen erreicht hat und es sich nicht vorstellen kann, wieder in die Rezession zu stürzen." (18.05.2015)

Berlingske - Dänemark | 19.05.2015

Arbeitskampf bei Ryanair geht Politik nichts an

Kopenhagens sozialdemokratischer Oberbürgermeister Frank Jensen hat den Kommunalangestellten verboten, dienstlich mit der Billigfluglinie Ryanair zu fliegen, weil diese keine Tarifverträge abschließt. Für die konservative Tageszeitung Berlingske ist diese politische Einmischung in die Tarifautonomie ein Unding: "Mit seiner Haltung untergräbt Frank Jensen das dänische Modell auf dem Arbeitsmarkt, das er vorgibt zu verteidigen. Das Modell basiert darauf, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer selbst ihre Absprachen in Bezug auf Lohn und Arbeitsbedingungen treffen - ohne dass die Politik sich einmischt. Wenn die Angestellten nur mit politischer Unterstützung durchsetzen können, womit sie zuvor im gewerkschaftlichen Kampf gescheitert sind, geht das Modell in die Knie. Und dann haben auch die Arbeitgeber kein Interesse mehr daran, Tarifabsprachen einzugehen." (19.05.2015)

Ziare - Rumänien | 18.05.2015

Trinkgeldsteuer war Zeichen geistiger Umnachtung

Die rumänische Regierung will die Trinkgeldsteuer, die seit dem 1. Mai gilt, schon einen Monat später wieder abschaffen. Laut der Regelung musste ein Extra-Bon für Trinkgeld ausgestellt werden. Steuerbetrug sollte so eingedämmt werden. Das Nachrichtenportal Ziare meint, die Regierung habe ihre eigene Unfähigkeit nun auch erkannt: "Zum einem gesteht die Regierung jetzt ein, dass beim Trinkgeld nicht die große Steuerflucht zu finden ist. Es sichert vielmehr das Überleben vieler Menschen - selbst die bescheidenen Summen, die ein Frisör, ein Taxifahrer oder ein Kellner erhalten. ... Um den geforderten Bon fürs Trinkgeld auszustellen, haben außerdem viele Firmen bereits ihre Abrechnungsmodalitäten verändert. Vielen Inhabern bescherte das schlaflose Nächte, denn wer bis zum 9. Mai nicht reagierte, konnte mit bis zu 2.000 Euro bestraft werden. Was hier passierte, ist Zeugnis geistiger Umnachtung. Das Regierungshandeln erscheint unglaubwürdig und unglaublich lächerlich. Solch unseriöses Handeln, solch Dilettantismus kann nicht toleriert werden." (18.05.2015)

444.hu - Ungarn | 17.05.2015

Regierung Orbán unterstützt weiter die Reichen

Die ungarische Flat Tax soll laut Regierungsplänen im kommenden Jahr von 16 auf 15 Prozent gesenkt werden. Doch das begünstigt erneut die reichen Steuerzahler, kritisiert der Publizist Márton Kasnyik vom Onlineportal 444.hu: "Die Regierung betrachtet als wichtigstes Ergebnis des Budgets 2016 die Senkung der Einkommensteuer um einen Prozentpunkt. Das lässt etwas mehr als 100 Milliarden Forint [rund 330 Millionen Euro] in den Taschen der Ungarn. Nur kommt dies über die Maßen den vermögenden Steuerzahlern zu Gute, während die einkommensschwachen Schichten davon kaum etwas spüren. Obwohl die Arbeitgeber viel lieber eine Senkung der hohen Lohnnebenkosten sähen, hält die Regierung weiterhin an der Begünstigung der Reichen fest. ... Dennoch: Insgesamt bleiben rund 700 Milliarden Forint [etwa 2,3 Milliarden Euro] in den Taschen der ungarischen Steuerzahler in Form von unterschiedlichen Steuerermäßigungen [unter anderem für Familien mit zwei und mehr Kindern]." (17.05.2015)


1-10 von 36 | Seite 1 . 2 . 3 . 4 . weiter  »

Weitere Inhalte