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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

El Periódico de Catalunya - Spanien | 23.07.2014

Spaniens bittere Bankenrettung

Der spanische Staat hat die in der Bankenkrise verstaatlichte Catalunya Banc am Montag für knapp 1,2 Milliarden Euro an die Großbank BBVA verkauft. Mit der Sanierung des katalanischen Geldinstituts gilt die Bankenrettung in Spanien als fast abgeschlossen. Die linksliberale Tageszeitung El Periódico de Catalunya zieht eine negative Bilanz: "Die Schlussfolgerung ist, dass vieles während des Wirtschaftsbooms sehr schlecht lief, aber nicht besser wurde, als sich die Ausmaße der Tragödie bereits abzeichneten. Statt wie in anderen Ländern zügig zu handeln, verbreiteten wir zunächst das trügerische Bild, das solideste Bankensystem der Welt zu haben (so [der damalige Premier] Zapatero im September 2008), um später zu versprechen, dass die in die Bankenrettung gesteckten Summen den Steuerzahler keinen Cent kosten würden (so [Wirtschaftsminister ]Guindos im Juni 2012). Und die Tatsache, dass hierzulande praktisch niemand von den Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurde, macht alles noch bitterer." (23.07.2014)

Jornal de Negócios - Portugal | 22.07.2014

Geierfonds pressen Argentinien aus

Am heutigen Dienstag versucht Argentinien erneut, vor Gericht eine Einigung mit seinen Gläubigern zu erreichen und so die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Die Gläubiger, angeführt vom US-Hedgefonds NML Capital, wollen einen 2001 ausgehandelten Schuldenschnitt nicht akzeptieren und verklagen das Land auf Rückzahlung in Höhe von 15 Milliarden Dollar. Irgendetwas läuft da grundsätzlich schief, kritisiert US-Ökonom Nouriel Roubini in der wirtschaftsliberalen Tageszeitung Jornal de Negócios: "Wie natürliche Personen, Aktiengesellschaften und andere private Unternehmen, die sich auf Konkursverfahren stützen, um eine exzessive Schuldenlast zu verringern, brauchen auch Länder geordnete Umschuldungen oder Schuldenschnitte. Doch die laufende juristische Saga Argentiniens gegen sich einer solchen Lösung verweigernde Gläubiger (Holdouts) zeigt, dass das internationale System zur geordneten Umstrukturierung staatlicher Schulden nicht richtig funktioniert. ... Es darf nicht sein, dass Holdouts geordnete Umschuldungen blockieren, von denen Schuldner und Gläubiger profitieren." (22.07.2014)

Eleftherotypia - Griechenland | 21.07.2014

Griechische Bürger brauchen Schuldenerlass

Die Schulden der griechischen Bürger beim Staat sind im Juni um 880 Millionen Euro gewachsen. Insgesamt liegen die Zahlungsrückstände nun bei 67 Milliarden Euro. Da hilft nur ein Schuldenerlass, meint die linksliberale Tageszeitung Eleftherotypia: "Die Regierung und der neue Finanzminister sollten es endlich kapieren. Es ist nicht so, dass die Bürger nicht zahlen möchten. Sie versuchen, über die Runden zu kommen und ihre Grundbedürfnisse zu decken. Und dies bei steigender Arbeitslosigkeit und 1,5 Millionen Angestellten im Privatsektor, die ihre gekürzten Löhne bis zu neun Monate verspätet bekommen. Die Regierung muss verstehen, dass das Problem der Zahlungsrückstände bei Steuerämtern und Pensionskassen nur mit einem Schuldenerlass für die wirtschaftlich Schwachen (Langzeitarbeitslose, Kranke, Ältere) und die Bürger mit einem Einkommen unterhalb des Existenzminimums gelöst werden kann." (21.07.2014)

Hürriyet Daily News - Türkei | 22.07.2014

Ankara darf Firmen im Irak nicht alleinlassen

Im vergangenen Jahr hat die Türkei Waren im Wert von rund 12 Millionen US-Dollar in den Irak exportiert, damit ist das Land nach Deutschland der zweitgrößte Abnehmer. Seit dem Vormarsch der Terrororganisation Isil ist der Umsatz vieler türkischer Firmen jedoch massiv eingebrochen. Die Regierung muss auch in Krisenzeiten hinter den Unternehmern stehen, appelliert die liberale Tageszeitung Hürriyet Daily News: "Es ist in Ordnung, in Friedenszeiten den Erfolg der türkischen Geschäftsleute im Irak zu loben, aber in schlechten Zeiten kann man sie nicht einfach im Regen stehen lassen und sagen: Viel Glück, ihr seid auf euch alleine gestellt. ... Türkische Firmen haben sich einige Maßnahmen einfallen lassen, die ihnen das Überleben erleichtern werden, doch die Regierung hat nur langsam über diese Vorschläge entschieden. Manche Firmen laufen Gefahr vollständig bankrott zu gehen. Statt Phrasen über die 'Größe der Türkei' von sich zu geben, ist es höchste Zeit, dass die Regierung verantwortlich handelt." (22.07.2014)

Diário Económico - Portugal | 18.07.2014

Portugals Banken-Turbulenzen nicht unterschätzen

Portugal gibt Medienberichten zufolge weiter Staatsanleihen aus, ungeachtet der Sorgen um die Stabilität des Finanzsektors nach den Turbulenzen bei der größten Privatbank Banco Espírito Santo (BES). Die wirtschaftsliberale Tageszeitung Diário Económico warnt vor Leichtsinn: "Das Vertrauen, welches das Land in den letzten drei Jahren zurückgewinnen konnte, schwindet Tag für Tag - gut zu erkennen an den wiederholten Einstürzen des Aktienmarktes in Portugal. ... Die Turbulenzen bei der BES und den übergeordneten Holdings der Gruppe (GES) sind ein Schlag in die Magengrube, der im Vergleich sogar die für den Staatshaushalt so negativen Urteile des Verfassungsgerichts als einen Witz erscheinen lässt. ... Für das Wohl der BES, des Finanzsektors und des Landes sollte der geordnete Konkurs von GES so schnell wie möglich über die Bühne laufen. Es ist der einzige Weg, um einen Abszess zu beseitigen, der alles andere infizieren kann." (18.07.2014)

Helsingin Sanomat - Finnland | 18.07.2014

Microsoft macht Drecksarbeit im Handy-Geschäft

Der US-Konzern Microsoft hat am Donnerstag den Abbau von weltweit 18.000 Stellen angekündigt. Rund 12.000 entfallen auf die Mobilfunksparte, die Microsoft im Frühjahr von Nokia übernommen hat. Für die liberale Tageszeitung Helsingin Sanomat ein weiterer Beweis dafür, dass das goldene Handyzeitalter nicht nur für Finnland vorbei ist: "Die Entlassungen verstärken den Eindruck, dass das 'neue' Nokia, das sich nun auf das Netzwerkgeschäft konzentriert, die Handysparte genau zum richtigen Zeitpunkt verkauft hat. Die Drecksarbeit, das heißt die Sanierung der defizitären Sparte, müssen nun die US-Eigentümer erledigen. ... Microsoft hat sich also zumindest bis auf weiteres zum Handyhersteller erklärt. Die Finnen ihrerseits müssen sich seelisch darauf einstellen, dass die gesamte Branche einem raschen Wandel unterliegt. Dank seines Know-hows spielt Finnland in der Mobiltelefon-Entwicklung noch eine Rolle. Aber die unternehmerischen Entscheidungen liegen bereits in den Händen anderer." (18.07.2014)

Večer - Slowenien | 17.07.2014

Slowenien leidet unter EGMR-Urteil

Slowenien und Serbien müssen als Nachfolgestaaten Jugoslawiens Sparguthaben in Höhe von 270 Millionen Euro rückerstatten, hieß es in einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte am Mittwoch, dem eine Klage von drei Bosniern vorausgegangen war. Kein gutes Urteil für Slowenien, meint die konservative Tageszeitung Večer: "Im 20-jährigen Streit über gesperrte Devisensparguthaben wollte Slowenien verschiedene internationale Institutionen davon überzeugen, dass die aus Jugoslawien entstandenen Staaten die Verantwortung für die Spareinlagen [auf ihrem Gebiet] übernehmen. Doch diese Bemühungen sind gescheitert. Das Urteil beflügelt nun all jene, die Slowenien als Schuldigen für das Schicksal tausender großer und kleiner Sparer sehen. Nun hat das Land ein Jahr Zeit, darüber nachzudenken, wie auch die quälenden Verhandlungen [über die Konkursmasse Jugoslawiens] zu Ende gebracht werden können." (17.07.2014)

El País - Spanien | 17.07.2014

Brics-Staaten gründen zu Recht eigene Bank

Auf ihrem Gipfeltreffen im brasilianischen Fortaleza haben die Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika am Dienstag die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank beschlossen. Dieser Vorstoß ist gerechtfertigt, trägt doch die internationale Wirtschafts- und Währungspolitik den aufstrebenden Industriestaaten nur unzureichend Rechnung, meint die linksliberale Tagsezeitung El País: "Mit der Bank wollen die Brics-Staaten ihrer neuen Rolle in der Weltwirtschaft Ausdruck verleihen. Denn von den anderen multilateralen Institutionen, die von den USA und Europa dominiert werden, werden sie ignoriert. Schon vor Jahren hat der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Reform seines Beitragssystems in Angriff genommen, doch die inzwischen hinfälligen Änderungen werden vom US-Kongress blockiert. ... 70 Jahre nach der Konferenz von Bretton Woods, auf der [im Juli 1944] die aktuellen Organisationen [Weltbank und IWF] gegründet wurden, ist es an der Zeit, die Institutionen, ihre Ziele, die Machtverteilung und die Verteilung der Mittel den neuen Gegebenheiten anzupassen." (17.07.2014)

24 Chasa - Bulgarien | 15.07.2014

Bulgariens Banken brauchen europäische Aufsicht

Bulgarien will ein Verfahren zum Beitritt in die europäische Bankenaufsicht einleiten, teilte Präsident Rossen Plewneliew nach einem Krisentreffen mit den Vorsitzenden der Parlamentsparteien am Dienstag mit. Das Land zieht damit die Konsequenzen aus der Beinahe-Pleite der viertgrößten Bank des Landes, der Corporate Commercial Bank. Das kann dem Finanzsystem nur gut tun, meint die Tageszeitung 24 Chasa: "Auch wenn wir dadurch einen Teil unserer Souveränität verlören, würde sich der Beitritt zur europäischen Bankenaufsicht insgesamt positiv auf Bulgarien auswirken. Denken Sie nur an das EU-Monitoring, mit dem Brüssel Bulgarien unter Druck setzt, Defekte [in den Bereichen Justiz, Korruptionsbekämpfung und Kampf gegen die organisierte Kriminalität] zu reparieren. ... Im Moment hagelt es Kritik gegen Bulgariens Zentralbank. Sie habe die Corporate Commercial Bank nicht gut kontrolliert, habe geschlafen oder beide Augen zugedrückt. Wären wir jetzt in dieser Situation, wenn wir Teil der europäischen Bankenaufsicht gewesen wären?" (15.07.2014)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 15.07.2014

Lindts neue US-Präsenz ist teuer erkauft

Der Schokoladenhersteller Lindt und Sprüngli hat den amerikanischen Pralinenhersteller Russell Stover für mehr als eine Milliarde Dollar gekauft. Lindt-Chef Ernst Tanner zufolge steigt das Unternehmen damit zum drittgrößten Schokoladenproduzenten in Nordamerika auf. Die erhöhte US-Präsenz hat allerdings ihren Preis, warnt die liberalkonservative Neue Zürcher Zeitung: "Russell Stover ist weit weniger profitabel als Lindt und kommt, laut einer nicht ganz taufrischen Schätzung des Wall Street Journal, auf eine Ebitda-Marge von 10%. Bei Lindt beträgt sie 17,5% und dürfte laut den Berechnungen des Brokerhauses Helvea nach vollzogener Akquisition auf 16,5% sinken. Einen Dämpfer wird sodann auch die Rate des Umsatzwachstums erfahren; einem durchschnittlichen Plus von jährlich 9%, das der Schweizer Konzern in den USA zwischen 2008 und 2013 erreicht hat, steht laut Helvea eine Avance von nur 4% bei Russell Stover gegenüber. So betrachtet, wissen auch die Anleger, was sie mit dem Zukauf bekommen: US-Aktivitäten von Lindt, die etwas an Glanz verlieren." (15.07.2014)


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