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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Kauppalehti - Finnland | 02.07.2015

AKW verbessert Finnlands Energiebilanz kaum

Das finnische Energieunternehmen Fennovoima hat am Dienstag beim Wirtschaftsministerium seinen Bauantrag für das geplante Atomkraftwerk eingereicht. Das Argument, dass Finnland mit dem AKW seine Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren kann, überzeugt die Wirtschaftszeitung Kauppalehti nicht ganz: "Das neue AKW wurde auch mit dem Ausbau der heimischen Energieproduktion begründet. Finnlands Energiebilanz ist deutlich negativ. Mit einer Steigerung der Eigenproduktion von Energie ließe sich auch Finnlands Handelsbilanz deutlich verbessern. Atomkraft ist dafür aber nicht das beste Mittel. Öl deckt beinahe 80 Prozent der Energieimporte. Will man wirklich Finnlands Energiebilanz verändern, müsste man bei den Biobrennstoffen ansetzen. Diese müssten allerdings auch in Bezug auf den Preis wettbewerbsfähig sein." (02.07.2015)

Le Figaro - Frankreich | 30.06.2015

Paris wirtschaftet nicht besser als Athen

Frankreichs Staatsverschuldung ist laut eines Berichts des Statistikamts Insee vom Dienstag im ersten Quartal 2015 um 51,6 Milliarden Euro angestiegen und beläuft sich somit auf 97,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dass die sozialistische Regierung von François Hollande trotz des wachsenden Schuldenbergs zusätzliche Staatsausgaben plant, ist für die konservative Tageszeitung Le Figaro ein Unding: "Es ist unverständlich, dass sich die Regierung in dieser katastrophalen Lage optimistisch zeigt und vor allem, dass sich der Staatschef eine surreale Umverteilung erlaubt. Die Schaffung tausender staatlich bezuschusster Jobs und die Erhöhung von Beamtengehältern werden mit ungedeckten Schecks bezahlt, die das kaum mehr manövrierfähige Schuldenschiff weiter beschweren werden. François Hollande erteilt dem sinkenden Griechenland, das zum Opfer seiner Unfähigkeit geworden ist, weise Lehren über gutes Regieren. Er täte gut daran, einen großen Teil der Empfehlungen an Athen selbst anzuwenden." (30.06.2015)

Der Standard - Österreich | 01.07.2015

Aufweichung der Netzneutralität kurzsichtig

In einem mitten in der Nacht ausgehandelten Kompromiss haben EU-Kommission, Ministerrat und EU-Parlament beschlossen, die bisher in Europa geltende Netzneutralität aufzuweichen. Die linksliberale Zeitung Der Standard kritisiert die Entscheidung: "Nur absolute Netzneutralität garantiert, dass Start-up-Unternehmen die gleichen Chancen haben wie große Konzerne. Wenn etwa der Musikdienst Spotify Deals mit Netzbetreibern schließt, um gestreamte Musik aus dem Datenlimit auszunehmen, ist dies vor allem für die 'Kleinen' ein Nachteil, die sich solche Deals nicht leisten können. Es ist ein Muster, das sich bei vielen netzpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre wiederholt: Zugunsten der Interessen einzelner Lobbygruppen - im konkreten Fall der Netzanbieter - werden reihenweise kurzsichtige Entscheidungen getroffen. ... Angesichts solcher Voraussetzungen darf es nicht verwundern, dass es in Europa keine Start-up-Kultur gibt, die sich auch nur annähernd mit jener des Silicon Valley messen kann." (01.07.2015)

Helsingin Sanomat - Finnland | 01.07.2015

Russland mischt zu sehr bei Finnlands AKW mit

Das Energieunternehmen Fennovoima hat am Dienstag den Bauantrag für sein geplantes Atomkraftwerk eingereicht und gleichzeitig überraschend einen neuen Aktionär aus Kroatien präsentiert. Die liberale Tageszeitung Helsingin Sanomat zweifelt daran, ob das wirklich den russichen Einfluss schmälert: "Auch wenn versucht wurde, das Fennovoima-Projekt als rein energiepolitisches zu präsentieren, so ist es das ganz und gar nicht. Seit das russische Staatsunternehmen Rosatom 2013 Anteilseigner und Reaktorlieferant wurde, ging es bei dem Projekt auch um Russland. … Durch den Ukraine-Krieg hat in der EU die Sorge um die Abhängigkeit von russischer Energie ein neues Niveau erreicht. … Für Überraschung sorgt auch das Auftauchen des kleinen kroatischen Unternehmens in letzter Minute. ... Insbesondere da sein Hintergrund nicht klar ist, erscheint der Überraschungsaktionär zweifelhaft. Es gibt auch den Verdacht, dass dahinter tatsächlich ein russisches Unternehmen steckt." (01.07.2015)

The Malta Independent - Malta | 30.06.2015

Fischesser gefährden Taucherparadies Malta

Auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison droht in Malta auch dieses Jahr wieder eine Überfischung der küstennahen Gewässer, um die Restaurants mit ausreichend Zutaten versorgen zu können. Das könnte dem Tourismus langfristig mehr schaden als nützen, warnt die liberal-konservative Tageszeitung The Malta Independent: "Wir schreien laut auf, wenn es um die Zerstörung von Ökosystemen auf dem Festland und die Jagd auf Zugvögel geht. Doch weil die meisten nicht sehen können, was unter der Meeresoberfläche passiert, nehmen sie nicht wahr, was dort vor sich geht. Das ist unhaltbar. Taucher empören sich über den immer weiter fortschreitenden Rückgang der Meeresfauna an Maltas Küsten. ... Einige werden sagen, dass die kulinarischen Wünsche der Urlauber in Malta erfüllt werden müssen. Aber was ist mit jenen betuchten Touristen, die tausende Euro ausgeben, um sich beim Tauchen in Malta zu erfreuen? Sind wir bereit, diese zu verlieren?" (30.06.2015)

Deutschlandfunk - Deutschland | 28.06.2015

EZB verspielt vollends ihre Glaubwürdigkeit

Mit ihrer Entscheidung, die Notkredite für Griechenland zu verlängern, obwohl das Hilfsprogramm der Eurogruppe am Dienstag ausläuft, verlässt die EZB endgültig ihr Mandat als Hüterin der Geldwertstabilität, meint der öffentlich-rechtliche Deutschlandfunk: "Sie zeigt ihr inzwischen wahres Gesicht: das einer politisch agierenden Institution. ... Nachdem die Euro-Finanzminister Athen das milliardenschwere Hilfsprogramm verweigern, ist diesen Krediten jegliche Legitimations-Grundlage entzogen. Denn: Es ist nun mit einer Staatspleite und mit einem Zusammenbruch der griechischen Banken zu rechnen. Indem sich die EZB über diese Bedenken hinwegsetzt, riskiert sie nicht nur erneute Verfassungsklagen wegen Überschreitung ihres Mandats, sondern letztlich ihre eigene Glaubwürdigkeit. ... Am Ende könnte die griechische Regierung diese weiter offen gehaltene Geldschleuse der EZB als Aufforderung verstehen, weiter zu pokern. Damit hätte die EZB der Rettung Griechenlands und am Ende der Stabilisierung des Euro-Systems einen Bärendienst erwiesen." (28.06.2015)

El País - Spanien | 26.06.2015

Spanien überwindet Krise nur mit Niedriglöhnen

Die spanischen Löhne sind auch im Jahr 2013 weiter gesunken, wie das Statistikinstitut INE in einem ausführlichen Bericht darlegt. Da auch die Einkommensverteilung ungerechter geworden ist, steht der zaghafte Aufschwung auf tönernen Füßen, glaubt die linksliberale Tageszeitung El País: "Viel bedeutender als der geringe Rückgang der Bruttojahreslöhne (0,1 Prozent auf 22.700 Euro) ist die Zunahme der befristeten Verträge. Während der Durchschnittslohn der unbefristeten Anstellungen leicht steigt (um 56 Euro auf 24.333 Euro im Jahr), sinkt die Bezahlung für befristete Jobs um 460 Euro auf gerade mal 15.500 Euro. ... Diese Tendenz bildet genau ab, wie Spanien die Rezession überwunden hat: durch allgemeine und ungleich verteilte Lohnsenkung. Diese Entwicklung kann keine stabile Grundlage dafür darstellen, dass der Wohlstand mittelfristig wieder auf ein mit dem von 2007 vergleichbares Niveau steigt." (26.06.2015)

Le Monde - Frankreich | 26.06.2015

Taxifahrer selbst schuld an Uber-Konkurrenz

In ganz Frankreich haben am Donnerstag rund 3.000 Taxifahrer teilweise mit Gewalt gegen die ihrer Ansicht nach unlautere Konkurrenz durch den Fahrdienst UberPop protestiert. Dabei blockierten sie unter anderem die Zufahrt zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Die liberale Tageszeitung Le Monde zeigt kein Mitleid mit den Taxifahrern: "Sie haben sich die Situation selbst zuzuschreiben, ihrer Fortschrittsfeindlichkeit und ihren archaischen Methoden. ... Jeder hat schon am eigenen Leib erfahren, wie unzureichend die Qualität der Dienstleistung oftmals ist, ganz gleich, ob es um den Empfang, die Zahlung mit Kreditkarte oder die Pauschaltarife für Fahrten von Flughäfen geht, die Taxifahrer ablehnen. Anstatt sich auf ihre Privilegien zu versteifen, hätten sich die Taxis schon seit langem modernisieren müssen. Weil sie das nicht getan haben, kämpfen sie heute nur noch ums Überleben." (26.06.2015)

La Libre Belgique - Belgien | 26.06.2015

Ausverkauf belgischer Konzerne geht weiter

Die niederländische Supermarktkette Ahold und ihr belgischer Konkurrent Delhaize haben am Mittwoch ihre Fusion bekanntgegeben. Dadurch entsteht die viergrößte Einzelhandelskette Europas, wobei Ahold mit 33 Milliarden Euro Umsatz die deutlich stärkere Partei ist. Den Ausverkauf belgischer Konzerne bedauert die liberale Tageszeitung La Libre Belgique: "Sollte man sich über den Verkauf eines unserer (letzten) Vorzeigeunternehmen aufregen, der sich einreiht in eine allzu lange Liste von derlei Übernahmen? Vielleicht. Aber der Fall Delhaize zeigt einmal mehr, dass der Kapitalismus 'made in Belgium' Schwierigkeiten hat, seine besten Firmen dauerhaft im Land zu halten. … Der Verkauf von Delhaize war vorauszusehen. Das operative Geschäft der Kette war kaum rentabel, damit ist das Unternehmen in einer Branche, in der ein wilder Preiskampf tobt, an seine Grenzen gestoßen. Die Zerstückelung des familiären Aktienbesitzes hat dann den Rest erledigt." (26.06.2015)

Diário de Notícias - Portugal | 23.06.2015

Portugal muss bessere Jobs schaffen

Es reicht nicht, dass Portugals Regierung im Rahmen ihrer Reformprogramme nur den Zugang zur Arbeitslosenunterstützung erschwert hat, sie muss auch auf dem Arbeitsmarkt eingreifen, fordert die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias: "In Portugal bekommt momentan nur etwa die Hälfte der Arbeitslosen auch tatsächlich Arbeitslosengeld. ... Die neuen Regelungen sind hart, aber ihr Zweck ist klar: den Kuchen auf die bestmögliche Art und Weise an diejenigen zu verteilen, die keine Arbeit haben. Gleichzeitig muss die Dauer der Unterstützung reduziert werden, damit die Menschen ermuntert werden, sich einen Arbeitsplatz und ein Einkommen zu suchen. Doch es müssen auch Anreize für die Einstellung von Fachkräften geschaffen und prekäre Arbeitsverhältnisse sanktioniert werden. Ansonsten schickt man die Menschen in eine Sackgasse." (23.06.2015)


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