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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Duma - Bulgarien | 12.09.2014

Bulgariens Unternehmer ruinieren ihren Standort

Die Wettbewerbsfähigkeit Bulgariens hat laut dem aktuellen EU-Wettbewerbsbericht 2014 abgenommen. Die sozialistische Tageszeitung Duma zeigt sich wenig überrascht: "Das kommt davon, wenn Beamte nur Berichte schreiben, die auf irgendeinem 'Innovationsforum' vorgelesen werden und dann in der Schublade landen. Und wenn die Wirtschaft, die den Schlüssel für die Lösung dieses Problems in der Hand hält, ebenfalls nichts tut. … Sie sträubt sich gegen Lohnsteigerungen, die den Lebensstandard der Angestellten wenigstens ein bisschen erhöhen würden. Niemand investiert in Bildungsprogramme und Innovationen. Stattdessen horten die Unternehmer ihr Geld lieber bei der Bank und profitieren von den hohen Zinsen. … Die wenigen Industriebetriebe, die es noch gibt, gehen langsam aber sicher unter. Wie sollen wir denn in Europa wettbewerbsfähig sein, wenn wir nichts herstellen? Worauf warten wir? Auf Godot?" (12.09.2014)

Gazeta Polska Codziennie - Polen | 12.09.2014

Deutsche Wirtschaft hebelt Sanktionen aus

Die verschärften Sanktionen gegen Russland, die am heutigen Freitag in Kraft treten, hätten noch viel drastischer ausfallen können, wenn Deutschland sie nicht blockiert hätte, kritisiert die national-konservative Tageszeitung Gazeta Polska Codziennie. Das Blatt wirft der Bundesrepublik vor, die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland über alles zu stellen: "Deutschland befindet sich in einer ähnlichen Situation wie im Jahr 1914, als sich die deutsche Industrie gegen die damalige Wirtschaftsgroßmacht Großbritannien durchsetzen musste. ... Deshalb will die deutsche Wirtschaft im großen Stil Russland mit Technologie beliefern, was für uns Polen eine tödliche Bedrohung ist. Dadurch wird Moskau gestärkt, sodass es in der Lage ist, wieder ganz Europa zu unterjochen. Letztlich deswegen hat Deutschland auch stets Entscheidungen der Nato blockiert und eine gemeinsame Politik gegen Russland verhindert. Damit hat Deutschland es Moskau ermöglicht, immer aggressiver vorzugehen." (12.09.2014)

Berliner Zeitung - Deutschland | 12.09.2014

Handelskrieg mit Russland trifft alle

Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland treten am heutigen Freitag in Kraft. Damit soll unter anderem russischen Staatskonzernen wie Gazprom, Rosneft und Transneft die Kreditaufnahme in Europa erschwert werden. Russland droht mit Gegensanktionen. Und die würden auch für die Europäer unangenehm, fürchtet die linksliberale Berliner Zeitung: "Die Bürger der Europäischen Union sollten sich keinen Illusionen hingeben. Auch sie werden in der einen oder anderen Form die Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen zu spüren bekommen. Moskau droht mit Gegenmaßnahmen. Es verfügt ebenfalls über Mittel und Wege, den Europäern das Leben schwer zu machen. Seit einigen Tagen verzeichnen europäische Energie-Unternehmen rückläufige Gaslieferungen aus Putins Reich. ... Eine reduzierte Lieferung über ein paar Wochen hinweg dürfte reichen, um die Europäer nervös zu machen. Russland kann die EU auch treffen, indem es die Importe von Konsumgütern beschränkt. ... Es liegt allein an Wladimir Putin, eine Entspannung herbeizuführen." (12.09.2014)

Cinco Días - Spanien | 11.09.2014

Neue Santander-Chefin wird Top-Führungskraft

Ana Patricia Botín ist neue Vorsitzende der spanischen Großbank Santander, der nach Börsenwert größten Bank der Euro-Zone. Sie folgt ihrem Vater Emilio Botín, der am Mittwoch einem Herzinfarkt erlegen war. Nun ist die bisherige Leiterin des britischen Santander-Geschäfts einer der wichtigsten Akteure der Finanzwelt, betont die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Trotz ihrer Schüchternheit ist Ana Patricia Botín zu einer der einflussreichsten Frauen der Welt und zu einer der wichtigsten Führungskräfte des internationalen Finanzmarkts aufgestiegen. Laut einer am Dienstag von Bloomberg Market veröffentlichten Liste zählt die Bankerin - Tochter, Enkelin und Urenkelin von Bankiers - zu den 50 einflussreichsten Persönlichkeiten der Finanzmärkte. ... Ana Patricia Botín ist gestern zur ersten und einzigen Direktorin an der Spitze einer Bank des 21. Jahrhunderts geworden. … Sie ist zudem eine überzeugte Verfechterin der Förderung von Frauen in der Unternehmenswelt." (11.09.2014)

Les Echos - Frankreich | 11.09.2014

Hohes Defizit kostet Frankreich Souveränität

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass sein Land die Defizitgrenze von drei Prozent nicht wie vorgesehen 2015, sondern erst 2017 erneut einhalten wird. Ein guter Anlass, den Defizit-Sünder endlich zum Sparen und Reformieren zu zwingen, findet die liberale Wirtschaftszeitung Les Echos: "Frankreich steht nun teilweise unter Vormundschaft. Natürlich ist das Land 'too big to fail', weshalb es seine Schulden günstig finanzieren kann. Ein Aufschub für die Rückkehr unter die Drei-Prozent-Grenze wird trotz der beachtlichen Überschreitung selbstverständlich gewährt werden. Aber die neue Kommission von Jean-Claude Juncker und unsere europäischen Partner werden die Bedingungen für diesen Aufschub festlegen: Sparmaßnahmen und Reformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Das ist zweifellos ein teilweiser Verlust von Souveränität. Vielleicht ist es auch, so hoffen wir, die Gelegenheit, die Kräfteverhältnisse im politischen Spiel Frankreichs zu verschieben, das schon viel zu lange ehrgeizige Reformprojekte behindert." (11.09.2014)

Jutarnji List - Kroatien | 10.09.2014

Kroatiens Wirtschaft braucht "Jugosphäre" nicht

Kroatien hat seinen Export innerhalb der EU in der ersten Jahreshälfte 2014 um 19,8 Prozent gesteigert, wie das kroatische Amt für Statistik am Dienstag bekannt gab. Ein Jahr nach Kroatiens EU-Beitritt haben sich die Befürchtungen der EU-Skeptiker somit nicht bewahrheitet, stellt die liberale Tageszeitung Jutarnji List zufrieden fest: "Schon im ersten Jahr hat sich gezeigt, wie nützlich die EU-Mitgliedschaft für unsere Wirtschaft ist. Solange Kroatien in der EU ist, Serbien und Bosnien aber nicht, gibt es keine [ökonomische] 'Jugosphäre' und es kann sie auch nicht geben. … Anlässlich des EU-Beitritts gab es heftige Warnungen vor einem Exportrückgang, da uns nun der Zugang zum CEFTA-Markt [Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen zwischen mehreren Westbalkanstaaten und der Republik Moldau] erschwert ist. Diese haltlosen Drohungen haben sich nun nicht bewahrheitet und zeugen lediglich davon, dass einige nicht in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und der CEFTA eine größere Bedeutung zusprechen als der Europäischen Union." (10.09.2014)

Il Sole 24 Ore - Italien | 10.09.2014

Schluss mit Deutschlands Spar-Fetisch

Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) fordert auch die EU-Kommission von Deutschland erneut höhere Investitionen in die Wachstumsförderung. Wenn schon die Mahnungen von IWF und Brüssel nichts nützen, sollte doch zumindest der Verfall der deutschen Infrastruktur Berlin zur Einsicht bewegen, hofft die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Als Ende 2012 die Kölner Behörden eine Autobahnbrücke schließen mussten, weil einer der Stützpfeiler besorgniserregende Risse aufwies, war dies befremdlich für das Land, das sich mit seinem Autobahnnetz brüstet. ... Die deutsche Infrastruktur, vor allem das Verkehrsnetz, leidet seit mindestens zwei Jahrzehnten unter unzulänglicher Wartung. Die Instandhaltung wurde dem geopfert, was mittlerweile viele in Deutschland den Fetisch des ausgeglichenen Haushalts nennen. Doch scheint dies die Regierung wenig zu beeindrucken. Zum Auftakt der Haushaltsdebatte 2015 hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gestern erneut das Ziel des Haushaltsausgleichs betont." (10.09.2014)

Dienas Bizness - Lettland | 09.09.2014

Lettland muss weiter wegen Gemüse-Embargo bangen

Einen Monat nach Einführung des russischen Importstopps für europäisches Obst und Gemüse steht die lettische Landwirtschaft zwar besser da als befürchtet, die Gefahr ist aber noch nicht gebannt, analysiert die Wirtschaftszeitung Dienas bizness: "Die Lawinen von billigem polnischen Gemüse haben nun doch nicht Lettland überflutet. Die allgemeine Situation ist aber unangenehm und in der Zukunft müssen wir mit Verlusten rechnen. Hoffentlich nur kurzfristig. Wie schon vorhersehbar war, waren Länder, die für Russland als alternative Lebensmittellieferanten dienen sollten, nach den ersten EU-Sanktionen nicht in der Lage, die Leere in den russischen Geschäften zu füllen. Der September ist nicht gerade die beste Jahreszeit für Wirtschaftsembargos. Anfang des Jahres wusste noch keiner, dass Russland seine Partner für Agrarprodukte gerade zur Erntezeit wechseln wird. Den Letten bleibt nichts anderes übrig, als auf den belarussischen Markt zu hoffen und darauf zu warten, dass über diesen Umweg zumindest ein Teil der Produktion auf dem russischen Markt landen wird." (09.09.2014)

Mladá fronta Dnes - Tschechien | 09.09.2014

Tschechiens gefährliche Billigheimer-Mentalität

Beim Abriss einer Brücke in der tschechischen Region Vysočina sind vergangene Woche vier Arbeiter ums Leben gekommen. Der Auftrag war an eine Firma vergeben worden, die den niedrigsten Preis versprochen hatte. Bei den Tschechen dreht sich offenkundig alles nur noch um den Preis, moniert die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes: "Wer sich Schuhe für 500 Kronen [20 Euro] kauft, kann nicht erwarten, dass sie qualitativ so gut sind wie Schuhe für 4.000 Kronen [145 Euro]. Der Schuhkönig Tomáš Baťa sagte: 'Ich bin nicht so reich, dass ich mir erlauben könnte, Billigware zu kaufen.' Bei öffentlichen Aufträgen aber scheint dieser Grundsatz aus irgendwelchen Gründen nicht zu gelten. In letzter Zeit entscheidet als einziges Kriterium der Preis bei allen möglichen Dingen: bei der Reparatur oder dem Bau von Straßen, Autobahnen, Brücken oder Bahnstrecken, aber auch bei Büroklammern und Papier oder bei Gesundheitstechnik. Bei Büroklammern ist das am Ende gleichgültig. Wenn Leben daran hängen, etwa beim Bau, sollte neben dem Preis aber vor allem die Qualität entscheiden." (09.09.2014)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 09.09.2014

Exportnation Deutschland taugt zum Vorbild

Die deutschen Exporteure haben im Juli erstmals in einem Monat Waren im Wert von mehr als 100 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Deutschland ist ein echtes Vorbild, argumentiert die liberalkonservative Neue Zürcher Zeitung gegen die Vorwürfe, das Land schade mit seinen hohen Exportüberschüssen dem Rest der Euro-Zone: "Es ist auch in konjunkturell unsicheren Zeiten möglich, viel zu exportieren. ... Der deutsche Exporterfolg, der teilweise auch auf den späten Sommerferienbeginn in diesem Jahr zurückgeht, ist nicht auf Kosten der Euro-Partner zustande gekommen. ... Zwischen Januar und Juli dieses Jahres hat Deutschland gerade einmal zwei Milliarden Euro mehr in die Euro-Zone exportiert, als es aus der Währungsunion importiert hat. Der grosse Überschuss in der deutschen Handelsbilanz stammt von Ländern ausserhalb der Währungsunion und ist somit nebst der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors auch seiner guten geografischen Diversifikation zu verdanken." (09.09.2014)


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