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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Corriere del Ticino - Schweiz | 24.05.2013

USA zeigen der Weltwirtschaft, wie es geht

Spekulationen über ein Ende der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank, schwache Wirtschaftsdaten aus China und der Einbruch des Nikkei-Index in Japan haben am Donnerstag die europäischen Börsen auf Talfahrt geschickt. Das zeigt, dass nur die USA den richtigen Weg eingeschlagen haben, konstatiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Während das große Wagnis der neuen japanischen Regierung einen Rückschlag auf den Finanzmärkten verursacht und Europa weiter über das Für und Wider der Sparmaßnahmen diskutiert, erwägen die USA, schrittweise immer seltener auf die Notenpresse zurückzugreifen, weil es - wenn auch zaghafte - Signale einer Erholung der Wirtschaftslage gibt. … Die Mischung der wirtschaftspolitischen Maßnahmen hat es den USA erlaubt, die Rezession zu stoppen und den Weg des Aufschwungs einzuschlagen. Und mehr noch, der Aufschwung hat sich als Stärkung für die Staatskassen erwiesen. Das Beispiel USA zeigt, dass Wachstum die beste Medizin ist, um den öffentlichen Haushalt zu sanieren." (24.05.2013)

Kathimerini - Griechenland | 23.05.2013

Griechen geht es keinen Deut besser als 2010

Laut Angaben des griechischen Finanzministeriums lagen Ende März die staatlichen Schulden Griechenlands bei 309 Milliarden Euro. Dies sind etwa eine Milliarde Euro weniger als im März 2010, kurz bevor Griechenland den Rettungsmechanismus beantragte. Die Schuldenschnitte, die Sparmemoranden und das Leiden des griechischen Volkes waren vergebens, befürchtet die konservative Tageszeitung Kathimerini: "Das Einzige, was sich mit der Umsetzung der Rettungspläne verändert hat, sind unsere Gläubiger: Anstatt den internationalen Banken und anderen Besitzern von griechischen Anleihen schuldet die griechische Regierung nun dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und den EU-Partnern. … Der griechische Schuldenstand bleibt nach wie vor sehr hoch, trotz des Schuldenschnitts, der unsere Krankenkassen, unsere Banken und vor allem die Sparer, die auf griechische Anleihen vertraut hatten, zerstörte." (23.05.2013)

Sabah - Türkei | 23.05.2013

Türkei braucht Handelsabkommen mit den USA

Der türkische Handelsminister Zafer Çağlayan ist vergangene Woche für Gespräche über ein bilaterales Handelsabkommen nach Washington gereist. Hintergrund ist, dass im Falle eines Freihandelsabkommens zwischen den USA und der EU US-Güter künftig zollfrei in die Türkei gelangen könnten, weil zwischen der EU und der Türkei seit 1996 eine Zollunion besteht. Die regierungsnahe Tageszeitung Sabah fordert eine breit angelegte diplomatische Initiative: "Für die Türkei, die bis heute 19 Freihandelsabkommen unterzeichnet hat, wird das zukünftige Abkommen mit den USA eine schwierige Herausforderung. Zu einer Zeit, in der die Zollunion mit der EU erstmals auch Verluste verursacht, benötigt die Türkei einen Erfolg mit den USA. Wenn wir das nicht erreichen, kommen US-Güter zollfrei in die Türkei und der Verlust wird sich auf Milliarden Dollar belaufen. Deshalb müssen nicht nur Çağlayan und sein Team Handelsdiplomatie betreiben, sondern alle türkischen Interessengruppen." (23.05.2013)

Avgi - Griechenland | 22.05.2013

Schweizer Manager fürchten fairen Lohn

Im November will die Schweizer "1:12-Initiative für gerechte Löhne" das Volk über die Begrenzung der Gehälter von Top-Managern abstimmen lassen. Sie sollen künftig maximal das Zwölffache des Gehalts der am schlechtesten bezahlten Firmenmitarbeiter erhalten. Die Chefs der Großkonzerne bekommen nun Muffensausen, schreibt die linke Tageszeitung Avgi: "Heute verdient in einigen Schweizer Unternehmen ein Top-Manager rund 720 Mal mehr als der Angestellte in seinem Büro. Die 1:12-Initiative macht den Schweizer Managern Angst. Die Bosse von Nestlé, Novartis, Lindt, Glencore sind bestürzt und die Banker vermeiden bis jetzt jegliche Stellungnahme. Und dies, weil sie zu Recht Angst davor haben, dass die Schweizer sich für diesen Vorschlag aussprechen werden - genauso wie sie vor drei Monaten mit 68 Prozent die 'Abzocker-Initiative' annahmen, damit Top-Manager nicht mehr alleine über ihre Gehälter und Boni entscheiden dürfen." (22.05.2013)

Kauppalehti - Finnland | 22.05.2013

EU muss Ölkartelle zerschlagen

Ermittler der EU-Kommission haben vergangene Woche wegen des Verdachts auf Preisabsprachen Razzien bei mehreren Ölkonzernen vorgenommen. Die Wirtschaftszeitung Kauppalehti verlangt ein konsequentes Durchgreifen: "Das Preiskartell besteht vermutlich schon seit 2002. Wenn täglich über 80 Millionen Barrel Öl produziert werden, dann bedeutet ein Preisaufschlag von einigen Cent für die Ölkonzerne mehrere Millionen Dollar zusätzliche Einnahmen täglich. Die Kommission kann die Unternehmen zu enormen Bußgeldern verurteilen, aber das allein reicht nicht. Der gesamte verdorbene Preismechanismus muss erneuert werden. Man muss dafür sorgen, dass sich solche unsauberen Praktiken nicht noch einmal einschleichen. Diejenigen, die diesen Betrug bezahlen, die Verbraucher, brauchen nicht mit einer Entschädigung zu rechnen. Es wäre aber schon tröstlich zu wissen, dass man an der Zapfsäule den Kartellzockern keine zusätzlichen Euros in die Taschen pumpt." (22.05.2013)

De Tijd - Belgien | 21.05.2013

Yahoos riskantes Spiel mit Tumblr

Der US-Internetkonzern Yahoo hat für rund 1,1 Milliarden Dollar die Blogging-Plattform Tumblr gekauft. Ein riskantes Spiel, warnt die Wirtschaftszeitung De Tijd: "Noch vor einem Jahr waren die Erwartungen über einen schnellen Gewinn beim Börsengang von Facebook hoch. ... Es kam anders. Facebook wurde der größte IPO-Flop und verlor 32 Milliarden von seinem Wert. ... Und jetzt Tumblr: Was ist der Umsatz? Hat das Unternehmen bereits Gewinn erwirtschaftet? Doch darum geht es bei solchen Unternehmen nicht, heißt es dann. ... Um das Jahr 2000, als die Dotcom-Blase noch nicht geplatzt war, hörten wir genau dieselben Argumente für wahnsinnige Bewertungen von Startups. Bewertungen auf der Basis von gesunden wirtschaftlichen Grundlagen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen galten als 'Old Economy'. ... Inzwischen hat sich viel verändert. Einige Unternehmen wurden zu echten Global Players. Doch einiges hat sich nicht verändert: Am Ende des Tages müssen Unternehmen ein stabiles Geschäftsmodell haben. Und das Verbrennen von Bargeld kann so nicht weitergehen." (21.05.2013)

Postimees - Estland | 21.05.2013

Brüssel soll über Erdgas-Terminal entscheiden

Estland und Finnland buhlen um den Bau eines regionalen Terminals für Flüssigerdgas (LNG), das mit hohen EU-Subventionen in einem der beiden Länder gebaut werden soll. Am Montag konnten sich die Wirtschaftsminister der beiden Länder in der Frage nicht einigen, gaben aber bekannt, dass sie eine Entscheidung der EU-Kommission akzeptieren würden. Die liberale Tageszeitung Postimees hat dafür Verständnis: "Die Errichtung des LNG-Terminals bedeutet eine Investition von hunderten Millionen Euro. Und natürlich bestimmt die Wahl des Standorts, welche Unternehmen den größten Anteil der Aufträge erhalten. Die finnische Regierung möchte dieses Geschäft nicht ohne weiteres an Estland abgeben. So will man die Verantwortung lieber auf den Schiedsrichter abschieben, um die politischen Folgen nicht selbst tragen zu müssen." (21.05.2013)

TVXS - Griechenland | 20.05.2013

Samaras verkauft Griechenland an China

Der griechische Premier Antonis Samaras hat am Sonntag eine fünftägige Chinareise beendet und verkündet, Griechenland sollte das Tor zwischen China und Europa sein. Das Webportal TVXS befürchtet, dass Samaras lediglich den Ausverkauf des griechischen Staatseigentums betreibt: "Nachdem wir die Produktivität in Griechenland zerstört haben, suchen wir nun nach Käufern aus China. Aber wessen Gut sollen die Käufer kaufen? Offensichtlich das des Landes. Wir haben also eine Reise organisiert, um unsere geopolitische Position und unsere Infrastruktur zu verkaufen. Das beinhalten die ach so unwichtigen Abkommen, die am Rande des Besuchs Samaras unterzeichnet wurden. Dass der Premier und seine Regierung heute den Verkauf der Infrastruktur Griechenlands als Triumph darstellen, zeigt die Sackgasse, in der er sich befindet." (20.05.2013)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 17.05.2013

EZB enteignet Sparer zugunsten von Schuldnern

Der Leitzins in der Euro-Zone liegt seit Anfang Mai auf dem historischen Tief von 0,5 Prozent. Damit werden Reichtum und Einkommen aggressiv umverteilt, ärgert sich die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Dank der EZB bekommen Sparer nur noch eine Rendite von einem halben Prozent. Die aber wird von der Inflation gefressen; obendrein nagt die Teuerung am Kapital. ... Die kalte Enteignung der Sparer und Lebensversicherten nehmen die Politiker und Zentralbanken billigend in Kauf, weil sie mit der Nullzinspolitik überschuldeten Staaten Linderung verschaffen wollen. Während also diejenigen, die mit Sparen selbst für ihr Alter vorsorgen, wegen fehlender Verzinsung zusehen müssen, wie die versprochene Rente wie Schnee in der Sonne schmilzt, nehmen Schuldenstaaten gern neue Kredite auf, weil das Geld ja so billig ist. ... In der Eurozone sorgt künftig die EZB dafür, dass über Ländergrenzen hinweg von Gläubigern zu Schuldnern umverteilt wird." (17.05.2013)

The Times - Großbritannien | 16.05.2013

Auch Google muss volle Steuern zahlen

Ein britischer Parlamentsausschuss hat am Donnerstag Googles Nordeuropa-Chef Matt Brittin wegen umstrittener Steuer-Spartricks des Konzerns befragt. Auch anderen internationalen Unternehmen wird vorgeworfen, den Fiskus zu umgehen. Die konservative Tageszeitung The Times fordert neue Regeln im Kampf gegen die internationale Steuervermeidung: "Die öffentliche Wut wächst, seitdem aufgedeckt wurde, wie wenig Körperschaftssteuer Firmen wie Google oder Amazon für ihre großen und sehr erfolgreichen Geschäfte in Großbritannien abführen. Und das zu Recht. ... Ein Teil des Problems ist, dass internationale Regelungen für länderübergreifende Besteuerung nicht mit dem technologischen Wandel Schritt gehalten haben. Das bedeutet, dass es multinationalen Konzernen möglich ist, sich so zu strukturieren, dass sie absurde Behauptungen über die Orte aufstellen können, an denen sie ihr Online-Geschäft aus Steuergründen abwickeln." (16.05.2013)


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