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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Eleftherotypia - Griechenland | 26.08.2014

Athen baut Schulden ab auf Kosten der Umwelt

Die griechische Regierung will eine Lagune im nordgriechischen Kalochori verkaufen, die als geschütztes Feuchtgebiet gilt, um mit dem Geld Schulden abzubauen. Unmöglich, findet die linksliberale Tageszeitung Eleftherotypia: "Es wird sogar vorgeschlagen den Ort für ein Logistikzentrum zu verwenden. ... Warum darf der staatliche Privatisierungsfonds, der entschieden hat, die ganze Region zu verkaufen, so unkontrolliert handeln? ... Mit dem Argument, lediglich griechisches Staatseigentum zu verkaufen, überschreitet die Regierung jede Grenze und tut so, als ob alles erlaubt sei. Durch diese Entscheidung sind nicht nur seltene Arten von Vögeln und Säugetieren in der Region bedroht. Die Regierenden haben jeden Kontakt mit der Gesellschaft und im wahrsten Sinne des Wortes auch den gesunden Menschenverstand verloren. Wenn sie heute Feuchtgebiete, Wälder und Strände verkaufen, was wird es in Zukunft sein?" (26.08.2014)

De Volkskrant - Niederlande | 26.08.2014

Draghis Appell kann Rezession bremsen

EZB-Präsident Mario Draghi hat sich für eine Abkehr vom Sparkurs ausgesprochen sowie staatliche Wachstumsprogramme und neue Schulden befürwortet. Das ist durchaus sinnvoll, kommentiert die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Der alte Vorwurf, dass die südeuropäischen Länder die Haushaltsregeln ignorieren und nordeuropäische Länder die Rechnung bezahlen müssen, gilt daher nicht länger. ... Die Regierungen von Spanien, Griechenland, Italien und auch Frankreich haben wichtige Schritte getan. Gerade für die französische Regierung gibt es aber noch keinen Grund, sich zurückzulehnen. ... Dennoch ist der Aufruf von Draghi nicht unklug. Die europäische Rezession ist hartnäckig, die Arbeitslosigkeit hoch und die Stimmung der Verbraucher düster. ... Gerade Deutschland kann mit einer neuen Investitionsagenda der europäischen Wirtschaft einen extra Impuls geben." (26.08.2014)

Trouw - Niederlande | 25.08.2014

Nicht nur Putin schuld an Bauern-Misere

Durch das russische Embargo sind die Preise für Obst und Gemüse in den Niederlanden stark gesunken. Doch das ist nicht das einzige Problem für die Bauern, meint die christlich-soziale Tageszeitung Trouw. "Nun liegen die Tomaten zu Dumpingpreisen in den Regalen. Eine Hilfe für die Bauern, die unter dem russischen Boykott leiden, behaupten die Supermärkte. Aber die Züchter sind von diesen Schleuderpreisen wenig erbaut. ... Und die Landwirtschaftsorganisation LTO fordert zu Recht redliche Preise. Nur wer soll die bezahlen? Der Verbraucher achtet auf jeden Cent. Die Folge sind Preiskriege, die ab und an aufflammen, zwischen den Supermärkten um die Verbraucher. Ehrliche Preise für niederländische Produzenten, Fair Trade im eigenen Land: Kein großer Supermarkt sieht darin einen Verdienst. Aber Verbraucher sollten das lauter fordern." (25.08.2014)

La Stampa - Italien | 25.08.2014

Draghi wagt endlich radikalen Kurswechsel

Auf dem geldpolitischen Symposium in Jackson Hole hat EZB-Chef Mario Draghi am Freitag die EU-Staaten überraschend aufgefordert, haushaltspolitisch flexibler zu sein und sie ermutigt, mehr auszugeben. Damit vollzieht Draghi einen radikalen Kurswechsel, lobt die liberale Tageszeitung La Stampa: "Die Wirtschaft in der Euro-Zone kann sich ohne einen Impuls durch die Haushaltspolitik nicht erholen. Die EU-Haushaltsregeln dürfen nicht verletzt werden. Dies würde nur zu lähmenden Reibereien führen. Doch die Summe der nationalen Haushaltspolitiken führt heute im Euro-Raum in seiner Gesamtheit zu einer restriktiven, rezessiven Bilanz. ... Draghi will nicht vom Volk gewählte Regierungen entmachten zu Gunsten irgendeiner Technokraten-Regierung. Im Gegenteil: Es geht darum, im Namen der Interessen der Bürger der Euro-Zone - vor allem der Arbeitslosen - der Haushaltspolitik der nationalen Regierungen etwas hinzuzufügen. Und dabei geht es um einen Finanzausgleich zwischen den reicheren und den ärmeren Staaten." (25.08.2014)

Večer - Slowenien | 22.08.2014

Staatliche Dienste nicht kommerzialisieren

23 internationale Partner, darunter die EU und die USA, verhandeln zurzeit über das sogenannte Trade in Services Agreement (TISA), das eine weitergehende internationale Liberalisierung und Deregulierung von Dienstleistungen vorsieht. Dass das auch staatliche Dienstleistungen wie die Trinkwasserversorgung umfassen soll, sieht die konservative Tageszeitung Večer als große Gefahr: Diese "als Handelsware zu betrachten ist die Folge eines grundlegenden Nichtbegreifens öffentlicher Dienstleistungen, das nur neue Privilegien für die Reichsten schafft - auf Kosten derjenigen, die den größten Entwicklungsbedarf haben. Derartige Abkommen fördern bewusst die Kommerzialisierung. Und selbst die eifrigsten Befürworter des freien Handels geben zu, dass es bei diesem Spiel Gewinner und Verlierer gibt. ... TISA baut somit nur das weiter aus, was mit dieser Welt nicht in Ordnung ist. ... Und die Zusicherung Brüssels, dass jedes EU-Mitglied selbst bestimmen kann, welche Dienstleistungen in welchem Ausmaß dereguliert werden, ist ein schlechtes Argument und ein zynischer Trost." (22.08.2014)

Les Echos - Frankreich | 21.08.2014

TTIP ist große Chance für Frankreich

Seit Monaten blickt Frankreich dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA mit großer Skepsis entgegen. Im Juni hatte Paris sogar mit einem Veto gedroht, sollte der Kulturbereich bei den Verhandlungen nicht ausgeklammert werden. Hervé Guyader, Präsident des französischen Komitees für internationales Handelsrecht, bewertet das TTIP hingegen als Chance für die Wirtschaft: "Die Globalisierung wird in Frankreich noch immer negativ bewertet. ... Man fürchtet, dass unsere Identität und unsere wirtschaftlichen und sozialen Rechte ausgehöhlt werden. Doch warum geht man davon aus, dass das Abkommen unsere Standards aufweichen wird? Auch wenn die USA durch eine weniger strenge Reglementierung mancher Produkte auffallen, sollte man nicht übertreiben und etwa Parallelen zum Zustand in einigen Entwicklungsländern ziehen. Vergessen wir nicht, dass ausgerechnet die USA die Einfuhr vieler französischer Lebensmittel aufgrund von Hygienevorschriften verbieten. Warum sollte man in dem Abkommen nicht eine Chance sehen, die Vermarktung unserer Produkte zu fördern und Qualitätsstandards konkret umzusetzen?" (21.08.2014)

Gość Niedzielny - Polen | 21.08.2014

Steuerrecht treibt Polen in die Schwarzarbeit

Die Zahl der Schwarzarbeiter in Polen hat im vergangenen Jahr erstmals die Grenze von einer Million überschritten. Jüngsten Daten des Statistischen Amts zufolge erwirtschafteten sie 14 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung. Bei dem komplizierten polnischen Steuerrecht muss sich darüber niemand wundern, kommentiert das nationalreligiöse Portal Gość Niedzielny und gibt der Regierung die Schuld: "Diese Quote wird noch steigen, weil sich bisher nicht viel geändert hat. Wenn jemand wirtschaftlich legal tätig ist und das komplizierte Steuerrecht nicht richtig interpretiert, zahlt er eine saftige Strafe. Besonders schlimm ist dabei, dass der Staat die Vorschriften nur zu seinem Vorteil auslegt. ... Die Leute arbeiten deswegen schwarz, weil sich für sie eine legale Tätigkeit einfach nicht lohnt. Sie wollen für sich und ihre Familie Geld verdienen und nicht im Wust der Bürokratie versinken. Wenn wir nicht endlich das Steuerrecht vereinfachen, dann können wir von einer Eindämmung der Schwarzarbeit nur weiter träumen." (21.08.2014)

ABC - Spanien | 20.08.2014

Anleger vertrauen Spaniens Aufschwung

Spanien hat am Dienstag rund 4,5 Milliarden Euro zu guten Konditionen am Primärmarkt aufgenommen. Das Vertrauen in spanische Staatsanleihen bleibt trotz der schwächelnden Konjunktur der Euro-Zone hoch, stellt die konservative Tageszeitung ABC erleichtert fest: "Die niedrigen Zinsen und die hohe Nachfrage nach Staatsanleihen sind weitere Anzeichen für die Glaubwürdigkeit der spanischen Solvenz. ... Das Vertrauen der Anleger in Spanien stützt sich auf die Beseitigung der strukturellen Probleme, die während der Immobilienblase aufgekommen waren, auf die Sanierung des Finanzsystems, auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und auf die Reduzierung des Defizits. Aber auch die besseren Konjunkturprognosen im Vergleich zu anderen Euro-Ländern tragen dazu bei. ... Doch auch wenn zur Zeit fast null Prozent Zinsen gezahlt werden, muss die Staatsverschuldung unverzüglich reduziert werden, da sie das größte Risiko für den Aufschwung darstellt." (20.08.2014)

Äripäev - Estland | 19.08.2014

Jetzt Russen und Ukrainer nach Estland locken

Die Zahl der Erwerbstätigen in Estland geht beständig zurück, das zeigen aktuelle Daten des nationalen Statistikamts. Die Wirtschaftszeitung Äripäev schlägt vor, gerade vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise kluge Köpfe aus Russland und der Ukraine nach Estland zu locken: "Das Anwerben und die Integration der Talente aus dem Osten könnte effektiver sein als die Gründung eines russischen Fernsehkanals. Denn dies wäre zum einen ein Signal nach außen. Wenn die Talente eines Tages in ihre Heimat zurückkehren, werden sie hoffentlich das Wissen um Estland als ein freundliches und attraktives Land voller Möglichkeiten mitnehmen. Was könnte eine bessere Werbung für Estland sein und dabei gleichzeitig auch noch eine Sicherheitsgarantie? ... Zum anderen wäre es ein Signal nach innen: Wenn erfolgreiche Russen und Ukrainer in unsere Gesellschaft eingebunden werden, würde das der Integration hierzulande neuen Antrieb geben." (19.08.2014)

Wprost Online - Polen | 19.08.2014

Polen sind Weltmeister im Steuernzahlen

Polen verbringen im Jahr durchschnittlich 286 Stunden mit dem Ausfüllen von Steuerformularen, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. Das konservative Nachrichtenportal Wprost fordert eine grundsätzliche Reform des Steuersystems: "Die Steuern sind bei uns absurd. Die Mehrwertsteuer für gesundes Mineralwasser oder Grünen Tee beträgt 23 Prozent. Fertigsuppen, Chips oder Salzgebäck fallen unter den ermäßigten Satz von acht Prozent. Das System ist repressiv. Der [jährliche] Steuerfreibetrag von 3.091 Złoty [740 Euro] hat sich seit sechs Jahren nicht verändert, von einer 'astronomischen' Erhöhung 2009 um zwei Złoty einmal abgesehen. Sogar in Tansania ist er doppelt so hoch. ... Doch anstatt mit dieser Pathologie zu kämpfen, greift uns Finanzminister Szczurek immer tiefer in die Taschen. So will er beispielsweise eine Steuer auf Glasfasern erheben." (19.08.2014)


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