Navigation

 

Wirtschaft

1-10 von 48 | Seite 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . weiter  »

WIRTSCHAFT

Público - Portugal | 19.11.2014

Auch Großkonzerne müssen Steuern zahlen

In Portugal weigern sich der Betreiber des Stromverteilernetzes REN und der Energiekonzern Galp eine außerordentliche Energie-Steuer in Millionenhöhe zu bezahlen, weil sie dessen Rechtmäßigkeit anzweifeln. Für diese Großkonzerne darf es keine Extrawurst geben, meint die liberale Tageszeitung Público: "Beide haben zwar das Recht diese Steuer anzufechten, aber nicht die Legitimität einfach nicht zu bezahlen, besonders nicht in einer Zeit, da noch kein Gericht über die Rechtmäßigkeit dieser Abgabe entschieden hat. ... Die Regierung hat bereits mit einer Steuereinziehung und einem Zwangseinziehungsverfahren gedroht: wahrscheinlicher ist es aber, dass es beiden Unternehmen gelingen wird, ihre Verfahren über Jahre zu verschleppen. ... In einer Zeit, da immer noch Zigtausende von Portugiesen Sonderbeiträge und Zuschläge bezahlen, ist es einfach nicht akzeptabel, dass diese Großkonzerne ein Millionen-Loch in den Staatshaushalt reißen, der wahrscheinlich - wie gewohnt - wieder von den kleinen Steuerzahlern gedeckt werden muss." (19.11.2014)

Trends - Belgien | 20.11.2014

Negative Zinsen zwingen zum Konsumieren

Die Commerzbank hat am Mittwoch als erste deutsche Großbank angekündigt, negative Zinsen auf Einlagen von Firmenkunden einzuführen. Die thüringische Skatbank verlangt bereits seit Anfang November von Großkunden einen Strafzins von 0,25 Prozent. Das Wirtschaftsmagazin Trends fürchtet, dass auch Privatkunden bald für ihre Spareinlagen bei Banken zahlen müssen: "Es stimmt, dass im Augenblick nur Unternehmen und Investmentfonds von Einlagen abgeschreckt werden sollen. Doch wer weiß, ob nicht morgen die Privatkunden dran sind? Tatsache ist, dass wir ganz allmählich auf dem Weg dahin sind, denn in Belgien haben die Banken erneut die Erträge für Sparbücher gesenkt. Wir steuern auf einen Zinssatz von Null Prozent zu. ... Dies alles trägt dazu bei, dass die Bürger konsumieren anstatt zu sparen, auch wenn das nicht ihrem Willen entspricht. Und da wir nun mal in einer Demokratie leben, sind Maßnahmen, die den Geldbeutel der Bürger treffen, das einzige Mittel, um sie zu etwas zu zwingen, worauf sie keine Lust haben. Aber Einige fragen sich, ob das noch Demokratie ist." (20.11.2014)

Véleményvezér - Ungarn | 21.11.2014

Orbán drängt Handelsketten aus dem Land

Ungarns rechtskonservative Regierung von Viktor Orbán will Sondersteuern und Geschäftsverbote für große ausländische Handelsketten einführen. Die Regelungen sollen Preisdumping eindämmen und Familienbetriebe schützen. Die ungarische Wirtschaft würde von einem solchen Schritt große Schäden davontragen, kritisiert das Meinungsportal Véleményvezér: "Sollte das geplante Gesetz angenommen werden, werden die erfolgreichen ausländischen Handelsketten mit einer horrenden Steuer geschröpft. Und als ob das nicht genug wäre, sollen die großen Handelsketten überdies vom Markt ausgeschlossen werden, sofern sie zwei aufeinanderfolgende Jahre hindurch Verluste schreiben. Kurz: Verluste sind bei den Großen schlicht und einfach verboten. ... Dadurch werden nicht nur die ungarischen Konsumenten die Verlierer sein, sondern auch die ungarischen Mitarbeiter der ausländischen Handelsketten, die am Ende ohne Arbeit dastehen werden, und die gesamte ungarische Wirtschaft." (21.11.2014)

Wiener Zeitung - Österreich | 20.11.2014

EU muss unsoziale Konzerne zur Kasse bitten

Deutsche Großkonzerne horten Milliarden, statt sie zu investieren und gleichzeitig fehlen der EU hohe Summen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, prangert die liberale staatliche Wiener Zeitung an. "Interessanterweise schaut die europäische Politik dem recht tatenlos zu. Nun kann in einer Marktwirtschaft niemand zu Investitionen gezwungen werden. ... Allerdings könnte die Frage gestellt werden, ob derart hohe Geldvermögen in Unternehmen ab einer gewissen Höhe nicht steuerlich 'bestraft' werden sollten. So würde ein Teil der 'Dividende' auch öffentlichen Haushalten zugutekommen und nicht nur relativ wenigen privaten Haushalten. ... Während also Jean-Claude Juncker in Brüssel intensiv überlegt, wie er 300 Milliarden Euro auftreibt, die niemand hat, wissen Unternehmen nicht, wohin mit dem vielen Geld. Das ist auch eine Folge des Fehlens einer europäischen Steuerpolitik." (20.11.2014)

Karjalainen - Finnland | 20.11.2014

Nokia hat mit Tablet nichts zu verlieren

Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia hat am Dienstag ein Tablet vorgestellt und damit erstmals seit dem Verkauf der Handysparte an Microsoft wieder ein Mobilgerät im Angebot. Ein richtiger Schritt, meint die liberale Tageszeitung Karjalainen: "Nokia hat nur seinen Namen, die Benutzeroberfläche und das Design für das vom chinesischen Unternehmen Foxconn produzierten Tablets in das Projekt gesteckt. Die Technik, Fertigung und den Verkauf verantwortet der chinesische Auftragshersteller. Das ist ein von vielen Marken praktiziertes Verfahren. Warum sollte es nicht auch für Nokia gut sein? Nokia zählt noch immer zu den hundert weltweit bekanntesten Marken und sollte die Verbraucher seinen Namen nicht vergessen lassen. Zwar ist der Wettbewerb auf dem Tablet-Markt ausgesprochen hart. Aber Nokia kann hier durchaus mitspielen, denn es hat nichts zu verlieren." (20.11.2014)

Il Sole 24 Ore - Italien | 19.11.2014

Monetäre Lockerung nur gegen Reformen

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat am Montag weitere geldpolitische Maßnahmen der Notenbank in Aussicht gestellt, die die Konjunkturschwäche und die niedrige Inflation im Euroraum bekämpfen sollen. Dazu könnten Käufe von Staatsanleihen gehören, sagte Draghi vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. Draghis Geldschwemme ist nicht gratis zu haben, erläutert die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Der Ankauf von Staatsanleihen wird nicht zum Nulltarif sein. Die betroffenen Länder müssen sich als Gegenleistung zu einschneidenden Strukturreformen verpflichten. Es gibt zwei Gründe, weshalb Draghi ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen expansiver und unkonventioneller Geldpolitik auf der einen Seite und Reformen der nationalen Regierungen auf der anderen Seite schafft. ... Zum einen schwächt er so die Einwände Deutschlands gegen die monetäre Lockerung. Zum anderen steckt dahinter seine berechtigte Überzeugung, dass die Zentralbank allein die Probleme des schwachen Wachstums nicht lösen kann." (19.11.2014)

Berliner Zeitung - Deutschland | 19.11.2014

Poker um EU-Haushalt verunsichert ganz Europa

Die Verhandlungen zwischen den EU-Staaten und dem Europaparlament über den EU-Haushalt sind am Montagabend gescheitert. Die EU-Kommission muss nun einen neuen Entwurf für den Haushalt 2015 vorlegen. Falls dieser nicht bis zum 1. Januar beschlossen wird, muss die Union mit einem Nothaushalt wirtschaften. Davor warnt die linksliberale Berliner Zeitung: "Das Europäische Parlament fordert mehr Geld, Mitgliedsstaaten wie Deutschland und Großbritannien dämpfen kräftig. Offiziell unter Verweis auf die überall gepredigte Sparpolitik. Aber die Staaten fürchten auch zu viel Brüsseler Eigenleben. ... [Es] bleibt noch Zeit, um bis zum Jahresende einen Kompromiss zu erzielen. Selbst wenn der nicht gefunden wird, fließt noch Geld. ... Europa mogelt sich dann mit einem Nothaushalt durch... . Warum also so viel Aufregung? Weil Regionen, Städte und Gemeinden mit den Fördergeldern der EU ... langfristig mit diesen Mitteln rechnen müssen. Niemand wird mit einem Nothaushalt Projekte ausschreiben oder gar neue Jobs schaffen. Das Pokerspiel um den Etat 2015 führt also zu Verunsicherung in Europa." (19.11.2014)

Libération - Frankreich | 17.11.2014

Frankreichs Justiz entlarvt Pseudo-Moralapostel

Der Buchhalter des französischen Großunternehmers und konservativen Politikers Serge Dassault hat laut Medienberichten vor Gericht ausgesagt, seinem Chef mindestens 53 Millionen Euro in bar besorgt zu haben. Gegen Dassault wird wegen Stimmenkaufs und illegaler Wahlkampffinanzierung ermittelt. Mit der Vorbildfunktion des französischen Industriellen und Zeitungsbesitzers ist es nun vorbei, konstatiert die linksliberale Tageszeitung Libération: "Der ehemalige Stadtrat und Bürgermeister [des Pariser Vororts] Corbeil[-Essonnes] und heutige Senator hat nie aufgehört, den Regierenden Lektionen in Sachen Wirtschaft und Verwaltung der öffentlichen Finanzen zu erteilen, über arbeitsunwillige Beschäftigungslose herzuziehen und Beamte zu beschimpfen. ... Auch die Laxheit der Justiz hat der Moralapostel und tugendhafte Serge Dassault angeprangert. ... Doch die Richter haben nun ein anderes Bild enthüllt: das eines Mannes, der hinter seinen Äußerungen ungeniert die Grundlagen unserer Demokratie mit Füßen getreten hat." (17.11.2014)

Global Times China - China | 16.11.2014

Außenansicht: China ist Russlands Rettungsring

Während europäische Sanktionen darauf zielen, Russland zu isolieren, hat China seine Handelsbeziehungen mit dem Land gefestigt und im Oktober erneut zahlreiche Finanz-, Handels- und Energieabkommen mit Moskau unterzeichnet. Nach Ansicht der staatlichen chinesischen Tageszeitung Global Times profitieren beide Seiten von den chinesischen Investitionen: "Russland ist ein strategischer Partner und verdient selbstverständlich die Hilfe Chinas. Auf internationaler Ebene wird China unter großen Druck gesetzt und muss deshalb seine strategischen Verbündeten unterstützen, um diese Last zu teilen. ... Als einige Länder der Eurozone durch die herrschende Schuldenkrise in Schwierigkeiten gerieten, kaufte China deren Staatsanleihen und half so, die Märkte zu stabilisieren. Nach Überwindung der Krise kamen sogar einige Investoren nach China und hofften, diese im Wert gestiegenen Staatsanleihen, wieder zurückzukaufen. ... Gleiches wird auch der Fall bei Chinas Investitionen in Russland sein, die definitiv im Wert steigen werden, sobald Russland seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwindet." (16.11.2014)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 17.11.2014

Wachstumsziele der G20 völlig unrealistisch

Die G20-Staaten haben sich in der Schlusserklärung ihres Gipfels in Brisbane am Sonntag auf Reformmaßnahmen verständigt, um bis 2018 ein Wachstum von 2,1 Prozent zu erreichen. Doch Wachstum lässt sich nicht per Dekret durchsetzen, meint Thomas Fuster in der liberalen Neuen Zürcher Zeitung: "Es ist naiv zu glauben, nationale Regierungen würden ihre Fiskal- oder Wachstumspolitik plötzlich an globalen Vorgaben ausrichten. Die politische Verantwortung gilt dem Wähler im Inland. Weil das so ist, wird Deutschland nur dann mehr Geld in die Hand nehmen, wenn dies dem Überleben der Berliner Koalition dient, und nicht der Erreichung eines diffusen Zwei-Prozent-Ziels auf globaler Ebene. Und auch in China, wo sich das Regime nicht der Mühsal von Volkswahlen zu stellen hat, orientiert sich die Wirtschaftspolitik zuerst und vor allem an heimischen Eckdaten. Ökonomischer Multilateralismus steht derzeit ohnehin nicht hoch im Kurs; das zeigt die nicht enden wollende Paralyse der Welthandelsorganisation." (17.11.2014)


1-10 von 48 | Seite 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . weiter  »

Weitere Inhalte