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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Handelsblatt - Deutschland | 31.08.2015

Griechenland ohne IWF retten

IWF-Chefin Christine Lagarde hält Schuldenerleichterungen für eine wirtschaftliche Erholung Griechenlands für ausreichend. Ein Schuldenschnitt sei nicht nötig, sagte sie am Samstag. Europa sollte ohne den Währungsfonds auskommen, indem es die IWF-Kredite ablöst und durch günstigere ESM-Gelder ersetzt, fordert das wirtschaftsliberale Handelsblatt: "Faktisch ist der Europäische Stabilitätsmechanismus [ESM] ... ein Europäischer Währungsfonds. Er muss nicht die Interessen der USA und der großen Schwellenländer China, Brasilien, Indien oder Indonesien berücksichtigen. Wenn die Regierungen und Parlamente der Euro-Länder im Jahr 2015 immer noch der Überzeugung sind, die Probleme von Mitgliedstaaten, vor allem von Griechenland, nicht ohne die Hilfe des IWF lösen zu können, sollte man den Gedanken an ein politisch zusammenwachsendes Europa als gescheitert betrachten. ... Im anstehenden dritten Hilfsprogramm geht es zudem stärker als zuvor um eine ordnungspolitische Neuausrichtung Griechenlands. Dabei eine Begleitung durch den IWF zu fordern, käme einem politischen Armutszeugnis gleich." (31.08.2015)

ABC - Spanien | 28.08.2015

Spanier sollen bitte nicht links wählen

Das spanische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um ein Prozent gestiegen, das wurde am Donnerstag bekannt. Das Wachstum darf bloß nicht durch einen Politikwechsel im Herbst gefährdet werden, fleht die konservative Tageszeitung ABC: "Nun, da Spanien über ein solides Fundament für kontinuierliches Wachstum verfügt, darf man dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren. Die größte Gefahr für den Aufschwung geht nicht mehr von der Wirtschaft, sondern von der Politik aus. Die kommende Wahl ist entscheidend. Mit ihren Plänen, Ausgaben zu erhöhen und Reformen rückgängig zu machen, scheinen die Sozialisten kaum geeignet, den richtigen Kurs fortzuführen. Ganz zu schweigen von der Partei Podemos, deren Populismus in den Ruin und zum Kollaps führt, so wie wir es auch in Griechenland und Venezuela in der Praxis gesehen haben. Um die Krise endgültig zu überwinden, muss Spanien seinen derzeitigen Kurs von Stabilität und Reform auch in der kommenden Legislaturperiode fortsetzen." (28.08.2015)

Ilta-Sanomat - Finnland | 28.08.2015

Öffnungszeiten dem Internetzeitalter anpassen

Die finnische Regierung will die Ladenöffnungszeiten liberalisieren. Die Boulevardzeitung Ilta-Sanomat hält diesen Schritt für überfällig: "Seit den 1960er Jahren wurden die Ladenöffnungszeiten schrittweise liberalisiert. Die derzeitige Situation ist für die Verbraucher verwirrend, da für Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche unter 400 Quadratmetern andere Regelungen gelten als für größere Geschäfte. … Das Gesetz gibt zudem Geschäften die Möglichkeit, für Feiertage eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Die damit verbundene Bürokratie und die 200 Euro Gebühr sind aber beispielsweise für kleine Friseurgeschäfte unzumutbar. Die Regulierung der Ladenöffnungszeiten passt schlecht in eine Gesellschaft, in der die Bedeutung des Internethandels gewachsen und die Arbeit ohnehin schon nicht mehr an festen Schichten ausgerichtet ist." (28.08.2015)

Corriere del Ticino - Schweiz | 28.08.2015

Börsencrash enthüllt Machtkampf in China

Wachstumsschwäche oder Spekulationsblase? Der Westen rätselt über die Gründe für den Kursverfall an Chinas Börsen. Die eher konfuse Reaktion der Regierung offenbart für die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino den wahren Grund des Crashs: "Die scheinbare Verwirrung ist kein Zufall, sondern Frucht eines rücksichtslosen Machtkampfes an der Spitze der Kommunistischen Partei Chinas. ... Auf dem Spiel steht die Rolle der Nummer eins, [Staats- und Parteichef] Xi Jinping. ... Seine Finanzpolitik wird als zu reformistisch kritisiert, vor allem aber wird sein Kampf gegen die Korruption nicht länger unterstützt. Gegen den neuen 'Imperator' rudert der Clan des früheren Parteisekretärs Jiang Zemin, der sich vor drei Jahren gegen die Wahl von Xi Jinping aussprach und Bo Xilai an der Spitze wollte [der wegen Korruption und Machtmissbrauch verurteilt wurde]. … Es könnte zu einem Führungswechsel kommen, zur Verhaftung der Gegner oder - was am wahrscheinlichsten ist - zu einem Kompromiss, für den Premier Li Keqiang und der Chef der Notenbank geopfert werden." (28.08.2015)

Deutschlandfunk - Deutschland | 27.08.2015

Deutschland braucht Gastarbeiter vom Balkan

Die EU hat auf der Westbalkankonferenz in Wien am Donnerstag beschlossen, 600 Millionen Euro für grenzübergreifende Infrastrukturprojekte auszugeben. Das reicht bei Weitem nicht, um die wirtschaftliche Situation in der Region zu verbessern, kritisiert der öffentlich-rechtliche Deutschlandfunk: "Der viel beschworene EU-Annäherungsprozess der Westbalkanländer ist ins Stocken geraten, auch weil die sinnkrisengeschüttelte Europäische Union derzeit gar keine Erweiterung will. Was aber hindert Deutschland daran, eine Neuauflage des Gastarbeitervertrages von 1968 nun mit den ehemaligen jugoslawischen Republiken zu wagen und damit den EU-Arbeitsmarkt für alle sechs Balkanländer zu öffnen? Das wären mehr als nur Worte. Und würde sowohl für die Länder als auch ihre schnelle Integration in die EU nützen. ... Das könnte das Asylsystem der Europäischen Union entlasten, denn dann kämen vom Westbalkan Gastarbeiter, nicht nur Armutsflüchtlinge." (27.08.2015)

Taraf - Türkei | 27.08.2015

Türkei sollte auf EU statt auf China setzen

Die Krise in China zeigt die Schwierigkeiten der aufstrebenden Wirtschaftsmacht, meint die liberale Tageszeitung Taraf und schlägt vor, dass die Türkei ihre Prioritäten in den Handelsbeziehungen wieder neu setzt: "In letzter Zeit haben hohe AKP-Politiker befürwortet, dass wir uns von der EU verabschieden und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit beitreten müssten. Die letzten Entwicklungen zeigen uns aber, dass Shanghai nicht wirklich zu trauen ist. Die EU und ihre Währung sind in der letzten Krise wieder zu einem sicheren Hafen geworden. Deshalb ist es für die Türkei von Vorteil, sich eng an die EU zu binden. 43 Prozent des Exports und 37 Prozent des Imports der Türkei entstehen im Handel mit der EU. Mit Asien, ohne den Nahen Osten, aber lediglich sieben Prozent des Exports und 25 Prozent des Imports, was zu einer deutlich negativen Handelsbilanz führt. In einer solchen Lage ist es von Vorteil, Träume aufzugeben und sich den Realitäten zu stellen." (27.08.2015)

Kathimerini - Griechenland | 26.08.2015

So verprellt Griechenland seine Investoren

In Griechenland hat die Regierung vergangene Woche angeordnet, die Arbeiten in der Goldmine in Skouries wegen der Verletzung technischer Auflagen vorübergehend einzustellen. Gegen die Mine, die von Hellenic Gold betrieben wird, einer Tochtergesellschaft der kanadischen Firma Eldorado Gold, gibt es seit Jahren Proteste von Umweltschützern. Die Affäre um die Mine zeigt, wie wenig sich ausländische Investoren auf die griechische Regierung verlassen können, meint die konservative Tageszeitung Kathimerini: "Was da gerade passiert, ist empörend. Die Regierung ignoriert die mehrfach bestätigten Beschlüsse des Staatsrates, um Stimmen zu gewinnen und den negativen Eindruck abzuschwächen, den die Unterzeichnung des dritten Sparmemorandums hinterlassen hat. Währenddessen ist die Angelegenheit für alle Investoren ein entscheidender Test, ob Griechenland, unabhängig davon, wer an der Macht ist, ein seriöses Land mit Regeln ist. Niemand wird Geld in einem Land investieren, in dem die Regierungen Gerichtsentscheidungen ignorieren und die Spielregeln beliebig verändern." (26.08.2015)

Voxpublica - Rumänien | 27.08.2015

Konzerne manipulieren Spritpreis in Rumänien

Während die Ölpreise an den Rohstoffbörsen immer weiter fallen, sind Benzin und Diesel in Rumänien nach wie vor sehr teuer im Verhältnis zu den Einkommen. In der Diskussion werden aber die Treibstoffunternehmen als sakrosankt gesehen und deshalb ausgespart, kritisiert der Blog voxpublica: "Das große Geheimnis hinter den hohen Spritpreisen ist die Unverschämtheit der Konzerne. ... Solange wir nur über die Treibstoffsteuern reden, aber den Grundpreis außer Acht lassen, läuft die Manipulation unter der Tünche des 'freien Marktes' weiter. Wir hoffen, dass entsprechende Steuern gesenkt werden, doch die Preiswillkür der privaten Konzerne nehmen wir hin. Das ist das wirkliche Problem der Medien und der Bürger, die immer wieder auf leichtfertige Erklärungen über Marktumstände hereinfallen. Wir haben Ausschüsse im Parlament, Leute in Aufsichtsräten und allerhand Regulierungsgremien. Die könnten Fragen stellen, schweigen sich aber aus." (27.08.2015)

The Independent - Großbritannien | 26.08.2015

Staaten machtlos gegen neue Wirtschaftskrise

Der Abwärtstrend an den chinesischen Aktienmärkten, der auch die Finanzmärkte im Westen stark in Mitleidenschaft gezogen hat, ist am Mittwoch vorerst gebremst worden. Das Problem ist, dass Regierungen und Zentralbanken derartigen Schocks kaum mehr etwas entgegensetzen können, klagt die linksliberale Tageszeitung The Independent: "Die von den Notenbanken festgelegten Zinsen sind in allen großen Volkswirtschaften auf einem historischen Tiefststand, während mehr Geld denn je in die Volkswirtschaften gepumpt wird. Gleichzeitig haben viele Regierungen praktisch jeden Spielraum verloren, was die Aufnahme großer Kredite betrifft, denn nach der Finanzkrise und der folgenden Rezession sind Budgetdefizite und Staatsschulden allgemein dramatisch angestiegen. ... Früher oder später wird den zuständigen Stellen schlicht die Munition ausgehen, um taumelnde Börsen, scheiternde Banken und stagnierende Volkswirtschaften zu retten." (26.08.2015)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 26.08.2015

Der Euro ist wieder eine Fluchtwährung

Bei den jüngsten Kursstürzen an den Börsen sind Anleger diesmal eher in den Euro statt den Schweizer Franken geflüchtet. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung begrüßt diese Entwicklung: "Die jüngste Stärke des Euro mag zwar auch auf die Enttäuschung derjenigen Investoren zurückzuführen sein, die auf eine baldige Zinserhöhung in den USA gewettet hatten und nun fürchten, eine solche werde wieder hinausgeschoben. Zu vermuten ist aber auch, dass der Euro generell wieder optimistischer gesehen wird als der Franken. Zwei handfeste Gründe dafür gibt es: Erstens machen die Negativzinsen den Franken weniger attraktiv und hat sich die Zinsdifferenz in letzter Zeit vergrössert. Zweitens mehren sich die Anzeichen, dass der starke Franken die konjunkturellen Aussichten in der Schweiz eingetrübt hat. Dennoch - für eine Entwarnung beim Thema Frankenstärke oder gar für eine Aufhebung der Negativzinsen ist es zu früh. Der Euro hat seine strukturellen Schwächen noch längst nicht überwunden, der Dollar könnte überschätzt werden, und die Schweiz ist - zum Glück - immer noch vergleichsweise stabil." (26.08.2015)


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