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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Libération - Frankreich | 22.10.2014

Total-Chef war einzigartiger Geschäftsmann

Der Chef des französischen Mineralölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ist in der Nacht zum Dienstag bei einem Unfall auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo gestorben, als sein Privatjet mit einem Schneepflug zusammenprallte. Die linksliberale Tageszeitung Libération feiert ihn als Chef der alten Schule: "Frankreich, das seine Chefs nicht liebt und dafür manchmal gute Gründe hat, gedenkt Christophe de Margerie mit echter Trauer. … Dieser übermächtige Vorstandsvorsitzende stand für eine bestimmte Vorstellung von Unternehmensführung. Christophe de Margerie legte seinen Aktionären Rechenschaft ab und zahlte ihnen nebenbei großzügige Dividenden. Aber er suchte auch den Kompromiss mit seinen Angestellten, achtete auf die Interessen der Gemeinschaft ebenso wie auf seine eigenen und versuchte immer zu verhandeln. Obwohl er reich war, sah er das Unternehmen nicht nur als Geldmaschine, sondern auch als wichtigen Teil der Gesellschaft. Seine Kollegen von den Unternehmen des [Aktienindexes] CAC 40 sollten sich davon inspirieren lassen." (22.10.2014)

Dienas Bizness - Lettland | 22.10.2014

Lettland braucht Ersatz für Transit-Geschäft

Russland erwägt mit seiner Verkehrsstrategie bis 2030 den Öltransport über die baltischen Staaten aufzugeben und ihn nur über russische Häfen zu organisieren. Eisfreie lettische Häfen waren über viele Jahrzehnte ein bedeutender Wirtschaftsknotenpunkt für das Nachbarland. Die Wirtschaftszeitung Dienas Bizness kritisiert Lettlands untätige Politiker: "Eigentlich hat das Verkehrsministerium und die Öltransportbranche keinen Ersatz, falls die Ölmengen in lettischen Häfen schrumpfen. Laut der russischen Pläne wird das früher oder später passieren und die strategischen Entscheidungen des Nachbarlands können wir auch nicht beeinflussen. Die Aussagen des lettischen Verkehrsministers, dass wir alles tun müssen, um zu verhindern, dass der Transit gestoppt wird, ist auch kein Trost. ... In der Realität sieht nämlich alles ganz anders aus. Der lettische Transitkorridor ist nicht so attraktiv, wie einige Politiker meinen. Und wenn die Politiker nichts unternehmen, dann sind die Investitionen in Höhe von hundert Millionen Euro in Bahn- und Hafeninfrastruktur schlichtweg umsonst." (22.10.2014)

Blog EUROPP - Großbritannien | 21.10.2014

Staatsinvestitionen vorteilhaft für Euro-Raum

Nur ein großer Schub an staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Sozialsysteme kann die schwächelnde Wirtschaft der Euro-Zone neu beleben, analysiert der Politikwissenschaftler Robert Hancké auf dem Blog EUROPP der London School of Economics: "Staatliche Investitionen können mit neuen Staatsanleihen leicht finanziert werden. In der Tat ist es so, dass sich ein großer Teil der Euro-Zone zu extrem niedrigen, beinahe negativen realen Zinsen Geld leihen kann. ... Sicher, [die Investitionen] könnten die Inflation minimal anheizen. Doch das wäre eine freudige Nachricht, denn die Inflation steckt derzeit bei einem Wert weit unter der als neutral eingestuften Zwei-Prozent-Marke fest. Die Investitionen könnten überdies die Einkommen armer Menschen erhöhen. Das wäre ja noch besser, denn diese geben einen größeren Teil ihres Einkommenszuwachses aus als wohlhabendere Menschen. Das wiederum würde die Auswirkungen der anfänglichen Ankurbelung auf den Rest der Wirtschaft vervielfachen." (21.10.2014)

Il Sole 24 Ore - Italien | 21.10.2014

Auf Italiens Haushalt nicht dogmatisch reagieren

Angesichts der Steuererleichterungen und neuen Schulden des italienischen Haushaltsgesetzes sollte Brüssel Vernunft statt sturer Dogmatik walten lassen, mahnt der Ökonom Alberto Quadrio Curzio in der liberalen Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Italien geht nicht auf Kollisionskurs mit Brüssel. Es verlangt von Europa nur einen undogmatischen Ansatz und die Anwendung einer politischen und steuerwirtschaftlichen Rationalität in der Interpretation der Situation. Die Argumente des Haushaltgesetzes 2015 sind überzeugend. Sie sollten von der nicht minder wichtigen Forderung nach Investitionen in europäische Infrastruktur begleitet werden, die durch Eurobonds zu finanzieren sind. Eine Strategie, die sowohl an den 300-Milliarden-Investitionsplan des [designierten] EU-Kommissionspräsidenten Juncker anknüpft, als auch an die Maßnahmen, für die [EZB-Chef] Draghi schrittweise mehr Handlungsspielraum eingeräumt wird, und die darauf abzielen, den Investitionen Liquidität zuzuführen." (21.10.2014)

The Times - Großbritannien | 21.10.2014

Rezession vor allem politische Gefahr für EU

Der Euro-Zone droht eine erneute Rezession. Doch viel gefährlicher als die nervöse Reaktion der Finanzmärkte ist der wachsende Verdruss der Bürger, warnt die konservative Tageszeitung The Times: "Die größten Volkswirtschaften der Eurozone - Italien, Frankreich und Deutschland - sind anscheinend nicht in der Lage, die wirtschaftliche Stagnation zu beenden, wahrscheinlich schrumpfen sie momentan sogar. Die größte Bedrohung ist aber nicht eine Wirtschaftskrise, wie sie vor drei Jahren die Währungsunion an den Rande des Zusammenbruchs brachte. Denn das Versprechen der Europäischen Zentralbank, für die Bilanzen von Banken und Regierungen zu bürgen, hat dieses Risiko größtenteils gebannt. Die große Gefahr ist vielmehr eine politische Kernschmelze: Die Bürger der Euro-Zone wenden sich von den großen Volksparteien ab und zeigen mit ihren Wählerstimmen, dass sie die Währungsunion als eine langsame und unaufhaltsame Einbahnstraße in die Verarmung verstehen." (21.10.2014)

Berliner Zeitung - Deutschland | 20.10.2014

Bahnstreik in Deutschland schadet Angestellten

Die Lokführergewerkschaft GDL hat mit einem Streik am Wochenende, an dem in neun Bundesländern die Ferien begannen oder endeten, den Bahnverkehr lahmgelegt. Etwa zwei Drittel der Fernzüge sowie viele Regionalzüge standen still. Damit schadet die GDL allen Angestellten, meint die linksliberale Berliner Zeitung: "Gerade in Deutschland haben die Gewerkschaften ihre Verantwortung seit vielen Jahren übererfüllt. Ihre Gehaltsforderungen waren so moderat wie ihre Streikaktionen. Das schätzen auch die Arbeitgeber. Mit diesem Umgang unter Tarifpartnern scheint Schluss zu sein. Am Wochenende hat die Gewerkschaft der Lokführer versucht, die Republik lahmzulegen, nicht hauptsächlich wegen berechtigter Forderungen nach mehr Lohn und einer geringeren Arbeitszeit, sondern weil sie die Konkurrenzgewerkschaft EVG ausstechen will. Damit desavouiert die GDL das Streikrecht. Für einen Machtkampf zwischen Gewerkschaften ist es nicht im Grundgesetz verankert worden. Der politische und gesellschaftliche Schaden dieses Streits ist enorm - zu Lasten aller Arbeitnehmer." (20.10.2014)

La Repubblica - Italien | 19.10.2014

Italien hat ein Recht auf höheres Defizit

Italiens Regierung hat am Donnerstag ein sogenanntes Stabilitätsgesetz vorgelegt, das Steuersenkungen und Investitionen von 36 Milliarden Euro umfasst. Endlich wehrt sich auch Rom gegen die Brüsseler Regeln des Stabilitätspakts, applaudiert der Ökonom Tito Boeri in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Eine dieser Regeln steht noch dazu in keinem Vertrag, sondern wird stillschweigend bei der Bewertung der nationalen Haushaltsgesetze angewendet: Ein Land darf ein Jahr lang die Defizitgrenze überschreiten, wenn sein Bruttoinlandsprodukt sinkt oder das Wachstum vier Prozent unter seinem Potenzial liegt. Mit einer Wachstumsprognose von 0,1 Prozent für 2015 liegt Italien 3,9 Prozent unter seinem Wachstumspotenzial [von vier Prozent]. Wegen einer Dezimale muss Italien also außergewöhnliche Umstände anführen, um seinen ersten expansiven Haushaltsplan seit sieben Jahren zu verabschieden. Regeln sind unvermeidbar streng und scheinen immer demjenigen idiotisch, dem sie auferlegt werden." (19.10.2014)

Der Standard - Österreich | 20.10.2014

Neue Gasrouten für die EU schaffen

Moskau und Kiew haben sich im Gasstreit laut Aussagen des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko vom Freitag offenbar mittelfristig auf einen Kompromiss geeinigt. Das ist eine gute Nachricht, Europa sollte aber endlich unabhängiger werden vom russischen Gas, kommentiert die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Aufatmen kann auch die EU, sind doch mehrere Länder nicht nur von russischem Gas, sondern auch von Pipelines durch die Ukraine abhängig. Allerdings erhält Europa die Belieferung nicht zum Nulltarif. De facto wird die EU die Altschulden der Ukraine bei Gasprom von 4,5 Milliarden Dollar übernehmen müssen. … Einzige Schlussfolgerung, die Europa schon längst hätte ziehen müssen: alternative Gasrouten und Energieträger zu forcieren. … Doch besser spät als nie, also: Eigenproduktion in Europa und Importe aus Nordafrika oder Norwegen erhöhen. Aufbau von Flüssiggasterminals, Rückzug aus der fossilen Energie. Das wird mit Kosten verbunden sein, doch Unabhängigkeit gibt es nicht zum Nulltarif." (20.10.2014)

The Malta Independent - Malta | 19.10.2014

Deutsches Spardiktat stärkt Extremisten in EU

Die von Berlin aufgezwungene Sparpolitik droht, in mehreren Staaten extremistische Parteien an die Macht zu bringen, so wie das in der Weimarer Republik der Fall war, warnt die liberal-konservative Tageszeitung The Malta Independent: "Länder wie Italien, Spanien, Griechenland und nun auch Frankreich haben offenbar genug von den Vorschriften der Merkel-Clique. ... Sie bestehen darauf, dass fiskalpolitische Flexibilität mit wirtschaftlicher Restrukturierung einhergehen muss. Andernfalls werden sie der Spirale der Deflation niemals entgehen, die letztlich zu Zahlungsausfall und Zusammenbruch führen wird. In all diesen Ländern finden in den kommenden Jahren Wahlkämpfe statt, in Griechenland möglicherweise bereits im nächsten Jahr. Und eine von der Sparpolitik verletzte und vergiftete Wählerschaft ohne Aussicht auf Erlösung könnte durchaus die gleiche Entscheidung treffen wie die deutschen Wähler 1933." (19.10.2014)

Népszabadság - Ungarn | 19.10.2014

Russland kann sinkenden Ölpreis kompensieren

Angesichts des massiv gesunkenen Erdölpreises ist in vielen westlichen Medien die Befürchtung geäußert worden, dass Russland in arge Probleme geraten könnte. Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság glaubt hingegen, dass Russland durchaus in der Lage ist, die Einbußen staatlicher Einnahmen aus dem Erdölgeschäft zu kompensieren: "Dank des ersten Halbjahres, als der Ölpreis noch hoch war, konnte Russland rund 450 Milliarden Dollar [353 Milliarden Euro] (!) an Devisenreserven anhäufen. ... Russland wird nicht umhin können, diese Reserven anzutasten, einerseits zur Stärkung des Rubels, andererseits zum Stopfen der Budgetlöcher. Es gibt aber auch noch andere Instrumente. So kann Russland seine hohen Militärausgaben im kommenden Jahr ohne weiteres senken. ... Zudem könnte Russland Kredite aufnehmen. Allerdings wäre dies in der jetzigen Situation nicht unbedingt empfehlenswert. ... Russland befindet sich bei weitem nicht in jener Misere, in der die Weltpresse das Land sieht." (19.10.2014)


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