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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Jornal de Negócios - Portugal | 22.10.2014

Lockerung der Geldpolitik ist falsche Waffe

Mit milliardenschweren Geldspritzen für Banken und dem Ankauf von Staatsanleihen will die Europäische Zentralbank die Konjunkturflaute und Deflation bekämpfen. Für die Euro-Zone ist eine derartige Lockerung der Geldpolitik sinnlos, kritisiert der Ökonom Daniel Gros in der wirtschaftsliberalen Tageszeitung Jornal de Negócios: "Die Unterschiede in der Finanzstruktur sind entscheidend für die Anstrengungen, eine Deflation zu verhindern. Obwohl die quantitative Lockerung in einer Schuldnerwirtschaft mit einem flexiblen Finanzsystem wie den USA funktionieren kann, könnte sie in einer Gläubigerwirtschaft mit einem konservativen Finanzsystem fehlschlagen. Das ist das eigentliche Argument gegen das Mittel der quantitativen Lockerung in der Euro-Zone, nicht die Angst, dass die EZB zu viele Anleihen von unzuverlässigen Regierungen kauft." (22.10.2014)

Cinco Días - Spanien | 24.10.2014

Spanien sollte Europas Energieversorger werden

Der spanische Premier Mariano Rajoy hat am Donnerstag in einer Rede am Brügger Europakolleg die EU dazu gedrängt, Alternativen für Gas aus Russland voranzutreiben. Er schlug dabei Spanien als neue Plattform für die Energieversorgung aus Nordafrika vor. Der Start der neuen EU-Kommission wäre ein guter Moment zur Neuorientierung, findet auch die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Der EU-Gipfel gestern und heute in Brüssel sollte einen Konsens zur Energiepolitik der Union finden und in diesem Kontext sollten auch die Energienetze auf dem Kontinent eine Rolle spielen. Aber dabei dürfen nicht nur vage Ziele auf dem Papier festgelegt werden. ... Brüssel muss den entsprechenden Impuls geben, dass die notwendigen Projekte auch in Angriff genommen und diese wichtigen Ziele entsprechend umgesetzt werden können. Für die Juncker-Kommission wäre das der bestmögliche Start ihrer Amtszeit. Denn jeder Tag, an dem keine Bauarbeiten beginnen, ist ein weiterer Tag, der die politische Unabhängigkeit der EU gefährdet." (24.10.2014)

Huffington Post Italia - Italien | 24.10.2014

Renzi verabschiedet Barroso mit süßer Rache

Im Streit mit der EU-Kommission über den italienischen Haushalt hat Italiens Premier Matteo Renzi am Donnerstag gedroht, die Kosten der EU-Institutionen offenzulegen. Zuvor hatte sich der scheidende EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verärgert gezeigt, dass Rom ein streng vertrauliches Mahnschreiben der Kommission zu Italiens Haushaltsentwurf veröffentlicht hatte. Rache ist süß, amüsiert sich Huffington Post Italia: "Renzi holt zum Gegenschlag aus und genießt dies förmlich. ... Denn Renzi ist überzeugt, dass die europäischen Bürokraten noch nicht begriffen haben, dass sie einen anderen Kurs einschlagen müssen, zu Gunsten des Wachstums, nicht des Sparens. ... Das Ende einer Ära also. Mit einem Leak als Nachspiel, das die letzten Tage der Barroso-Kommission überschattet. Sicher weit entfernt von dem Sturm, den Julian Assange mit seinen Enthüllungen aufwirbelte. Doch an Brüssel wird das kleine Renzi-Leaks nicht spurlos vorübergehen." (24.10.2014)

ABC - Spanien | 23.10.2014

Madrid muss Verschwendung der Regionen stoppen

Ein Großteil von Spaniens autonomen Regionen wird die für 2014 festgeschriebenen Defizitgrenzen weit überschreiten, wie am Dienstag veröffentlichte Zahlen der Wirtschaftsstiftung Fedea nahelegen. Die Regierung in Madrid muss sich durchsetzen, fordert die konservative und zentralistische Tageszeitung ABC: "Das Finanzministerium muss der Verschwendung der Regionen einen Riegel vorschieben, um die Defizitgrenzen einzuhalten. ... Trotz aller Sparmaßnahmen gibt es in den Regionen noch eine ganze Reihe überflüssiger Institutionen und Einrichtungen, deren Auflösung den Steuerzahler viel Geld sparen könnte, ohne dass grundlegende öffentliche Dienstleistungen beeinträchtigt würden. Dank des Gesetzes zur Haushaltsstabilität hat das Finanzministerium in Madrid alle notwendigen Instrumente in der Hand, um die widerspenstigen Regionen zur Ordnung zu rufen und deren Budgets auszugleichen. Man bräuchte lediglich den nötigen politischen Willen, um den Regionen die verschwenderischen Angewohnheiten restlos auszutreiben." (23.10.2014)

Karjalainen - Finnland | 23.10.2014

Klima der Angst lähmt Volkswirtschaften

Aktuelle Entwicklungen wie die Ebola-Epidemie, das Ansteigen der Arbeitslosigkeit oder der Klimawandel haben ein Klima der Angst geschaffen, das Konsumenten und Produzenten gleichermaßen blockiert, klagt die liberale Tageszeitung Karjalainen: "Die schlimmste Folge der Angst ist das Verkümmern jeglicher Unternehmungslust. Selbst jene, die eigentlich einen sicheren Arbeitsplatz haben, nutzen dann beispielsweise nicht mehr die Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Umgebung. Auch nötige Kaufentscheidungen werden hinausgeschoben, wenn man davon ausgeht, dass das Produkt am nächsten Tag günstiger zu bekommen ist. Der Unternehmer hat Angst, dass ihm die Kunden wegbleiben, und wirft das Handtuch. ... Das Klima der Angst ist keine die Menschen umgebende Mauer, sondern es ist eine Wand im Kopf der Menschen, die alle Aktivitäten und Entscheidungen blockiert. ... Daher ist jetzt die Überwindung der Angst mehr denn je die produktivste Art, in die Zukunft zu blicken." (23.10.2014)

Slate - Frankreich | 22.10.2014

Paris kann bei Defizit nicht auf Gnade hoffen

Frankreich ist das einzige Land der Euro-Zone, dessen Haushaltsplan für 2015 eine Neuverschuldung von mehr als drei Prozent des BIP vorsieht. Es verfehlt damit erneut die EU-Vorgaben für das Haushaltsdefizit. Paris kann sich noch nicht sicher wähnen, dass die EU-Kommission den Haushalt absegnen wird, warnt das Online-Magazin Slate: "Frankreichs Chancen, die Prüfung seiner Haushaltspolitik in Brüssel problemlos zu überstehen, sind groß - vorausgesetzt es nimmt die Angelegenheit ernst und betrachtet die Nachsichtigkeit der Kommission und der anderen Mitgliedsstaaten nicht als gesichert. Es stimmt, dass die wirtschaftliche Lage heikel ist und die flexible Währungspolitik der EZB nicht ausreicht, um das Wachstum zu stützen. Aber man sollte sich nicht irren: In der [in Frankreich regierenden] Sozialistischen Partei neigt man ein bisschen zu stark dazu, zu denken, dass alle auf unserer Seite stehen, einschließlich IWF und OECD, und dass Frankreich dann verteidigt wird, wenn es keine harte politische Linie fährt. Diese Interpretation ist jedoch falsch." (22.10.2014)

Der Standard - Österreich | 23.10.2014

Deutsche "Elite-Arbeitnehmer" nerven mit Streiks

In Deutschland haben in den vergangenen Tagen erneut die Lokführer und die Piloten der Lufthansa gestreikt. Die Sturheit beider Berufsgruppen nervt, findet die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Beide Gruppen halten sich für die Eliten in einem Unternehmen, das nicht von ihnen alleine, sondern noch von vielen anderen wie etwa Flug- und Zugbegleitern getragen wird. Solidarität jedoch zählt nicht viel. Die Piloten wollen nur für sich das Beste herausholen, eingespart werden kann es dann ja anderswo. Und die organisierten Lokführer streiken vor allem, weil sie eine Fehde mit anderen Eisenbahnern auszutragen haben [Lokführer-Gewerkschaft will zusätzliche Berufsgruppen vertreten]. Beliebt beim Volk macht man sich dadurch natürlich nicht, was aber Lokführern und Piloten, die kaum Kundenkontakt haben, egal sein kann. Deshalb sollte die Politik in die Wege leiten, was man in beiden Tarifkonflikten vermisst: den verpflichtenden Einsatz eines Schlichters." (23.10.2014)

Heti Válasz - Ungarn | 22.10.2014

Ungarns Internetsteuer wird Nutzern schaden

Ungarns rechtskonservative Regierung will im Jahr 2015 eine Internetsteuer einführen. Nach Agenturberichten sollen über die Internetanbieter umgerechnet knapp 50 Cent pro Gigabyte abgerufenen Datenvolumens erhoben werden. Die Provider werden die Ausgaben auf die Internetnutzer abwälzen, fürchtet die konservative Wochenzeitung Heti Válasz: "Wirtschaftsminister Mihály Varga versuchte zwar, die Internetnutzer zu beruhigen, dass die Provider ihnen die Steuer nicht aufbürden werden, allerdings glaubt ihm das niemand. Verständlicherweise, denn auch bei den Banken war es so, dass sie nach Einführung der Bankensteuer ihre Mehrausgaben auf die Kunden abwälzten. ... Hinzu kommt, dass die Internetanbieter nunmehr davon absehen werden, die ungarische Internet-Infrastruktur zu modernisieren. ... Die Regierungspartei Fidesz, die 2008 in Opposition noch gegen die Internetsteuer wetterte, sollte die Idee also schleunigst fallen lassen." (22.10.2014)

Libération - Frankreich | 22.10.2014

Total-Chef war einzigartiger Geschäftsmann

Der Chef des französischen Mineralölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ist in der Nacht zum Dienstag bei einem Unfall auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo gestorben, als sein Privatjet mit einem Schneepflug zusammenprallte. Die linksliberale Tageszeitung Libération feiert ihn als Chef der alten Schule: "Frankreich, das seine Chefs nicht liebt und dafür manchmal gute Gründe hat, gedenkt Christophe de Margerie mit echter Trauer. … Dieser übermächtige Vorstandsvorsitzende stand für eine bestimmte Vorstellung von Unternehmensführung. Christophe de Margerie legte seinen Aktionären Rechenschaft ab und zahlte ihnen nebenbei großzügige Dividenden. Aber er suchte auch den Kompromiss mit seinen Angestellten, achtete auf die Interessen der Gemeinschaft ebenso wie auf seine eigenen und versuchte immer zu verhandeln. Obwohl er reich war, sah er das Unternehmen nicht nur als Geldmaschine, sondern auch als wichtigen Teil der Gesellschaft. Seine Kollegen von den Unternehmen des [Aktienindexes] CAC 40 sollten sich davon inspirieren lassen." (22.10.2014)

Dienas Bizness - Lettland | 22.10.2014

Lettland braucht Ersatz für Transit-Geschäft

Russland erwägt mit seiner Verkehrsstrategie bis 2030 den Öltransport über die baltischen Staaten aufzugeben und ihn nur über russische Häfen zu organisieren. Eisfreie lettische Häfen waren über viele Jahrzehnte ein bedeutender Wirtschaftsknotenpunkt für das Nachbarland. Die Wirtschaftszeitung Dienas Bizness kritisiert Lettlands untätige Politiker: "Eigentlich hat das Verkehrsministerium und die Öltransportbranche keinen Ersatz, falls die Ölmengen in lettischen Häfen schrumpfen. Laut der russischen Pläne wird das früher oder später passieren und die strategischen Entscheidungen des Nachbarlands können wir auch nicht beeinflussen. Die Aussagen des lettischen Verkehrsministers, dass wir alles tun müssen, um zu verhindern, dass der Transit gestoppt wird, ist auch kein Trost. ... In der Realität sieht nämlich alles ganz anders aus. Der lettische Transitkorridor ist nicht so attraktiv, wie einige Politiker meinen. Und wenn die Politiker nichts unternehmen, dann sind die Investitionen in Höhe von hundert Millionen Euro in Bahn- und Hafeninfrastruktur schlichtweg umsonst." (22.10.2014)


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