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Magazin / Aktuell / Die Zukunft der Werften / Artikel | 03.09.2008
Auf Wachstumskurs
von Óscar Pascual
Hochsee-, Militär- und Forschungsschiffe: Der spanische Schiffbaumarkt hat in den vergangenen Jahren hohe Umsätze verzeichnet. Die Auftragseingänge haben Rekordniveau erreicht.
Der spanische Schiffbaumarkt verzeichnete 2007 eine starke Auftragssteigerung, vor allem seitens ausländischer Reeder. Darin zeigt sich sowohl die gegenwärtig hohe Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Werften also auch der weltweite Boom bei der Nachfrage von Schiffsneubauten.

Von den in Produktion und Auftragsbestand führenden spanischen Werften sind die Werft H.J. Barreras in Pontevedra, Factorías Vulcano in Cádiz und die staatliche spanische Werft Navantia in Cartagena hervorzuheben. 2007 wurden die Aufträge um 19 Prozent Compensated Gross Tons, einer Volumen-Maßeinheit für Schiffe, gesteigert.
Innereuropäische Konkurrenz
Aufgrund der bis 2009 ausgelasteten Bestellbestände der Werften in Südkorea, China und Japan sind hunderte Verträge mit europäischen Schiffbauländern wie Spanien geschlossen worden. Daher sind für Spanien derzeit andere europäische Werften wie etwa jene in der Türkei, Ukraine, Rumänien und Griechenland die größten Konkurrenten. Spanien produziert seine Schiffe vor allem für den europäischen Markt (Norwegen, Italien, Großbritannien, Frankreich und Dänemark), aber auch teilweise für Venezuela und Chile in Südamerika oder für Australien.
Für den Ölsektor
Der Schiffbau in Spanien ist hauptsächlich auf den Ölsektor ausgerichtet; die Schiffe werden zur Unterstützung der Hochsee-Ölplattformen genutzt. Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Konstruktion von Meeresforschungsschiffen. Eine internationale Vormachtstellung besitzt die staatliche spanische Werft Navantia bei der Produktion ganzer Militärflotten für die Streitkräfte verschiedener Länder.
Unterstützt durch EU-Fördergelder
In den vergangenen Monaten hat die Europäische Kommission die Umsetzung ihrer Rahmenrichtlinie Staatliche Beihilfen für den Schiffbau II evaluiert. Zwei der Anwendungsbereiche der Richtlinie, die Hilfe bei Schließungen und die Unterstützung bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, wurden in Spanien bislang noch nicht umgesetzt. Andere Vereinbarungen, wie Beihilfen für Export, Entwicklung und Innovation, wurden hingegen eingehalten. Die Rahmenrichtlinie beinhaltet auch eine bisher einmalige Vereinbarung über Innovationshilfen im Schiffbausektor. Nach Abschluss der Evaluation hat die Europäische Kommission entschieden, die Rahmenrichtlinie vorerst bis zum 31. Dezember 2011 weiter anzuwenden. Seit dem Beitritt Spaniens zur EU ist der spanische Schiffbausektor sehr stark gewachsen. Das sieht man an den aktuellen Auftragsbeständen der spanischen Werften. In den meisten Fällen sind die spanischen Werften bis 2013 ausgebucht, die Barreras-Werft sogar bis 2016. Die positive Entwicklung bei den spanischen Werften konnte in den vergangenen Jahren von den EU-Beihilfen profitieren. Auf ähnlichem Wege werden Länder wie Polen, die heute die gleichen Hilfen erhalten, mit der Zeit zu Hauptakteuren im europäischen Schiffbau aufsteigen.
Óscar Pascual, geboren 1971 in Madrid, ist Chefredakteur von InfoMarine, einer spanischen Fachzeitschrift für Schiffbau und Maritimes. Er lebt in Madrid.
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Übersetzung
Anne Becker
Original in Spanisch
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