Der letzte Monitoring-Bericht der EU-Kommission über Rumänien fiel sehr kritisch aus. Nun hat der rumänische Staatschef Traian Băsescu die Chefs der Parlamentsparteien aufgerufen, dass bis zum Juli nächsten Jahres etwas geschehen müsse, damit das Land nicht mehr länger von der EU-Kommission überwacht wird. Die Tageszeitung Evenimentul Zilei kritisiert den Vorstoß: "Das Monitoring sei, so Băsescu 'relativ demütigend' und 'jede Einheit der EU' habe damit 'das Recht, Kommentare zu fällen, die uns nicht gefallen'. Anders gesagt, der Staatschef hat es satt, dass die europäischen Funktionäre drohen, uns die Nuckelflasche zu entziehen, wenn wir nicht brav sind. Glaubt irgendjemand, dass die rumänischen Politiker die von Brüssel benannten Defizite in den nächsten elf Monaten beheben können? Und das vor dem Hintergrund der Parlamentswahlen im November. Dann folgt die Regierungsumbildung, die im besten Fall bis Dezember dauert. Und ab nächstem Frühjahr beginnt der Wahnsinn um die anstehende Präsidentschaftswahl. Was ich fürchte, ist, dass Băsescu versucht, eine politische Offensive zu entfachen, die die EU-Kommission dazu bewegen wird, die Augen vor der Situation in Rumänien zu verschließen. Die Parteien könnten sich zusammenschließen, nicht um die Justizprobleme zu lösen, sondern um die öffentliche Diskussion über das Ausmaß der Korruption zu stoppen. Denn das ist die alte Angst der rumänischen Politiker, die suggerieren, dass Rumänien nicht korrupter ist als andere europäischen Staaten." (13.08.2008)
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Alle verfügbaren Texte von » Mircea Marian