Der spanische Soziologe Ignacio Sánchez-Cuenca analysiert in der Tageszeitung El País die Motivation der verschiedenen terroristischen Vereinigungen, die es in der Vergangenheit in Europa gab und zieht eine Parallele zu den aktuell operierenden Terrorgruppen: "In unseren Gesellschaften herrscht die Annahme vor, dass Terrorismus aus Armut und Unterdrückung resultiert. Doch wer sich damit wissenschaftlich beschäftigt, weiß, dass es eine Vielzahl von terroristischen Gruppen gibt, die in entwickelten Demokratien entstanden sind. ... Es ist leicht festzustellen, dass dem Terrorismus eine häufige fast universelle Eigenschaft zu eigen ist. Er entsteht als Resultat einer vorangegangenen Frustration. ... Die Erfinder des modernen Terrorismus, die Anarchisten zu Ende des 19. Jahrhunderts, wählten die 'Propaganda der Tatsachen', als sie merkten, dass die Massen nicht das revolutionäre Bewusstsein hatten, das sie sich erhofft hatten. ... Ähnlich erging es zu ihrer Zeit den russischen Nihilisten. ... Die Welle der linksgerichteten revolutionären Terrorgruppen der siebziger Jahre kann teilweise als eine Antwort der Radikalsten auf eine Schwächung des ... Massenprotestes rund um den Mai 1968 verstanden werden. ... Sie wollten die fehlende gesellschaftliche Unterstützung für ihre Position mit Waffengewalt kompensieren. ... Sogar im Fall von Al-Qaida, einer Gruppe, deren Eigenarten sich nicht in die bislang bestehenden Kategorien einordnen lassen, findet man dasselbe Schema. In der Tat entstand Al-Qaida als Resultat der fehlgeschlagenen Versuche, islamistische Regierungen zu etablieren." (26.08.2008)
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