Die Tschechen beschweren sich häufig darüber, dass sie als kleines Volk nie die Möglichkeit hätten, das Geschehen um sie herum zu beeinflussen, stellt Anneke Hudalla im liberalen Wochenblatt Respekt fest und fragt: "Ist es nicht eher so, dass die Tschechen überhaupt keine Zeit haben, sich mit den wirklichen Fragen unserer Zeit zu befassen, weil sie die meiste Zeit den Affären und Intrigen ihrer einheimischen Politiker widmen? Ist es wirklich so wichtig, woher ein Politiker sein Auto hat und dass er damit zu schnell gefahren ist, dass man darüber keine Zeit für Debatten etwa über die Einwanderungspolitik der EU oder den Sinn des Krieges in Afghanistan hat? ... Sicher, in einem Land, in dem die Korruption blüht und die Polizei kein Mittel dagegen findet, ist es normal, wenn sich die Medien dem mehr widmen als anderem. Die Tschechen sollten nur aufpassen, dass sie [von den kleinen Problemen] nicht regelrecht besessen werden. Wer will, dass einen die anderen ernst nehmen, muss auch mit ernst zu nehmenden Argumenten daher kommen. Dann wird sich beweisen, dass die Größe eines Landes überhaupt nicht entscheidend für seinen Einfluss ist." (07.10.2008)
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