Die Tageszeitung Romania Libera befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen Politik und Konsum: "Nach zwei Jahrzehnten einer Transformation ohne richtiges Ziel, haben wir uns derart intensiv dem Konsum verschrieben, dass wir bereits jetzt seine perversen Wirkungen sehen. Wenn es wahr ist, dass nur existiert, was konsumiert werden kann und die Wahrheit nicht gerade das populärste Produkt ist, wird man diese umgehen. Was aber gekauft werden kann, wird durch den Kauf-Akt als nützlich legitimiert - und damit also als wahr. Das trifft auch auf die Wählerstimmen zu. Das haben die Kommunalwahlen demonstriert, wo der Stimmenkauf nicht verheimlicht wurde, ganz im Gegenteil. Wenn ganze Gemeinschaften gekauft werden können und Wähler sich selbst zum Verkauf anbieten, bleibt von der Entscheidungsfreiheit rein nichts mehr übrig. ... Allerdings ist es auch so, dass eine Demokratie nicht existieren kann, wenn Freiheit nicht von Verantwortung gestützt wird. Weil aber Demokratie das Ergebnis von klaren, offenen Wahlen ist, tragen die Völker auch einen gewissen Teil der Verantwortung für den Erfolg oder Misserfolg demokratischer Systeme. Vielleicht nicht ganz so viel wie die Politik, aber immerhin. ... Wenn der Zynismus, der zum Leitwert der Transformation geworden ist, die Wahl forciert und eine diffuse Freiheit mit Sicherheit gleichsetzt ..., sind die Monster bereits unter uns. Denn man kann nur wählen wenn man weiß, was zur Wahl steht. Und man kann das nur wissen, wenn man tatsächlich frei ist." (14.10.2008)
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