Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita hat ein Konzept der Regierung für ein Museum über den Zweiten Weltkrieg veröffentlicht, das einen "universellen" Charakter bekommen soll. Pawel Lisicki kritisiert, dass die Projektgründer das Leiden des polnischen Volkes nicht gebührend würdigten: "Das Problem besteht darin, dass 'Universalität' zwei Bedeutungen haben kann. Zum einen bedeutet es 'sehr weit verbreitet', 'allgemein' und ist notwendigerweise abstrakt. Das würde bedeuten, die Darstellung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren. Das wäre etwas, was alle im Zweiten Weltkrieg erlebt haben – Deutsche, Polen, Russen und Juden. ... Das wäre eine Zeit, in der alle Europäer Opfer zweier totalitärer Regime geworden sind. Und es gibt eine zweite Bedeutung von 'universell': Sie bedeutet wahrhaftig, tiefsinnig, originell und nicht zu wiederholen. Man sucht dann keine Formel, die die Erfahrungen aller Kriegsteilnehmer ausdrückt, sondern bemüht sich, von seiner eigenen Erfahrung auszugehen. ... Es ist folglich gut, dass die Projektautoren dem Museum einen universellen Charakter geben wollen. Doch muss es Zweifel wecken, dass sie sich von der Darstellung des Märtyrertums und des Ruhmes des polnischen Kampfes ausdrücklich distanzieren." (31.10.2008)
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Ausstellung / Museen, » Kulturpolitik, » Polen, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Pawel Lisicki