Ein rumänischer Schriftstellerverein hat die orthodoxe Landeskirche aufgefordert, den Nationaldichter Mihai Eminescu heilig zu sprechen. Er gilt als der bedeutendste rumänische Dichter des 19. Jahrhunderts. Als Ikone würde er vielleicht nicht mehr nur gefeiert, sondern auch wieder gelesen, meint die Tageszeitung Gândul: "Nachdem tausende Literaturkritiker und Rumänischlehrer Eminescu zum 'Abendstern der rumänischen Poesie' gemacht haben, zum 'National- und Universaldichter', zum 'unvergleichbaren Poeten', zum 'einzigartigen Genie', ... ist es gar nicht befremdlich, ihn nun zu einem Heiligen zu machen. ... Gut, das Image Eminescus in Rumänien hat sowieso keinen Bezug zur Realität. Aber wenn wir ihn heilig sprechen, wüssten wir immerhin mit Sicherheit, dass ihn jemand im Land lesen würde. An einem Kalendertag würden die Priester die Bücher öffnen und tausende fromme Menschen könnten Strophen aus dem 'Abendstern' hören, dem am meisten gefeierten und am wenigsten gelesenen Gedicht. Zurzeit liest ihn sowieso niemand, es sind nämlich alle damit beschäftigt ihn zu loben. Oder ihn zu beleidigen, wie es einige junge Intellektuelle tun, die es satt haben zu hören, wie genial das Genie des Karpaten-donauländisch-pontischen Raums war." (04.02.2010)
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