Die EU hat nach Lissabon zwar die Struktur, um eine starke Rolle auf der internationalen Bühne zu spielen, meint Lluís Bassets in seinem Blog, aber ihr fehlt der Wille dazu: "Europa verlässt den Spieltisch genau in dem Moment, in dem China sich setzt, die Karten in der Hand, ruhig und unübersehbar. Wir haben es auf dem Klimagipfel in Kopenhagen gesehen, beim Weltwirtschaftsforum in Davos und nun während der Sicherheitskonferenz in München, bei der sich jährlich die internationale Elite in Sachen Verteidigung trifft. Die Europäische Union hat ihren neuen Lissabon-Vertrag und ihre neuen hohen Repräsentanten, aber ihr fehlt das Wichtigste, um in dieser neuen Szene mitzuspielen, die nun beginnt nach dem Wechsel im Weißen Haus und der gewaltigen Wirtschaftskrise, die die Welt verändert. Sogar die neuen Mitspieler sagen uns das. China und Indien hätten gerne, dass Europa als globaler Akteur mit eigener Stimme mitspielt. Auch Obamas USA wünschen dies. Nur wir Europäer zeigen mit beharrlicher Verbohrtheit, dass wir nicht wollen, dass die EU ein internationaler Akteur mit eigener Stimme wird. Vielleicht haben wir die Mittel, aber uns fehlt der Wille." (09.02.2010)
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